Oric

Die Vorgeschichte

Dr.Paul Johnson

Barry MuncasterIm Oktober 1979 gr├╝nden Dr.Paul Johnson und Barry Muncaster Tangerine Computer Systems Ltd in der N├Ąhe von Cambridge. Beide arbeiteten bis zu diesem Zeitpunkt bei Cambridge Consultants Ltd (CCL), Johnson als Hardware-Ingenieur, Muncaster als Platinenlayouter. Johnson erh├Ąlt seinen Doktortitel f├╝r seine Forschung bez├╝glich High-Speed Analog/Digital-Konverter im Einsatz von Digitalfernsehern und einen Adapter um Mikroprozessor-Pr├╝fst├Ąnde mit Bildschirmger├Ąten zu verbinden. Den Adapter verkaufte er Mitte der 70er Jahre an die Universit├Ąt unter dem Namen Digital Designs. Digital Designs wird unter Mitwirkung von Johnsons fr├╝heren Schulfreunden Mark Rainer und Nigel Penton Tilbury schlie├člich zu Tangerine. Sie ver├Âffentlichen den Videoadapter TAN1648 VDU, benannt nach der Anzahl der Zeichen, 16 x 48, die er darstellen kann.

Microtan 65

1977 wird Tangerine beauftragt auf Basis des TAN1648 ein Video-Subsystem f├╝r den Nascom-1 Mikrocomputer zu entwickeln. Johnson prahlte schon immer damit, einen vollwertigen Computer mit einem Startkapital von gerade einmal ┬ú10.000 bauen zu k├Ânnen, nun, zwei Jahre sp├Ąter, fordert Muncaster, dieses auch zu beweisen. Sie erwerben die Namensrechte an Tangerine vom Johnsons Partnern und gestalten das Unternehmen um mit Muncaster als Gesch├Ąftsf├╝hrer. Mit dem entsprechenden Risikokapital beginnen sie ihrer Arbeit an dem neuen System am 1. Oktober 1979. Im darauf folgenden Jahr verl├Ąsst Johnson CCL und arbeitet Vollzeit bei Tangerine.

Microtan 65Das Ergebnis ihrer Arbeit ist der Microtan 65, eine Platine mit 6502 CMOS Prozessor, so entworfen, dass sie zusammen mit Erweiterungskarten in ein gr0├čes Chassis eingebaut werden kann. Der mit 750 KHz getaktete 6502 verf├╝gt ├╝ber 1 KByte RAM und 1 KByte ROM. Das ROM enth├Ąlt die System Monitor Software Tanbug, die von Mike Rose, ein Freund von Johnson, der bei Sinclair arbeitet, geschrieben wird. Der Computer verf├╝gt zudem ├╝ber einen UHF Modulator und kann 32×16 Zeichen mit je 8×8 Pixeln auf dem Fernseher darstellen.

Tangerine ver├Âffentlicht auch das Tanex, eine Erweiterungsplatine mit Platz f├╝r zus├Ątzliche 7 KByte RAM, Kassetten- und Serielle-Schnittstelle, sechs ROM Steckpl├Ątze f├╝r feste Programme, darunter einen 6502 Assembler und Disassembler und Microsoft Basic. Es werden noch weitere Erweiterungskarten, von hochaufl├Âsender Grafik bis hin zu Interface-Karten, von Tangerine und anderen Unternehmen entwickelt.

Microtan 65Der Microtan 65 ist im Dezember 1979 als Bausatz f├╝r ┬ú59,95 und fertig aufgebaut f├╝r ┬ú69,95 erh├Ąltlich. In den darauf folgenden zwei Jahren baut sich um das System eine kleine Gemeinschaft von Anwendern auf. Was schlie├člich dazu f├╝hrt, dass auch ein Magazin herausgegeben wird: Im Sommer 1981 st├Â├čt Paul Kaufman zu Tangerine und wird der Herausgeber der Tansoft Gazette im Oktober 1981.

