Speichertester fĂŒr 2114 und 6550 SRAM Chips (Prototyp)

Da es sehr mĂŒhselig ist alte Speicherchips durch Ausprobieren zu testen (die aktuellen Programmer kennen die alten Chips meistens nicht mehr), habe ich mit einem Arduino Mega 2560 einen einfachen eigenen Tester improvisiert. Aktuell kann dieser nur SRAMs vom Typ 2114 (1k x 4), 2102 (1k x 1) und 6550 (4k x 4) testen, ich möchte aber noch weitere Chips, wie z.B. die gĂ€ngigen DRAMs (41xxx und 44xxx), hinzufĂŒgen.

Speichertest eines 2114

Im Video dauert der Test noch extrem lang, da hier noch jede Aktion auf dem Display angezeigt wird. Aktuell dauert ein vollstÀndiger Test eines 2114 SRAMs mit vier Pattern ca. 3-4 Sekunden.

Auch ein 6550 kann getestet werden, trotz einiger Besonderheiten, wie vier Chip-Selects und Taktsignal. Hier schon die optimierte (schnellere) Software.

Speichertest eines 6550
Tritt ein Fehler auf, wird dieser mit der entsprechenden Speicheradresse angezeigt. Im Bild wurde an Adresse 0 eine 0x0 erwartet, aber eine 0x3 gelesen.

FĂŒr den Speichertester ist bereits ein Arduino-Shield in Vorbereitung. Der Code muss aktuell noch speziell fĂŒr den zu testenden Chip geladen werden.

Vor 35 Jahren: Jack Tramiel kauft Atari von Warner Communications

Nachdem Raymond Kassar am 7. Juli 1983 die GeschĂ€ftsfĂŒhrung Ataris aufgibt, wird unter der Leitung seines Nachfolgers James Morgan die Zusammenarbeit mit Jay Miner und dessen Unternehmen Amiga vertieft. WĂ€hrend dieser Zusammenarbeit entsteht das gemeinsame Lorraine-Projekt, ein Heimcomputer basierend auf einer Motorola M68000 CPU.

Am 2. Juli 1984 verkauft Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung Ataris an Jack Tramiel, der zuvor Commodore verlassen hatte und davor schon versucht hatte mit seiner Firma Tramiel Technologies Ltd Amiga zu kaufen. Da Commodore aber doppelt so viel bot, bekam Commodore schließlich den Zuschlag. Aus dem Lorraine-Projekt wurde schließlich der Amiga Computer.

Tramiel besaß jetzt zwar Atari, aber keinen geeigneten Computer mehr, der auf dem entstehenden Markt fĂŒr 16-Bit Computer bestehen konnte. Sein Mitarbeiter Shiraz Shivji, der ihm von Commodore nach Atari folgte, entwickelte den Atari ST in nur fĂŒnf Monaten zur Prototypenreife, so dass er im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas als Atari 130ST und 520ST der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Mehr ĂŒber Jack Tramiel gibt es in den BeitrĂ€gen ĂŒber Atari und Commodore.

 

30 Jahre Robotron A5105

Der Robotron A5105 wurde ab Juli 1989 in Serie produziert. Er wurde als BIC (Bildungscomputer) konzipiert und vom VEB Robotron Messelektronik „Otto Schön“ in Dresden gebaut. Der Rechner sollte zur Ausbildung im Fach Informatik, in der Berufsausbildung und an Hoch- und Fachschulen eingesetzt werden. Als die Produktion im April 1990 eingestellt wurde, waren ca. 5.000 produziert worden. Davon wurden ca. 3.000 GerĂ€te zum StĂŒckpreis von anfĂ€nglich 11.000 Mark an Bildungseinrichtungen verkauft.

Der Rechner verfĂŒgte ĂŒber einen UA 880 D Prozessor. Die Z80-kompatible CPU wurde mit 3,75 MHz getaktet und verfĂŒgte ĂŒber 64 KByte RAM, 128 KByte Videospeicher und 48 KByte ROM.

Mehr ĂŒber den Robotron Computer gibt es in diesem Beitrag.

6502 RAM/ROM Adapter fĂŒr Commodore PET/CBM

Mit einem RAM/ROM Adapter kann ein Commodore PET oder CBM recht einfach mit 32 KByte RAM und Commodore BASIC 4.0 ausgestattet werden. Die alten ROMs und RAMs dĂŒrfen dabei noch auf dem Board bleiben, nur die CPU bekommt einen Zwischensockel.

Der hier vorgestellte 6502 RAM/ROM Adapter wurde inspiriert durch den Universal 6502 RAM/ROM Adapter von Nicolas Welte. Diese Variante ist mehr auf meine BedĂŒrfnisse zugeschnitten und nicht mehr ganz so „universell“ wie die Ur-Version, hat aber auch einige Vorteile.

