Vor 35 Jahren: Jack Tramiel kauft Atari von Warner Communications

Nachdem Raymond Kassar am 7. Juli 1983 die GeschĂ€ftsfĂŒhrung Ataris aufgibt, wird unter der Leitung seines Nachfolgers James Morgan die Zusammenarbeit mit Jay Miner und dessen Unternehmen Amiga vertieft. WĂ€hrend dieser Zusammenarbeit entsteht das gemeinsame Lorraine-Projekt, ein Heimcomputer basierend auf einer Motorola M68000 CPU.

Am 2. Juli 1984 verkauft Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung Ataris an Jack Tramiel, der zuvor Commodore verlassen hatte und davor schon versucht hatte mit seiner Firma Tramiel Technologies Ltd Amiga zu kaufen. Da Commodore aber doppelt so viel bot, bekam Commodore schließlich den Zuschlag. Aus dem Lorraine-Projekt wurde schließlich der Amiga Computer.

Tramiel besaß jetzt zwar Atari, aber keinen geeigneten Computer mehr, der auf dem entstehenden Markt fĂŒr 16-Bit Computer bestehen konnte. Sein Mitarbeiter Shiraz Shivji, der ihm von Commodore nach Atari folgte, entwickelte den Atari ST in nur fĂŒnf Monaten zur Prototypenreife, so dass er im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas als Atari 130ST und 520ST der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Mehr ĂŒber Jack Tramiel gibt es in den BeitrĂ€gen ĂŒber Atari und Commodore.

 

Zum 30. Todestag von Jay Miner

Jay Miner wurde am 31. Mai 1932 in Prescott, Arizona, geboren. Nach seinem Abschluss 1958 als Elektroingenieur an der University of California, Berkeley, arbeitete er fĂŒr mehrere Unternehmen bis er Mitte 1970 bei Atari anfĂ€ngt. Dort war er an der Entwicklung des VCS beteiligt und entwickelte spĂ€ter die Custom-Chips ANTIC und GTIA fĂŒr den Atari 400 und Atari 800.

Schließlich verließ er Atari und grĂŒndete 1982 die Firma HiToro, die spĂ€ter in Amiga umbenannt wird. Dort begann Miner mit der Entwicklung einer neuen Computerplattform. Als Amiga schließlich von Commodore International aufgekauft wurde, setzte Miner die Arbeit an seinem Computer fĂŒr Commodore fort. Unter seiner Leitung entstanden die Spezialbausteine, die dem Commodore Amiga seine damals erstaunlichen Grafik- und SoundfĂ€higkeiten verliehen.

1989 musste er aufgrund von gesundheitlichen Problemen Commodore verlassen und sich 1990 einer Nierentransplantation unterziehen. Am 20. Juni 1994 verstarb Jay Miner an Nierenversagen.

Mehr ĂŒber Jay Miner und Commodore gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Jay Miner, Copyright 1990 Michael C. Battilana and Cloanto Italia srl (CC BY 2.0)

40 Jahre Commodore SX-64

Im Dezember 1983 erschien der SX-64 auf dem deutschen Markt. Es war eine portable Ausgabe (17kg(!)) des C64 mit einem eingebautem Monitor und Diskettenlaufwerk. Der Rechner wurde in den USA im Dezember 1983 zum Preis von US$ 995 veröffentlicht und war in Deutschland ab dem FrĂŒhjahr 1984 fĂŒr knapp 3.000 DM erhĂ€ltlich. Er wurde aber nur in geringen StĂŒckzahlen verkauft, insgesamt etwas ĂŒber 49.000 GerĂ€te sollen es gewesen sein. Der SX-64 bot aber ansonsten die gleichen Features wie der C64, bis auf die fehlenden Datasette- und HF-AnschlĂŒsse.

UrsprĂŒnglich sollte ein Doppel-Diskettenlaufwerk in das GerĂ€t eingebaut werden und auf der Summer CES (Consumer Electronics Show) 1983 in Las Vegas stellte man auch einen entsprechend ausgestatteten Prototypen unter der Bezeichnung DX-64 vor. Der DX-64 wurde aber nie veröffentlicht, es blieb beim Prototypen. Anstatt dessen, wurde auf der Winter CES das GerĂ€t aus KostengrĂŒnden mit nur einem Diskettenlaufwerk unter dem Namen SX-64 (Single Drive Executive 64) vorgestellt.

Mehr zum SX-64 und den anderen Rechnern von Commodore gibt es in diesem Artikel.

Bild: SX-64, Wikipedia, CC BY-SA, User Hedning

Webtipp: Games that weren’t

Games that weren'tGames that weren’t ist eine Website fĂŒr echte Spieler und Hobby-ArchĂ€ologen. Diese Website widmet sich ganz den unveröffentlichten Spielen und den Prototypen, die es nie in den Handel geschafft haben und liefert umfangreiche Informationen dazu.

