Vor 35 Jahren: Die erste E-Mail wird in Deutschland empfangen

Am 3. August 1984 um 11:14 Uhr wurde die erste Internet E-Mail in Deutschland von Michael Rotert an der Universität Karlsruhe (TH) unter der Adresse „rotert@germany“ empfangen. Es handelte sich dabei um eine Grußbotschaft von Laura Breeden („breeden@scnet-sh.arpa“) aus Cambridge, Massachusetts.

„Wilkomen in CSNET! Michael, This is your official welcome to CSNET.“

Die Nachricht wurde über die US-amerikanischen Plattform CSNET, die zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern gedacht war, einen Tag zuvor, am 2. August 1984 um 12:21 Uhr, losgeschickt.

Mehr wissenswertes zur E-Mail und ihrer Geschichte gibt es in der Wikipedia.

Review: Omni 128HQ Laptop

Ich habe in den letzten Jahren viele Emulatoren ausprobiert. Sicherlich sind diese gut, wenn man ein altes Spiel einmal wieder schnell spielen möchten, aber das echte Retro-Feeling kommt dabei nicht auf. Einen echten ZX Spectrum aufzubauen ist heute schon etwas aufwendiger: Der Fernseher muss das alte TV-Signal noch verstehen (oder der ZX Spectrum auf FBAS umgebaut werden, was aber heute auch nicht mehr jeder Fernseher versteht) und die Spiele mit einem Kassettenrekorder zu laden ist auch nicht trivial, müssen die Tapes noch i.O. sein und ebenso der mindestens 35 Jahre alte Rekorder.

RetroRadionics bietet seit einiger Zeit den Omni 128HQ an. Es ist im Grunde eine Weiterentwicklung des ZX Harlequin 128K (über die 48K Version des Harlequin habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, welches von SuperFo entwickelt wurde) mit folgenden Features:

  • 128 KByte RAM
  • divMMC mir zwei integrierten SD Card Interfaces
  • zwei Joystick Ports (einmal Kempston kompatibel, einmal Sinclair kompatibel)
  • RGB Ausgang
  • Composite-Video Ausgang
  • HDMI Ausgang (derzeit nicht aktiv, soll später über eine Zusatzplatine aktivierbar sein)
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Stromversorgung über Akkus möglich

Fehlender Piezo-Lautsprecher

Einen Piezo-Lautsprecher hat der Omni übrigens nicht eingebaut. Möchte man den typischen ZX Spectrum Sound genießen, muss man hier selbst einen geeigneten Piezo-Laufsprecher einbauen. Platz hierfür ist auf der Platine vorhanden. Diesen hätte man mit einem DIP Schalter schaltbar machen können, welches wesentlich flexibler gewesen wäre.

Der Omni verfügt aber nicht nur über die 128 KByte Arbeitsspeicher der „großen“ ZX Spectrums, sondern verfügt auch über mehr ROM-, genauer über EEPROM-, Speicher, die es erlauben, mehr als ein Betriebssystem unterzubringen. So ist es möglich per DIP-Schalter folgende ROMs zu aktivieren:

  • Diagnose ROM (funktioniert nicht mit divMMC)
  • Jupiter ACE Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • ZX81+ Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • 128 BASIC (1985) (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • SE Basic 3.2
  • +2e BASIC (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • 48 BASIC
  • 128 BASIC (1986) (divMMC in USR0 Mode)

Bis auf den fehlenden Piezo-Lautsprecher, hört sich das alles erst einmal gut an, aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, aber dazu später mehr.

Bestellung und Lieferung

Bestellt hatte ich den Omni am 1. Februar 2019. Die Lieferung zog sich eine ganze Weile hin, denn der Omni wird per Hand in China gefertigt. Letztendlich konnte ich ihn am 25.7.2019, also nach knapp einem halben Jahr, in Händen halten. Geliefert wurde der Omni in einem gut ausgepolsterten Karton mit US-Netzteil (110-240V) mit EU-Adapter, RGB auf SCART Kabel und dem Omni. Der Monitor wurde separat verschickt und war eine Woche zuvor bereits am Ziel.

