Retro: 5 Speichermedien, die in Vergessenheit geraten sind

Es gab eine Zeit vor USB-Sticks und SSDs: Zu dieser Zeit waren Speicherkapazitäten im Kilobyte bis Megabyte Bereich state-of-the-art.

1. Lochstreifen und Lochkarten

Bereits im 18. Jahrhundert wurden Holzpl√§ttchen¬† dazu verwendet Webst√ľhle zu steuern. Bei Drehorgeln wurden Notenrollen eingesetzt, welche die zu spielende Melodie enthielten. Diese waren aus heutiger Sicht teilweise analog, denn ein langes Loch stand f√ľr einen entsprechend lang anhaltenden Ton.

Die heute bekannten Lochstreifen wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Informationsträger eingesetzt. Charles Wheatstone konstruierte 1841 einen Telegrafen, der die Informationen auf einen solchen Streifen durch gestanzte Löcher ablegte.

1890 wurden erstmals Lochkarten als Informationsspeicher durch Herman Hollerith bei der Volksz√§hlung in den USA eingesetzt. Diese Erfindung f√ľhrte 1896 zur Gr√ľndung der Tabulating Machine Company, die mit der Computing Scale Corporation und der International Time Recording Company zur Computing Tabulating Recording Corporation (CTR) fusionierte und die 1924 schlie√ülich in International Business Machines Corporation (IBM) umbenannt wurde.

Die Speicherkapazität der Lochstreifen war im Prinzip nur durch die Länge des Streifen begrenzt. Eine Lochkarte konnten 80 Zeichen speichern.

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Retro: Promis in der Computerwerbung

In den 1980ern warben einige Promis f√ľr die gerade erschienenen Heimcomputer. Hier eine – zugegebenerma√üen nicht vollst√§ndige – √úbersicht √ľber die bekanntesten Gesichtern, die Werbung f√ľr Heimcomputer machten.

1. Apple Computer

F√ľr den Apple II wurde Thomas Jefferson (einer der Gr√ľnderv√§ter der Vereinigten Staaten, von 1801 bis 1809 der dritte amerikanische Pr√§sident und der haupts√§chliche Verfasser der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung) eingesetzt.

Apple warb damit, dass Jefferson 1776 einer der kl√ľgsten K√∂pfe gewesen sei, aber dass man heute Entscheidungen besser mit einem Apple mache. Ob Jefferson bereits wusste, was √ľber 200 Jahre sp√§ter ein Apple Computer ist, mag bezweifelt werden.

Im Rahmen der „Think Different“ Kampagne wurden dann sp√§ter Pers√∂nlichkeiten, wie Albert Einstein, Jim Henson, Dalei Lama, John Lennon und Alfred Hitchcock, eingesetzt.

Video: Think Different Video, Harry Piotr, YouTube

Nachdem Steve Jobs wieder nach Apple zur√ľckgekehrt war, entschied die „Think Different“ Kampagne (1997-2002) mit ihrem legend√§ren Video mit √ľber Apples Schicksal.

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Vor 45 Jahren: Der Apple II kommt auf den Markt

Im April 1977 begann die Vermarktung des Apple II. Der Apple II ist der direkte Nachfolger des Apple I und wurde wie dieser von Steve Wozniak entwickelt. Der Rechner verf√ľgte √ľber eine 8-Bit 6502 CPU @1,020 MHz Taktfrequenz. In der Grundausstattung wurde er mit 4 KByte Arbeitsspeicher ausgeliefert, die bis auf 64 KByte erweitert werden konnten.

In der Zeit von 1977 bis 1993, in der die Apple II Reihe verkauft wurde, wurde dieser mehrfach √ľberarbeitet. 1979 erschien der Apple II+ und Apple II europlus. Der Apple II+ wurde mit 48 KByte Arbeitsspeicher verkauft und besa√ü, anders als das Original mit dem von Steve Wozniak entwickelten Apple Integer Basic, als Firmware Applesoft BASIC, das von Microsoft stammte. Das BASIC war weitestgehend identisch mit dem vom Commodore 64, das ebenfalls vom Microsoft stammte, war habe um einige Befehle, z.B. Grafik-Befehle, erweitert worden.

Schon kurz nach der Einf√ľhrung des Apple II erschienen verschiedene illegale Apple-Clones, da der Apple II recht einfach mit seinen Standardchips nachzubauen war. Legale Clones gab es nur sehr wenige, z.B. der Laser 128 von VTech.

Mehr Informationen √ľber den Apple II gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Wikipedia, CC-BY, User Rama

RCT: Testen von Multivibratoren 74121, 74122, 74123 und weitere

Nachdem ich vor ein paar Monaten √ľber die Pseudo-Tests in einigen Testern geschrieben hatte und deshalb auch bisher keine Tests f√ľr Multivibratoren implementiert hatte, darf ich heute bekannt geben, dass der RCT ab der kommenden Firmware v.22 auch diese ICs testen k√∂nnen wird.

Es wird die exakte Impulsdauer gemessen werden. Als Ergebnis wird voraussichtlich kein „pass“ oder „fail“ ausgegeben, sondern die Dauer des gemessen Impuls. Ein optionaler Adapter wird es erm√∂glichen verschiedene Zeitkonstanten einzustellen.

Unterst√ľtzt werden bisher folgende ICs: 74121, 74122, 74123, 74130, 74221, 74422, 74423 und 8T22, 4098, 4528, 4538.

Mehr √ľber den RCT gibt es auf diesen Seiten.