Von Zeit zu Zeit findet sich auch der eine oder andere Quellcode wieder. So wurde z.B. das Ultimate Spiel The Bubbler aus dem Jahr 1987 fĂŒr den ZX Spectrum von Lynsoft fĂŒr den C64 konvertiert. Kurz vor Fertigstellung entschloss sich Ultimate aber dazu das Spiel nicht zu veröffentlichen, da es auf dem C64 viel zu langsam lief. Der Programmierer Matt Young hatte den Code aber nach ĂŒber 20 Jahren noch auf Disketten vorliegen und zusammen mit ihm schaffte es GTW eine voll lauffĂ€hige Version fĂŒr den C64 zu kompilieren und bietet diese zum Download an.

Die Website beschÀftigt sich zwar hauptsÀchlich mit verschollenen C64 und Amiga Spielen, aber auch andere Systeme sind, wenn auch mit nur wenigen Titeln, vertreten.

Link: Games that weren’t

Vor 40 Jahren: Der Commodore C64 wird ausgeliefert

Commodore 64 mit 1541Auf der CES 1982 wird der C64 vorgestellt und Commodore knackt mit ihm den Jackpot. In nur zwei Jahren nach MarkteinfĂŒhrung, bricht Commodore alle Rekorde mit ĂŒber 4 Mio. verkauften Rechner weltweit und sogar bis heute ist der C64 der bestverkaufte Heimcomputer mit ĂŒber 17 Millionen GerĂ€ten. Von außen sieht er wie der VIC 20 aus. Ein geschlossenes TastaturgehĂ€use, aber in braun. Der GehĂ€useform wegen, wurde der C64 auch oft als Brotkasten oder Nackenrolle bezeichnet. Er verfĂŒgt ĂŒber eine hohe Grafikauflösung von Auflösung (320×200 Pixel), 16 Farben und hat 64 KByte RAM. Ein weiteres Highlight ist der SID (Sound Synthesizer Chip), der erste selbstentwickelte Soundchip in einem Heimcomputer.

Im September 1982 beginnt Commodore damit den C64 fĂŒr 595 US$ auf dem amerikanischen Markt zu verkaufen. In Deutschland ist er erst Anfang 1983 fĂŒr 1495 DM zu haben, der Preis sinkt aber im selben Jahr noch auf 698 DM.

Über den C64 gibt es in diesem Beitrag noch einiges mehr zu erfahren…

Bild: Wikimedia, CC-BY-SA, User Bill Bertram

Bild des Tages: Captain Kirk und sein VC 20

Als Commodore in den USA damit begann den VC 20 ĂŒber K-Mart zu verkaufen, wĂ€hlten sie William Shatner als Werbesprecher, der in seinen Auftritten die Frage stellte : „Why buy just a video game?“

Video: Commodore VIC 20, morrisonAV, YouTube

Der kanadische Schauspieler William Shatner wurde hauptsÀchlich durch seine Rollen als Captain Kirk in Raumschiff Enterprise, als T.J. Hooker in der gleichnamigen Serie und als Denny Crane in der Anwaltsserie Boston Legal bekannt.

Mehr ĂŒber Commodore gibt es in diesem Beitrag.

35 Jahre Commodore Amiga

Heute vor 35 Jahren, am 23. Juli 1985, wurde das erste Amiga-Modell, welches als Amiga 1000 auf den Markt kam, im Rahmen einer großen Show mit den Gaststars Andy Warhol und Deborah Harry in New York vorgestellt.

Die Entwickler demonstrierten die herausragenden grafischen FĂ€higkeiten und den Vierkanal-Sample-Sound, die den Amiga von seinen damaligen Konkurrenten (Atari ST und Apple Mac) abhob. Auch das prĂ€emptive Multitasking wurde bei den Konkurrenten erst spĂ€ter eingefĂŒhrt.

Mehr zur Geschichte des Amiga und der Firma Commodore gibt es in diesem Beitrag.

35 Jahre Commodore C128

Der letzte 8-Bit Computer von Commodore, der C128, kommt im Juni 1985 in die GeschĂ€fte. Er kommt in einem neu gestalteten GehĂ€use (weiß mit abgeschrĂ€gtem Keyboard) und besitzt 128 KByte Arbeitsspeicher. Dieser zusĂ€tzliche Speicher kann aber nur im “Native-Mode” benutzt werden, der zum C64 nicht mehr kompatibel ist. Der “64 Mode” kann durch DrĂŒcken einer Taste beim Einschalten oder durch das Kommando “GO 64″ erreicht werden, in dem dann auch alte C64 Software lĂ€uft.

Der C128 wird aus zwei GrĂŒnden nicht sehr oft verkauft: Es gibt kaum C128 Software und die 8-Bit Systeme sterben aus, denn 16-Bit Computer, wie der Apple Macintosh und Atari ST, sind auf dem Weg.

Mehr ĂŒber Commodore und den C128 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: C128D, Wikipedia, CC-BY-SA, User: Rama