Tangerine richtet auch schon bald ein Softwarelabel, Tansoft, ein, das sp├Ąter von Tandata Marketing akquiriert wird, um das von Johnson entwickelte Tantel 170 zu verkaufen. Mit diesem kann ein TV mit British Telecoms Online Service Prestel verbunden werden. Das Tantel 170 ist praktisch ein Computer, Teletext Adapter, PAL Encoder und 75-1200 Baud Modem f├╝r nur ┬ú170, zu einem Zeitpunkt, wo ein 1200 Baud Modem normalerweise schon ┬ú1500 kostet. September 1981 gibt Tandata bekannt, dass sie mit dem Tantel einen Marktanteil von 78% halten. Es wird noch ein Adapter entwickelt, der einen Computer mit Prestel verbinden kann. Tandata wird schlie├člich an Applied Petroleum verkauft. Inzwischen arbeitet Johnson schon an dem Nachfolger zum Microtan.

Das Ergebnis ist Ende 1981 ein Entwurf f├╝r den Tangerine Tiger, ein Desktop-Computer f├╝r den gesch├Ąftlichen Einsatz mit drei Prozessoren: Z80 f├╝r CP/M, 6809 f├╝r I/O und der Grafikchip NEC 7220. Der Z80A wird mit 4 MHz getaktet, der 6809 mit 2 MHz. Es stehen 64 KByte RAM f├╝r Programme zur Verf├╝gung und weitere 96 KByte f├╝r das Farbgrafiksystem, welches 512 x 512 Pixel darstellen kann, der 6809 verf├╝gt ├╝ber 2 KByte. Der mitgelieferte 14″ Farbmonitor hat Einsch├╝be f├╝r zwei Floppylaufwerke. Es gibt zudem eine Centronics-Schnittstelle und ein eingebautes Modem. Da John Tullis f├╝r ein teures System aber keinen Markt sieht, schl├Ągt er Tangerine vor, dass sie sich lieber auf g├╝nstige Heimcomputer konzentrieren sollen. Zwar k├╝ndigt Tangerine im August 1983 noch den TD-3000 Tigress an, aber letztendlich wird der Tiger an H.H. Electronics verkauft. Da deren Mutterkonzern nur drei Monate sp├Ąter Konkurs anmeldet, wird der Tiger nie produziert. Er bildet aber u.a. die Grundlage f├╝r den Oric-1.

Im Fr├╝hjahr 1982 zieht Tangerine in den Cambridge Science Park um. Aufgrund des immer gr├Â├čer werdenden Heimcomputermarktes, bildet sich im April 1982 die Oric Products International Ltd (OPI) und beginnen mit der Arbeit an dem Oric-1, wobei Tangerine als Forschungs- und Entwicklungshaus f├╝r die neue Firma Oric fungiert. Das Ziel ist es eine Desktop Maschine zu entwerfen. Paul Kaufmann schreibt eine Notiz, in der er die Features eines Microtan 2 festlegt, wie z.B. Sound, Grafik, TV-Modulator usw.

Paul Kaufman John Tullis und Peter Harding Zu diesem Zeitpunkt, ist Sinclair mit seinem ZX81 schon ein fester Begriff. Der Oric-1 wird in der August (1982) Ausgabe der Tansoft Gazette angek├╝ndigt, zusammen mit einem Vorzugsgutschein, der bis zum ersten November g├╝ltig ist. Der Name Oric ist ein Anagramm aus den letzten vier Buchstaben des Wortes ‚micro‘ und wird von Tullis erdacht.

Die Anteile an Oric teilen sich: John Tullis (Manager), Peter Harding (Verkaufsdirektor), Ted Plumridge (BCA Finanzdirektor), Paul Johnson und Barry Muncaster (Direktoren von Tangerine). Das Geld kommt von British Car Auctions, dessen BCA Finanzdirektor und Vorsitzende David Wickens mit John Tullis befreundet ist. Wickins wird dazu ├╝berredet, ┬ú350.000 in die Entwicklung des Rechners zu investieren (vermutlich ist das das einzige Mal, dass Oric in den schwarzen Zahlen ist), was aber auch von der Gr├╝ndung eines neuen Unternehmens f├╝r die Vermarktung des Rechners abh├Ąngig ist.

