YouTube: Let’s build Video vom RCT

Let’s build Videos, also Videos darüber, wie der RCT zusammengebaut wird, gibt es bereits einige. Eine entsprechende Playlist ist im YouTube-Kanal des 8Bit-Museums verfügbar. Ebenso gibt es ein eigenes Let’s build von ca. 30 Minuten Dauer.

User Redled hat jetzt eine Serie von Videos veröffentlicht, wo er nicht nur den RCT zusammenbaut und anschließend ausführlich testet, sondern auch gleich mit der Hardware herumexperimentiert und sich nicht mehr so ganz an die Aufbauanleitung hält. Bisher umfassen diese Teile zusammen ganze 12 Stunden. Der eigentliche Zusammenbau sollte aber i.d.R. maximal zwischen vier bis sechs Stunden dauern.

Video: RCT Teil 1, redled, YouTube

 

Video: RCT Teil 2, redled, YouTube

 

Video: RCT Teil 3, redled, YouTube

Video: RCT Teil 4, redled, YouTube

Achtung:

Die in den Videos vorgenommen Modifikationen sind nicht notwendig und auch nicht unbedingt empfohlen. Die Bauteillisten enthalten abgestimmte Bauelemente, so dass nicht experimentiert werden muss! Dennoch sind die technischen Zusammenhänge gut erklärt und interessant zu verfolgen.

 

Retro: Computersendungen in den 1980er

Anfang der 1980er gab es einige Computersendungen im deutschen Fernsehen, die den Zuschauern den Umgang und die Einsatzmöglichkeiten eines Computers näher bringen sollten. In diesem Beitrag werden ein paar der erfolgreicheren Sendungen vorgestellt.

WDR ComputerClub (1981-2003)

WDR ComputerclubVon 1981 bis 2003 lief der Computerclub im WDR, anfangs noch unter dem Titel eff-eff, ab 1983 dann als eigenständiges Sendeformat unter dem Titel Computerclub mit Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph als Moderatoren. Erdacht wurde das Sendeformat von den beiden Moderatoren zusammen mit Ulrich Rohde, der zum damaligen Zeitpunkt Redakteur der Computerzeitschrift mc war.

In der Sendung wurden allerlei Hardware-Bastelleien vorgestellt, die der Zuschauer nachbauen konnte. Besonders kurios war die Ausstrahlung von Programmen im BASICODE-Format über das Tonsignal der Sendung. Diese konnten mit einem handelsüblichen Kassettenrekorder aufgezeichnet werden und dann von vielen Heimcomputern geladen werden. Aufgrund des teilweise langen Hard-Bit-Rocks, zu dem keine Moderation möglich war, erfolgte die Ausstrahlung zum Ende der Sendung. Ab Januar 1986 wurden die Daten dann in der Austastlücke des Videosignals ausgestrahlt. Damit konnte während der Sendung mit Hilfe einer kleinen Zusatzhardware, dem Videodatdekoder, immerhin knapp 90 KByte (ca. 50 Byte/s) empfangen werden. Später wurde die Übertragungsgeschwindigkeit über 200 Byte/s (1988) auf bis zu 10 kbit/s (1993) gesteigert.

Nach 400 Sendungen wurde der WDR Computerclub eingestellt. Seit Mitte 2006 führten Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph die Sendung als Computerclub 2 im Internet als Audio-Podcast fort, seit Mitte 2007 dann auch als Video-Podcast, der bis 2016 in den Studios von NRW.TV aufgezeichnet wurde. Ab da wurde die Sendung in einem eigenen Studio produziert.

Ende 2016 gab Wolfgang Back bekannt, die gemeinsame Produktion mit Wolfgang Rudolph zu beenden. Seitdem führt Wolfgang Rudolph sowohl die Videosendung als auch die Audiosendung in alleiniger Verantwortung unter dem Namen CC2.tv fort. Am 5.12.2019 verstarb Wolfgang Rudolf in Köln.

YouTube: WDR ComputerClub Folge 399

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74123 Multivibrator Test in IC-Testern

Im Gegensatz zu vielen anderen kommerziellen Testern implementiert der Retro Chip Tester bisher keinen Test für den 74123, einen „Dual Retriggerable One-Shot with Clear and Complementary Outputs“.

