Verschollen geglaubtes Präsentationsvideo zum NeXT Computer aufgetaucht

Im Rahmen der Dreharbeiten zum “Steve Jobs”-Film ist der Technikhistoriker Tom Frikker auf eine bisher verschollen geglaubte VHS-Aufzeichnung der Original-Präsentation des NeXT Computers gestoßen, die jetzt im YouTube Kanal “The ReDiscovered Future” veröffentlicht wurde.

Diese zweieinhalb Stunden umfassende Präsentation fand drei Jahre nachdem Steve Jobs Apple verlassen hatte statt und zeigt Jobs, wie er sichtbar stolz seine neueste Schöpfung präsentiert.

Video: The NeXT Introduction – October 12, 1988, The ReDiscovered Future, YouTube

Jobs stellt in seinem Vortrag nicht nur die damals sehr leistungsfähige Hardware und den aufwendigen Fertigungsprozess des Mainboards heraus, sondern geht auch ausführlich auf sein neues Betriebssystem NeXTSTEP ein, das auch heute noch in OS X und iOS wiederzufinden ist. Leider war der Rechner in der einfachsten Ausstattung mit weit über 6000 US-Dollar sehr teuer, denn dazu kam noch ein ebenso teurer Monitor sowie ein Drucker und weitere Peripherie, wie ein CD-ROM Laufwerk. Aus  diesem Grund versuchte Jobs den Rechner auch zunächst an Universitäten zu positionieren.

Jobs verkaufte NeXT am 7.2.1997 an Apple und arbeite dann wieder, zunächst als Berater, dann als Übergangs-CEO (interim CEO, iCEO), für Apple.

Mehr über NeXT und den NeXT Cube gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Wikimedia, CC-BY-SA, allaboutapple.com

Retro: Produkte, die Jugendliche nicht mehr kennen

1. Heimcomputer

Commodore 64Bevor ab den 90ern das PC-Einerlei vorherrschte, gab es ab Ende der 70er viele interessante Computer. Diese Heimcomputer wurden, wie der Name schon suggeriert, hauptsächlich zu Hause verwendet. Sie wurden aber auch häufig in Schulen und teilweise auch in Büros eingesetzt. Als günstige Alternative zu den damals sehr teuren “professionellen” Geräten (den ersten günstigen IBM PC gab es erst 1983 und kostete ca. 2500 US$) waren sehr günstige Heimcomputer bereits ab ca. 200 DM zu haben (ein voll ausgestatteter C64 kostete trotzdem immerhin knapp 2000 DM).

2. Audio-Kassette

Compact CassetteDie Audio-Kassette – oder genauer Compact Cassette (CC) – wurde 1963 von Philips entwickelt und diente Anfangs nur zur analogen Aufzeichnung und Wiedergabe von Musik. In den 80er Jahren wurden Kassetten auch zur Datenspeicherung von Heimcomputern verwendet. Dazu wurden die digitale Daten in analoge Tonsignale gewandelt, die auf der Kassette aufgezeichnet wurden. Bis in die 90er Jahre waren Kassetten sehr verbreitet: Noch lange nach Einführung der CD, als diese in den Wohnzimmern die Kassette schon abgelöst hatte, waren Kassettenabspieler noch in Autoradios verbreitet.

3. VHS-Videokassette

VHS-Kassette1976 brachte JVC in Japan ein analoges Aufzeichnungs- und Wiedergabesystem für Videorekorder auf den Markt. Auf den dafür verwendeten Kassetten konnten bis 4 Stunden (Shortplay) bzw. 8 Stunden (Longplay) aufgezeichnet werden. Es gab auch einige spezielle Kassetten mit noch längere Aufzeichnungszeiten. Durch die simpel konstruierten (und dadurch preisgünstigen) Geräte, konnte VHS sich gegen Konkurrenten wie Betamax (Sony) und VCR/Video 2000 (Grundig/Philips) als Standard durchsetzen. Es gab auch Videokameras, die auf spezielle, kleinere Kassetten aufzeichneten.

