AliExpress: Fake TMS4116 aus China
Bei der Entwicklung der Testroutinen für den Retro Chip Tester sind mir einige ICs aufgefallen, die ein deutlich anderes Verhalten im Timing aufweisen als erwartet und direkt durchfallen. Insbesondere die TMS4116-10NL, TMS4116-15N und TMS4116-20NL, die es für ein paar Cent bei Aliexpress gibt, sind sehr auffällig. Grund genug sich diese ICs einmal genauer anzusehen.
Das Öffnen dieser ICs ist aufgrund des Keramikgehäuses nicht einfach und aus Mangel an passendem Werkzeug half nur rohe Gewalt beim Öffnen.
Das Titelbild (oberes IC) und das Bild rechts zeigen verdächtige ICs. Das untere IC im Titelbild ist ein Original TMS4116 von Texas Instruments. Auffällig ist schon alleine die Lasergravur, die in dieser Form Anfang der 1980er noch nicht auf diesen ICs zu finden war. Es liegt also die Vermutung nahe, dass die ICs sandgestrahlt und danach neu beschriftet wurden. Unter dem Mikroskop war dann auf dem Die auch der Hersteller Toshiba zu lesen. Es handelte sich bei dem geöffneten IC somit vermutlich um einen TMM4116.
Das folgende Video zeigt ab 1:45 einen solchen „Refurbish“ Prozess.

Video: Electronic Components Refurbishing Process, aaactl, YouTube
Gefühlt sind 99% der TMS4116 auf Aliexpress Fälschungen, d.h. umgelabelte ICs anderer Hersteller. Mit etwas Glück erhält man dabei noch recht gute ICs von Herstellern wie Toshiba. Da die Geschwindingkeitsangaben und das Alter nicht stimmen, können aber auch sehr langsame ICs dabei sein. Für eine Reparatur eines alten Rechners sind die oft noch gerade so geeignet.
Wer ähnliche Erfahrungen mit Fake-ICs gemacht hat, darf gerne dazu kommentieren.
Eine Dokumentation von 1953 über die Transistor-Technologie und deren Auswirkung
Dieser Dokumentarfilm entstand zwischen der Erfindung des Transistors 1947 in den Bell Labs und der Verleihung des Nobelpreises für Physik an dessen Erfinder im Jahr 1956. Es wird weniger die Entwicklung betrachtet, als die erwarteten Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Video: The Transistor: a 1953 documentary, anticipating its coming impact on technology, AT&T Tech Channel, YouTube
Auch wenn es in dieser Dokumentation nicht primär um Heimcomputer oder Videospiele geht, sehenswert ist sie auf jeden Fall. Ideen zu einem iPod… sorry, dem „Dick Tracy“ Radio, (7:43) gab es schon damals.
Und wieder einmal: Ein Apple I wird angeboten – für 1,5 Millionen US-Dollar
Wieder einmal steht ein Apple I (01-0079) zum Verkauf. Diesmal wird er bei eBay für 1,5 Millionen US-Dollar (ca. 1.250.000 EUR) angeboten.
Der Apple I ist funktionsfähig und wird stilecht in einem Holzgehäuse, welches von Apples Handelspartner Byte Shop stammte, geliefert. Der nun jetzt aufgerufene Preis dürfte einen neuen Rekord darstellen und dabei war der Apple I im Jahr 1999 sogar noch recht günstig zu bekommen: Nur 50.000 US-Dollar erzielte ein Gerät damals. 2012 musste man schon schlappe 375.000 US-Dollar auf den Tisch legen.
Eine Übersicht über alle bekannten Apple I gibt die Apple I Registry.
- 11. Mai 2019: Alle Jahre wieder: Apple I wird bei Christie’s versteigert (01-0053, GBP 371,250, ca. 425.000 Euro)
- 21. Mai 2017: Ein echter Schnapper: Erneut wurde ein Apple I versteigert (110.000 EUR)
- 25. August 2016: Apple I für 815.000 US-Dollar versteigert (US$ 815.000, ca. 672.000 Euro)
- 23. Oktober 2014: Und noch einmal: Neuer Rekordpreis für Apple I (01-0070, US$ 905.000, ca. 748.000 EUR)
- 9. Juli 2013: Weiterer Apple I für 300.000 EUR versteigert (01-0025, US$ 388.000, ca. 300.000 EUR)
- 26. Mai 2013: Weiterer von Steve Wozniak signierter Apple I versteigert (US$ 671.400, ca. 520.000 Euro)
Bild: Apple I, eBay, Krishna B. Blake
HNF: Online-Vortrag – Das letzte Original – Auf den Spuren der Rechenmaschine von Leibniz
Am 23.02.2021 veranstaltet das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) einen Online Vortrag unter dem Titel „Das letzte Original – Auf den Spuren der Rechenmaschine von Leibniz“. Beginn ist 19:00 Uhr. Dozentin ist Dr. Ariane Walsdorf von der Leibniz Universität Hannover.