Meiner Meinung nach kann ein solcher Baustein nur dann sinnvoll getestet werden, wenn die notwendigen externen Komponenten auch beschaltet werden, was aber durchweg bei diesen Tests nicht der Fall ist.

Ich habe mir hierzu die Tests von zwei bekannten Testern angesehen: BeeProg2 und TL-866. Beide Tester geben vor diesen Baustein testen zu können und beide Tester verwenden Vektoren, um die Tests zu beschreiben:

Beim BeeProg2 sieht der Test wie folgt aus:

000HL0XG000HL0XV
110HL0XG110HL0XV
010HL0XG010HL0XV
111HL0XG111HL0XV
000HL0XG000HL0XV
101HL0XG101HL0XV

Der TL-866 verwendet ganz ähnliche Vektoren:

000HLLZG000HLLZV
110HLLZG110HLLZV
010HLLZG010HLLZV
111HLLZG111HLLZV
000HLLZG000HLLZV
101HLLZG101HLLZV

Der 74123 enthält zwei Multivibratoren, daher ist die Pinbelegung für den ersten Multivibrator:

Pin 1 = A1
Pin 2 = B1
Pin 3 = CLR1
Pin 4 = /Q1
Pin 13 = Q1
Pin 14 = Cext
Pin 15 = Rext/Cext

Um die Pins leichter identifizieren zu können, wurden die nicht relevanten Informationen aus den Tests entfernt:

BeeProg2:

000H--------L0X- # deaktiviert mit clear, Q1=L, /Q1=H
110H--------L0X- # deaktiviert mit clear, Q1=L, /Q1=H
010H--------L0X- # aktiviert mit clear, Q1=L, /Q1=H
111H--------L0X- # deaktiviert, Q1=L, /Q1=H
000H--------L0X- # deaktiviert mit clear, Q1=L, /Q1=H
101H--------L0X- # deaktiviert, Q1=L, /Q1=H

Cext ist GND
Rext/Cext ist undefiniert (MPU ist auf Eingang geschaltet)

Der Test des TL-866 ist vergleichbar, nur Rext/Cext ist „offen“ (und nicht auf GND):

000H--------LLZ-
110H--------LLZ-
010H--------LLZ-
111H--------LLZ-
000H--------LLZ-
101H--------LLZ-

Cext ist "offen" (MPU ist auf Eingang geschaltet)
Rext/Cext ist mit Pullup nach Vcc

Die Eingänge A1/B1/CLR werden als Enable verwendet. Ein Impuls wird ausgelöst, wenn A1=L, B1=H und CLR1=H… Nur genau diese Kombination ist nicht Teil der obigen Vektoren!

Wenn wir uns die Testvektoren genauer ansehen, stellen wir fest, dass entweder durch die gewählt A/B-Kombination der Baustein immer deaktiviert ist oder in dem einen Fall, wo A/B einen Impuls auslesen könnte, ist CLR aktiviert.

Dabei hat sich hier auch noch ein Fehler eingeschlichen, denn wäre im Schritt davor CLR nicht schon auf „0“ gelegt, würde tatsächlich (ungewollt) ein Impuls ausgelöst werden, da die Vektoren von links nach rechts ausgewertet werden und nachdem B angelegt wurde und bevor CLR auf „0“ gelegt wird, u.U. die Eingänge auf einen gültigen Zustand für einen Impuls haben könnten könnten.

Wie gehen die Tester mit den externen Komponenten um? Cext müsste mit einen Kondensator mit Rect/Cext verbunden werden, Rext mit einem Widerstand nach Vcc. Der Beeprog2 ist Rext/Cext undefiniert (vermutlich ist der Pin an der MPU auf Eingang geschaltet) und legt Cext auf GND, der TL-866 legt zumindest Rext/Cext mit einem Pullup auf Vcc und lässt Cext „offen“ (Pin an der MPU auf Eingang geschaltet).

Hier verhält sich der TL-866 bzgl. Rext/Cext korrekt, da ein Pullup als Rext verwendet wird, bzgl. Cext verhält sich der BeeProg2 korrekt, der Cext auf Masse legt. Wenn schon ohne externe Komponenten getestet wird, dann wäre eine Kombination aus beiden wünschenswert, also Cext auf GND und Rext/Cext auf „Z“, also per Pullup auf Vcc. Damit würde nur der Kondensator fehlen. Durch die fehlende Kapazität sollte der Impuls dann direkt (d.h. nach ein paar ns) ausgelöst werden. Auf jeden Fall zu schnell, um ihn detektieren zu können.