Tangerines Aufgabe liegt in der Entwicklung des neuen Rechners und lizenzieren die Entwicklung an OPI f├╝r das sie ┬ú100.000 berechnen und zus├Ątzlich 50 Pence f├╝r jedes der ersten 100.000 verkauften Ger├Ąte, also insgesamt ┬ú150,000. Tangerine steht als Hersteller auch auf der Computerplatine: „ORIC-1 Designed by TCS Ltd“. Tangerine stellt danach seine T├Ątigkeit ein und Tansoft wird weiter ausgebaut mit Paul Kaufman als Manager.

Die ersten Vorserienmodelle werden im Dezember 1982 an Journalisten ausgeliefert. Diese Rechner sind teilweise derart fehlerhaft, dass sie gar nicht erst in Betrieb genommen werden k├Ânnen und erst ein zweites oder drittes Ersatzsystem funktioniert. Dazu kommt, dass diese Systeme teilweise noch ohne Handbuch bzw. mit mangelhafter Dokumentation geliefert werden. Es w├Ąre besser gewesen, wenn Oric die Werbung f├╝r den neuen Computer etwas zur├╝ckgehalten h├Ątte und auch die Hardware erst bei Verf├╝gbarkeit des Handbuchs ausgeliefert h├Ątte. So wird in Reviews sogar teilweise von einem Kauf abgeraten, nicht weil der Oric-1 einen Fehler hat, sondern weil die passende Dokumentation fehlt.

Der Oric-1

Oric-1 Nach vielen Verz├Âgerungen, ist der Oric-1 im Januar 1983 mit 16K f├╝r ┬ú129, der mit 48K f├╝r ┬ú169,95 zu haben. Der Oric-1 besitzt einen 6502 Prozessor, der zu dieser Zeit der am meist verkaufte Chip ist und auch in vielen anderen Rechnern noch eingesetzt wird. Als Soundchip wird der General Instruments 8912 eingesetzt. Farbgrafik wird mit 240 x 240 Pixeln bzw. 40 x 28 Zeichen dargestellt. Weiterhin verf├╝gt der Oric ├╝ber einen Kassetten-, TV- und RGB-Monitor-Anschluss, einen Centronics-Anschluss und den obligatorischen Userport.

Das Betriebssystem im 16 KByte gro├čen ROM wurde fast komplett von zwei professionellen Programmierern, Andy Brown und Chris Shaw, geschrieben. Peter Halford, Angestellter eines Fernsehgesch├Ąfts in Northampton, schrieb die Kassettenroutinen, die wochenlang von Geoff Phillips entwanzt werden mussten. Paul Kaufman schrieb die Soundfunktionen auf einem Microtan in der Programmiersprache Forth und kodierte diese per Hand in Maschinencode; abschlie├čend reichte er sie an Andy Brown weiter, der sie ins ROM packte. Das Anzeigendesign wird von Paul Sample gestaltet, der auch die Illustrationen f├╝r die B├╝cher von Tom Sharpe erstellt. Der Oric besitzt auch eine ULA, die 80 TTL Gattern ersetzt und dabei hilft die Kosten niedrig zu halten. Das Design stammte vom Industriedesigner Paul Durgin.

Oric-1 PCBZum ersten Mal wird die neue Maschine in Popular Computing Weekly (PCW) am 13. January 1983 unter der ├ťberschrift „Oric-1 – not just a Tangerine dream“ getestet und ist der erste Heimcomputer mit Farbgraphik, der unter ┬ú130 zu haben ist. Jedem Oric-1 liegt eine Ausgabe des Oric Owner Ausgabe 1 (Jan/Feb 1983), verlegt von Tansoft (als Nachfolger der Tansoft Gazette), bei.

