SharpDas vorliegende Firmenprofil ist noch sehr lĂŒckenhaft. Es sind auch noch nicht alle Rechner verzeichnet. Wer weitere Informationen bzw. technische Daten ĂŒber die Rechner vorliegen hat, möge mir diese bitte zusenden!
Vielen Dank!

Die Vorgeschichte

Im Jahre 1912 eröffnet Tokuji Hayakawa in Tokyo ein Metallwerk. Knapp drei Jahre spĂ€ter (1915) erfindet dieser den ersten mechanischen Bleistift, der unter dem Namen „Ever-Sharp“ bekannt wird. Aus diesem Namen leitet sich der Name der Sharp Corporation letztendlich ab. Ab 1925 werden zunĂ€chst Kristall-Radios produziert, vier Jahre spĂ€ter dann mit „Sharp Dyne“ das erste mit Netzspannung betriebene Röhrenradio. 1951 baut Sharp den Prototyp eines Fernsehers und beginnt nach zwei Jahren mit der Produktion derselben.

1964 entwickelt Sharp den weltweit ersten auf Transistortechnik basierenden Tischrechner, den „Compet“. Die Transistortechnik ist aber schon bald ĂŒberholt und 1966 erscheint von Sharp ein Tischrechner, der ICs verwendet. Mit dem EL Taschenrechner gibt es 1979 einen Rechner in KreditkartengrĂ¶ĂŸe.

Der MZ80

MZ80K 1978 bringt Sharp den MZ80K auf den Markt. Er ist der erste Rechner der MZ-Serie und gehört mit dem Apple II und TRS-80 zu den bekanntesten Rechnern. Der MZ80K verfĂŒgt ĂŒber ein eingebautes Kassettenlaufwerk und einen eingebauten 9″ Monitor. In der Grundversion wird er mit 24 KByte Arbeitsspeicher ausgeliefert. Da aber die Programmiersprache BASIC erst von Kassette geladen werden muss, bleiben zum Programmieren ca. 8 KByte ĂŒbrig.

Mit Hilfe einer Erweiterungskarte kann der MZ80K auch hochauflösende Grafik (320×192 Pixel) darstellen. Hierzu wird der vorhandene Zeichensatz umdefiniert. Die beiden Nachfolger K2 und K2e bieten zwar mehr RAM, werden aber nur in Japan verkauft.

MZ80A MZ80B Ein Jahr spĂ€ter löst der MZ80A den MZ80K und dessen Nachfolger ab. Dieser ist technisch fast identisch, verfĂŒgt aber ĂŒber ein richtiges Keyboard und erweiterte Textmodi, sowie einen Centronics-Port. Auch dieser besitzt keine fest eingebaute Programmiersprache, wie auch alle anderen „Clean“-Computer von Sharp. Der MZ80A wird in Japan unter der Bezeichnung MZ1200 verkauft.

Der MZ80B bietet schließlich eine verbesserte Grafikauflösung und auch ein 5.25″ Diskettenlaufwerk ist fĂŒr diesen erhĂ€ltlich, das auch zu den VorgĂ€ngern kompatibel ist.

Der X1

X1 X1 turbo3 Praktisch zeitgleich mit der MZ80-Serie bringt Sharp die X1-Serie 1982 auf den Markt. Der X1 ist der erste Vertreter dieser Serie und verfĂŒgt praktisch ĂŒber die selben technischen Daten wie der MZ2000, ist zu diesem aber nicht kompatibel. Obwohl der X1 in Japan einen großen Erfolg hat, wird er nicht in anderen LĂ€ndern vermarktet. Der X1 ist ausgestattet mit einer 4MHz getakteten Z80A CPU und 64 KByte RAM und kann hochauflösende Grafiken mit bis zu 640×200 Pixeln darstellen. In dieser Konfiguration wird er in mehreren Modellen fast unverĂ€ndert bis 1984 gebaut. Abgelöst wird er vom X1 turbo, der ĂŒber eine verbesserte Grafikauflösung mit 4096 Farben verfĂŒgt. 1988 wird die X1 Serie schließlich eingestellt.