Die Hauptfunktion dieses ICs besteht darin, nach einer bestimmten Zeit einen Impuls auszulösen. Durch den Kondensator und den Widerstand wird die Zeit festgelegt. Die obigen Vektoren zeigen aber, dass weder ein Impuls abgegeben wird, dessen Zeit man messen könnte, noch der Baustein innerhalb seiner Spezifikation betrieben wird.

Einfach ausgedrückt: Es wird ein wenig an den Eingängen „herumgeklimpert“ und bei keiner Kombination wird ein Impuls ausgelöst, die beiden Ausgänge verändern bei keinem Test-Vektor ihren Zustand.

Mein Fazit: Die in diesen Testern implementieren 74123 Tests machen aus funktionaler Sicht keinen Sinn. Kommentare sind herzlich willkommen.

Update 5.11.2021

Ich bin von einem User auf den ELV-Tester aufmerksam gemacht worden. Dieser verwendet keine vektorbasierte Tests, sondern eine Pascal ähnliche Sprache. Zwar kann auch dieser Tester den 74123 nicht verlässlich testen, aber er löst zumindest einen Impuls aus auf den getestet wird. Danach muss der Zustand innerhalb einer gewissen Zeit wieder zurückfallen. Das ist nicht optimal, aber sehr viel besser als das, was die beiden o.g. Tester als Ergebnis liefern.

Intel 2107 Adapter für Retro Chip Tester erhältlich

Der lang erwartete „Intel 2107“-Adapter ist nun erhältlich. Der bisher vorhandene Test funktionierte nur mit dem Original Intel 2107 verlässlich, mit den alternativen Typen, z.B. MM5280 oder TMS4060, gab es leider oft Probleme.

Die Gerber-Dateien sind bereits veröffentlicht und können von Besitzern des RCTs heruntergeladen werden oder bestellt werden.

Retro Chip Tester hilft bei Apple I Instandsetzung

Der Retro Chip Tester (RCT) wurde kürzlich bei der Instandsetzung einer der seltenen Apple I verwendet.

BasicGallery, das historische Archiv von BasicNet, schaltete den Apple-I am Freitag, den 15. Oktober, nach dem Austausch von zwei nicht funktionierenden Komponenten ein. Marco Boglione erwarb 2010 den Apple I bei einer Christie’s-Auktion für 157.245 Euro.

Marco Boglione ist ein italienischer Unternehmer und der Gründer und Präsident von BasicNet zu dem die Marken Kappa, Robe di Kappa, K-Way, Superga, Jesus Jeans, Briko und Sebago gehören.

Die Computerausstellung befindet sich in Turin, im ersten Stock von BasicVillage, dem Hauptsitz von BasicNet.

Der vollständige Bericht ist hier zu sehen. Weitere schöne Bilder mit dem RCT – Seite an Seite mit dem Apple I – gibt es hier.

Bilder: basicnet

Tipp: Der verrückte Bergmann

Stage 4 Level 6Die Abenteuer um Willy dem Bergmann, gehören zu den beliebtesten Spielen für den ZX Spectrum. Die Spiele werden auf unzählige andere Systeme sowohl offiziell als auch inoffiziell portiert und kaum ein Computerbesitzer Anfang der 80er Jahre hat nicht Manic Miner oder Jet Set Willy gespielt.

Das 8Bit-Museum.de widmet dem Manic Miner Willy einen eigenen Eintrag.

2107 Adapter Prototyp für Retro Chip Tester

Der bisher vorhandene Test funktioniert nur mit dem Original Intel 2107 verlässlich, bei den alternativen Typen, z.B. MM5280 oder TMS4060, gab es leider fast immer Probleme.

Aktuell wird ein Prototyp einer Adapterplatine getestet, mit der auch kompatible IC Typen getestet werden können. Auch wenn der Prototyp bereits funktioniert, wird noch einmal ein neues Platinendesign geben (der Prototyp hat z.B. noch ein paar Jumper/Anschlüsse die nicht benötigt werden).

Die finale Version sollte in drei bis vier Wochen vorliegen. Die Gerber-Dateien sind aber schon veröffentlicht.