Reparatur-Tipps

Hier habe ich einige Tipps zum Thema Reparatur und Reinigung von alten Homecomputern zusammengestellt. Diese Liste ist längst nicht vollständig und einige Tipps sind auch nicht für Laien geeignet. Ich übernehme keine Gewährleistung dafür, dass die hier vorgestellten Tipps auch funktionieren. Auch ist jeder für Schäden (an der Hardware und an sich selbst), die beim Ausprobieren dieser Tipps entstehen, selbst verantwortlich.

In den letzten Wochen habe ich einige Ausstellungsstücke wieder in Betrieb genommen, nachdem sie teilweise 15-20 Jahre gut gelagert waren. Dabei sind wieder typische Alterungsfehler aufgetreten, die ich hier einmal vorstellen möchte.

 

Apple

Apple II und Apple Macintosh LC Netzteile

Die Folienkondensatoren der Schaltnetzteile neigen dazu regelrecht zu „explodieren“ und auch die Hochspannungs-Elektrolytkondensatoren (200-400V) sind meistens defekt (oft zu erkennen, dass diese sich aufgebläht haben oder ausgelaufen sind). Die Kondensatoren können recht einfach gegen neue ausgetauscht werden.

Das Bild zeigt einen Entstörkondensator, den es regelrecht zerrissen hat.

Ein Beispiel für einen defekten Elektrolytkondensator ist auf diesem Bild zu sehen. Normalerweise haben Elkos an der Oberseite Sollbruchstellen, diesen hier hat es aber unten aus den Gehäuse getrieben.
Am besten werden gleich alle Elkos und Folienkondensatoren ausgetauscht (auch als „recapping“ im Elektronikbereich bezeichnet).

Das Bild rechts zeigt das Netzteil eines Basis 108, einem Apple II Clone, dessen Kondensatoren komplett erneuert wurden und so wieder zum Laufen gebracht wurde.

Apple II mit fehlerhafter Zeichendarstellung

Falls ein Apple II fehlerhafte Zeichen anzeigt, kann dieses natürlich an defekten RAM liegen. I.d.R. ist die Darstellung dann aber nicht stabil und die Zeichen ändern sich (auch nach jedem Einschalten).Wenn die Einschaltmeldung prinzipiell erscheint, aber die Zeichendarstellung fehlerhaft ist, sind zwei Gründe sehr wahrscheinlich: Ein defektes Character-ROM (2kx8) oder ein defekter Bus-Treiber (74LS174).

 

VEB Robotron

VEB Robotron Z9001 und KC85 Netzteile

Die Sicherungshalter der Schmelzsicherung ist schon sehr anfällig gegen normale Luftfeuchtigkeit. Über die Jahre sind diese oft so stark korrodiert, dass kein Kontakt mehr vorhanden ist. Der Halter kann aber wieder sauber geschliffen werden oder gegen einen neuen ausgetauscht werden.

Das Bild zeigt die Sicherung und den Sicherungshalter eines Z9001.

 

Acorn

Acorn Atom Video-/TV Signal

Bei vielen Rechnern ist das Bild nach 30 Jahren sehr schlecht. Dieses liegt oft an ausgetrockneten, d.h. defekten, Elkos. Beim Acorn Atom wird das Ausgangssignal des Videochips über einen Hochpassfilter mit einem 22μF-Elko geführt und über eine Darlingtonschaltung mit zwei weiteren Elkos verstärkt. Die Kondensatoren sind sehr leicht zu ersetzen. Gleichzeitig sollten auch noch die Transistoren getauscht werden.

Das Bild zeigt oben in der Mitte die drei getauschten Elkos und Transistoren.

 

Commodore

Commodore PET und CBM

Die 6550 Speicherchips (1k x 4) sind qualitativ so schlecht, dass etliche von diesen Chips auf einmal defekt sein können. Da man diese nicht mehr bekommt (zweite Wahl bringt in diesem Fall aufgrund der schlechten Qualität nicht viel), kommt nur ein Austausch mit gegen einen neuen Speicher infrage. Mit einem entsprechenden Adapter lässt sich ein Commodore PET oder CBM auf bis zu 32 KByte aufrüsten und wahlweise auch noch die fehleranfälligen 6540 ROMs ersetzen.

Das Bild zeigt den Adapter in einem PET 2001 alter Bauart mit 6540/6550 Chips.

