Atomraketen-Steuercomputer nutzt 8-Zoll Floppys

IBM Series/1, GAO-16-468Floppy Disks sind heute (fast) verschwunden, nur vereinzelt findet man noch 3,5″ Disketten. Umso erstaunlicher, dass ein Relikt aus den 1970er Jahren, die 8″ Floppy Disk, heute noch eingesetzt wird: Als Datenspeicher an einem IBM Series/1 Computer, der zur „Koordination der Betriebsfunktionen“ der Atomstreitkräfte inklusive der Interkontinental-Raketen eingesetzt wird.

Jetzt ist das United States Government Accountability Office (GAO), eine Behörde vergleichbar mit dem Bundesrechnungshof, darauf aufmerksam geworden und kritisiert in einem Bericht den Einsatz überalterter Technik in Bundesbehörden mit diesem Rechner als Beispiel.

Links und Bildquelle: Federal Agencies Need to Address Aging Legacy Systems: GAO-16-468 & GAO-16-696T

SIDFX: SID-Umschalter für C64 und C128

Mit dem Adaptersockel SIDFX können zwei unterschiedliche SID Sound-Chips in einem C64, C128, SX64 und auch anderen Geräten, wie der SIDStation, betrieben werden. Damit ist SIDFX nicht nur für Retro-Gamer interessant, sondern insbesondere auch für Chiptunes-Musiker, die einen „alten“ 6581 und dessen Nachfolger 8580 (bzw. 6582) einsetzen möchten.

Schon zu Zeiten des C64 war der SID bei Musikern aufgrund seiner Vielseitigkeit sehr beliebt. Für jeden seiner drei digitalen Oszillatoren kann jeweils eine von vier Wellenformen ausgewählt werden. Die Lautstärke der Oszillatoren kann dabei durch je einen Hüllkurvengenerator beeinflusst werden. Die drei Kanäle werden schließlich durch einen gemeinsamen analogen Multimodefilter gefiltert.

Allerdings klingen nicht nur die beiden Versionen des SID unterschiedlich, sondern auch die älteren SID können aufgrund der Tatsache, dass seine Filter nicht der Spezifikation entsprechen, unterschiedlich klingen. Grund genug für einen Chiptunes-Musiker mehrere SID-Chips einzusetzen. Der 6581 hatte auch eine Eigenart, die es erlaubte eine vierte Stimme auf die am Ausgang vorhandene Pegelabweichung des Chips durch schnelle Lautstärkeänderungen aufzumodulieren. Da dieses Verhalten am 8580 nicht auftritt, fehlt ohne Hardwaremodifikation u.U. diese Stimme.

Entweder kann per Schalter die Nutzung eines bestimmten SID erzwungen werden oder der Adapter wählt im Auto-Mode automatisch den geeigneten Chip aus. Der Adapter soll zwar erst im Oktober zum Preis von knapp 80 EUR verfügbar sein, Vorbestellungen werden aber schon jetzt entgegengenommen.

Bild: Project SIDFX

Hardware der Firma Roßmöller GmbH gesucht

Anfang der 1980er Jahre gab Martin Roßmöller sein Studium auf und eröffnete in Bonn ein Computergeschäft. Hier begann er Hard- und Software für die damals verbreiteten Heimcomputer zu entwickeln. Ende der 1980er Jahre verlegte er den Firmensitz nach Meckenheim und unter dem Firmennamen Roßmöller Handshake GmbH entwickelten dann bereits zehn Mitarbeiter allerlei Peripherie und Software.

Bekannt ist Roßmöller u.a. durch Turbo Access, einem Schnell-Lader für den Commodore 64 und die Floppy 1541, der die Ladezeiten um das ca. 20-fache der normalen Geschwindigkeit beschleunigte. Turbo Access kam 1984 auf den Markt und war der Vorgänger von „Turbo Trans“.

