Buchempfehlung: CoCo – The Colorful History of Tandy’s Underdog Computer

Das Buch CoCo: The Colorful History of Tandy’s Underdog Computer von Boisy G. Pitre startet mit der Gründung der Hinckley-Tandy Leather Company in Fort Worth, Texas, und beschreibt zunächst dessen Wandel in ein Technologieunternehmen. Der eigentliche Schwerpunkt liegt aber auf dem Color Computer (CoCo) und dessen Entstehungsgeschichte.

Das Buch enthält einige interessante Hintergrundgeschichten über die Personen, die hinter diesem Computer standen, und wie dieser schließlich in die RadioShack Läden gelangte. Für ehemalige Besitzer eines CoCo ist das Buch ein Muss, aber ich kann es grundsätzlich allen Fans von Heimcomputern empfehlen.

Mehr über Tandy und den Color Computer gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Boisy G. Pitre

30 Jahre Commodore Amiga

Heute vor 30 Jahren, am 23. Juli 1985, wurde das erste Amiga-Modell, welches als Amiga 1000 auf den Markt kam, im Rahmen einer großen Show mit den Gaststars Andy Warhol und Deborah Harry in New York vorgestellt.

Die Entwickler demonstrierten die herausragenden grafischen Fähigkeiten und den Vierkanal-Sample-Sound, die den Amiga von seinen damaligen Konkurrenten (Atari ST und Apple Mac) abhob. Auch das präemptive Multitasking wurde bei den Konkurrenten erst später eingeführt.

Mehr zur Geschichte des Amiga und der Firma Commodore gibt es in diesem Beitrag.

Apple IIgs System 6.0.2 veröffentlicht

Am vergangenen Wochenende erschien nach 22 Jahren ein lang erwartetes Update für den Apple IIgs. Das Apple IIgs System 6.0.2 wurde aber nicht von Apple selbst entwickelt, sondern von dem amerikanischen Apple-Club Apple Pugetsound Program Library Exchange (A.P.P.L.E.), und behebt gleich mehrere Fehler (Auszug von der A.P.P.L.E. Website):

  • Finder (see also Finder Help)
    The list is FSTs now includes the RDOS 3.3 name.
    You can navigate through the folders hierarchy with ‘Command-Up Arrow’.
  • Drivers
    The Ethertalk driver is now included. This is the driver for the unreleased Ethernet for Appletalk card.
  • File System Translators (FSTs)
    The HFS.FST bug is removed. Your HFS disks are now safe!
    Some bugs from the PASCAL.FST were removed.
    The DOS33.FST has been corrected.
  • Tools
    The Animation tool (tool037) is now included. It allows fast animation on the Apple IIgs.
    The TextEdit bug when more than 1024 styles were used is fixed.
    The Font Manager bug is now squashed.
    Some bugs in the Window Manager were removed.
    QuickerGraph that accelerates some drawing routines is now included. This program is unfinished and your system may become unstable if you install it.

Der Club bietet das System als 2mg- und PO-Diskettenimage zum Download an. In einem Monat soll schon das System 6.0.3 erscheinen, welches noch einige Fehler im Update selbst beheben soll.

Bild: A.P.P.L.E.

Güstiges USB-Gamepad für RetroPie/RetroArch

Wer RetroPie/RetroArch oder einen anderen Emulator einsetzt, steht früher oder später vor dem Problem, dass mit einer PC-Tastatur kein richtiges Retrofeeling aufkommen will. Nach mehreren Fehlversuchen mit günstigen Gamepads, entdeckte ich das USB-Gamepad von Buffalo, das auf Amazon für teilweise unter 12 EUR zu bekommen ist. Der solide verarbeitete Controller entspricht optisch einem originalem SNES-Controller. Das Steuerkreuz spricht sehr gut an und ermöglicht ein genaues Steuern und auch alle Knöpfe reagieren exakt. Für Retro-Spieler eine klare Empfehlung!

Nintendo-Chef Satoru Iwata ist tot

Nintendos Chef, Satoru Iwata, verstarb am Samstag im Alter von 55 Jahren an Krebs. Der Konzernchef war vor einem Jahr an einem Tumor operiert worden.

Iwata war dreizehn Jahre lang Präsident von Nintendo und war der erste Präsident, der nicht zur Nintendo-Gründerfamilie Yamauchi gehörte. In dieser Zeit wurden das Nintendo DS und die Wii-Konsole veröffentlicht, wobei letztere zu seinem größten Erfolg wurde. Die Wii-Kosolen verkauften sich sogar besser als die technisch überlegenen Playstation und Xbox 360. Allerdings waren die Unternehmenszahlen zuletzt nicht mehr positiv. Sony und Microsoft, Nintendos ärgste Konkurrenten, hatten das Unternehmen überholt. Erst Ende Mai konnte Nintendo bekannt geben, dass sie nach über drei Jahren wieder einen Gewinn von 310 Millionen Euro eingefahren haben. Im Jahr zuvor stand noch ein Verlust von über 150 Millionen Euro in den Büchern.

Nintendo wird jetzt gemeinsam von den beiden anderen Direktoren, Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda, geleitet.

Mehr über Nintendo und dessen Gründung gibt es in diesem Beitrag. Wer mehr über Nintendos wichtigste Figur, Mario, erfahren möchte, der sollte diesen Beitrag lesen.

Bild: Flickr, CC-BY-2.0, Official GDC 2011

Noch einen alten Computer im Keller?

