TheC64: Neuauflage des C64 erscheint im Dezember

Nachdem am 29. M√§rz 2018 die (Mini-)Neuauflage unter dem Namen TheC64 mini erschien, soll im Dezember endlich die gro√üe Variante mit funktionaler Tastatur erscheinen. Entstanden war der Mini aus einer fehlgeschlagenen indiegogo Kampagne. Trotz verfehltem Finanzierungsziel ver√∂ffentlichte der Entwickler Retro Games ‚Äď wenn auch etwas versp√§tet ‚Äď zusammen mit dem Distributor Koch Media die kleine Konsole.

Versprochen wurde, dass derjenige, der bei der urspr√ľnglichen Kampagne dabei war oder den TheC64 vor dem 28.9.2017 vorbestellt hatte, sich gleich √ľber zwei TheC64 freuen soll, einmal den TheC64 mini und einen TheC64 in einem „gro√üen“ Geh√§use mit funktionaler Tastatur. Mal sehen, ob sich der Hersteller an dieses Versprechen noch erinnern kann.

Der TheC64 kann nicht nur einen C64 emulieren, sondern auch einen VC20. Weiterhin sollen dieselben Spiele fest eingebaut sein, die auch schon beim TheC64 Mini mit dabei waren.

Bild: Retrogames Ltd.

Reparatur alter Computer

In den letzten Wochen habe ich einige Ausstellungsst√ľcke wieder in Betrieb genommen, nachdem sie teilweise 15-20 Jahre gut gelagert waren. Dabei sind wieder typische Alterungsfehler aufgetreten, die ich hier einmal vorstellen m√∂chte.

Apple II und Apple Macintosh LC Netzteile

Die Folienkondensatoren der Schaltnetzteile neigen dazu regelrecht zu „explodieren“ und auch die Hochspannungs-Elektrolytkondensatoren (200-400V) sind meistens defekt (oft zu erkennen, dass diese sich aufgebl√§ht haben oder ausgelaufen sind). Die Kondensatoren k√∂nnen recht einfach gegen neue ausgetauscht werden.

Das Bild zeigt einen Entstörkondensator, den es regelrecht zerrissen hat.

Ein Beispiel f√ľr einen defekten Elektrolytkondensator ist auf diesem Bild zu sehen. Normalerweise haben Elkos an der Oberseite Sollbruchstellen, diesen hier hat es aber unten aus den Geh√§use getrieben.
Am besten werden gleich alle Elkos und Folienkondensatoren ausgetauscht (auch als „recapping“ im Elektronikbereich bezeichnet).

Das Bild rechts zeigt das Netzteil eines Basis 108, einem Apple II Clone, dessen Kondensatoren komplett erneuert wurden und so wieder zum Laufen gebracht wurde.

 

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Noch einen alten Computer im Keller?

Auch heute lagern noch etliche Computer in Kellern, die spätestens bei einem Umzug oder beim Aufräumen wieder ans Tageslicht kommen. Einige dieser Schätzchen landen dann (hoffentlich) bei mir. ;)

Auch wenn es „nur“ C64 sind, zum Wegwerfen ist jeder alte Computer zu schade. Falls man sich noch nicht von den alten Ger√§ten trennen kann, dann sollte man einige Kleinigkeiten beachten, die ich hier einmal zusammengestellt haben.

  1. Ausgelaufene AkkusEntnehmen sie alle Batterien, Akkus oder Knopfzellen! 
    Nach ein paar Jahren läuft jede galvanische Zelle aus. Die darin enthalten Chemikalien greifen die Platine und Bauteile an und i.d.R. wird das Gerät dadurch zerstört. Ist ein Akku fest mit der Platine verlötet, kneifen sie die Anschlussdrähte lieber durch und entnehmen sie ihn, als ihn im Gerät zu belassen. Legen sie einen Zettel dazu, welcher Akkutyp und Spannung das Gerät benötigt, damit sie das Gerät später wieder in Betrieb nehmen können oder machen sie einfach ein Bild.
  2. Setzen sie Geräte nie längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung aus!
    Die alten Kunststoffgehäuse vergilben sehr leicht. So mancher Atari ST, Commodore Amiga oder C64 ist nach nun knapp 30 Jahren nicht mehr beige oder grau sondern fleckig gelb.
  3. Schmutzige C64Vorsicht bei Verpackungen aus Styropor!
    Besitzen sie noch die Originalverpackung, dann liegt der Rechner evtl. in einer Halterung aus Styropor. Achten sie darauf, dass keine Stromkabel, Anschlusskabel oder anderes aus weichem PVC l√§ngere Zeit an das Styropor st√∂√üt. Die Ummantelung enth√§lt Weichmacher, die mit dem Styropor reagieren. Nach ein paar Jahren haben sich die Kabel regelrecht in das Styropor gefressen und dieses klebt regelrecht an den Kabeln. Eine Entfernung vom Kabel ist zwar m√∂glich, aber sehr Zeitaufw√§ndig. Der Styroporhalterung ist dann nicht mehr zu helfen. Es reicht aus die Kabel in eine d√ľnne Papiert√ľte zu stecken (zur Not auch ein Plastikbeutel, aber dann regelm√§√üig den Zustand kontrollieren).
  4. Lagern sie die Geräte trocken!
    Feuchtigkeit ist genauso schlimm wie eine ausgelaufene Batterie. Pappverpackungen und Handb√ľcher k√∂nnen schimmeln und Metallteile in den Ger√§ten fangen an zu rosten (das Bild zeigt einen Sicherungshalter in einem KC85/4).
  5. Pr√ľfen sie Antriebsriemen und Andruckwalzen!
    Kassettenrekorder beinhalten oft Gummib√§nder als Antriebsriemen und das Band selbst wird von Gummiwalzen gehalten. Pr√ľfen sie unbedingt den Zustand von Antriebsriemen und -walzen. Nach 30 Jahren werden diese entweder br√ľchig (sie zerbr√∂ckeln dann regelrecht) oder zerlegen sich in ihre Bestandteile (man findet dann nur noch eine schwarze klebrige Masse vor, die schwer zu entfernen ist).