Weitere Hardware, die von Roßmöller entwickelt wurde, war TurboProcess, TurboTrans, Turbo-Set, Ross-Drive, Turbo-CP/M, IEC-Parallel, The Final Profi Cartridge,Speed-Control/-Display, Kompakt 64, Master-Modul, TurboDisk, TurboDrive, TurboDOS, Manager 64, Protect 6526, Flash 8 uvm.

Martin Roßmöller ist inzwischen verstorben. Seine Frau Brigit ist derzeit auf der Suche nach ehemaligen Entwicklungen der Firma Roßmöller, um diese als Gedenken an ihren verstorbenen Mann auszustellen.

Wer mit Hard- und Software weiterhelfen kann, kann sich über das Kontaktformular bei mir melden, ich stelle dann den Kontakt zu Frau Birgit Roßmöller her.

TV-Tipp im WDR: Der Computerkönig aus Paderborn – Heinz Nixdorf

Am Freitag, den 29.04.2016 um 20:15 Uhr, zeigt das WDR eine Dokumentation über Heinz Nixdorf – einen zu Unrecht fast vergessenen Computerpionier aus NRW.

Nixdorf bastelte in Kellerlaboren und Garagen an seiner revolutionären Idee: ein Computer für jedes Büro. Die Rechner sollten in die Schreibtischschublade passen. Damit machte er sogar IBM Konkurrenz, deren Großrechner ganze Räume füllten. Schließlich führte er ein Weltunternehmen in der Provinz – und Steve Jobs, damals noch ein unbekannter Hippie aus dem Silicon Valley, klopfte bei dem Ostwestfalen an. Ein Moment, der über die Zukunft von Nixdorfs Unternehmen entscheiden sollte.

Mehr Infos und ein Kurzvideo gibt es exklusiv auf der Webseite des WDR.

Quelle und Bild: WDR

Retro: Die ersten Kopierschutzverfahren

Raubkopien sind kein neues Phänomen, sondern es gibt sie schon, seitdem Software geschrieben wird. Geht es heute meist darum, Informationen und Software mit DRM (Digital Rights Management) zu schützen, waren die Kopierschutztechniken in den 1980er sehr viel einfacher aufgebaut, wenngleich auch kreativer.

Software zu kopieren, ohne dass man die Rechte dazu besitzt, war auch schon in den 1980er nicht erlaubt. Es drohten schon damals empfindliche Geldstrafen, die aber praktisch niemanden wirklich abgeschreckten. So lieferten sich die Piraten und die Softwareindustrie bereits vor 30 Jahren einen Wettlauf: Die Hersteller mit dem Wunsch ihre Software gegen Piraterie zu schützen, auf der einen, und die Piraten, die die Software kopieren wollten, auf der anderen Seite.

Magna C20 KassetteAnfang der 1980er wurden viele Spiele auf normalen Kassetten ausgeliefert. Die Programme konnten sehr leicht kopiert werden. Mit Hilfe eines Doppelkassettendecks konnten Spiele in nur wenigen Minuten kopiert werden, dabei fanden oft gleich einige Spiele Platz auf einer einzigen C90 Kassette. Es gab sogar C10, C15 oder C20 Kassetten zu kaufen, die speziell als Datenkassette angeboten wurden. Grund genug für die Softwareindustrie ihre Software gegen das Kopieren zu schützen.

Handbücher

Dieser Schutz war recht verbreitet, auch wenn er sehr leicht zu umgehen war. War das Spiel geladen, fragte es nach einem Wort in einem bestimmten Paragraphen auf einer bestimmten Seite des Handbuchs. Tippe man das Wort korrekt ein, konnte man spielen, tat man es nicht, wurde das Programm beendet oder das Programm reagierte anders als erwartet. Einige Spiele ließen sich auch etwas Zeit und fragten erst während des Spielverlaufs nach.

