Vor 60 Jahren: Der erste IC wird vorgestellt

Courtesy of Texas Instruments

Courtesy of
Texas Instruments

Am 12. September 1958 prĂ€sentierte Jack Kilby den weltweit ersten integrierten Schaltkreis (IC, Integrated Circuit). Dieser erste IC enthielt nur einen Transistor mit ein paar weiteren Komponenten auf einer kleinen StĂŒck Germanium von ca. 11 mm x 1,5 mm KantenlĂ€nge, der sich auf einem GlastrĂ€ger befand.

Kilby hatte gerade erst bei Texas Instruments begonnen, als er seine ersten Ideen zu einem IC im Juli 1958 zu Papier bringt. Am 12. September 1958 demonstrierte er erfolgreich seine erste Schaltung auf einem Halbleiter: Sie produzierte eine Sinuskurve auf einem Oszilloskop. Kilby reicht am 6. Februar 1959 das Patent US 3.138.743 fĂŒr den ersten integrierten Schaltkreis ein, in der er seine Erfindung als „a body of semiconductor material … wherein all the components of the electronic circuit are completely integrated.“ beschreibt.

Im Jahre 2000 erhielt er zusammen mit dem Deutsch-Amerikaner Herbert Kroemer und dem Russen Zhores I. Alferov den Nobelpreis fĂŒr Physik fĂŒr seinen Beitrag zur Entwicklung des Integrierten Schaltkreises.

Bild: Courtesy of Texas Instruments

Retro-Konsole Vega Plus – Ein Sterben auf Raten

Es war ein Sterben auf Raten. Es sollte ein verbesserter Nachfolger des Sinclair Spectrum Vega werden und die Versprechungen auf der zugehörigen Crowdfunding-Plattform Indiegogo waren vielversprechend.

Inzwischen sind die Website und der Facebook-Auftritt von Retro Computers Ltd (RCL) nicht mehr erreichbar. Die ZX Vega+ News berichten, dass sich der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von RCL, David Levy, bereits in mehreren Gerichtsverfahren verantworten musste und RCL einigen GlĂ€ubigern hohe BetrĂ€ge schuldig und zahlungsunfĂ€hig ist. Auch soll RCL bereits Google Takedowns eingeleitet haben, um negative Berichte ĂŒber RCL und die beteiligten Personen aus dem Suchindex zu entfernen.

Schon frĂŒh gab es Probleme innerhalb des Management bei RCL, schließlich wurden mehrfach Liefertermine nicht gehalten. RCL gab nicht auf immer wieder in Mitteilungen darauf hinzuweisen, dass man kurz vor der Auslieferung stehe und schob die Verantwortung fĂŒr die VerspĂ€tung auf die ausgeschiedenen Mitglieder der GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Jetzt drei Jahre nach dem Start der Kampagne, dĂŒrfte auch der letzte UnterstĂŒtzer die Gewissheit haben, dass das eingesetzte Geld weg ist. Über 512.790 GBP (ca. 580.000 EUR) und dazu noch ein unbekannter Betrag aus den DirektverkĂ€ufen ĂŒber die RCL Website haben gerade einmal ausgereicht ein paar GerĂ€te, SchĂ€tzungen gehen von ca. 50-100 GerĂ€ten aus, zu fertigen und auszuliefern.

Jetzt sind die ersten Tests veröffentlicht worden und die Meinungen ĂŒber den Vega+ sind vernichtend.

Bild: Retro Computer Ltd

Designer Rick Dickinson verstorben

Rick Dickinson, der fĂŒr das unverwechselbare Aussehen der Sinclair Computern verantwortlich war, verstarb Anfang der Woche am 24.4.2018 in einem Krankenhaus in Texas im Rahmen einer Krebsbehandlung.

1979 beendete Rick Dickinson sein Studium an der Newcastle Polytechnic (jetzt University of Northumbria at Newcastle) mit dem Abschluss „First Class Bachelor of Arts Honours degree in Design for Industry“. Da er schon als Student bei Sinclair Research Ltd. gearbeitet hatte, fing er ab Dezember 1979 fest bei Sinclair an. Dickinson arbeitete als In-House Industriedesigner und soll das GehĂ€use des nĂ€chsten Sinclair Computers entwerfen. Er bestimmte bei Sinclair bis 1986 maßgeblich das Aussehen der Computer, bis er sich mit einem eigenen Design-Unternehmen Dickinson Associates schließlich selbstĂ€ndig machte.