Der MZ700

MZ7211983 erscheint der MZ700, der den MZ80 ersetzt, aber noch kompatibel zu ihm ist. Den MZ700 gibt es in drei Versionen: Dem Basismodell MZ711, einem um einen eingebauten Kassettenrekorder erweitertes Modell MZ721 und das Spitzenmodell MZ731, das ĂŒber einen zusĂ€tzlichen 4-Farb-Plotter verfĂŒgt. Bis auf den Kassettenrecorder und den 4-Farb-Plotter sind alle Modelle technisch identisch und können entsprechend auch aufgerĂŒstet werden. Der MZ700 ist ein sehr kompaktes GerĂ€t, in dem so ziemlich alles eingebaut ist, was man von einem Heimcomputer erwarten kann. Gerade die Vielzahl der vorhandenen AnschlĂŒsse unterscheidet ihn von den meisten anderen Rechnern. Der Kassetten- und Druckerport gibt es sogar zweimal, einmal fĂŒr das interne und einmal fĂŒr ein externes GerĂ€t, wobei aber jeweils nur eines angesteuert werden kann. Die Tastatur ist mit ihren 69-Tasten sehr ergonomisch aufgebaut und entspricht in ihren Ausmaßen einer regulĂ€ren Schreibmaschinentastatur.

Leider muss das S-BASIC (ca. 28 KByte) zeitaufwendig von Kassette nachgeladen werden, eingebaut ist nur ein kleiner Maschinenmonitor. Vorteilhaft dabei ist aber, dass, wenn eine andere Programmiersprache verwendet werden soll, dieser mehr RAM-Speicher zur VerfĂŒgung steht. 1985 erscheint noch der MZ780, der mit einer 80 Zeichen/Zeile-Karte und einem Diskettenlaufwerk ausgestattet ist. Da aber schon bald andere Rechner mit bessere Grafik und Sound aufwarten können, findet der MZ700 keine ĂŒbermĂ€ĂŸig große Verbreitung.

Der MZ800

MZ821 Die Serie MZ800 löst gegen Ende 1984 den MZ700 ab. Diese Rechner sind kompatibel zu den VorgĂ€ngern der MZ700 und MZ80 Serie, verfĂŒgen aber ĂŒber neue Features. Gerade im Bereich Grafik und Sound hat sich einiges getan, so wurde die Grafikauflösung verdoppelt (erweitert man den Bildschirmspeicher sind in der höchsten Auflösung sogar 4 Farben möglich) und der MZ800 kann nun dreistimmig Töne erzeugen. Ebenfalls wurde das S-BASIC stark erweitert und belegt nun ĂŒber 40 KByte RAM.

MZ1500 Neu ist auch, dass der Kassettenrekorder durch ein 2.8″ Diskettenlaufwerk, der „Quick-Disk“ (MZ-1F11) ersetzt werden kann, das auch mit der 700er-Serie funktioniert. Die Programmiersprache muss aber weiterhin von Kassette, Quick-Disk oder Floppy-Disk geladen werden. Im ROM sind auch Routinen vorhanden, die es erlauben eine 64 KByte RAM-Disk anzulegen. Mit dem Diskettenlaufwerk wird der MZ800 sogar CP/M kompatibel und kann Programme wie Wordstar, dBase II und Multiplan ausfĂŒhren. In Japan wird er als MZ1500 in einem schwarzen GehĂ€use verkauft.

Der X68000

X68000 ACE X68000 Pro2Mit dem X68000 gibt es 1987 einen Nachfolger zum X1. Da die Z80 CPU inzwischen technisch völlig ĂŒberholt ist, ersetzt sie Sharp durch den sehr viel leistungsfĂ€higeren M68000 von Motorola, der auch in Rechnern wie den Atari-ST und Commodore Amiga verwendet wird. Der X68000 verfĂŒgt ĂŒber viele interessante Features und ist in einigen Punkten sogar leistungsfĂ€higer als seine Konkurrenten mit 68000er Chip. Der Grafikchip erlaubt Auflösungen bis zu 1024×1024 Pixel und 64K Farben, Hardware-Sprites, Hardware-Scrolling und Genlocking. Als Betriebssystem wird Human 68K eingesetzt, das wie CP/M oder MS-DOS aussieht und eine graphische OberflĂ€che mit Namen VS benutzt (diese wird spĂ€ter beim X68030 durch SX Windows 3.0 ersetzt).

X68000 Super Leider wird der X68000 nicht außerhalb Japans verkauft, hat dort aber einen riesigen Erfolg. Er ist heute in Japan noch recht verbreitet und inzwischen existieren auch Minix und Unix-NetBSD als alternative Betriebssysteme.

Heute ist Sharp in vielen Bereichen angesiedelt. Angefangen bei Mikrowellenherden und KĂŒhlschrĂ€nken, ĂŒber HiFi- und TV/VCR-Komponenten, Elektronik-Organizerern, Taschenrechnern, Kopierern, LCDs, Kassensysteme, bis hin zu Notebooks, stellt Sharp heute so ziemlich alles her, was mit Elektronik zu tun hat.

Danksagungen & Links
Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen:

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