4. Schallplatte

SchallplatteDer Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville meldete im März 1857 den Phonautograph als Patent an. Schon 1860 gelang es ihm, das Kinderlied Au Clair de la Lune mit Hilfe eines großen Trichters einzufangen und mit einer Membran, die die Schwingungen auf eine Schweineborste übertrug, auf eine rußgeschwärzte Walze zu kratzen. Allerdings konnte sein Phonautograph den aufgezeichneten Schall nicht wiederzugeben. Das schaffte erst John Kruesi, der 1877 die Erfindung von Thomas Alva Edison, baute. Edison wurde mit dem von ihm patentierten Phonographen weltberühmt. 1880 machte der amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter die Entdeckung, dass sich viele Nachteile der Edisonischen Walzen vermeiden lassen, wenn man die Tonspur spiralförmig in eine runde Scheibe eingraviert. Nach einigen Versuchen mit Prototypen, gab er das Vorhaben aber aufgrund technischer Probleme wieder auf. Trotzdem gelten die von Tainter hergestellten Wachsplatten als die ersten Schallplatten der Welt. Die Schallplatte war bis Anfang der 90er Jahre das Hauptmedium für Musik. Es gab sie u.a. als Single (i.d.R. je ein Musikstück pro Seite) und Langspielplatte bzw. LP (i.d.R. ein ganzes Album von 40-50 Minuten).

5. Polaroid Kamera (Sofortbildkamera)

Polaroid Spectra AFDie erste Sofortbildkamera wurde im Februar 1947 von Edwin Herbert Land entwickelt und von seinem Unternehmen Polaroid auf den Markt gebracht. Die ersten Land-Cameras fotografierten noch in schwarzweiß (zuerst genau genommen sogar noch sepiafarben). Die revolutionäre Neuerung lag darin, dass der Film noch vor Ort das Negativ in ein Positiv übertrug. Noch bis weit in die 90er Jahre waren diese Sofortbildkameras die einzigen Kameras, die vor Ort eine Betrachtung eines Fotos ermöglichten ohne Umweg über ein Labor.

6. Walkman (Kassettenabspielgerät)

WalkmanWas heute der iPod ist, war in den 80er Jahren der Walkman von Sony unter den Jugendlichen. Kaum ein Jugendlicher wollte auf dieses Statussymbol verzichten, das unter der Bezeichnung “TPS-L2” am 1. Juli 1979 auf den Markt kam. Der Walkman konnte Compact Cassetten abspielen. Spätere Kassettenabspielgeräte anderer Firmen besaßen Doppelkassettenspieler, zusätzlichen Radioempfang und Equalizer. Mit erscheinen der CD gab es später noch Geräte für CDs und MiniDiscs.

7. Akustikkoppler

Dataphon s21/23dDer Urgroßvater des DSL Modems ist der Akustikkoppler, mir dem Daten Anfang bis Mitte der 80er Jahre über eine Telefonleitung verschickt wurden. Der Akustikkoppler wurde nicht direkt an die Telefonleitung angeschlossen, sondern der Telefonhörer wurde in zwei Muscheln gelegt. Dadurch bedingt konnte die Rufnummer auch nicht automatisch gewählt werden, sondern gewählt werden musste manuell über die Wählscheibe des Telefons.

Bauartbedingt waren Akustikkoppler sehr störanfällig gegenüber externen Geräuschen. Die Datenübertragungsraten lagen i.d.R. nur zwischen 300 bis zu 2.400 Bit/s (ca. 30 – 240 Byte/s). Der vermutlich bekannteste Koppler war das Dataphon s21/23d.

8. Modem

US Robotics Courier v34Nach den Akustikkopplern wurden Modems mit elektrischen Anschluss an das Telefonnetz zur Datenübertragung eingesetzt. Durch den direkten Anschluss an die Telefonleitung stand der Frequenzbereich von 300 Hz bis 3400 Hz zur Verfügung (an einer digitalen Vermittlungsstelle sogar 0 bis 4000 Hz) und sie konnten bis zu 56 kbit/s (ca. 5,5 KByte/s) im Download und ca. 40 kbit/s im Upload übertragen. Die Geräte wurden ca. Mitte der 80er bis Ende der 90er Jahre eingesetzt.

Bilder: Polaroid (Wikimedia, Andrew Butitta), Schallplatte (Wikimedia, Ramon Vasconcellos), Videokassette (Wikimedia, KMJ), Compactcassette (Wikimedia, Thegreenj), Modem (Wikimedia, Bortzmeyer), Akustikkoppler (Jürgen Klöpper)

Vor 30 Jahren: Der erste Computervirus für MS-DOS verbreitet sich

Der erste Computervirus für das Betriebssystem MS-DOS wurde im Januar 1986 geschrieben und trägt den Namen “(c)Brain” (auch bekannt unter den Namen Lahore, Pakistani, Pakistani Brain, Brain-A und UIUC). Damit gilt er als erster Computervirus für PCs.