Video: Sinclair ZX80/ZX81 story, Rick Dickinson recalls in 2003, QLvsJAGUAR, YouTube

ZX82Anfang der 1980er entwarf er das GehĂ€use des ZX80 und ZX81. Als Sinclair 1982 begann einen leistungsfĂ€higeren Computer zu entwickeln, ist Rick Dickinson ebenfalls mit dabei. Er ist fĂŒr das Design des GehĂ€uses verantwortlich. Da der ZX81 so erfolgreich war, suchte Sinclair auch nach alternativen Namen. FĂŒr eine Zeitlang sind ZX81 Colour bzw. ZX81 C im GesprĂ€ch und im September 1981 entwarf Dickinson einige Logo EntwĂŒrfe fĂŒr diesen Namen, der auch auf einigen GehĂ€useentwĂŒrfen im Oktober 1981 auftauchte. In seinen EntwĂŒrfen gab es auch eine Tastatur mit runden Tasten; diese fand man spĂ€ter beim Spectrum+ wieder. An der Tastatur lag es schließlich, ob ein Interessent sich fĂŒr den ZX Spectrum entschied oder nicht.

Selbst nachdem Sinclair Research Ltd im Jahr 1986 von Amstrad ĂŒbernommen worden war und Clive Sinclair eine neue Firma unter dem Namen Cambridge Computers gegrĂŒndet hatte, entfarf Rick Dickinson mit seinem Unternehmen Dickinson Associates das GehĂ€use eines weiteren Quasi-Sinclair Computers, das des Z88.

Zuletzt entwarf er noch das GehÀuse des ZX Next, einem vielversprechenden Nachfolger des Speccy, der in den kommenden Wochen ausgeliefert werden soll.

Er hinterlÀsst seine Frau Elizabeth und seine zwei Töchter.

Mehr ĂŒber den ZX Spectrum gibt es hier.

Lego MSX-Computer: Hit Brick

Es gibt immer wieder erstaunliche Retro-Projekte, meistens fĂŒr die Mainstream-GerĂ€te C64, ZX Spectrum, Atari 800 usw. MSX-Computer sind dabei definitiv in der Minderzahl, aber User hamlet440 auf Lego Ideas versucht dieses zu Ă€ndern. Sein Vorschlag: Ein Sony HitBit MSX-GehĂ€use, welches einen Raspberry-Pi als Emulator aufnehmen kann.

Damit das Lego-GehÀuse verwirklicht wird, benötigt er aber noch viele, sehr viele Supporter.

Weblink zum Retro Vintage MSX 8Bit Homecomputer

TheC64 mini: Gelungene Neuauflage des C64

In den 1980er Jahren war er der Renner: Der Commodore 64. Er wurde auf der CES 1982 vorgestellt und Commodore knackt mit ihm den Jackpot. In nur zwei Jahren nach MarkteinfĂŒhrung, bricht Commodore alle Rekorde mit 4 Mio. verkauften Rechner weltweit und sogar bis heute ist der C64 der bestverkaufte Heimcomputer mit ĂŒber 17 Millionen GerĂ€ten. Selbst heute noch gibt es zahlreiche Entwicklungen rund um den C64 und im voll im Retro sind derzeit Neuauflagen im Mini-Format, wie das NES Mini, SNES Mini und VCS Mini.

Ab dem 29. MĂ€rz 2018 wird eine weitere (Mini-)Neuauflage unter dem Namen TheC64 mini offiziell erhĂ€ltlich sein. Entstanden ist der Mini aus einer fehlgeschlagenen indiegogo Kampagne. Trotz verfehltem Finanzierungsziel veröffentlicht nun der Entwickler Retro Games – wenn auch etwas verspĂ€tet – zusammen mit dem Distributor Koch Media die kleine Konsole.

Der kleine C64 misst nur 50% eines Original-C64 und verfĂŒgt auch nur ĂŒber sehr wenige Schnittstellen. Mit dabei sind ein moderner HDMI-Anschluss fĂŒr den Anschluss an heutige Bildschirme und zwei USB-Schnittstellen fĂŒr Tastatur und Joysticks. Außer dem noch obligatorischen Micro-USB Anschluss zur Stromversorgung war es dann auch schon. Wer hoffte direkt mit dem TheC64 mini in BASIC programmieren zu können wird enttĂ€uscht: Die Tastatur ist nur eine Attrappe. Hier ist man auf eine – wenig Retro-like – USB-Tastatur angewiesen.

Warum die Neuauflage trotzdem gelungen ist: Der Mini kommt mit 64 vorinstallierten Spielen. Eine Übericht aller Spiele zusammen mit einer Beschreibung ist hier zu finden. Zusammen mit dem mitgelieferten Joystick schafft es der Mini echtes Retro-Feeling aufkommen zu lassen. Die Spieleauswahl stellt einen guten Kompromiss aus allen möglichen Genre dar. Eigene Spiele lassen sich per USB-Stick per D64-Image laden. Hier will der Entwickler durch Firmware-Updates noch krĂ€ftig nachbessern.