Der Omni 128HQ Laptop

Rechner und Monitor werden getrennt verschickt, um die Kosten gering zu halten. Der Zusammenbau ist einfach. Vier Schrauben müssen gelöst, dann kann das Display mit zwei Halterungen unten den Rechner geschraubt werden. Hierzu liegen vier geeignete, etwas längere Schrauben bei.

Auf der linken Seite des Omni befindet sich eine Reset-Taste, die man beim Original noch schmerzlich vermisste. Auf der rechten Seite sind die DIP-Schalter für Betriebssystemwahl, esxDOS (0.86beta4 oder 0.85) bzw. UnoDOS 3, Aktivierung des Kempston-Joysticks und des divMMC Interfaces. Weiterhin befindet sich dort der Doppelschacht für SD Cards und der NMI-Schalter zum Aufrufen von esxDOS.

0-Ohm Widerstände für R19, R20 und R21

Auf der Rückseite befindet sich der Stromanschluss, der typische ZX Spectrum Expansionsslot und die EAR/MIC-Anschlüsse. Abweichend dazu gibt es anstelle des TV-Anschlusses einen RGB Anschluss, einen derzeit nicht funktionierenden HDMI Anschluss und einen Netzschalter. Die EAR/MIC Anschlüsse sind etwas anders belegt als beim Original. Der linke Anschluss (direkt neben der HDMI Buchse) wird als EAR/MIC verwendet. Der rechte trägt ein Stereo-Audio Signal vom AY-3-8912 Soundchip.

Verwendet man das SCART-Kabel zum Anschluss des Omni, stellt man schnell fest, dass die normalen Farben und die hellen Farben im BRIGHT 1 Modus identisch sind. Das Signal ist übersteuert. Korrigieren kann man dieses, indem man alle Farbsignale im SCART-Kabel über je einen 68 Ohm Widerstand führt. Auf der Platine sind R19, R20 und R21 mit einem NULL-Ohm Widerstand bestückt. Wer sich zutraut diese zu wechseln, kann auch hier die 68 Ohm SMD Widerstände einsetzen (das SCART-Kabel dürfte dabei die einfachere Wahl sein).

Inbetriebnahme und Funktion

Defekter DIP Schalter Nr.1

Die Inbetriebnahme war nicht so einfach. Habe ich oben schon von ein paar Schattenseiten berichtet, ging es jetzt los. Nach dem Anschließen, begrüßte mich der Omni mit „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“. Das sah gut aus… auf dem ersten Blick. Denn der Omni sollte nach der DIP-Schalter Einstellung als ZX Spectrum 128K starten, also mit Auswahlmenü.

Ich sah mir daraufhin die DIP Schalter noch einmal genauer an. Der erste DIP-Schalter hatte eine fehlende Nase und war damit offensichtlich nicht mehr verstellbar. Der Stellung nach war er ausgeschaltet, also sollte das divMMC nicht aktiv sein. Allerdings reagierte der Omni mit einem Reset, wenn man die NMI-Taste drückte.

zufälliges Pixelchaos

Ich probierte daraufhin die weiteren Betriebssysteme aus, auf die der Omni wie folgt reagierte:

  • 111 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1986, 128K Spectrum ROM)
  • 110 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“
  • 101 = +2e BASIC – „1982 Amstrad“
  • 100 = SE BASIC 3.2 – „Nine Tiles Networks Ltd.“
  • 011 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1985, 128 K BASIC ROM)
  • 010 = zufälliges Pixelchaos (ZX81+ Emulator)
  • 001 = zufälliges Pixelchaos (Jupiter ACE Emulator)
  • 000 = zufälliges Pixelchaos (Retroleum Test-ROM)

Der Omni hatte also ein Hardwareproblem. Als ein weiteres Hardwareproblem stellte sich der Micro-SD Schacht heraus, der nicht funktionierte: Eine Micro-SD Card im SD-Adapter funktionierte im großen Schacht, dieselbe Karte wurde aber im Micro-SD Schacht nicht erkannt (auch andere Karten verschiedener Größen und von verschiedenen Herstellern nicht, die ich noch zur Hand hatte).