Das erste Programm von Tansoft ist Zodiac (eine Konvertierung der Microtan-Version), Oric Chess und OricBase. Paul Kaufmann k├╝ndigt an, dass eine Basic-Version, die dem BBC Basic ├Ąhnlich ist, fast fertig gestellt sei. Auf der Er├Âffnungsparty von Oric Products International Ltd am 27. Januar 1983 f├╝r den Oric-1 in ihrem Hauptquartier am Coworth Park Mansion (Sunninghill, nahe Ascot in England) gibt Peter Harding den Abschluss von sechs gro├čen Vertr├Ągen bekannt ├╝ber den Verkauf von 200.000 Einheiten. Auf dieser Party wird auch Pascal, ein Modem und ein 5,25″ Laufwerk f├╝r den Oric angek├╝ndigt.

Peter Halford

Peter Halford, Andy Brown, Chris Shaw, Barry Muncaster und Paul Kaufman

Schon kurz nach der Markteinf├╝hrung treten die ersten Probleme auf: Hardwareprobleme, wie z.B. Kabel, die einen schlechten Kontakt haben (z.B. der Netzstecker), und Softwareprobleme mit dem Basic-Interpreter „Oric Extended Basic 1.0 ┬ę 1983 Tangerine“, wie z.B., dass „IF…THEN“ funktioniert, „IF…THEN…ELSE“ aber nicht, es sei denn das erste Kommando im ELSE-Zweig ist das PRINT Kommando.

Im April gibt Barry Muncaster, der John Tullis ersetzt hat (Tullis ist nun Vorsitzender) und nun Manager von Oric ist, bekannt, dass die Probleme mit dem Basic ausger├Ąumt seien und ein neues ROM unterwegs sei. Er k├╝ndigt f├╝r den Mai ein Modem, f├╝r Juni ein Diskettenlaufwerk und einen AD/DA-Wandler mit Relaissteuereinheit f├╝r Ende des Jahres an. Oric will weiterhin einen 10″ Farbmonitor f├╝r unter ┬ú240 anbieten. Ein weiteres Problem mit dem UHF-Modulator ist in den neueren Maschinen schon behoben. Im Mai kommt weitere Kritik wegen der Laderoutinen im Oric auf. Oric k├╝ndigt daraufhin den Vertrag mit Cosma Sales in Witney, Oxfordshire, welche die Kassetten f├╝r Tansoft kopiert. Diese beteuern aber, dass die Laderoutinen im Rechner schuld seien. Viel sp├Ąter gibt Oric bekannt, dass ein fehlerbereinigtes ROM auch die Kassettenroutinen verbessern soll.

In der Juni Ausgabe 1983 des Oric Owner werden weitere Versprechen gemacht. Es werden Joysticks, Lichtgriffel, I/O Karten, Speichererweiterungen und ein Sprachmodul angek├╝ndigt. Software gibt es immer noch sehr wenig, da Programmierer kaum Informationen ├╝ber das ROM haben, wie z.B. Einsprungpunkte; vermutlich weil Tangerine zwar eine Lizenz f├╝r das Microsoft-Basic im ROM besa├č, Oric sich aber keine eigene angeschafft hatte, um Geld zu sparen und deshalb Stillschweigen ├╝ber das ROM bewahrte (offiziell wird bekanntgegeben, dass der Code sich noch ├Ąndern und sich so Einsprungpunkte noch verschieben k├Ânnten).

Am 1. Juli 1983 wird Allan Castle der neue Finanzdirektor. Das versprochene Modem wird jetzt vermutlich aber erst im September erscheinen, daf├╝r gibt es aber von I.J.K. ein Joystick-Interface. Im September tritt Philip Denyer als Verkaufsdirektor der Firma bei und Mike Prymaka wird Produktionsmanager. Rosalind Zawadska steigt von der Ausbildungsmanagerin zur Handelsmanagerin auf und Greg Wood von Tandata wird Exportmanager (viele Manager f├╝r eine kleine Firma). Bis September 1983 sind in Frankreich gerade einmal 35.000 Ger├Ąte verkauft, in Gro├čbritannien 21.500 Ger├Ąte und in ├ťbersee insgesamt 72.500 Ger├Ąte. Das ist weit von den 400.000 Ger├Ąten entfernt, die Harding angek├╝ndigt hat bis 1984 zu verkaufen. Immerhin schafft es Oric bis Mai 1984 nach Analysen des Marktforschungsunternehmen MRIB auf den dritten Platz in Gro├čbritannien, schafft es aber nie dem ZX Spectrum wirklich gef├Ąhrlich zu werden.