Krieg in der Ukraine: Retro Computer Museum von Bombe zerstört

Russlands Angriffskrieg in der Ukraine f√ľhrte nun dazu, dass ein Retro Computer Museum in Mariupol zerst√∂rt wurde. Das 2003 gegr√ľndete Museum beherbergte √ľber 120 historische Ger√§te, u.a. auch Computer aus der Sowjetzeit.

Am Montag gab der Besitzer des Club it8bit auf Facebook bekannt, dass sein Museum zerst√∂rt wurde. Dmitry Cherepanov fl√ľchtete aus der Stadt am 15. M√§rz kurz vor der Bombardierung nur mit einigen Dokumenten und etwas Geld.

Das Museum beherbergte auch viele ZX-Spectrum Nachbauten, die in den 1980er Jahren in der Ukraine und Russland sehr beliebt waren (der ZX Spectrum war relativ einfach aufgebaut und konnte so kosteng√ľnstig nachgebaut werden). Dimitry trug die Ger√§te in den letzten 15 Jahren zusammen. Insgesamt waren es √ľber 500 Exponate, die besichtigt werden konnten.

Video: Soviet-Era Computers Live On at Club 8-Bit, Show Me Your Nerd, Gizmodo, YouTube

In seinem Post auf Facebook heißt es (Übersetzung durch Google Translator):

Das war es, das Mariupoler Computermuseum gibt es nicht mehr (
Von meiner Sammlung, die ich seit 15 Jahren sammle, sind nur noch Fragmente von Erinnerungen auf der Facebook-Seite, der Website und dem Radiosender des Museums √ľbrig. Ich werde versuchen, die Website und das Radio von RetroBit weiterhin zu unterst√ľtzen, aber das Leben wird jetzt ganz andere Priorit√§ten haben. Es gibt weder mein Museum noch mein Haus ((( und es tut weh, aber ich werde es auf jeden Fall √ľberleben und ein neues Zuhause finden!

Bild: Club it8bit

HNF: Vortrag ‚Äď Rohlfing redet: Ein Quantencomputer

Am 22.03.2022 veranstaltet das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) einen Vortrag unter dem Titel ‚ÄěRohlfing redet: Ein Quantencomputer‚Äú. Beginn ist 18:00 Uhr. Dozent ist Marc Rohlfing freiberuflicher Dozent aus Bielefeld.

Marc Rohlfing wagt einen einsteigerfreundlichen Blick auf die vermeintlich n√§chste Entwicklungsstufe in der Informationstechnik. In seinem neuen Vortrag „Ein Quantum Computer“ geht es um Qubits, Superpositionen und eine √ľber 80 Jahre alte Katze, die gleichzeitig lebendig und tot ist.

Zuh√∂rer sind an dem Abend im HNF herzlich willkommen. Es ist eine Anmeldung erforderlich, da die Teilnehmerzahl vor Ort begrenzt ist. Der Vortrag ist kostenlos und wird auch live √ľbertragen. Mehr Informationen sind auf der Website des HNF zu finden.

Beginn: Dienstag, 22.03.2022 um 18:00 Uhr

Hier geht es zum Live-Stream…

Bild: HNF

Bild des Tages: Programmieren im Bett

Die Computerzeitschrift CPU (Computer Programmiert zur Unterhaltung), erschien erstmalig mit der Ausgabe September 1983. Bis 1985 erschien die Zeitschrift im Roeske Verlag monatlich, danach ab Ausgabe 9/85 als Doppelausgabe zweimonatlich im Tronic-Verlag.

Die Titelbilder der CPU (und auch die der Schwesterzeitschrift Homecomputer) waren recht eigenwillig, zwar gab es auch die in den 1980ern √ľblichen Bilder mit Kind, Ehemann oder Familie am Computer, aber der Roeske Verlag hatte ein echtes H√§ndchen in Bezug auf die Auswahl seiner Models und Motive.

Ein Highlight ist das gemeinsame Programmieren am C64 im Bett, aber die Redaktion wählte auch schon einmal eine Hausfrau im 2nd Hand Kleid auf dem Boden liegend mit ihrer Computersammlung, eine gelangweilte Tochter mit C64 oder einen Hund mit Oric-1 als Titelbild.

Bild des Tages: Homecomputer 6, 8, 10/83

Bild des Tages: Winter Games

Nach dem großen Erfolg von Summer Games im Jahre 1984, folgten im Jahr darauf Summer Games II und Winter Games. Beide Spiele boten, wie schon Summer Games im Jahr zuvor, beste Spielgrafik und eine mitreißende Spielatmosphäre. Man konnte alleine gegen den Computer antreten oder mit bis zu acht Spielern gegeneinander wettstreiten.

Die Sportarten bei Winter Games waren insgesamt mehr auf Geschicklichkeit ausgelegt. Wurden bei Summer Games Joysticks noch regelm√§√üig durch das Ger√ľttel zerlegt, galt es bei Winter Games bestimmte Aktionen zum richtigen Zeitpunkt auszuf√ľhren.

Winter Games bot auf dem C64 insgesamt 7 Sportarten an, in denen man sich messen konnte:¬†Skiartistik („Hot Dogs Aerials“), Biathlon, Eiskunstlauf (Pflicht), Skispringen, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf (K√ľr) und Bobrennen. Auf anderen Plattformen kam teilweise noch der Abfahrtslauf hinzu. Winter Games wurde f√ľr eine Vielzahl von Systemen ver√∂ffentlicht: Amiga, Amstrad CPC, Apple II, Apple IIgs, Apple Macintosh, Atari 2600, Atari 7800, Atari ST, C64, NES, Famicom Disk System, PC, Sinclair ZX Spectrum und Virtual Console.

Mehr zu diesen Spielen in der Epyx-Story