45 Jahre Sinclair ZX81
Der ZX81 wird am 5. März 1981 vorgestellt. Die Hardware wurde von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf £69,95 bzw £49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verfügt wieder über nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird für viele Anwender zum Ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu Störungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abstürzen lässt.
David Tebbutt schreibt ein sehr positives Review über den ZX81 in der Personal Computer World und so wird der ZX81 zum Verkaufsschlager. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones für den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, Bücher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards für den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Großbritanniens führende Bücher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt: WHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft hätten.
Mehr ĂĽber Sinclair und den ZX81 gibt es in diesem Beitrag.
Bild: ZX81, Wikimedia, CC-BY-SA, Evan-Amos
Tipp: Atari steigt auf
In den FuĂźstapfen von Pionieren wie William Higinbotham, Steve Russell und Ralph Baer beginnt Nolan Bushnell eine komplette Unterhaltungsindustrie zu grĂĽnden, die in wenigen Jahren selbst die 80 Jahre alte Filmindustrie in den Schatten stellen wird.
Zum Artikel: Die Steinzeit – Atari steigt auf
MAME/MESS 0.286 veröffentlicht
Heute wurden eine neue Version des MAME (Multiple Arcade Machine Emulator) / MESS (Multiple Emulator Super System) veröffentlicht.
Auf der MAME Homepage stehen wie immer die Binaries zum Download bereit.
Video des Tages: Arbeiten und Leben in der Zukunft (1969)
Wie hat man sich 1969 das Leben und Arbeiten in der Zukunft vorgestellt? In dem kurzen YouTube-Video wird die Vision eines „Internets“ vorgestellt.

„The Internet in 1969“
Wer an Zukunftsvisionen Interesse hat und gerne liest, der sollte sich auch das Buch „Die Welt in 100 Jahren“ ansehen. Wie wir in 100 Jahren leben werden, hat sich auch der Journalist Arthur Brehmer (1858–1923) im Jahre 1910 gefragt, als er zahlreiche Experten seiner Zeit darum bat, ihre Gedanken ĂĽber die Zukunft in einer kurzen Abhandlung niederzuschreiben. Entstanden ist ein Werk (Link: Amazon), das inhaltlich an vielen Stellen aktuelle technische Entwicklungen beschreibt.
Video: YouTube, Errorrop
Tipp: Die MĂĽnzen werden knapp
Nolan Bushnell ist dabei Atari zu verlassen, aber nicht bevor seine Firma den Videospielen letztendlich das Überleben in der Unterhaltungsindustrie sichert. Und Midway/Taito’s Space Invaders ist dabei die gesamte Szene zu revolutionieren.
Zum Artikel: Arcade Spiele – Die MĂĽnzen werden knapp
Vor 80 Jahren: Der ENIAC wird der Ă–ffentlichkeit vorgestellt
Der ENIAC (Electrical Numerical Integrator And Calculator) wurde im Auftrag der US-Armee von J. Presper Eckert und John W. Mauchly an der University of Pennsylvania ab 1942 entwickelt. In der New York Times berichtete dann am 14. Februar 1946 der Reporter T.R. Kennedy jr. ĂĽber den bis dato geheim gehaltenen Computer.
1946 gründeten Eckert und Mauchly die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die später von Remington Rand übernommen wurde. Sie meldeten 1947 ein Patent an, dessen Gültigkeit nach langjährigen Gerichtsverfahren für ungültig erklärt wurde. Mauchly hatte 1941 den Atanasoff-Berry-Computer (ABC) studieren können und sich von diesem für den ENIAC zumindest inspirieren lassen. Dadurch sah das Gericht den ENIAC als abgeleitetes Werk an und der Ruhm für die Erfindung des ersten elektronischen Rechners ging an Atanasoff über.
Nach einem Umzug von Philadelphia nach Aberdeen im Jahre 1947, verrichtete der ENIAC im Ballistic Research Lab seinen Dienst und wurde erst am 2. Oktober 1955 abgeschaltet. Seit November 2014 kann im Field Artillery Museum der US-Army der ENIAC wieder besichtigt werden.
