Vor 35 Jahren: Das PC/XT Keyboard „Model F“

Im August 1981 erschien zusammen mit dem IBM PC 5150 die PC/XT Tastatur Model F. Genau genommen wurde die Tastatur auch schon beim IBM System/23 eingesetzt, sie wurde aber erst durch den IBM PC 5150 richtig bekannt.

Von der Tastatur gab es mehrere Varianten: Das Model F (XT) mit 83 Tasten und einem XT-Anschluss wurde an dem IBM PC 5150, das Model F (AT) mit 84 Tasten und einem AT-Anschluss wurde an dem IBM PC 5170 verwendet. Des Weiteren gab es Varianten mit 50 (IBM 4704), 62 (IBM 4704), 104 (IBM 5085), 107 (IBM 4704) und 122 (IBM PC 3270) Tasten.

Die Tastatur war haltbarer als IBMs vorherige Tastaturen, die einen Federmechanismus einsetzten, der sehr anfällig gegen Ablagerungen war. Allerdings war auch das Model F anfällig gegen Korrosion und der verwendete Schaumstoff konnte mit dem Alter faulen.

Im April 1986 erschien mit dem Model M ein kostenreduzierter Nachfolger.

 

Sehr seltener Apple I wird versteigert

Über die Rekordpreise, die Apple I Computer auf Auktionen erzielen, habe ich schon mehrfach berichtet. Im Juni 2012 wurde ein Apple I für US$ 374.500 verkauft, ein weiterer im Dezember 2012 für US$ 640.000, dann im Mai 2013 einer für US$ 671.400, im Juni 2013 für (nur) US$ 388.000 und zuletzt im Oktober 2014 für US$ 905.000.

Jetzt versteigert Charitybuzz in einer bis zum 25. August laufenden Auktion einen extrem seltenen Apple I. Es handelt sich um eine Mischung aus Entwicklungs- und Seriengerät: Der Apple I besitzt noch gelbe Stecksockel für die Transistoren und es wurden auf der Rückseite einige Drähte verlötet, die beim Seriengerät nicht vorhanden sind. Es besitzt schon die grüne Platine der Serienproduktion und nicht mehr die „blanke“ Platine, auf der die Bauteile noch händisch verlötet wurden.

Aktuell steht der Verkaufspreis bei US$ 270.000. Die Auktion läuft aber auch noch 25 Tage…

Mehr zum Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Charitybuzz

Nintendo Classic Mini: Neuauflage des 8-Bit Klassikers mit 30 Spielen

Viele Retro-Computerspieler besitzen heute noch eine NES Konsole, auf der so unvergessliche Spiele wie Super Mario, Kirby oder Donkey Kong liefen. Die Konsole kam in Japan 1983 zunächst als Famicom (Family Computer), dann in einer überarbeiteten Version in den USA als NES (Nintendo Entertainment System) auf den Markt kam und wurde über die Jahre hinweg zu einem echten Klassiker.

Ab dem 11. November 2016 wird eine verkleinerte Version des NES – das Nintendo Classic Mini – mit 30 eingebauten Spielen erhältlich sein. In den USA wird die Konsole 60 US-Dollar kosten, einige Online-Shops erlauben es bereits die Konsole für ca. 70 EUR vorzubestellen. Im Preis enthalten ist ein Controller, der vom Aussehen her einem alten NES-Controller entspricht. Ein einzelner Controller soll 10 US-Dollar kosten. Mit diesen Controllern können die klassischen Spiele auch auf der Wii gespielt werden.

Die Konsole wird per HDMI an den Fernseher angeschlossen und wird per USB-Kabel mit Strom versorgt. Entsprechende Kabel liegen dem Gerät bei, ein USB-Netzteil fehlt allerdings.

Folgende Spiele sind fest eingebaut:

Balloon Fight Bubble Bobble Castlevania™
Castlevania II: Simon’s Quest™ Donkey Kong Donkey Kong Jr.
Double Dragon II: The Revenge Dr. Mario Excitebike
Final Fantasy® Galaga™ Ghost‘n Goblins™
Gradius™ Ice Climber Kid Icarus
Kirby’s Adventure Mario Bros. Mega Man™ 2
Metroid NINJA GAIDEN® Pac-Man™
Punch-Out!! Featuring Mr. Dream StarTropics Super C™
Super Mario Bros. Super Mario Bros. 2 Super Mario Bros. 3
Tecmo Bowl™ The Legend of Zelda Zelda II: The Adventure of Link

Leider verfügt die Konsole über keine Cartridge- oder USB-Schnittstelle, so dass mehr als die 30 mitgelieferten Spiele zunächst nicht für die Konsole verfügbar sind.

Bild: Nintendo

Bild des Tages: Der Addiator Duplex

Der im Bild gezeigte „Addiator“ ist ein Zahlenschieber, ein einfaches mechanisches Rechengerät zur Additionen und Subtraktionen von Zahlen. In dem flachen Gehäuse befinden sich parallel verschiebbare Stäbe, von denen jeder für eine Stelle verwendet wird. Möchte man eine Zahl addieren, so zieht man den Stab um entsprechend viele Positionen nach unten oder oben. In welche Richtung geschoben werden muss, verrät die Farbe des Felds: Ist das Feld rot, steht ein Übertrag an und der Stab muss nach oben geschoben werden, ansonsten schiebt man den Stab nach unten.