Wer bei der ursprĂŒnglichen Kampagne dabei war oder den C64 vor dem 28.9.2017 vorbestellt hat, darf sich ĂŒber gleich zwei C64 freuen, einmal den TheC64 mini, der derzeit ausgeliefert wird, und einen C64 in einem „großen“ GehĂ€use mit funktionaler Tastatur, der spĂ€ter im Jahr ausgeliefert werden soll.

In eigener Sache: Über 1000 Heimcomputer und Videospielkonsolen

Im Sommer vergangenen Jahres habe ich kurz ĂŒber die neuen RĂ€umlichkeiten des 8Bit-Museums.de berichtet. Damals waren alle GerĂ€te vom Umzug noch gut verpackt.

Heute möchte ich einen kurzen Einblick in die Sammlung geben, die aktuell ĂŒber 1000(!) Heimcomputer und Videospielkonsolen umfasst. Die Galerie zeigt Bilder des großen Ausstellungsraums. Hier sind ca. 2/3 der GerĂ€te und die meisten HandbĂŒcher untergebracht.

Momentan sind nur einige wenige Systeme vollstÀndig aufgebaut und sofort betriebsbereit, wie z.B. ein Apple IIe mit Doppellaufwerk und Monitor, ein Apple III mit Harddisk und Monitor, eine NeXT Color Station und ein NeXT Cube, ein IBM PC jr. und ein paar weitere, wie z.B. die Commdore PETs/CBMs sowie die Sharp MZ-80K/A/B. Geplant ist, dass weitere Systeme dauerhaft voll funktionsfÀhig aufgebaut ausgestellt werden.

Weiterhin vorhanden sind ĂŒber 300 PeripheriegerĂ€te, wie Monitore, Drucker, Diskettenlaufwerke etc. und ĂŒber 2500 kleinere Erweiterungen, wie z.B. das Interface-I von Sinclair, die 16K Byte Erweiterung fĂŒr den ZX81 oder ein Modem-Interface fĂŒr den C64. Diese GerĂ€te sind in zwei weiteren RĂ€umen ausgestellt. Alle Zeitschriften sind in einem vierten Raum, der gleichzeitig als Elektroniklabor/Reparaturwerkstatt genutzt wird, ausgestellt.

Die unzĂ€hligen HandbĂŒcher, Zeitschriften, Software, Cartridges und Netzteile sind bisher nicht katalogisiert, deren Anzahl dĂŒrfte sich aber zusammen in oberen vierstelligen Bereich belaufen.

Ich freue mich immer wieder ĂŒber neue GerĂ€te, die auch defekt sein dĂŒrfen. Über die vergangenen 35 Jahre haben sich viele Ersatzteile fĂŒr fast jedes GerĂ€t angesammelt, so dass ich auch schwierige FĂ€lle i.d.R. wieder zum Laufen bekomme. Auch jegliches Zubehör, HandbĂŒcher und Zeitschriften sind willkommen. Nehmen sie einfach mit mir Kontakt auf, wenn sie etwas der Sammlung beisteuern möchten. Werfen sie alte GerĂ€te bitte keinesfalls einfach weg! Ein Beispiel, wie eine mehr als nur verstaubte Tastatur wieder wie neu aussehen kann, sehen sie hier.

Apples legendĂ€res Betriebssystem der Apple Lisa bald frei verfĂŒgbar

Das Betriebssystem der Apple Lisa wird nach einem Bericht von Gizmodo schon in KĂŒrze frei verfĂŒgbar sein. Apple und das Computer History Museum (HCM) haben es bereits geschafft, sowohl Quellcode als auch die Anwendungen wieder herzustellen. Aktuell prĂŒft Apple noch den Quellcode. Nach Abschluss dieser PrĂŒfung, was noch in 2018 sein soll, wird das Computer History Museum den gesamten Quellcode inklusive den Anwendungen veröffentlichen. Zum Betriebssystem gehören u.a. die Anwendungen LisaCalc, LisaDraw, LisaWrite, LisaGraph, LisaProject und LisaList.

Auch wenn die Apple Lisa kein wirtschaftlicher Erfolg war, denn schon nach einem Jahr wurde die Produktion  – vermutlich hauptsĂ€chlich aufgrund des hohen Preises von ĂŒber 10.000 US-Dollar – eingestellt, schrieb die Apple Lisa IT-Geschichte und ebnete den Weg fĂŒr den ersten Macintosh im darauffolgenden Jahr.

Mehr Informationen ĂŒber die Apple Lisa gibt es in diesem Beitrag.