Speichertester für DRAM Chips für Arduino Mega 2560 (Rev. 4)

Vor drei Monaten stellte ich die Rev. 3 meines Speichertesters für DRAMs vor. Diese benötigte noch ein externes Netzteils um die drei Versorgungsspannungen +12V, +5V und -5V für die 4116 Chips zu erzeugen.

Die Rev. 4 erzeugt die benötigten Versorgungsspannungen nun selbst aus einer Eingangsspannung von ca. 5-12V. Hierzu werden aus der Eingangsspannung zunächst ungefähr 16V und -16V erzeugt, die dann mit Linarreglern auf +12V, +5V und -5V reduziert werden.

Eine weitere Rev. 5 ist bereits in Entwicklung: Diese soll komplett auf den Arduino Mega 2560 verzichten, die gesamte Elektronik auf einer Platine haben und zudem SRAMs und DRAMs gleichermaßen testen können (es entfallen also die zwei separaten Platinen für SRAMs und DRAMs).

Retro: Produkte, die Jugendliche nicht mehr kennen

1. Heimcomputer

Commodore 64Bevor ab den 90ern das PC-Einerlei vorherrschte, gab es ab Ende der 70er viele interessante Computer. Diese Heimcomputer wurden, wie der Name schon suggeriert, hauptsächlich zu Hause verwendet. Sie wurden aber auch häufig in Schulen und teilweise auch in Büros eingesetzt. Als günstige Alternative zu den damals sehr teuren „professionellen“ Geräten (den ersten günstigen IBM PC gab es erst 1983 und kostete ca. 2500 US$) waren sehr günstige Heimcomputer bereits ab ca. 200 DM zu haben (ein voll ausgestatteter C64 kostete trotzdem immerhin knapp 2000 DM).

2. Audio-Kassette

Compact CassetteDie Audio-Kassette – oder genauer Compact Cassette (CC) – wurde 1963 von Philips entwickelt und diente Anfangs nur zur analogen Aufzeichnung und Wiedergabe von Musik. In den 80er Jahren wurden Kassetten auch zur Datenspeicherung von Heimcomputern verwendet. Dazu wurden die digitale Daten in analoge Tonsignale gewandelt, die auf der Kassette aufgezeichnet wurden. Bis in die 90er Jahre waren Kassetten sehr verbreitet: Noch lange nach Einführung der CD, als diese in den Wohnzimmern die Kassette schon abgelöst hatte, waren Kassettenabspieler noch in Autoradios verbreitet.

3. VHS-Videokassette

VHS-Kassette1976 brachte JVC in Japan ein analoges Aufzeichnungs- und Wiedergabesystem für Videorekorder auf den Markt. Auf den dafür verwendeten Kassetten konnten bis 4 Stunden (Shortplay) bzw. 8 Stunden (Longplay) aufgezeichnet werden. Es gab auch einige spezielle Kassetten mit noch längere Aufzeichnungszeiten. Durch die simpel konstruierten (und dadurch preisgünstigen) Geräte, konnte VHS sich gegen Konkurrenten wie Betamax (Sony) und VCR/Video 2000 (Grundig/Philips) als Standard durchsetzen. Es gab auch Videokameras, die auf spezielle, kleinere Kassetten aufzeichneten.

4. Schallplatte

SchallplatteDer Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville meldete im März 1857 den Phonautograph als Patent an. Schon 1860 gelang es ihm, das Kinderlied Au Clair de la Lune mit Hilfe eines großen Trichters einzufangen und mit einer Membran, die die Schwingungen auf eine Schweineborste übertrug, auf eine rußgeschwärzte Walze zu kratzen. Allerdings konnte sein Phonautograph den aufgezeichneten Schall nicht wiederzugeben. Das schaffte erst John Kruesi, der 1877 die Erfindung von Thomas Alva Edison, baute. Edison wurde mit dem von ihm patentierten Phonographen weltberühmt. 1880 machte der amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter die Entdeckung, dass sich viele Nachteile der Edisonischen Walzen vermeiden lassen, wenn man die Tonspur spiralförmig in eine runde Scheibe eingraviert. Nach einigen Versuchen mit Prototypen, gab er das Vorhaben aber aufgrund technischer Probleme wieder auf. Trotzdem gelten die von Tainter hergestellten Wachsplatten als die ersten Schallplatten der Welt. Die Schallplatte war bis Anfang der 90er Jahre das Hauptmedium für Musik. Es gab sie u.a. als Single (i.d.R. je ein Musikstück pro Seite) und Langspielplatte bzw. LP (i.d.R. ein ganzes Album von 40-50 Minuten).