Oric ist Mitte 1983 schon in Schwierigkeiten. Aber Barry Muncaster will 2,25 Millionen Pfund in Oric investieren. Im Oktober ist der Oric-1 sogar der am meist verkaufte Heimcomputer in Frankreich. Am 13. Oktober 1983 brennt die Fabrikationshalle von Kenure Plastics in Berkshire, in der der Oric.1 produziert wird, ab. Knapp 7000 Orics und zig unverarbeitete Komponenten fallen dem Feuer zum Opfer.

Da Oric seine Finanzreserven aufgrund der gestiegenen R&D Kosten, haupts├Ąchlich aufgrund der versprochenen Diskettenlaufwerke, ein Modem und ein Drucker, zu schnell aufbraucht,  sieht sich John Tullis nach Investoren um. Am 18. November 1983 erwirbt Edenspring Investments PLC Oric zu einem Gegenwert von 4 Millionen Pfund. Peter Jones und Nicholas de Savary von Edenspring werden neue Direktoren bei Oric.

Der Atmos

Oric Atmos MicrodiscDiejenigen, die ihren Oric-1 direkt bei Oric erstanden haben, bekommen Weihnachten 1983 ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Sie sollen ihren Oric-1 f├╝r ┬ú49,95 gegen einen Atmos eintauschen k├Ânnen. Im Februar 1984 wird der neue Oric Atmos f├╝r ┬ú170 vorgestellt. Er ist aber nicht wirklich ein Upgrade, sondern ein Oric-1 mit Issue-4 Platine in einem neuen Geh├Ąuse, das auch wieder von Paul Durgin entworfen wurde. Die Tastatur ist etwas gr├Â├čer und besitzt zus├Ątzliche Funktionstasten, aber nicht unbedingt besser als die des Oric-1. Der Atmos wird mit einer aktualisierten Firmware, ROM Version 1.1, ausgeliefert, in der zwar immer noch einige Fehler enthalten sind, aber zumindest die schlimmsten 1.0 Bugs beseitigt wurden. Der neue Oric ist ein wenig schneller als der alte Rechner. Allerdings sind die Laderoutinen f├╝r Kassetten immer noch fehlerhaft und man ben├Âtigt mehrere Versuche um ein Oric-Tape zu laden. Erst als Oric alle alten (fehlerhaften) ROMs verkauft hatte, setzte man korrigierte ROMs ein.

Zugleich erscheint von M.C.P. ein Sprachsynthesizer, ein programmierbares Joystickinterface, eine Echtzeituhr und ein RS232-Interface. Obwohl bis zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 50% der erhofften Oric-1 verkauft worden sind, spricht Oric schon ├╝ber einen weiteren Nachfolger, den Stratos.

Im April 1984 erscheint das Byte Drive 500, das einen erweiterten Befehlssatz gegen├╝ber der Microdisc (wird im selben Monat im Oric Owner beworben) besitzt. Das BD 500 DOS wurde von Peter Halford geschrieben. Im Sommer 1984 sieht es f├╝r Oric recht gut aus…

Oric Modem Protek Joystickinterface Im Juni 1984 ist endlich das versprochene Microdisc f├╝r ┬ú299 lieferbar. Ein 80 Zeichen/Zeile Drucker wird angek├╝ndigt. Am 4.August 1984 wird in P.C.N. berichtet, dass Oric ├╝ber 2 Millionen Pfund Schulden bei 12 gro├čen Zulieferern hat. Allerdings w├Ąre dieses, so Oric, v├Âllig normal. In den n├Ąchsten zwei Monaten wird klar, dass Oric ernste finanzielle Probleme hat. Im Oktober 1984 ist nun auch endlich das Modem, 18 Monaten nach Ank├╝ndigung, f├╝r ┬ú100 lieferbar. In diesem Monat erscheint auch ein programmierbares Joystickinterface von Protek.