Bild: ENIAC (US Army)
Bild des Tages: Atarisoft mit Werbung im Comic-Stil
1984 produzierte Atarisoft seine Klassiker, wie Pac Man, Centipede und Defender, nicht nur fĂĽr die eigenen Systeme, sondern auch fĂĽr Apple, IBM, TI, Commodore und Colecovision und bewarb diese in ganzseitigen Anzeigen im Comic-Stil.
Bild: Atarisoft
Vor 50 Jahren: Bill Gates offener Brief an Hobbyisten
Im Februar 1976 schrieb Bill Gates, der Gründer von Microsoft, einen offenen Brief an alle Hobby-Computeranwender, der in mehreren Magazinen abgedruckt wurde. In diesem Brief wirft Gates den Hobbyisten vor, dass die meisten von ihnen Softwarediebe seien. Sie gingen davon aus, dass Software einfach weitergegeben werden dürfe und nur für Hardware bezahlt werden müsse. Es müsse für professionelle Software zur Deckung der Kosten für die Entwicklung grundsätzlich gezahlt werden.
Entstanden ist der Brief aus Frust über die schlechten Verkaufszahlen von Altair BASIC. Gates schreibt, dass die Entwicklung bisher 40.000 US-Dollar betragen habe, sie sehr viel Lob für ihre Entwicklung bekämen, aber nur 10% der Altair Benutzer BASIC auch gekauft haben. Dieses ergäbe einen Stundenlohn von weniger als 2 US-Dollar für dessen Entwicklung. Er führt weiter aus, dass Entwickler entmutigt werden würden, Zeit und Geld in die Entwicklung professioneller Software zu stecken, da man sie um ihr Honorar betrüge.
February 3, 1976
An Open Letter To HobbyistsTo me, the most critical thing in the hobby market right now is the lack of good software courses, books and software itself. Without good software and an owner who understands programming, a hobby computer is wasted. Will quality software be written for the hobby market?
Almost a year ago, Paul Allen and myself, expecting the hobby market to expand, hired Monte Davidoff and developed Altair BASIC. Though the initial work took only two months, the three of us have spent most of the last year documenting, improving and adding features to BASIC. Now we have 4K, 8K, EXTENDED, ROM and DISK BASIC. The value of the computer time we have used exceeds $40,000.
The feedback we have gotten from the hundreds of people who say they are using BASIC has all been positive. Two surprising things are apparent, however, 1) Most of these „users“ never bought BASIC (less than 10% of all Altair owners have bought BASIC), and 2) The amount of royalties we have received from sales to hobbyists makes the time spent on Altair BASIC worth less than $2 an hour.
Why is this? As the majority of hobbyists must be aware, most of you steal your software. Hardware must be paid for, but software is something to share. Who cares if the people who worked on it get paid?
Is this fair? One thing you don’t do by stealing software is get back at MITS for some problem you may have had. MITS doesn’t make money selling software. The royalty paid to us, the manual, the tape and the overhead make it a break-even operation. One thing you do do is prevent good software from being written. Who can afford to do professional work for nothing? What hobbyist can put 3-man years into programming, finding all bugs, documenting his product and distribute for free? The fact is, no one besides us has invested a lot of money in hobby software. We have written 6800 BASIC, and are writing 8080 APL and 6800 APL, but there is very little incentive to make this software available to hobbyists. Most directly, the thing you do is theft.
What about the guys who re-sell Altair BASIC, aren’t they making money on hobby software? Yes, but those who have been reported to us may lose in the end. They are the ones who give hobbyists a bad name, and should be kicked out of any club meeting they show up at.
I would appreciate letters from any one who wants to pay up, or has a suggestion or comment. Just write to me at 1180 Alvarado SE, #114, Albuquerque, New Mexico, 87108. Nothing would please me more than being able to hire ten programmers and deluge the hobby market with good software.
Bill Gates
General Partner, Micro-Soft
Bild: Homebrew Computer Club Newsletter Volume 2, Issue 1, January 31, 1976.