Staub ist nat√ľrlich auch nicht sch√∂n und man sollte seine Ger√§te auch davor sch√ľtzen. Trotzdem ist Staub noch relativ harmlos und l√§sst sich i.d.R. mit etwas Flei√ü wieder entfernen (siehe Bildstrecke von einem verdreckten Apple IIc und einem Philips VG-8020).

Beachten sie die obigen Punkte, haben sie evtl. auch in ein paar Jahren noch Spaß an dem alten Schätzchen. Denken sie aber daran, irgendwann ist Schluss: Elektrolyt-Kondensatoren (hauptsächlich in Netzteilen und Monitoren zu finden) trocken aus und werden dadurch unbrauchbar und in den Halbleiterbauelementen (CPU, Speicher, etc) sind die Sperrschichten irgendwann hin und dieser dadurch zerstört. Da hilft dann auch die beste Lagerung nicht mehr. So ist es nicht selten, dass von den 16 Speicherchips eines PET 2001 vom Typ 6550 die meisten defekt sind (bei mir letztens 11 von 16 Chips).

Wenn sie noch einen alten Computer aus den 1970/1980ern besitzen und diesen nun in gute H√§nde geben wollen, w√ľrde ich mich sehr freuen, wenn sie mit mir in Kontakt treten w√ľrden. Auch Ger√§te, die optisch nicht mehr sch√∂n oder sogar defekt sind, k√∂nnen noch einen Nutzen haben und sei es als Ersatzteilspender, um einem anderen Ger√§t wieder Leben einzuhauchen.

Alle Jahre wieder: Apple I wird bei Christie’s versteigert

Es vergeht kein Jahr und schon wieder wird ein Apple I (Seriennummer 01-0053) den Besitzer wechseln: Diesmal wird das begehrte Sammlerst√ľck bei Christie’s versteigert. Die Auktion l√§uft vom 16. bis zum 23. Mai 2019.

Der Rechner soll sich noch in einem recht guten Zustand befinden und sei zuletzt 2014 eingeschaltet worden. Anders als die bisherigen Apple I, die meistens in einem selbst gebauten Holzgeh√§use untergebracht sind, ist dieser in einem Aktenkoffer integriert. Christie’s erwartet einen Zuschlag bei ca. 350.000 bis 570.000 EUR.

Mehr zum Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Christie’s, London

ZX-Spectrum ROM Adapter f√ľr EPROM 27128

Leider kann das ROM des ZX Spectrum nicht direkt durch ein 27128 EPROM ersetzt werden. Zwar sind 613128 (Mask-ROM) und 27128 (EPROM) (fast) Pin-kompatibel, aber aufgrund der etwas ungl√ľcklichen Schaltung im ZX Spectrum k√∂nnen diese nicht einfach ausgetauscht werden. Das Mask-ROM verf√ľgt √ľber ein zus√§tzliches /OE1 (Pin 27) Signal, das EPROM daf√ľr √ľber Vpp (Pin 1) und /PGM (Pin 27). /OE0, /OE1 und /CS sind jeweils mit /RD, /ROMCS und /MEMRQ verbunden. Um nun ein EPROM zu verwenden, m√ľssen zwei Signale UND-verkn√ľpft werden, in diesem Fall /MEMREQ (Pin 20) und /ROMCS (Pin 27) und als /CE dem EPROM zugef√ľhrt werden. Das Bild zweigt den Prototypen, der mit Hilfe von zwei IC-Sockeln aufgebaut wurde.

Theoretisch k√∂nnte ein 7432 Gatter daf√ľr verwendet werden, es reichen aber zwei schnelle Dioden aus (idealerweise Schottky-Dioden, zwei 1N4148 tun es aber auch). Die von mir auf Basis des Prototypen erstellte Platine verwendet zwei Dioden und zwei Widerst√§nde. Da der Platz in einem ZX Spectrum sehr knapp ist, wird das EPROM kopf√ľber eingebaut. Sobald ich die Platinen vom Fertiger erhalten habe und diese passen, werde ich die Gerber-Daten hier zum Download anbieten. Wer dann Interesse an einer Platine hat, kann sich dann auch gerne an mich wenden.