Anfang November 1984 kaufen Muncaster und Johnson die Mehrheit der Aktien an Tansoft. Paul Kaufman und Cathie Burrell verlassen Oric, um die Firma Orpheus zusammen mit Geoffrey Guy und Geoff Phillips zu gr├╝nden. Nun wird Tansoft von Adrian Rushmore geleitet, der den Atmos weiter supporten m├Âchte. Im Laufe des Jahres tritt John Tullis auch als Vorsitzender zur├╝ck und wird durch den Vorsitzenden von Edenspring, David Duguid, ersetzt.

Am 15. November werden in der P.C.W. Pl├Ąne von Oric vorgestellt, drei neue Mikrocomputer zu ver├Âffentlichen: Den Stratos f├╝r ┬ú250 (auch bekannt als IQ164), einen 8086 PC f├╝r ┬ú400 (mit Kassetteninterface) und einen portablen 8086 f├╝r ┬ú3000.

Im Januar schlie├čt das Oric Hauptquartier in Ascot, da nach vielen Entlassungen nicht mehr viele Angestellte ├╝brig sind. Die Zukunft der Oric Produktion in England h├Ąngt nun von den Verk├Ąufen im ersten Quartal ab. In Frankreich geht es Oric ein wenig besser, dort soll ab Februar der Stratos verkauft werden.

Der Stratos

Oric Stratos Im Januar 1985 sind die Magazine in Frankreich voll mit Artikeln ├╝ber den neuen Oric Stratos, auch wenn der tats├Ąchliche Erscheinungstermin noch nicht feststeht. Ab dem 1. Februar ist es dann soweit, der Stratos ist erh├Ąltlich und ausgestattet mit zwei Cartridge-Slots, davon einer f├╝r den Basic-Interpreter, und anderen Features. Trotzdem ist er nichts anderes als ein etwas erweiterter Atmos, der wiederum auf dem Oric-1 basiert. Das Basic wurde etwas erweitert und nennt sich jetzt Extended BASIC.

Am 2. Februar 1985 stellt Edenspring Oric unter Konkursverwaltung. Oric schuldet nun ├╝ber 5,5 Millionen Pfund, besitzt aber nur Immobilien im Wert von 3 Millionen Pfund.

ITL geht ebenfalls in den Konkurs. Gerade als ITL untergeht, hat Peter Halford f├╝r den Oric eine Z80 Prozessorkarte fertiggestellt, die es erlaubt CP/M 2.2 auf dem Oric laufen zu lassen. Inzwischen bieten sechs Firmen f├╝r Oric: A.S.N., Denis Taieb, Eurohard SA (die Besitzer des Dragon), Eureka Informatique (eine franz├Âsische Firma), eine indische Firma und Barry Muncaster mit Paul Harding. ├ťber drei Monate verhandeln sie alle mit dem Konkursverwalter Dennis Cross von Chater & Myhill.

Zwar ist Oric sehr gewachsen (120.000 Orics wurden inzwischen alleine in Frankreich verkauft), trotzdem wird am 5. M├Ąrz Oric zum Verkauf von Dennis Cross in der Financial Times ausgeschrieben. Im Mai ist es mit Tansoft vorbei – sie gehen in Liquidation und Opelco, die lange die Distributoren f├╝r Oric in Europa au├čerhalb von Frankreich gewesen sind, kaufen die gesamten Tansoft Aktien und U.K. Copyrights auf Software auf. Weiterhin ├╝bernehmen sie ITLs Z80 Board und produzieren weiter f├╝r den Export nach Ost-Europa. Fabrice Broche Im Juni ist Oric in England nicht weiter existent. Die Fabrikationshalle ist geschlossen und zu Oric France besteht keine Verbindung mehr. Es scheint, dass die Pl├Ąne die Produktion wieder anlaufen zu lassen, gestoppt wurden.

Am 1. Juni 1985 kauft Eureka Informatique Oric f├╝r einige hunderttausend Pfund auf und die Produktion soll nun in die Normandie bis zum Ende des Monats verlegt werden; bis Ende September will Eureka entscheiden, wie es mit dem Stratos weitergeht.