Commodore PET

Bleibt nach dem Einschalten der Bildschirm beim PET/CBM alter Bauart (ohne Videocontroller) schwarz und hat man zuvor Netzteil, RAM und CPU getestet, könnte es an einem defekten Bustreiber 74LS244 liegen. Die zwei Chips liegen direkt hinter den 2x 6550 Video-RAM (für den sie zuständig sind.

Bei einem neueren PET neuer Bauart (mit Videocontroller), könnte der 6545 CRTC defekt sein. Diesen kann man durch dem baugleichen 6845, den man heute noch günstig zu kaufen bekommt, ersetzen.

Auf dem rechten Bild ist ein sauberes Videosignal (aufgenommen direkt an der 6 poligen Steckerleiste) zu sehen. Wenn das Videosignal (magenta), Horizontaltakt (gelb, 19-20 kHz) und Vertikaltakt (cyan, 50/60 Hz), sollte der Monitor ein Bild anzeigen. Ist dieses nicht der Fall, liegt der Fehler sehr wahrscheinlich am Monitor selbst. Der „dritte Balken“ im Videosignal sollte „blinkten“, hierbei handelt es sich um den blinkenden Cursor.
Commodore PET Monitor

Beim PET ist auch oft der Monitor defekt. Hier ist es oft schwierig den Fehler zu finden.Dieser Monitor zeigte zunächst nur Streifen an. Nach ca. 3,5 Minuten fing das Bild an zu flimmern und ein paar Sekunden später war es dann da und stabil.Das Bild rechts zeigt den Monitor kurz nach dem Einschalten des Rechners.

Der Fehler lag am Transistor Q1 (ein 2N2369). Er schaltete zwar noch, reagierte aber extrem auf Kältespray. Erst nachdem der Spannungswander Betriebstemperatur hatte (er wurde schon extrem warm), erschien das Bild. Letztendlich wurde der Spannungswandler erneuert und der Q1 wurde gegen einen Ersatztyp BC550 getauscht (der passte leider nicht ganz, so dass der Widerstand R3 noch gegen ein Poti getauscht werden musste).

Da die Platine schon einmal ausgebaut war, wurden noch alle Elkos erneuert, ebenso die Zener Diode CR7 und die Folienkondensatoren C14 und C16. Seit der Reparatur wird das Bild nun direkt stabil angezeigt.

Das Bild rechts zeigt den Monitor in den ca. 10-15 Sekunden bevor das Bild stabil angezeigt wurde.

 

Sinclair

Sinclair ZX80/81, Spectrum und Timex Computer

Bei den Sinclair und Timex Geräten ist die CPU oft nicht mehr in Ordnung. Leider ist diese fest verlötet, so dass der Wechsel mit etwas Aufwand verbunden ist.

Das Bild zeigt eine gesockelte Z80 CPU in einem Sinclair/Timex 2068.

 

EACA

EACA Video Genie I und Dick Smith System 80

Der Videospeicher ist sehr primitiv in TTL-Technik aufgebaut und besteht bei älteren Modellen aus sieben(!) RAMs vom Typ 2102 (1k x 1). Damit kann der Rechner nur Großbuchstaben darstellen. Neuere Modelle setzen auf zwei Chips vom Typ 2114 (1k x 4) und können Groß- und Kleinbuchstaben anzeigen. Da die 2102 Chips nicht mehr zu bekommen sind (bzw. nur zu Wucherpreisen), kann man diese mit etwas Bastelei durch zwei 2114 ersetzen.

Das Bild zeigt einen Versuchsaufbau mit einem 2114 und einem Tri-State-Bustreiber.

 

Elan

Elan Enterprise 64/128

Bei diesem Gerät fehlt häufig die Joystick-Kappe. Wer eine Drehbank zur Verfügung hat kann diese aber leicht ersetzen.

 

Epson

Epson HX-20

Sollten bei einem HX-20 eine oder mehrere Tasten nicht mehr reagieren, liegt dieses in der Regel an einem korrodierten Tastaturkabel. Auf dem Bild rechts sind die sonst silbernen Anschlusskontakte allesamt schwarz angelaufen. Eine Reinigung mit Isopropanol stellte die Funktion wieder her.

 

Sonstiges

Testen von Chips

Sollte es notwendig sein, mehrere Chips zu testen, dann empfehle ich einen ZIF-Sockel einzusetzen. Allerdings sind die Anschlusspins relativ dick und dürfen nicht direkt in den Sockel gedrückt werden (die Federkontakte wären danach garantiert defekt). Nicht im Bild zu sehen ist, dass der ZIF-Sockel in einem weiteren (normalen) Sockel steckt und dann erst eingesetzt wurde.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.