Nach der Konfiguration einer normalen SD Karte mit esxDOS Version 0.96 beta 4 (die finale Version 0.86 läuft nicht, aktuell auch keine neuere Version), startete divMMC zumindest wie es soll. Möchte man Spiele von „Ultimate Play the game“ starten, muss man zuvor RANDOMIZE USR 32765,48 eingeben. Mit diesem Befehl wird wird das Bank-Switching deaktiviert, ansonsten stürzen die Spiele recht schnell ab (Jetpac z.B. direkt nach Start des Spiels, wenn der erste Ton ausgegeben wird). Leider ließen sich aufgrund des Hardwareproblems noch nicht alle Features vollumfänglich testen, lediglich den Kempston-Interface kann ich noch attestieren, dass es funktioniert.

Bugfixes auf der Platine

Ein weiterer Minus-Punkt – und der wäre nun definitiv vermeidbar – ist die veraltete Platine. Der im Juli 2019 erhaltene Omni enthält eine Platine „Issue 2 Sep 2017“. Auf dieser sind sogar noch zwei Korrekturen in Form von Drähtchen vorhanden, die von der CPU (A11) zum Speicherchip (A12) und von diesem (OE/) zum divMMC Chip gehen. Das erscheint etwas wirr, insbesondere passt die Pinbelegung der Z80 CPU PLCC im Schaltplan nicht zu der realen Belegung der Z80 in PLCC Bauweise. Wie ich später noch erfahren habe, sind diese Korrekturen nicht auf jeder Platine vorhanden. Also sind die Leiterbahnunterbrechungen entweder bei der Fertigung oder beim Bestücken der Platine aufgetreten.

Leider sind alle Chips fest verlötet. Zumindest die EEPROMs mit den Betriebssystemen sollten gesockelt sein, damit diese in einem Programmer bei einem Fehler leicht neu programmiert werden können. Für einen reinen Anwender wäre das sicherlich verschmerzbar, aber da die Zielgruppe wohl doch eher Bastler sind, die auch einmal ein anderes Betriebssystem (auch für das divMMC) brennen möchten, wären gesockelte Chips sicherlich zweckmäßiger. Es gibt einige (ältere(?)) Platinen mit derselben Versionsnummer bei der die EEPROMs und die Z80 CPU gesockelt sind, die Angabe der Issue ist damit nicht sehr aussagekräftig.

Die Ladeelektronik für die Akkus ist ein weiterer Schwachpunkt. Der Omni kann mit Akkus betrieben werden. Hierzu muss aber nachträglich auf einem Spannungsregler eine Lötbrücke gesetzt werden. Fehlt diese läuft der Omni zwar auf Akkus, diese werden aber nicht geladen. Hier stellte sich ein weiter Defekt heraus. Der Omni sollte eigentlich immer mit Netzteil arbeiten, unabhängig davon, ob diese Lötbrücke gesetzt ist. Das vorliegende Gerät startete aber nicht bis die Brücke wieder entfernt wurde. Die Ladeelektronik war also ebenfalls fehlerhaft.

Insgesamt lässt die Verarbeitungsqualität sehr zu wünschen übrig (auch für ein in China gefertigtes Produkt). Das Gehäuse ist teilweise schief und nicht besonders ansehnlich ausgesägt worden, um die zusätzlichen Elemente unterzubringen. Die Montage der DIP-Schalter (die sehr billig wirken und vermutlich nicht viele Schaltvorgänge verkraften werden) ist sehr abenteuerlich damit diese 90 Grad gekippt bedient werden können. Anstelle von stabilen DSUB 9 Buchsen aus Metall mit 90 Grad Anschlüssen wurden billige Kunstoffbuchsen mit geraden Anschlüssen verwendet, die oben und unten auf der Platine verlötet wurden. Das Display lässt sich nicht vollständig zuklappen und steht zudem ein paar Millimeter über, wobei sich letzteres aufgrund des verwendeten (günstigen) Standarddisplay verschmerzen lässt. Alles in allem ist da aber noch deutlich Luft nach oben.