Von nun an geht es mit Oric haupts├Ąchlich in Frankreich weiter. Im August 1985 stellt Oric International (Eureka hat den Namen beibehalten) Fabrice Broche, der schon zu Oric-1 Zeiten das Oric-ROM disassembliert hatte, und Dennis Sebbag ein, um das neue DOS f├╝r den Oric mit Namen Sedoric fertig zu stellen. Die neu aufgelegte Maschine, der Atmos, erscheint p├╝nklich und hat zwei wesentliche Verbesserungen, zum einen ist das Kassetteninterface verbessert, zum anderen wurde das Taktsignal verst├Ąrkt.

Der Telestrat

Oric Telestrat In der Zwischenzeit will Oric International mit dem Stratos weitermachen. Leider hat sich A.S.N. den Namen inzwischen schon sch├╝tzen lassen. Der Stratos soll als Terminal f├╝r das franz├Âsische Minitel dienen. Im November 1985 beginnt Fabrice Broche am Telestrat zu arbeiten. Das neue DOS Sedoric ist fertiggestellt und wird im Herbst ausgeliefert. Im Winter 1985 verabschiedet sich A.S.N. vom Oric Markt. In Anzeigen werden noch alle Teile f├╝r den Atmos angeboten, aber kein Wort mehr ├╝ber den Stratos. Anfang 1986 wird der Telestrat in Frankreich in Anzeigen beworben, allerdings verfr├╝ht. Trotzdem sind die Zeitschriften wieder voll mit Previews. Der Telestrat verf├╝gt ├╝ber ein zweiseitiges 3″ Diskettenlaufwerk, 11 I/O Ports, BASIC und die n├Âtige Software, um ein Minitel Board anzusteuern.

Bis April ist der Telestrat immer noch nicht erh├Ąltlich, da nun ATV in der Normandie bankrott ist. Eureka baut nun eine Produktionsstra├če in Livarot auf, um die Produktion bis Ende Mai zu beginnen.

L'Oric a Nu Im April erscheint das wohl beste Buch ├╝ber den Oric von Fabrice Broche: L’Oric a Nu (der nackte Oric), ein komplettes Disassembly der 1.0 und 1.1 ROMs. Endlich, im September, erscheint der Telestrat zum Preis von ┬ú399. Der Atmos wird weiterhin f├╝r ┬ú99 verkauft. Der Telestrat ist aber zu speziell auf einen Markt fixiert und zu teuer. Wenn nur der Stratos im Juni 1985 f├╝r ┬ú200 verkauft worden w├Ąre… Wenn Eureka den Atmos nur weiter supportet h├Ątte… Aber im M├Ąrz 1987 wird die Produktion des Atmos eingestellt.

Im April 1987 er├Âffnet Oric einen Shop in Paris und bring ein doppelseitiges Diskettenlaufwerk auf den Markt (18 Monate zu sp├Ąt). Weiterhin werden einige Cartridges und Peripherie f├╝r den Telestrat produziert, darunter Tele-Ass (ein Assembler), Tele-Forth und eine 64KByte RAM Erweiterung.

Im September 1987 k├╝ndigt Oric International den Telestrat 2 f├╝r November an. Er soll ein Metallgeh├Ąuse besitzen, zwei 800KByte Diskettenlaufwerke, ein separates Keyboard und eine 80 Zeichen/Zeile Karte… Der Atmos kostet zu diesem Zeitpunkt ┬ú49 bei Opelco. Im Dezember 1987 kommt es dann zum zweiten Crash. Oric International meldet Konkurs an und schuldet dem Finanzamt hohe Summen. Ken Smalldon k├╝ndigt einen Ausverkauf an und im M├Ąrz 1988 schlie├čt Oric die Pforten zusammen mit Phildata. Im Dezember 1988 schlie├čt auch der Shop in Paris. Die Firma I.R.I. sichert sich den verbleibenden Lagerbestand und den Namen. Bis jetzt hat Oric gerade mal 6000 Telestrats verkauft.

Danksagungen & Links
Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen:

Oric World
Oric FAQ
Microtan 65 Information Site