Die Änderungen zur Ur-Version sind recht zahlreich: Die Option-ROMs werden zusammen mit den ROMs umgeschaltet, DIL28-3 und SOIC sind fĂŒr den RAM nicht mehr vorgesehen, die DIP-Schalter wurden entfernt und durch einfache Jumper ersetzt (der GAL enthĂ€lt bereits Pull-ups, die in der Ur-Version mit einem Widerstandsnetzwerk auf Masse gezogen und bei Bedarf mit den Schaltern wieder hochgezogen wurden), der Bus-Transceiver 74HCT245 kann jetzt gesockelt werden und der Multiplexer 74157 wurde vollstĂ€ndig entfernt.

Weiterhin können anstelle eines 29C010 EEPROMS nun auch die Typen 29C020 und 29C040 eingesetzt werden (letzterer erlaubt 16(!) verschiedene ROM-Banks). Insgesamt werden mehrere Bausteine eingespart und die GAL-Logik ist einfacher.

TheC64: Neuauflage des C64 erscheint im Dezember

Nachdem am 29. MĂ€rz 2018 die (Mini-)Neuauflage unter dem Namen TheC64 mini erschien, soll im Dezember endlich die große Variante mit funktionaler Tastatur erscheinen. Entstanden war der Mini aus einer fehlgeschlagenen indiegogo Kampagne. Trotz verfehltem Finanzierungsziel veröffentlichte der Entwickler Retro Games – wenn auch etwas verspĂ€tet – zusammen mit dem Distributor Koch Media die kleine Konsole.

Versprochen wurde, dass derjenige, der bei der ursprĂŒnglichen Kampagne dabei war oder den TheC64 vor dem 28.9.2017 vorbestellt hatte, sich gleich ĂŒber zwei TheC64 freuen soll, einmal den TheC64 mini und einen TheC64 in einem „großen“ GehĂ€use mit funktionaler Tastatur. Mal sehen, ob sich der Hersteller an dieses Versprechen noch erinnern kann.

Der TheC64 kann nicht nur einen C64 emulieren, sondern auch einen VC20. Weiterhin sollen dieselben Spiele fest eingebaut sein, die auch schon beim TheC64 Mini mit dabei waren.

Bild: Retrogames Ltd.

Reparatur alter Computer

In den letzten Wochen habe ich einige AusstellungsstĂŒcke wieder in Betrieb genommen, nachdem sie teilweise 15-20 Jahre gut gelagert waren. Dabei sind wieder typische Alterungsfehler aufgetreten, die ich hier einmal vorstellen möchte.

Apple II und Apple Macintosh LC Netzteile

Die Folienkondensatoren der Schaltnetzteile neigen dazu regelrecht zu „explodieren“ und auch die Hochspannungs-Elektrolytkondensatoren (200-400V) sind meistens defekt (oft zu erkennen, dass diese sich aufgeblĂ€ht haben oder ausgelaufen sind). Die Kondensatoren können recht einfach gegen neue ausgetauscht werden.

Das Bild zeigt einen Entstörkondensator, den es regelrecht zerrissen hat.

Ein Beispiel fĂŒr einen defekten Elektrolytkondensator ist auf diesem Bild zu sehen. Normalerweise haben Elkos an der Oberseite Sollbruchstellen, diesen hier hat es aber unten aus den GehĂ€use getrieben.
Am besten werden gleich alle Elkos und Folienkondensatoren ausgetauscht (auch als „recapping“ im Elektronikbereich bezeichnet).

Das Bild rechts zeigt das Netzteil eines Basis 108, einem Apple II Clone, dessen Kondensatoren komplett erneuert wurden und so wieder zum Laufen gebracht wurde.

 

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Noch einen alten Computer im Keller?

Auch heute lagern noch etliche Computer in Kellern, die spÀtestens bei einem Umzug oder beim AufrÀumen wieder ans Tageslicht kommen. Einige dieser SchÀtzchen landen dann (hoffentlich) bei mir. ;)

Auch wenn es „nur“ C64 sind, zum Wegwerfen ist jeder alte Computer zu schade. Falls man sich noch nicht von den alten GerĂ€ten trennen kann, dann sollte man einige Kleinigkeiten beachten, die ich hier einmal zusammengestellt haben.