Die ersten Zahlenschieber gab es schon im 16. Jahrhundert, aber erst 1847 wurde er durch hinzufügen eines halbautomatischen Zehnerübertrags durch den Deutschen Hermann Kummer vervollständigt. Diese Art von Zahlenschieber wurden bis in die 1980er gebaut, bis sie allmählich vom Taschenrechner abgelöst wurden. Der im Bild dargestellte „Addiator“ gehört zu den bekanntesten Marken in Deutschland.

Vor 40 Jahren: Apple beginnt den Apple I zu verkaufen

Schon 1975 wollte Steve Wozniak einen eigenen Heimcomputer am Homebrew Computer Club in Palo Alto entwickeln. Zuerst schaute er sich den Intel 8080 (das Herz des MITS Altair) an. Aber der Preis von $179 war viel zu hoch. Auch eine andere Alternative, der Motorola 6800, war zu teuer. Er und sein Freund Allen Baum entdeckten aber noch einen anderen Chip, der fast gleichwertig mit dem 6800 war, aber anstelle der $175 nur $25 kostete: Der 6502 von MOS Technology.

Wozniak entschied sich für den 6502 und schrieb einen BASIC Interpreter für diesen Chip. Als er den Interpreter endlich fertig stellt, begann er damit den Rechner zu entwerfen, auf dem der Interpreter laufen sollte. Bis auf ein paar Änderungen im Timing, konnte er die Hardware verwenden, die er zuvor schon auf Papier für den 6800 entworfen hatte.

Der gesamte Rechner befand sich auf einer Platine. Wozniak verwendete zwei 256×4 PROM um ein 256 Byte großes Programm, den „Monitor“, zu speichern, das die Tastatur überwachte, wenn der Rechner angeschaltet wurde. Es erlaubte gerade einmal Hex-Codes einzulesen, einen Speicherbereich zu untersuchen und ein Programm zu starten.

Der Rechner stellte keine Grafik und keine Farben dar und gab auch keinen Ton aus. Es gab nur einen einzigen Erweiterungsslot, für den noch keine Hardware existierte. Das Board war ca. 6″ x 8″ groß und verfügte über 40 Chips. Da der Rechner auch BASIC Programme laufen lassen konnte, erregte er bei seiner Vorstellung einiges an Aufmerksamkeit.

Jobs knüpfte Kontakte mit Paul Terrell dem Besitzer eines neuen Computerladens The Byte Shop. Dieser bekundete Interesse an dem neuen Computer, der später als Apple I bekannt wurde, wollte ihn aber nur als vollständiges System verkaufen aber dann gleich 50 Stück bestellen. Nach einigen schlaflosen Nächten, lieferten Jobs und Wozniak die Rechner aus und obwohl diesen ein Netzteil, Tastatur und Monitor fehlen, kaufte Terrell sie wie versprochen. Der Apple I wurde im July 1976 für $666.66 angeboten und bis auf 25 Stück werden 200 Einheiten in einem Zeitraum von 10 Monaten verkauft.

Mehr über Apple und den Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Webtipp: Taschenrechner Museen

Commodore 500EWenn ich mich vor 30 Jahren auf Taschenrechner spezialisiert hätte, wer weiß, wie heute meine Sammlung aussähe – vielleicht so wie bei diesen Sammlern:

early electronic pocket Calculators (eepc) listet über 2500 Taschenrechner mit Bildern auf. Übertroffen wird diese Auflistung vom Museum of Pocket Calculating Devices mit über 4000 Geräten und zusätzlichen technischen Beschreibungen und das auch noch sortiert nach Typen. Weniger Geräte bietet das Old Calculator Web Museum, dafür sieht man diese aber auch zerlegt. Besonders schön sind die Aufnahmen von Kernspeichern und Nixie-Röhren.

Nixie-Röhren? Da war noch etwas… Genau, die Röhrensammlung. Hier werden weit über 10.000 Röhren ausgestellt. Zusätzlich gibt es viele Informationen zu den Vorgängern der Halbleiterbauelemente, wie Transistor, Diode oder LED-Anzeige. Auf jeden Fall gehört diese Website zu meinen Lieblingsseiten, insbesondere deshalb weil die Sammlung mit sehr viel Liebe zum Detail gepflegt wird.

Bild: Commodore 500E, oldcalculatormuseum.com

BBC Tomorrow’s World berichtet über den Prototyp eines Mobiltelefons

1979 startet NTT das erste kommerzielle Handy-Netz in Japan, ganze zwei Jahre bevor in Europa das erste Netzwerk an den Start geht. Michael Rodd stellte in der BBC Sendung Tomorrow’s World am 13. September 1979 einen ersten, in Großbritannien entwickelten, Handy-Prototypen vor.

Video: BBC Tomorrow’s World Archive, YouTube

Auch wenn es in diesem Bericht nicht primär um Heimcomputer oder Videospiele geht, sehenswert ist er auf jeden Fall. Vor allem das Mobiltelefon mit Wählscheibe ist aus heutiger Sicht eine Kuriosität.