Auch heute lagern in etlichen Kellern noch der eine oder andere Computer, der spätestens bei einem Umzug oder mein Aufräumen wieder ans Tageslicht kommt. Heute brachte mir ein Leser aus Wuppertal mehrere C64, einen Amiga und einen Sharp Taschenrechner mit Drucker-Dockingstation vorbei. Vielen Dank noch einmal dafür!

Auch wenn es „nur“ C64 sind, zum Wegwerfen ist jeder alte Computer zu schade. Falls man sich noch nicht von den alten Geräten trennen kann, dann sollte man einige Kleinigkeiten beachten, die ich hier einmal zusammengestellt haben.

  1. Ausgelaufene AkkusEntnehmen sie alle Batterien, Akkus oder Knopfzellen! Nach ein paar Jahren läuft jede galvanische Zelle aus. Die darin enthalten Chemikalien greifen die Platine und Bauteile an und i.d.R. wird das Gerät dadurch zerstört. Ist ein Akku fest mit der Platine verlötet, kneifen sie die Anschlussdrähte lieber durch und entnehmen sie ihn, als ihn im Gerät zu belassen. Legen sie einen Zettel dazu, welcher Akkutyp und Spannung das Gerät benötigt, damit sie das Gerät später wieder in Betrieb nehmen können.
  2. Setzen sie Geräte nie längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung aus! Die alten Kunststoffgehäuse vergilben sehr leicht. So mancher Atari ST, Commodore Amiga oder C64 ist nach nun knapp 30 Jahren nicht mehr beige sondern gelb.
  3. Schmutzige C64Vorsicht bei Verpackungen aus Styropor! Besitzen sie noch die Originalverpackung, dann liegt der Rechner evtl. in einer Halterung aus Styropor. Achten sie darauf, dass keine Stromkabel, Anschlusskabel oder anderes aus weichem PVC längere Zeit an das Styropor stößt. Die Ummantelung enthält Weichmacher, die mit dem Styropor reagieren. Nach ein paar Jahren haben sich die Kabel regelrecht in das Styropor gefressen und dieses klebt regelrecht an den Kabeln. Eine Entfernung vom Kabel ist zwar möglich, aber sehr Zeitaufwändig.
  4. Lagern sie die Geräte trocken! Feuchtigkeit ist fast so schlimm wie eine ausgelaufene Batterie. Pappverpackungen können schimmeln und Metallteile in den Geräten fangen an zu rosten.
  5. Prüfen sie Antriebsriemen und Andruckwalzen! Kassettenrekorder beinhalten oft Gummibänder als Antriebsriemen und das Band selbst wird von Gummiwalzen gehalten. Prüfen sie unbedingt den Zustand von Antriebsriemen und -walzen. Nach 30 Jahren werden diese entweder brüchig (sie zerbröckeln dann regelrecht) oder zerlegen sich in ihre Bestandteile (man findet dann nur noch eine schwarze klebrige Masse vor, die schwer zu entfernen ist).

Staub ist natürlich auch nicht schön und man sollte seine Geräte auch davor schützen. Trotzdem ist Staub noch relativ harmlos und lässt sich i.d.R. mit etwas Fleiß wieder entfernen (siehe Bildstrecke von einem verdreckten Apple IIc).

Beachten sie die obigen Punkte, haben sie evtl. auch in ein paar Jahren noch Spaß an dem alten Schätzchen. Denken sie aber daran, irgendwann ist Schluss: Elektrolyt-Kondensatoren (hauptsächlich in Netzteilen und Monitoren anzufinden) trocken aus und werden dadurch unbrauchbar und in den Halbleiterbauelementen (CPU, Speicher, etc) sind die Sperrschichten irgendwann hin und dieser dadurch zerstört. Da hilft dann auch die beste Lagerung nicht mehr.

Wenn sie noch einen alten Computer aus den 1970/1980ern besitzen und diesen nun in gute Hände geben wollen, würde ich mich sehr freuen, wenn sie mit mir in Kontakt treten würden. Auch Geräte, die optisch nicht mehr schön oder sogar defekt sind, können noch einen Nutzen haben und sei es als Ersatzteilspender, um einem anderen Gerät wieder Leben einzuhauchen.

Tipp: Laser-Sucht

Stage 2 Level 61982 macht die Videospielindustrie dreimal soviel Umsatz wie das Film-Business mit doppelt so vielen Automaten gegenüber 1980. Obwohl es kein Desaster bei den Automatenspielen gibt, wie bei ihren kleinen Brüdern, den Heimvideospielen, brechen die Umsätze 1983 plötzlich ein. Selbst wenn Hits wie Star Wars, TRON und Zaxxon weiterhin für regen Umsatz sorgen, fällt dieser auf 40% und Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 50% der Spielhallen noch in diesem Jahr schließen werden.

Im Juli 1983, genauer gesagt bereits am 1.7.1983, kommt Dragon’s Lair in die Spielhallen. Der Automat verursacht soviel aufsehen, dass die Betreiber teilweise einen Zusatzbildschirm anschließen, damit die Menschenmenge um den Automaten das Spielgeschehen beobachten kann.

Don Bluth, begeistert von der Laser-Disc-Technologie, entwickelt zusammen mit Rick Dyer dieses animationsreiche Action-Spiel. Ungeachtet dessen, dass die Automaten aufgrund der aufwendigen Technik sehr viel teurer sind und damit auch die Spiele, obwohl sie bei unerfahrenen Spielern teilweise nur wenige Sekunden dauern, ist Dragon’s Lair ein Erfolg und der Automat ständig umlagert.

Zum Artikel: Arcade Spiele – Laser-Sucht