Technisch handelt sich um einen Boot-Sektor Virus, der mit dem Dateisystem FAT formatierte Disketten befällt. Er verschiebt den ursprünglichen Boot-Sektor in einen anderen Sektor und setzt sich selbst Boot-Sektor ein. Infizierte Disketten enthalten im Boot-Sektor folgenden Text:

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Brain & Amjads (pvt) Ltd VIRUS_SHOE RECORD V9.0 Dedicated to the dynamic memories of millions of viruses who are no longer with us today – Thanks GOODNESS!! BEWARE OF THE er..VIRUS : this program is catching program follows after these messages….$#@%$@!!

Verglichen mit heutigen Viren, waren die Auswirkungen einer Infektion gering: Der Virus belegte knapp sieben KByte Hauptspeicher und das Diskettenlaufwerk wurde verlangsamt. Der Virus war auch so geschrieben, dass Festplatten korrekt erkannt und nicht infiziert wurden, was andere Viren später nicht taten und auch Daten auf Festplatten zerstörten. So wurde der Virus oft erst gar nicht bemerkt.

Entwickelt wurde der Virus von den beiden Brüdern Basit Farooq Alvi und Amjad Farooq Alvi aus Chahmiran, Lahore, Pakistan. Angeblich um ihre medizinische Software so vor Urheberrechtsverletzungen zu schützen. Der Virus gab außer einer Nachricht, auch die Adresse der Brüder mit drei Telefonnummern aus, an die man sich Zwecks Entfernung des Virus wenden sollte.

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Basit * Amjad (pvt) Ltd. BRAIN COMPUTER SERVICES 730 NIZAM BLOCK ALLAMA IQBAL TOWN LAHORE-PAKISTAN PHONE: 430791,443248,280530. Beware of this VIRUS…. Contact us for vaccination…

Da die Brüder sehr viele Anrufe erhielten, kündigten sie schließlich ihren Telefonanschluss und erklärten ohne böse Absicht gehandelt zu haben. Gerüchten zufolge wollten sie mit dieser Aktion für ihre Firma werben.

Bild: Brain Virus, Wikimedia, CC-BY-SA, Avinash Meetoo

200 Disketten des Star Trek Erfinders Gene Roddenberry gerettet

Gene Roddenberry (Foto: dritter von rechts) ist jedem SciFi-Fan ein Begriff. Als Erfinder des Star-Trek Universums gehört er zu den ganz großen Namen in diesem Genre. Nun konnten über 200 5 ¼”-Disketten, die noch unter dem Betriebssystem CP/M erstellt wurden, des bereits am 24. Oktober 1991 verstorbenen Autoren und Produzenten ausgelesen und so ihr Inhalt vor dem digitalen Verfall gerettet.

Bereits am vergangenen Montag berichtete die auf Datenrettung spezialisierte Firma DriveSavers, dass es ihr gelungen sei über 200 5 ¼”-Disketten aus dem Nachlass des Star Trek Erfinders Gene Roddenberry auszulesen.

Die Rettung der Daten von den über 30 Jahre alten Datenträgern war aber alles andere als einfach. Drei Monate brauchte DriveSavers für das jetzt vorliegende Ergebnis, u.a. auch deshalb, weil sie eine Software erstellen mussten, mit der sie auf die Informationen der Disketten zuzugreifen konnten. Die Daten wurden in den 1980ern auf 5 ¼”-Disketten mit je 160 KByte pro Datenträger im damals populären Format CP/M, einem Diskettenformat ähnlich dem heute bekannteren MS-DOS, geschrieben. Handbücher für den Computer oder andere technische Dokumentation standen nicht mehr zur Verfügung, so dass die Techniker das verwendete Format auch erst einmal noch analysieren mussten, denn es gab zahlreiche zueinander inkompatible CP/M Diskettenformate.

Es stellt sich nun die Frage, was überhaupt auf den Disketten gespeichert ist? Mike Cobb, der technische Direktor von DriveSavers, bestätigt derzeit nur, dass zahlreiche Dokumente gefunden worden seien. Die Nachlassverwalter schweigen ebenfalls noch zu den Funden, es sollen aber Informationen darüber schon in absehbarer Zeit veröffentlicht werden. Aktuell gibt es Spekulationen über unbekannte Star Trek Folgen und nie verwirklichten Serienentwürfe.

Dieser Fund zeigt wieder einmal, wie wichtig digitale Archive sind, wie z.B. das Internet Archive oder die zahlreichen Seiten von Sammlern und Computerhistorikern, die historische Daten konservieren. Das Internet Archiv besitzt z.B. eine eigene Sektion, die sich mit ausgewählter historischer Software beschäftigt. Dort können über 30 Jahre alte Programme mit Hilfe eines Emulators ausprobiert werden, wie z.B. das 1979 erschienene Akalabeth, das eines der ersten Rollenspiele darstellt (mehr dazu in diesem Beitrag).