5. Polaroid Kamera (Sofortbildkamera)

Polaroid Spectra AFDie erste Sofortbildkamera wurde im Februar 1947 von Edwin Herbert Land entwickelt und von seinem Unternehmen Polaroid auf den Markt gebracht. Die ersten Land-Cameras fotografierten noch in schwarzweiß (zuerst genau genommen sogar noch sepiafarben). Die revolutionäre Neuerung lag darin, dass der Film noch vor Ort das Negativ in ein Positiv übertrug. Noch bis weit in die 90er Jahre waren diese Sofortbildkameras die einzigen Kameras, die vor Ort eine Betrachtung eines Fotos ermöglichten ohne Umweg über ein Labor.

6. Walkman (Kassettenabspielgerät)

WalkmanWas heute der iPod ist, war in den 80er Jahren der Walkman von Sony unter den Jugendlichen. Kaum ein Jugendlicher wollte auf dieses Statussymbol verzichten, das unter der Bezeichnung „TPS-L2“ am 1. Juli 1979 auf den Markt kam. Der Walkman konnte Compact Cassetten abspielen. Spätere Kassettenabspielgeräte anderer Firmen besaßen Doppelkassettenspieler, zusätzlichen Radioempfang und Equalizer. Mit erscheinen der CD gab es später noch Geräte für CDs und MiniDiscs.

7. Akustikkoppler

Dataphon s21/23dDer Urgroßvater des DSL Modems ist der Akustikkoppler, mir dem Daten Anfang bis Mitte der 80er Jahre über eine Telefonleitung verschickt wurden. Der Akustikkoppler wurde nicht direkt an die Telefonleitung angeschlossen, sondern der Telefonhörer wurde in zwei Muscheln gelegt. Dadurch bedingt konnte die Rufnummer auch nicht automatisch gewählt werden, sondern gewählt werden musste manuell über die Wählscheibe des Telefons.

Bauartbedingt waren Akustikkoppler sehr störanfällig gegenüber externen Geräuschen. Die Datenübertragungsraten lagen i.d.R. nur zwischen 300 bis zu 2.400 Bit/s (ca. 30 – 240 Byte/s). Der vermutlich bekannteste Koppler war das Dataphon s21/23d.

8. Modem

US Robotics Courier v34Nach den Akustikkopplern wurden Modems mit elektrischen Anschluss an das Telefonnetz zur Datenübertragung eingesetzt. Durch den direkten Anschluss an die Telefonleitung stand der Frequenzbereich von 300 Hz bis 3400 Hz zur Verfügung (an einer digitalen Vermittlungsstelle sogar 0 bis 4000 Hz) und sie konnten bis zu 56 kbit/s (ca. 5,5 KByte/s) im Download und ca. 40 kbit/s im Upload übertragen. Die Geräte wurden ca. Mitte der 80er bis Ende der 90er Jahre eingesetzt.

Bilder: Polaroid (Wikimedia, Andrew Butitta), Schallplatte (Wikimedia, Ramon Vasconcellos), Videokassette (Wikimedia, KMJ), Compactcassette (Wikimedia, Thegreenj), Modem (Wikimedia, Bortzmeyer), Akustikkoppler (Jürgen Klöpper)

Tipp: Der verrückte Bergmann

Stage 4 Level 6Die Abenteuer um Willy dem Bergmann, gehören zu den beliebtesten Spielen für den ZX Spectrum. Die Spiele werden auf unzählige andere Systeme sowohl offiziell als auch inoffiziell portiert und kaum ein Computerbesitzer Anfang der 80er Jahre hat nicht Manic Miner oder Jet Set Willy gespielt.

Das 8Bit-Museum.de widmet dem Manic Miner Willy einen eigenen Eintrag.