Die Platine erlaubt auch den Einsatz eines 27256. In diesem Fall kann mit einem Jumper zwischen zwei Banks umgeschaltet werden.

Update vom 21.05.2019:

Nach knapp 10 Tagen sind die fertigen Platinen jetzt da. Der Adapter funktioniert perfekt. Leider geht es in einem ZX Spectrum mit Gummi-Tastatur sehr eng zu, so dass der Adapter nur dann passt, wenn die CPU nicht gesockelt ist und die Anschlussleisten kurz gehalten werden (ggf. muss das EPROM auch auf dem Adapter eingelötet werden). In einem 128er-Gehäuse passt die Platine so gerade eben auch bei einer gesockelten CPU. Zur Fehlersuche mit einem Test-ROM in einem 27128 oder 27256 EPROM ist sie aber auf jeden Fall bestens geeignet.

Bild des Tages: Magnetkernspeicher

Diese Speichertechnologie wurde teilweise sogar noch bis weit in die 1970er Jahre als Arbeitsspeicher eingesetzt und besteht aus auf Drähten aufgefädelten hartmagnetischen Ringkernen, die durch elektrische Ströme in den Drähten ummagnetisiert und ausgelesen werden können. Das Vorzeichen der magnetischen Remanenz der einzelnen Ringkerne repräsentiert dabei deren Speicherinhalt.

Kernspeicher aus einer Olympia-Rechenmaschine von 1968

Ringkernspeicher mit 320 Bit aus einer Olympia-Rechenmaschine von 1968

Der Ringkernspeicher basiert auf Arbeiten des 1949 in Shanghai geborenen Physikers An Wang an der Harvard Universit√§t. Jay Forresters Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt am Whirlwind-Projekt am MIT arbeitete, erfuhr von dieser Arbeit. Sie brauchten f√ľr einen Echtzeit-Flugsimulator ein schnelles Speichersystem. Die bis dahin eingesetzten Laufzeitspeicher, sogenannte Speicherr√∂hren wie die¬† Williamsr√∂hre oder das Selectron, waren nur von geringer Zuverl√§ssigkeit.

Zusammen bildeten die Erfindung An Wangs (der write-after-read Cycle), die das Problem l√∂st, dass das Auslesen einer Information dieselbe auch zerst√∂rt, indem die Ringkerne beim Auslesen ummagnetisiert werden m√ľssen, und die Erfindung Jay Forresters (das coincident-current system), welche die Steuerung einer gro√üen Anzahl von Magnetkernen mit einer kleinen Anzahl von Dr√§hten erm√∂glichte, die Grundlagen f√ľr den Bau von Ringkernspeichern.

Schon Mitte der 1950er hatte der Ringkernspeicher die R√∂hren abgel√∂st. Die Speicher wurden anfangs manuell hergestellt. Die Arbeit erfolgte unter dem Mikroskop und erforderte feines Fingerspitzengef√ľhl. Die anf√§nglichen Zykluszeiten von ca. 20 ¬Ķs sanken Anfang der 1960er Jahre auf 2 ¬Ķs und erreichte Anfang der 1070er Jahre 0,3 ¬Ķs, was Taktraten bis zu 3 MHz erm√∂glichte.

Mehr zu dieser fr√ľhen Speichertechnologie in der Wikipedia.

Bild: Wikimedia, Public Domain, User Aboh24

Zwei Neuzugänge: Parus Vi201 und Sintez 2

Es gibt zwei interessante Neuzugänge: Einen Parus Vi201 und einen Sintez 2. Beides Nachbauten des Sinclair ZX Spectrum.

Der Parus Vi201 wurde in den fr√ľhen 1990er in Sewastopol gebaut. Entwickelt wurde er in Kooperation mit einer weiteren Firma aus Chisinau, wo er auch unter dem Namen „Electronics VI-201“ verkauft wurde.

Der Sintez 2 wurde von der Firma Signal in Moldawien gebaut. Er ist mit dem ZX Spectrum 48K kompatibel, obwohl er wie ein ZX Spectrum+ aussieht. Er verf√ľgt √ľber einen TV und Monitor-Anschluss, ein Kempston- und Sinclair Joystick-Interface, einen Kassettenrecorder-Anschluss und einen Reset-Taster. Von diesem Rechner wurden vermutlich √ľber eine Million Ger√§te produziert, von denen die meisten nach Russland exportiert wurden.

Das 8Bit-Museum in der internord

√úber das 8Bit-Museum wird aktuell in der Mitarbeiterzeitschrift des T√úV NORD berichtet. In der Print-Ausgabe ist dieser stark gek√ľrzt, T√úV NORD Mitarbeiter k√∂nnen den vollst√§ndigen Bericht aber im Intranet abrufen.