Die Ladeelektronik konnte ich zwei Tage später selbst leicht reparieren. Als Regler wird ein TP5100 Modul verwendet, welches in chinesischen Internetshops für 50 Cents zu finden ist, und mit vier Steckleisten auf der Platine verlötet ist. Diese habe ich nur nachgelötet und jetzt reagiert der Lader (hoffentlich auch auf Dauer) so, wie er soll.

Service

defekter DIP Schalter

Der Service ist für ein so kleines Projekt recht gut. Schon kurze Zeit nach dem ersten Fehlerreport meldete sich Relja Mirkovic und nannte mir ein „EU RMA & Service Centre“ in Kroatien (es gibt noch ein weiteres Center in Großbritannien, welches aber nur für Deutschland nicht zuständig ist). Die Fehlerbeschreibung mit Bildern und einem Video schickte ich dem Betreiber Zoran Bosković. Nach etwas über eine Woche meldete sich Zoran mit dem Vorschlag den Omni zur Reparatur einzusenden.

Inzwischen hatte ich mir das Board aber noch einmal genauer angesehen und bemerkt, dass hier versucht wurde den defekten DIP-Schalter derart zu reparieren, indem der erste DIP-Schalter dauerhaft gebrückt wurde (siehe Bild). Ich ersetzte den gesamten Schalter durch einen qualitativ besseren Schalter. Da ich keinen Schalter in „Piano“-Form vorrätig hatte, verwendete ich dieselbe abenteuerliche Konstruktion. Hier wäre es definitiv besser gewesen DIP-Schalter in Piano-Bauweise zu verwenden. Diese gibt es auch in einem sehr flachen Gehäuse, so dass sie in das Gehäuse des ZX Spectrums gut passen.

ZX Omni, neuer DIP SchalterNach dem Austausch lässt sich das divMMC ausschalten und somit können jetzt auch die anderen Betriebssysteme ohne Absturz ausgewählt werden.

Von Relja erfuhr ich, dass durch die hohe Nachfrage der Monteur (alle Boards sind handgefertigt), wohl selbst versucht hatte eine schnelle Lösung zu finden, welches hier zu Lasten der Qualität ging. Dieses soll in Zukunft nicht mehr vorkommen. Relja stellte mir zudem ein neues Board in der Revision 3 in Aussicht. Hier sieht man, dass die Personen hinter dem Omni wirklich versuchen aus den Fehlern zu lernen und Vorschläge von Anwendern versuchen umzusetzen.

Fazit

Der Omni könnte ein schöner Rechner für ZX Spectrum Fans sein, besitzt aber noch einige Schwachstellen und Fehler, über die man sich im Klaren sein sollte. Hauptkritikpunkt sind die Qualität einiger Bauteile, die fehlende bzw. fehlerhaft umgesetzte Funktion (HDMI bzw. fehlende Widerstände bei der SCART-Ausgabe) und Probleme bei der Fertigung.

Nachdem die gravierendsten Fehler in Eigenregie gelöst werden konnten (kalte Lötstelle an der Ladeelektronik, „SET“ Brücke nicht gesetzt und der defekte DIP-Schalter), funktioniert der Omni. Es bleibt ein defekter Mikro SD Schacht, der aber aufgrund der doppelten Auslegung zu verschmerzen ist.

In der Übersicht sehen die Vor- und Nachteile wie folgt aus:

Vorteile Nachteile
  • eingebautes divMMC mit zwei SD Kartenslots
  • zwei Joystick Ports (Kempston und Sinclair kompatibel)
  • RGB-Ausgang
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Akkubetrieb möglich
  • 9″ Display anschraubbar
  • mitgeliefertes SCART-Kabel
  • HDMI-Ausgang vorhanden aber nicht funktionsfähig
  • Akkubetrieb nur mit nachträgliche Lötarbeiten möglich
  • Bildqualität mangelhaft (nachträgliche Lötarbeiten erforderlich)
  • kein Piezo-Lautsprecher vorhanden
  • Passform des Displays nicht optimal
  • alle ICs verlötet, auch die EEPROMs
  • schlechte Qualität der DIP Schalter
  • schlechte Verarbeitung der Joystick Ports (Kunststoffgehäuse und Lötverbindung)
  • sehr lange Lieferzeit