ATmega328P Development Board

Für kleinere Basteleien habe ich ein eigenes günstiges ATmega328P Board entwickelt. Es werden nur wenige Komponenten benötigt, so dass das Board nur ein paar Euro kostet. Die Pin-Leisten sind zwar kompatibel zum Arduino Uno, da aber kein USB-auf-Seriell Chip verwendet wird, muss der ATmega per ISP programmiert werden. Es gibt hierzu etliche günstige Programmierer zu kaufen (z.B. diesen hier bei Amazon), die von der Arduino IDE unterstützt werden (anstelle von „Hochladen“ wird „Hochladen mir Programmer“ verwendet).

Wer Interesse an dem Board hat, findet hier die Gerber-Dateien.

35 Jahre Tatung Einstein

Der Tatung Einstein kam im Oktober 1984 auf den Markt. Er wurde im englischen Bradford von der taiwanischen Firma Tatung entwickelt und auch in England produziert. Die Hardware glich zwar der des MSX Standards, war aber nicht kompatibel dazu. Das Betriebssystem „Xtal“ war CP/M-kompatibel und wurde zusammen mit einem BASIC-Interpreter ausgeliefert. Unüblich zur damaligen Zeit war die Möglichkeit den Rechner mit zwei 3″-Diskettenlaufwerken aufrüsten zu können.

Da der Rechner mit 499 GBP zu teuer war, hatte dieser keinen Erfolg mehr auf einem Markt, auf dem inzwischen leistungsfähigere Computer erhältlich waren.

Mehr zu dem Rechner und der Firma Tatung gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Wikimedia, CC-BY, Marcin Wichary

Bild des Tages: Ein Militärcomputer im Krankenhaus

IBM SAGEWas sucht ein AN/FSQ-7 Combat Direction Central Militärcomputer in einem Krankenhaus?

Der Q7 war ein Kommando- und Kontrollsystem, das während des Kalten-Kriegs im Luftverteidigungsnetzwerk verwendet wurde. Es ist das größte jemals gebaute Computersystem, jede der 24 Maschinen wog 300 Tonnen und bestand aus zwei Computern. Der Q7 bestand aus 60.000 Vakuumröhren, davon wurden 60.000 für den Computer verwendet, und verbrauchte 3 Megawatt an Leistung. Die Rechenleistung betrug 75.000 Befehle pro Sekunde. Der Computer kostete ca. 10 Mrd. US Dollar. Entwickelt wurde er zwischen 1954 und 1958. Die letzte Maschine wurde 1983 außer Betrieb genommen.

Das Computer History Museum schreibt zu diesem Computer:

The software was written by The Rand Corporation and the System Development Corporation (SDC) and employed about 20% of the world’s programmers at the peak of the project. When it was complete, the 250,000 lines of code was the most complex piece of software in existence.

Die Q7 Komponenten wurden in zahlreichen Filme verwendet und obwohl diese aus den 1950er stammten, sind sie sogar aufgrund des futuristischen Aussehens noch in aktuellen Filmen zu sehen. Zu sehen ist das Kontrollpult u.a. in Filmen wie Westworld (1973), Spaceballs (1987), Beverly Hills Cop 3 (1994), Independence Day (1996), Virus (1999), und zahlreichen Serien. Die Website Starring the Computer listet diese akribisch auf.

Bilder: Starring the Computer, Columbo (S04E06): „Der Schlaf, der nie endet“ (A Deadly State Of Mind); IBM SAGE, Wikimedia, CC-BY-2.0, User Kozuch

Vor 40 Jahren erscheint die erste Tabellenkalkulation VisiCalc

Im Oktober 1979 wurde mit VisiCalc, die weltweit erste Tabellenkalkulation, von Personal Software für den Apple II auf den Markt gebracht. Programmiert wurde VisiCalc von Dan Bricklin und Bob Frankston unter dem Firmennamen Software Arts. Im Laufe der Zeit wurde es auf zahlreiche Systeme portiert, wie dem Apple III, Atari-Computer, Commodore PET, TRS-80 und IBM-kompatible PCs.

Aufgrund des großen Erfolgs nannte sich Personal Software 1982 in VisiCorp um und brachte im Dezember 1983 mit Visi On eine grafische Benutzeroberfläche für DOS heraus. Ein kostspieliger Prozess mit Software Arts führten zu steigenden Verlusten, so dass VisiCorp 1984 durch die Control Data Corporation aufgekauft wurde.

Mehr Informationen zu VisiCalc in der englischsprachigen Wikipedia.

Bild: Wikipedia, User Gorto (Public Domain)