Obwohl der Schutz mit einer Fotokopie leicht umgangen werden konnte, war er doch recht zuverlässig. Scanner waren praktisch nicht existent bzw. unbezahlbar teuer, und auch Fotokopien kosteten sehr viel mehr als heute, so dass sich eine Kopie des Handbuch teilweise kaum lohnte. Profis kopierten aus diesem Grund oft zig Seiten eines Handbuchs auf eine einzige Seite. Spiele, die mit diesem Schutz ausgeliefert wurden, waren u.a. Carrier Command (Microplay) und Formula One Grand Prix (Microprose).

Code-Karten

Jet Set Willy Code CardEinige Spiele wurden mit einer abgewandelten Form des Handbuch Schutzes ausgeliefert. Anstelle nach einem Wort zu fragen, lag eine Code-Karte bei, die den begehrten Zugangscode lieferte.

Jet Set Willy wurde mir einer Farbkarte, die 180 Farbfelder mit je vier Farben enthielt, ausgeliefert. Der Benutzer wurde nach dem Programmstart nach einem Feld gefragt und musste die vier Farben korrekt eingeben. Da in den 1980er Farbkopierer praktisch nicht existierten, war dieser Schutz recht gut. Wollte man ihn umgehen, musste man die Farbkarte abfotografieren ggf. ein Polaroid davon anfertigen oder mit Farbstiften die Karte mühselig per Hand duplizieren.

Sim City

Damit die Code-Karten nicht zu einfach kopiert werden konnten, setzten einige Hersteller auch rotes Papier ein. So lag bei Sim City eine auf rotem Papier gedruckte Code-Karte bei, von der der Spieler die Population von Städten ablesen musste, die durch drei Symbole kodiert wurden. Das rote Papier machte es fast unmöglich diese Karte mit einem normalen Fotokopierer zu kopieren. Es gab aber auch Code-Karten die mit einem sehr schwachen Kontrast gedruckt wurden, wie z.B. glänzend-schwarzer Schrift auf matt-schwarzen Hintergrund bei Worms für den Amiga.

Code-Schablonen

Monkey Island - Dial-a-PirateEine weitere Variante des Handbuch Schutz war die Code-Schablone. Hier musste der Spieler eine Kombination einstellen und den angezeigten Code eingeben. LucasArts verwendete diesen Schutz in seiner Serie Monkey Island. Das in Monkey Island I verwendete „Dial-A-Pirate“ Code-Schablone zeigte das Gesicht eines toten Piraten, nachdem man sein Todesjahr eingestellt hatte. In Monkey Island 2 musste ein Voodoo-Trank gemischt werden, für dessen Zutaten die korrekten Mengen von der Code-Schablone geliefert wurden.

Dieser Schutz konnte aber sehr leicht umgangen werden, entweder kopierte man einfach alle Positionen oder bastelte die Code-Schablone nach.

Mechanische Kopierschutzverfahren (Lenslok)

LenslokLenslok dürfte der am meist gehasste Kopierschutz für den ZX Spectrum (und ein paar wenigen anderen Systemen) gewesen sein. Nachdem Code-Karten und Code-Schablonen keinen wirklich guten Schutz boten, lag ein paar Spielen eine spezielle für das Spiel individuelle optische Linse aus Plastik bei. Diese wurden vor den Bildschirm gehalten, um den dort angezeigten Code entziffern zu können. Das hört sich zwar einfach an, war aber eine u.U. sehr zeitaufwendige Tätigkeit. Zum einen musste das Bild zunächst entsprechend eines Testmusters (ein „H“) justiert werden, oft war der Bildschirm zu groß oder zu klein für die beiliegende Linse, dann musste die Linse korrekt positioniert werden, so dass der Text „OK“ durch die Linse zu sehen war, und letztendlich musste man den angezeigten Code, der in etwas so gut zu lesen war wie heutige Captchas, auch entziffern können.