In dem vorliegenden Testgerät

  • defekter DIP-Schalter wurde fehlerhaft repariert (Austausch erforderlich)
  • kalte Lötstelle am Laderegler
  • Micro SD Slot defekt

Für den Preis von US$ 150 ist der Omni 128HQ kein Schnapper, insbesondere verspricht er aktuell mehr, als er tatsächlich halten kann. Derzeit ist er für einen Bastler mit Löterfahrung auf jeden Fall ein nettes Spielzeug. Wer aber sowieso mit einem Lötkolben umzugehen weiß, der sollte überlegen ggf. einen Harlequin 128k Bausatz zu erwerben (oder etwas teurer auch fertig aufgebaut). Zusammen mit einem divMMC Interface und einem LCD-Monitor (ca. 30-40 EUR) liegt man dann noch unter den 176 USD, die ein Omni kostet.

Sollte RetroRadionics die oben beschriebenen Probleme mit einem neuen Board in den Griff bekommen, dann ist er aber auf jeden Fall eine Überlegung wert und wäre auch einem reinen Anwender zu empfehlen., denn ein eingebautes divMMC und die Möglichkeit den Omni mit Akkus zu betreiben sind schon nette Features.

Speichertester für SRAM Chips (Arduino Shield Prototyp)

Vor ein paar Tagen habe ich von meinem Speichertesters für SRAMs berichtet. Heute kann ich bereits einen Prototypen eines Arduino Shields zeigen.

Speichertest eines 2114
Für den im Video gezeigten Aufbau verzichte ich aus Kostengründen noch auf einem ZIF-Sockel, da die Platine noch einmal überarbeitet wird (u.a. sind die Bohrlöcher für die Mini-Switches zu klein). Ansonsten ist die Schaltung voll funktionsfähig und die Software unterstützt bereits 2102, 2114 und 6550 SRAMs. Für DRAMs ist ein weiteres Arduino Shield in Vorbereitung.

Tipp: Der große Videospiele-Crash

Stage 3 Level 5Kommerzielle Videospiele gibt es nun seit über 12 Jahren und während dieses wie eine wunderbar lange Zeit aussieht, ist es eine unglaublich kurze Zeit für eine Industrie, die erst entstanden ist und schließlich den Markt auf dem Unterhaltungssektor komplett dominiert. Aber wenn man jetzt denkt, der Aufstieg verlief schnell, bis zum kompletten Untergang brauchte es nur 6 Monate.

Zum Artikel: Heimvideospiele – Der große Videospiele-Crash!

Speichertester für 2114 und 6550 SRAM Chips (Prototyp)

Da es sehr mühselig ist alte Speicherchips durch Ausprobieren zu testen (die aktuellen Programmer kennen die alten Chips meistens nicht mehr), habe ich mit einem Arduino Mega 2560 einen einfachen eigenen Tester improvisiert. Aktuell kann dieser nur SRAMs vom Typ 2114 (1k x 4), 2102 (1k x 1) und 6550 (4k x 4) testen, ich möchte aber noch weitere Chips, wie z.B. die gängigen DRAMs (41xxx und 44xxx), hinzufügen.

Speichertest eines 2114

Im Video dauert der Test noch extrem lang, da hier noch jede Aktion auf dem Display angezeigt wird. Aktuell dauert ein vollständiger Test eines 2114 SRAMs mit vier Pattern ca. 3-4 Sekunden.

Auch ein 6550 kann getestet werden, trotz einiger Besonderheiten, wie vier Chip-Selects und Taktsignal. Hier schon die optimierte (schnellere) Software.

Speichertest eines 6550
Tritt ein Fehler auf, wird dieser mit der entsprechenden Speicheradresse angezeigt. Im Bild wurde an Adresse 0 eine 0x0 erwartet, aber eine 0x3 gelesen.

Für den Speichertester ist bereits ein Arduino-Shield in Vorbereitung. Der Code muss aktuell noch speziell für den zu testenden Chip geladen werden.