Der Vortrag beleuchtet, welchen Kraftakt es einst kostete, die erste Vier-Spezies-Rechenmaschine zu bauen, deren Funktionsprinzip bis zum Ende des Zeitalters der mechanischen Rechenmaschinen Verwendung fand.
Als der junge Leibniz 1671 nach Paris kam, hatte er bereits die Idee für eine kühne Erfindung im Kopf: eine Maschine, die kinderleicht und vollautomatisch jegliche Rechnung ausführen kann. Er nannte sie ‚machina arithmetica‘. Keine der bekannten Maschinen war in der Lage, alle vier Grundrechenarten mechanisch zu rechnen. Doch was Leibniz in der Theorie schnell ersonnen hatte, stellte ihn in der Herstellung vor große Schwierigkeiten. Der entscheidende Brückenschlag von der Idee zur Verwirklichung gelang vor allem mithilfe der Uhrentechnik. Jedes der 650 Teile in Leibniz‘ Maschine war mit der Hand gefeilt und bearbeitet worden.
Beginn: Dienstag, 23.02.2021 um 19:00 Uhr
Hier geht es zum Live-Stream…
Bild: Rechenmachine von Leibniz, HNF
Bild des Tages: Corona Warn-App für den ZX-Spectrum
Neu für den ZX-Spectrum: Die Corona Warn-App.
Leider nur für den ZX Spectrum 48k. Hoffen wir mal, dass diese auch noch für den ZX Spectrum 16k angepasst wird.
Bild: ZX Community
Bild des Tages: Platine mit DTL-Technologie
Das Bild zeigt eine Platine mir Schaltkreisen in DTL (Diode-Transistor-Logik). DTL wurde Anfang der 1960er Jahre als Nachfolger der RTL (Widerstands-Transistor-Logik, RTL) entwickelt. Die Logikfunktionen wurden durch die Verknüpfung von Dioden im Eingangsbereich und anschließender Verstärkung Transistoren realisiert. Die verwendeten ICs sind allesamt 4-fach NAND/NOR Gatter von Mullard vom Typ FCH181 und FCH192.
Im Schaltbild sind die vier NOR-Gatter mit Open Collector gut zu sehen. Ist ein Eingang Low, sperrt der Transistor und der Ausgang wird High (Pullups aufgrund des Open Collectors). Sind beide Eingänge High, schaltet der Transistor durch und zieht das Signal am Ausgang auf 0V.
Aufbau einer PONG Replik
Im November erfuhr ich von einer PONG Replik, die ein Ian Lockhart in den USA erstellt hatte. Ian war so nett und sendete mir ein Board zum Aufbau zu. Der Versand dauerte zwar etwas, aber heute konnte ich mit dem Aufbau beginnen. Da das Board praktisch nur aus TTL Bausteinen besteht, ist der Aufbau schon alleine durch das Bestücken der Sockel halb geschafft. Die übrigen Bauteile werden in den kommenden Tagen aufgelötet.
Leider sind einige Logik-ICs heute nicht mehr neu bekommen und müssen gebraucht – oder im Idealfall als NOS (New Old Stock) – relativ teuer besorgt werden.
Mit Hilfe eines Debug-Boards kann die PONG Platine bequem kontaktiert werden. Spannungsversorgung, Video- und Audio-Signal, Paddels, Münz-Schalter können so bequem angeschlossen werden.
Vollständig aufgebaut sieht die Platine mit ihren 59 ICs beeindruckend aus. Kein Mikroprozessor, kein Speicherbaustein… Das gesamte Spiel wurde aus Logik-ICs aufgebaut. Selbst die unterschiedlichsten Taktsignale werden aus einer einzigen Taktquelle erzeugt. Wer mehr über die Arbeitsweise der PONG-Platine erfahren möchte, sollte sich unbedingt dieses Dokument bei pong-story.com ansehen:
Holden, Hugo R.: Atari Pong E Circuit Analysis & Lawn Tennis. Building A Digital Video Game With 74 Series TTL IC’s