Foto: Gene Roddenberry (1976), NASA

Vor 40 Jahren: Bill Gates offener Brief an Hobbyisten

Im Januar 1976 schrieb Bill Gates, der Gründer von Microsoft, einen offenen Brief an alle Hobby-Computeranwender, der in mehreren Magazinen abgedruckt wurde. In diesem Brief wirft Gates den Hobbyisten vor, dass die meisten von ihnen Softwarediebe seien. Sie gingen davon aus, dass Software einfach weitergegeben werden dürfe und nur für Hardware bezahlt werden müsse. Es müsse für professionelle Software zur Deckung der Kosten für die Entwicklung grundsätzlich gezahlt werden.

Entstanden ist der Brief aus Frust über die schlechten Verkaufszahlen von Altair BASIC. Gates schreibt, dass die Entwicklung bisher 40.000 US-Dollar betragen habe, sie sehr viel Lob für ihre Entwicklung bekämen, aber nur 10% der Altair Benutzer BASIC auch gekauft haben. Dieses ergäbe einen Stundenlohn von weniger als 2 US-Dollar für dessen Entwicklung. Er führt weiter aus, dass Entwickler entmutigt werden würden, Zeit und Geld in die Entwicklung professioneller Software zu stecken, da man sie um ihr Honorar betrüge.

February 3, 1976
An Open Letter To Hobbyists

To me, the most critical thing in the hobby market right now is the lack of good software courses, books and software itself. Without good software and an owner who understands programming, a hobby computer is wasted. Will quality software be written for the hobby market?

Almost a year ago, Paul Allen and myself, expecting the hobby market to expand, hired Monte Davidoff and developed Altair BASIC. Though the initial work took only two months, the three of us have spent most of the last year documenting, improving and adding features to BASIC. Now we have 4K, 8K, EXTENDED, ROM and DISK BASIC. The value of the computer time we have used exceeds $40,000.

The feedback we have gotten from the hundreds of people who say they are using BASIC has all been positive. Two surprising things are apparent, however, 1) Most of these “users” never bought BASIC (less than 10% of all Altair owners have bought BASIC), and 2) The amount of royalties we have received from sales to hobbyists makes the time spent on Altair BASIC worth less than $2 an hour.

Why is this? As the majority of hobbyists must be aware, most of you steal your software. Hardware must be paid for, but software is something to share. Who cares if the people who worked on it get paid?

Is this fair? One thing you don’t do by stealing software is get back at MITS for some problem you may have had. MITS doesn’t make money selling software. The royalty paid to us, the manual, the tape and the overhead make it a break-even operation. One thing you do do is prevent good software from being written. Who can afford to do professional work for nothing? What hobbyist can put 3-man years into programming, finding all bugs, documenting his product and distribute for free? The fact is, no one besides us has invested a lot of money in hobby software. We have written 6800 BASIC, and are writing 8080 APL and 6800 APL, but there is very little incentive to make this software available to hobbyists. Most directly, the thing you do is theft.

What about the guys who re-sell Altair BASIC, aren’t they making money on hobby software? Yes, but those who have been reported to us may lose in the end. They are the ones who give hobbyists a bad name, and should be kicked out of any club meeting they show up at.

I would appreciate letters from any one who wants to pay up, or has a suggestion or comment. Just write to me at 1180 Alvarado SE, #114, Albuquerque, New Mexico, 87108. Nothing would please me more than being able to hire ten programmers and deluge the hobby market with good software.

Bill Gates

General Partner, Micro-Soft

Bild: Homebrew Computer Club Newsletter Volume 2, Issue 1, January 31, 1976.

MAME/MESS 0.169 veröffentlicht

Heute wurden eine neue Version des MAME (Multiple Arcade Machine Emulator) / MESS (Multiple Emulator Super System) veröffentlicht.

Auf der MAME Homepage stehen wie immer die Binaries zum Download bereit.

Active Sets 35814
·Parents 4978
·Clones 22276
·Others 8491
·BIOS 69

Active ROMs 245403
·Parents 43839
·Clones 148937
·Others 47126
·bad dumps 1881
·no dumps 3270
·verified dumps 0
·BIOS 350

Active CHDs 866
·Parents 99
·Clones 145
·Others 315
·bad dumps 174
·no dumps 132
·verified dumps 0
·BIOS 1

Active Samples 15566
·Parents 744
·Clones 14566

Active Bytes 181gb