Retro: Computersendungen in den 1980er

Anfang der 1980er gab es einige Computersendungen im deutschen Fernsehen, die den Zuschauern den Umgang und die Einsatzmöglichkeiten eines Computers näher bringen sollten. In diesem Beitrag werden ein paar der erfolgreicheren Sendungen vorgestellt.

WDR ComputerClub

WDR ComputerclubVon 1981 bis 2003 lief der Computerclub im WDR, anfangs noch unter dem Titel eff-eff, ab 1983 dann als eigenständiges Sendeformat unter dem Titel Computerclub mit Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph als Moderatoren. Erdacht wurde das Sendeformat von den beiden Moderatoren zusammen mit Ulrich Rohde, der zum damaligen Zeitpunkt Redakteur der Computerzeitschrift mc war.

In der Sendung wurden allerlei Hardware-Bastelleien vorgestellt, die der Zuschauer nachbauen konnte. Besonders kurios war die Ausstrahlung von Programmen im BASICODE-Format über das Tonsignal der Sendung. Diese konnten mit einem handelsüblichen Kassettenrekorder aufgezeichnet werden und dann von vielen Heimcomputern geladen werden. Aufgrund des teilweise langen Hard-Bit-Rocks, zu dem keine Moderation möglich war, erfolgte die Ausstrahlung zum Ende der Sendung. Ab Januar 1986 wurden die Daten dann in der Austastlücke des Videosignals ausgestrahlt. Damit konnte während der Sendung mit Hilfe einer kleinen Zusatzhardware, dem Videodatdekoder, immerhin knapp 90 KByte (ca. 50 Byte/s) empfangen werden. Später wurde die Übertragungsgeschwindigkeit über 200 Byte/s (1988) auf bis zu 10 kbit/s (1993) gesteigert.

Nach 400 Sendungen wurde der WDR Computerclub eingestellt. Seit Mitte 2006 führen Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph die Sendung als Computerclub 2 im Internet als Audio-Podcast fort, seit Mitte 2007 auch als Video-Podcast.

YouTube: WDR ComputerClub Folge 399

ARD Computerzeit

ComputerzeitDie ARD-Sendung Computerzeit wurde zwischen 1983 und 1986 ausgestrahlt und von Claus Kruesken moderiert.

YouTube: ARD Computerzeit

ZDF Computer Corner

Computer CornerDie Computer Corner wurde von 1985 bis 1988 von Klaus Möller und Birgit Lechtermann moderiert.

YouTube: ZDF Computer Corner

WDR Highscore

WDR HighscoreHighscore lief von 1988 bis 1991 im WDR. Es gab hauptsächlich Spielvorstellungen, aber auch Informationen zu neuer Hardware und Interviews. Einzelne Ausschnitte der Sendung sind auf YouTube verfügbar, wie z.B. ein Interview mit Günter Werner Freiherr von Gravenreuth aus der dritten Sendung am 17.12.1988.

YouTube: WDR Highscore

SFB Computer Club

SFB Computer ClubAuch im SFB gab es eine Computersendung, den SFB Computer Club. Winfried Göpfert, der langjähriger Leiter der Wissenschaftsabteilung beim Sender Freies Berlin war, führte durch die fünf Folgen dieser Sendereihe, in deren Mittelpunkt der Heimcomputer stand mit seinen Anwendungs- und Programmiermöglichkeiten. Die einzelnen Folgen behandelten:

1. Folge: Computer – wofür? Sinnvolle Anwendungen des Heimcomputers, Handhabung des Computers, Schreiben von Programmen

2. Folge: Computer – was tut er? Programmieren eines Telespiels, Anwendung verschiedener Programme zur Textverarbeitung, Vorstellen verschiedener Programme: Karteikartenprogramm, Statistikprogramm, Rhetorikprogramm

3. Folge: Computer – doch welcher? Vergleich verschiedener Heimcomputer, Erstellen eines Textverarbeitungsprogrammes für Standardbriefe