Elite von Firebird war das erste Programm, welches Lenslok einsetzte, weitere Spiele folgten: ACE (Cascade Games Ltd), The Graphic Adventure Creator (Incentive Software), Jewels of Darkness, The Price of Magik (Level 9 Computing), Moon Cresta (Incentive Software), OCP Art Studio (Rainbird), Supercharge compiler (Digital Precision), Fighter Pilot, Tomahawk, TT Racer (Digital Integration). Möchte man eines dieser Spiele heute per Emulator spielen, kann man den Schutz mit den Lenslok Decoder „Lenskey“ von Simon Owen ins Spiel, der hier heruntergeladen werden kann.

Software basierte Kopierschutzverfahren (Speedlock)

SpeedlockEinen anderen Weg seine Software zu schützen ging Ocean mit Daley Thompson’s Decathlon. Der Schutz beruhte darauf, dass den Tonfolgen beim Laden eines Programms zusätzliche Töne unterschiedlicher Höhe hinzugefügt wurden und die Aufzeichnungsgeschwindigkeit erhöht wurde. Dadurch wurden einfache Kassettenrekorder aus den Tritt gebracht und sie produzierten eine fehlerhafte Kopie oder zumindest eine Kopie, die nicht immer fehlerfrei gelesen werden konnte. Hochwertige Rekorder hatten mit diesem Schutz aber weniger Probleme.

Entwickelt wurde Speedlock von David Looker und David Aubery Jones ca. Ende 1983, es wurde aber erst gegen Ende Oktober 1984 erstmals eingesetzt. Es gab Speedlock in mehreren Varianten, eine davon zeigte z.B. einen zusätzlichen Countdown-Timer an, so sah man, wie lange man noch warten musste. Spiele, die Speedlock einsetzten, waren u.a. Knight Lore, Underwurlde (Ultimate Play the Game) und Beach Head (Ocean).

Es gab aber einige weitere Verfahren, die ebenfalls auf eigene Laderoutinen setzten: Bleepload (eingesetzt von Firebird ab 1987, z.B. in Bubble Bobble), Mikro-Gen Loader (eingesetzt ab Mitte 1984 in fast allen Mikro-Gen Spielen, zu erkennen an den schwarz-weißen Ladestreifen), Powerload (eingesetzt ab 1984 von Incentive Software und ein paar weiteren wie Beyond, und Ariolasoft, zu erkennen daran, dass die Bildschirmattribute von rechte nach links und von unten nach oben geladen werden), Search Loader (geschrieben von Steve Marsden und recht selten eingesetzt, z.B. bei Technician Ted, zu erkennen an einem Countdown-Timer mit zusätzlicher animierter Grafik).

Hardware basierte Kopierschutzverfahren (Dongles)

Anfang der 1980er tauchten auch die ersten Dongles auf. Hier setzten Hersteller auf spezielle Hardware, die an den Druckeranschluss, der seriellen Schnittstelle oder den Joystick-Ports angeschlossen wurden.

Wordcraft DongleDas erste Programm, das einen Dongle einsetzte, war Wordcraft für den Commodore PET im Jahr 1980. Angeschlossen wurde dieser an den externen Kassettenanschluss. Robocop 3 für den Amiga setzte ebenfalls auf einen Dongle, der aber an den Joystick-Port angeschlossen wurde. Fehlte der Dongle, konnte man das Spiel nicht spielen.

Aber auch Dongles waren schnell geknackt. Meistens wurde die Abfrage einfach aus dem Programm entfernt, in den meisten Fällen reichte es ein paar Bytes zu patchen.

Bild des Tages: Welcher Typ von Mann besitzt einen eigenen Computer?

Sie möchten einen Computer besitzen? Sind sie der richtige Typ dafür? Apple versuchte 1978 in seiner Werbung diese Frage zu klären, zu einer Zeit, in der ein eigener Computer noch wirklich etwas sehr seltenes war:

Rather revolutionary, the idea of owning your own computer? Not if you’re a diplomat, printer, scientist, inventor… or a kite designer. Today there’s Apple Computer. It’s designed to be a personal computer. To uncomplicate your life. And make you more effective. It’s a wise man who owns an Apple.

Bild: Apple Computer