Osborne

Vorgeschichte

Adam Osborne Adam Osborne wird 1939 in Thailand geboren und verbringt seine Kindheit, zusammen mit seinen britischen Eltern, in Indien. Im Alter von 11 verl├Ąsst Adam Indien und zieht nach England. Dort beendet er seine Schulausbildung ab und schlie├čt 1961 als Chemieingenieur an der Birmingham University ab. Aber er bleibt nicht in England. Seinen Doktortitel erwirbt er in den USA an der Universit├Ąt von Delaware. Anschlie├čend arbeitet er f├╝r Shell Oil in Kalifornien.

Adam Osborne entwickelt schon fr├╝h Interesse an dem schnell wachsenden Computermarkt. Anfang der 70er Jahre beginnt er f├╝r den neuen Intel-Mikroprozessor technische Dokumentationen zu schreiben. Osborne Computer Corporation 1972 gr├╝ndet er Osborne & Associates, die Handb├╝cher f├╝r Computer verlegen, u.a. „The Value of Power“ (eine Einf├╝hrung in Computer). Von diesem Buch ist Bruce van Natta von IMSAI so begeistert, dass er je ein Exemplar jedem verkauften IMSAI Computer beilegt. So ermutigt, gr├╝ndet Osborne seinen eigenen Verlag, Osborne Books, der bis Ende der 70er Jahre ├╝ber vierzig B├╝cher verlegt. 1979 wird dieser Verlag aber an McGraw-Hill verkauft. Adam Osborne, inzwischen von der Wichtigkeit der Computer sehr ├╝berzeugt, hat etwas neues im Blick.

Osborne Computer Corporation

Osborne 1 Im M├Ąrz 1980 trifft sich Adam Osborne mit dem derzeit arbeitslosen Lee Felsenstein. Dieser hat bereits f├╝r Processor Technology Platinen entwickelt und wird von Osborne davon ├╝berzeugt, eine neue Computerfirma zu gr├╝nden, die einen tragbaren Rechner entwickeln soll.

Nach Adam Osbornes Spezifikationen entwirft Felsenstein einen portablen Rechner, den Osborne 1. Dieser wiegt 10,7kg und besitzt einen eingebauten 5″ gro├čen, 52×24 Zeichen umfassenden Bildschirm. Als Arbeitsspeicher verf├╝gt er ├╝ber 4 KByte ROM und 64 KByte RAM und als Massenspeicher stehen ihm zwei eingebaute 91 KByte 5 1/4″ Diskettenlaufwerke zur Verf├╝gung. Da der Osborne-1 au├čer dem 6502 Prozessor noch ├╝ber einen Z80 Prozessor verf├╝gt, l├Ąuft auf ihm auch CP/M 2.2. Osborne sorgt auch daf├╝r, dass der neue Laptop ├╝ber entsprechende Software verf├╝gt, darunter zwei BASIC Versionen (CBASIC und MBASIC), WordStar, SuperCalc und dBase II.

Osborne VixenDer Osborne 1 wird im April 1981 zum Preis von $1795 Dollar vorgestellt und hat sofort gro├čen Erfolg. Bereits im September 1981 macht die junge Firma ├╝ber eine Million US-Dollar Umsatz und im zweiten Jahr nach Markteinf├╝hrung werden bereits 70 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Osborne begeht aber, wie andere Unternehmen auch, den Fehler unfertige Produkte zu fr├╝h anzuk├╝ndigen. Als Osborne 1983 ank├╝ndigt, dass zwei weitere Computer in der Entwicklung sind, der Vixen, eine kleinere Version des Osborne 1, und der Executive, gehen die Verkaufszahlen des aktuellen Ger├Ąts stark zur├╝ck. Am 13. September 1983 muss Osborne Konkurs anmelden.

Nachdem sicher ist, dass das Unternehmen untergeht, wird eine Versammlung mit allen Mitarbeitern abgehalten. Zuerst trifft es die Mitarbeiter in Vertrieb und Produktion, Marketing und die mittleren bis einfachen B├╝roangestellten, die nur ihre Gehaltszahlung bekommen. Das ├╝briggebliebene Management ist haupts├Ąchlich vom internationalen Marketingbereich. Neun Tage darauf, am 22. September 1983, reicht eine Gruppe von 24 Investoren eine Schadenersatzklage ├╝ber 8,5 Mio. US$ gegen die Osborne Computer Corporation und einige Einzelpersonen ein, aufgrund der Verschleierung der wahren finanziellen Lage des Unternehmens. Sie werfen auch einigen Direktoren Insiderhandel vor.

Osborne entgeht aber mit letzter M├╝he dem Konkurs und ver├Âffentlicht 1984 den Osborne Vixen, der den Osborne 1 abl├Âsen soll. Ende Osborne Executive 1984 erscheint noch der Osborne Executive, der ├╝ber etwas mehr Speicher und einen gr├Â├čeren Monitor als der Osborne 1 verf├╝gt.

Die Rechte an den Markennamen Osborne werden sp├Ąter von dem finnischen PC Hersteller Mikrolog Ltd gekauft, die unter dem Namen Server und Desktops verkaufen.

Nach dem Konkurs

1984 kehrt Adam Osborne in das Verlagswesen zur├╝ck. Zuerst ver├Âffentlicht er seine Memoiren, Hypergrowth.  Sp├Ąter gr├╝ndet er dann Paperback Software International Ltd, eine Unternehmen, das sich auf das Verlegen g├╝nstiger Software spezialisiert. Anfangs l├Ąuft die neue Firma auch recht gut, aber im Januar 1987 wird Paperback von Lotus wegen Copyrightverst├Â├če verklagt, da ihre Tabellenkalkulation VP-Planner dem bekannten Lotus 1-2-3 zu ├Ąhnlich ist, angeblich habe Paperback die gesamte Men├╝struktur von Lotus 1-2-3 kopiert. Ab da gehen die Verk├Ąufe stark zur├╝ck und obwohl Osborne versucht weiterhin Risikokapital aufzutreiben, bleiben weitere Investoren aus. Kurz nachdem Osborne als Pr├Ąsident zur├╝ckgetreten ist, verliert Paperback den Rechtsstreit am 28. Juni 1990.

Nachdem Osborne Paperback Software verlassen hat, geht er 1992 wieder nach Indien zur├╝ck, wo er in eine Computerfirma investiert. Am 18. M├Ąrz 2003 verstirbt der Computerpionier Adam Osborne im Alter von 64 Jahren in Indien nach mehreren Schlaganf├Ąllen.

Danksagungen & Links
Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen:

Data General Corp.