4. Folge: Computer – was nun? Tricks und Tipps für das Programmieren, Feinheiten der Programmiersprachen, Strukturvergleich unterschiedlicher Programmiersprachen an einem Computer-Spiel, Vorstellen eines Vokabellernprogrammes

5. Folge: Computer – was weiter? Probleme beim Austauschen von Programmen, Die verschiedenen Standards, Datenfernübertragungen (Mailbox, Akustikkoppler), Diskussion der ethisch-moralischen Probleme des Raubes und Kopierens von Daten, Vergleich eines BASIC-Programmes mit einem compilierten Programm

YouTube: SFB Computer Club Folge 1Folge 4

ARD Computerspielshow Alpha 5

Alpha 5Alpha 5 war zwar keine Computersendung, aber als Computerspielshow trotzdem erwähnenswert. Erdacht wurde die Show u.a. von Wolfgang Rudolph, der besser bekannt wurde als Moderator des WDR-Computerclubs, den er zusammen mit Wolfgang Back moderierte. In der Show traten zwei Schülermannschaften in Computerspielen gegeneinander an.

Maskottchen der Show war „Alphi“, ein kleiner Roboter, der Ähnlichkeiten mit V.I.N.CENT aus dem Disney-Film „Das schwarze Loch“ (1979) aufwies.

Die Technik bestand aus drei vernetzten Apple IIe Rechnern, auf denen die selbstentwickelten Spiele und eine eigene Oberfläche liefen.

Die Show lief vom 14. Januar 1981 bis 1985 in der ARD.

YouTube: ARD Computerspielshow Alpha 5

Bilder: „ComputerClub“, „Highscore“ (c) WDR; „Computerzeit“, „Alpha 5“ (c) ARD; „Computer Corner“ (c) ZDF; „Computer Club“ (c) SFB

Vor 35 Jahren: Jack Tramiel kauft Atari von Warner Communications

Nachdem Raymond Kassar am 7. Juli 1983 die Geschäftsführung Ataris aufgibt, wird unter der Leitung seines Nachfolgers James Morgan die Zusammenarbeit mit Jay Miner und dessen Unternehmen Amiga vertieft. Während dieser Zusammenarbeit entsteht das gemeinsame Lorraine-Projekt, ein Heimcomputer basierend auf einer Motorola M68000 CPU.

Am 2. Juli 1984 verkauft Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung Ataris an Jack Tramiel, der zuvor Commodore verlassen hatte und davor schon versucht hatte mit seiner Firma Tramiel Technologies Ltd Amiga zu kaufen. Da Commodore aber doppelt so viel bot, bekam Commodore schließlich den Zuschlag. Aus dem Lorraine-Projekt wurde schließlich der Amiga Computer.

Tramiel besaß jetzt zwar Atari, aber keinen geeigneten Computer mehr, der auf dem entstehenden Markt für 16-Bit Computer bestehen konnte. Sein Mitarbeiter Shiraz Shivji, der ihm von Commodore nach Atari folgte, entwickelte den Atari ST in nur fünf Monaten zur Prototypenreife, so dass er im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas als Atari 130ST und 520ST der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Mehr über Jack Tramiel gibt es in den Beiträgen über Atari und Commodore.

 

30 Jahre Robotron A5105

Der Robotron A5105 wurde ab Juli 1989 in Serie produziert. Er wurde als BIC (Bildungscomputer) konzipiert und vom VEB Robotron Messelektronik „Otto Schön“ in Dresden gebaut. Der Rechner sollte zur Ausbildung im Fach Informatik, in der Berufsausbildung und an Hoch- und Fachschulen eingesetzt werden. Als die Produktion im April 1990 eingestellt wurde, waren ca. 5.000 produziert worden. Davon wurden ca. 3.000 Geräte zum Stückpreis von anfänglich 11.000 Mark an Bildungseinrichtungen verkauft.

Der Rechner verfügte über einen UA 880 D Prozessor. Die Z80-kompatible CPU wurde mit 3,75 MHz getaktet und verfügte über 64 KByte RAM, 128 KByte Videospeicher und 48 KByte ROM.

Mehr über den Robotron Computer gibt es in diesem Beitrag.