  1. Ausgelaufene AkkusEntnehmen sie alle Batterien, Akkus oder Knopfzellen! 
    Nach ein paar Jahren lÀuft jede galvanische Zelle aus. Die darin enthalten Chemikalien greifen die Platine und Bauteile an und i.d.R. wird das GerÀt dadurch zerstört. Ist ein Akku fest mit der Platine verlötet, kneifen sie die AnschlussdrÀhte lieber durch und entnehmen sie ihn, als ihn im GerÀt zu belassen. Legen sie einen Zettel dazu, welcher Akkutyp und Spannung das GerÀt benötigt, damit sie das GerÀt spÀter wieder in Betrieb nehmen können oder machen sie einfach ein Bild.
  2. Setzen sie GerÀte nie lÀngere Zeit direkter Sonneneinstrahlung aus!
    Die alten KunststoffgehÀuse vergilben sehr leicht. So mancher Atari ST, Commodore Amiga oder C64 ist nach nun knapp 30 Jahren nicht mehr beige oder grau sondern fleckig gelb.
  3. Schmutzige C64Vorsicht bei Verpackungen aus Styropor!
    Besitzen sie noch die Originalverpackung, dann liegt der Rechner evtl. in einer Halterung aus Styropor. Achten sie darauf, dass keine Stromkabel, Anschlusskabel oder anderes aus weichem PVC lĂ€ngere Zeit an das Styropor stĂ¶ĂŸt. Die Ummantelung enthĂ€lt Weichmacher, die mit dem Styropor reagieren. Nach ein paar Jahren haben sich die Kabel regelrecht in das Styropor gefressen und dieses klebt regelrecht an den Kabeln. Eine Entfernung vom Kabel ist zwar möglich, aber sehr ZeitaufwĂ€ndig. Der Styroporhalterung ist dann nicht mehr zu helfen. Es reicht aus die Kabel in eine dĂŒnne PapiertĂŒte zu stecken (zur Not auch ein Plastikbeutel, aber dann regelmĂ€ĂŸig den Zustand kontrollieren).
  4. Lagern sie die GerÀte trocken!
    Feuchtigkeit ist genauso schlimm wie eine ausgelaufene Batterie. Pappverpackungen und HandbĂŒcher können schimmeln und Metallteile in den GerĂ€ten fangen an zu rosten (das Bild zeigt einen Sicherungshalter in einem KC85/4).
  5. PrĂŒfen sie Antriebsriemen und Andruckwalzen!
    Kassettenrekorder beinhalten oft GummibĂ€nder als Antriebsriemen und das Band selbst wird von Gummiwalzen gehalten. PrĂŒfen sie unbedingt den Zustand von Antriebsriemen und -walzen. Nach 30 Jahren werden diese entweder brĂŒchig (sie zerbröckeln dann regelrecht) oder zerlegen sich in ihre Bestandteile (man findet dann nur noch eine schwarze klebrige Masse vor, die schwer zu entfernen ist).

Staub ist natĂŒrlich auch nicht schön und man sollte seine GerĂ€te auch davor schĂŒtzen. Trotzdem ist Staub noch relativ harmlos und lĂ€sst sich i.d.R. mit etwas Fleiß wieder entfernen (siehe Bildstrecke von einem verdreckten Apple IIc und einem Philips VG-8020).

Beachten sie die obigen Punkte, haben sie evtl. auch in ein paar Jahren noch Spaß an dem alten SchĂ€tzchen. Denken sie aber daran, irgendwann ist Schluss: Elektrolyt-Kondensatoren (hauptsĂ€chlich in Netzteilen und Monitoren zu finden) trocken aus und werden dadurch unbrauchbar und in den Halbleiterbauelementen (CPU, Speicher, etc) sind die Sperrschichten irgendwann hin und dieser dadurch zerstört. Da hilft dann auch die beste Lagerung nicht mehr. So ist es nicht selten, dass von den 16 Speicherchips eines PET 2001 vom Typ 6550 die meisten defekt sind (bei mir letztens 11 von 16 Chips).

Wenn sie noch einen alten Computer aus den 1970/1980ern besitzen und diesen nun in gute HĂ€nde geben wollen, wĂŒrde ich mich sehr freuen, wenn sie mit mir in Kontakt treten wĂŒrden. Auch GerĂ€te, die optisch nicht mehr schön oder sogar defekt sind, können noch einen Nutzen haben und sei es als Ersatzteilspender, um einem anderen GerĂ€t wieder Leben einzuhauchen.

Alle Jahre wieder: Apple I wird bei Christie’s versteigert

Es vergeht kein Jahr und schon wieder wird ein Apple I (Seriennummer 01-0053) den Besitzer wechseln: Diesmal wird das begehrte SammlerstĂŒck bei Christie’s versteigert. Die Auktion lĂ€uft vom 16. bis zum 23. Mai 2019.

Der Rechner soll sich noch in einem recht guten Zustand befinden und sei zuletzt 2014 eingeschaltet worden. Anders als die bisherigen Apple I, die meistens in einem selbst gebauten HolzgehĂ€use untergebracht sind, ist dieser in einem Aktenkoffer integriert. Christie’s erwartet einen Zuschlag bei ca. 350.000 bis 570.000 EUR.

Mehr zum Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Christie’s, London