Vor 45 Jahren: Bill Gates offener Brief an Hobbyisten

Im Januar 1976 schrieb Bill Gates, der GrĂŒnder von Microsoft, einen offenen Brief an alle Hobby-Computeranwender, der in mehreren Magazinen abgedruckt wurde. In diesem Brief wirft Gates den Hobbyisten vor, dass die meisten von ihnen Softwarediebe seien. Sie gingen davon aus, dass Software einfach weitergegeben werden dĂŒrfe und nur fĂŒr Hardware bezahlt werden mĂŒsse. Es mĂŒsse fĂŒr professionelle Software zur Deckung der Kosten fĂŒr die Entwicklung grundsĂ€tzlich gezahlt werden.

Entstanden ist der Brief aus Frust ĂŒber die schlechten Verkaufszahlen von Altair BASIC. Gates schreibt, dass die Entwicklung bisher 40.000 US-Dollar betragen habe, sie sehr viel Lob fĂŒr ihre Entwicklung bekĂ€men, aber nur 10% der Altair Benutzer BASIC auch gekauft haben. Dieses ergĂ€be einen Stundenlohn von weniger als 2 US-Dollar fĂŒr dessen Entwicklung. Er fĂŒhrt weiter aus, dass Entwickler entmutigt werden wĂŒrden, Zeit und Geld in die Entwicklung professioneller Software zu stecken, da man sie um ihr Honorar betrĂŒge.

February 3, 1976
An Open Letter To Hobbyists

To me, the most critical thing in the hobby market right now is the lack of good software courses, books and software itself. Without good software and an owner who understands programming, a hobby computer is wasted. Will quality software be written for the hobby market?

Almost a year ago, Paul Allen and myself, expecting the hobby market to expand, hired Monte Davidoff and developed Altair BASIC. Though the initial work took only two months, the three of us have spent most of the last year documenting, improving and adding features to BASIC. Now we have 4K, 8K, EXTENDED, ROM and DISK BASIC. The value of the computer time we have used exceeds $40,000.

The feedback we have gotten from the hundreds of people who say they are using BASIC has all been positive. Two surprising things are apparent, however, 1) Most of these „users“ never bought BASIC (less than 10% of all Altair owners have bought BASIC), and 2) The amount of royalties we have received from sales to hobbyists makes the time spent on Altair BASIC worth less than $2 an hour.

Why is this? As the majority of hobbyists must be aware, most of you steal your software. Hardware must be paid for, but software is something to share. Who cares if the people who worked on it get paid?

Is this fair? One thing you don’t do by stealing software is get back at MITS for some problem you may have had. MITS doesn’t make money selling software. The royalty paid to us, the manual, the tape and the overhead make it a break-even operation. One thing you do do is prevent good software from being written. Who can afford to do professional work for nothing? What hobbyist can put 3-man years into programming, finding all bugs, documenting his product and distribute for free? The fact is, no one besides us has invested a lot of money in hobby software. We have written 6800 BASIC, and are writing 8080 APL and 6800 APL, but there is very little incentive to make this software available to hobbyists. Most directly, the thing you do is theft.

What about the guys who re-sell Altair BASIC, aren’t they making money on hobby software? Yes, but those who have been reported to us may lose in the end. They are the ones who give hobbyists a bad name, and should be kicked out of any club meeting they show up at.

I would appreciate letters from any one who wants to pay up, or has a suggestion or comment. Just write to me at 1180 Alvarado SE, #114, Albuquerque, New Mexico, 87108. Nothing would please me more than being able to hire ten programmers and deluge the hobby market with good software.

Bill Gates

General Partner, Micro-Soft

Bild: Homebrew Computer Club Newsletter Volume 2, Issue 1, January 31, 1976.

Zum 25. Todestag von Konrad Zuse

Konrad Zuse (1992)Konrad Zuse, der am 22.6.1910 in Berlin geboren wurde, begann 1927 mit seinem Studium an der UniversitĂ€t Berlin-Charlottenburg. Nach seinem Abschluss als Bauingenieur arbeitete er fĂŒr die Firma Henschel, ein Flugzeugbauer, im Bereich der Belastungsanalyse. Bei seiner Arbeit hatte er mit einer Menge von Berechnungen zu tun, so dass er 1934 damit begann an einem Computer, den Z1, zu arbeiten, der diese vereinfachen sollte. Dieser Rechner arbeitete noch voll mechanisch.

1938 fasste er den Plan, einen besseren und schnelleren Rechner zu entwickeln. Der 2.Weltkrieg unterbrach seine Arbeit, aber er konnte die Armee davon ĂŒberzeugen, ihn an seinem Rechner weiterarbeiten zu lassen. Es wurde ein weiterer Rechner, der Z2, entwickelt, der schon elektromechanisch arbeitete, aber noch den mechanischen Speicher der Z1 benutzte.

1941 stellte Konrad Zuse den ersten frei programmierbaren Computer der Welt vor, den Z3, der wie sein VorgĂ€nger ebenfalls elektromechanisch arbeitete. Der Speicher bestand aus 1400 Relais, die Steuerung der Arithmetik aus 600 Relais und 600 weitere Relais wurden fĂŒr andere Zwecke eingesetzt. Die WortlĂ€nge betrug 22 Bits und fĂŒr eine Multiplikation benötigte die Z3 ganze drei Sekunden.

1942 begann er damit seinen letzten Rechner zu entwickeln, den Z4. Kurz vor der Vollendung des Z4, musste dieser zunĂ€chst nach Göttingen und kurze Zeit spĂ€ter nach Hinterstein gebracht werden. Schließlich wurde der Z4 in die Schweiz an die ETH ZĂŒrich gebracht, wo er bis 1955 im Einsatz blieb.

1945 entwickelte Zuse die erste algorithmische Programmiersprache, bekannt als PlankalkĂŒl und verwendete diese dazu ein Schachprogramm zu schreiben. 1950 grĂŒndete Zuse seine eigene Computerfirma, die 1967 von Siemens ĂŒbernommen wurde. Zuse forschte bei Siemens weiter im Gebiet der Computertechnik. Am 18.12.1995 verstarb Konrad Zuse in HĂŒnfeld nahe Fulda.

Bilder: Konrad Zuse, Wikipedia, CC-BY-SA, Wolfgang Hunscher; Zuse Z1, Wikipedia, CC-BY-SA, ComputerGeek

45 Jahre IMSAI 8080

Heute vor 40 Jahren, am 16. Dezember 1975, begann die Auslieferung des IMSAI 8080, der von dem Unternehmen Information Management Science Associates, Inc entwickelt und hergestellt wurde. Das Unternehmen wurde spÀter in IMSAI Manufacturing Corp. umbenannt.

Der IMSAI 8080 kam als direkter Konkurrent zu dem im Januar 1975 erschienenen MITS Altair 8800 auf den Markt und war zu diesem voll kompatibel. Er unterschied sich vom Altair 8800 mit seinen roten und blauen Schaltern nur ein wenig im Design, verfĂŒgte aber zumindest ĂŒber ein stĂ€rkeres Netzteil. Als Betriebssystem wurde IMDOS eingesetzt, eine stark modifizierte Version von CP/M.

Der Bausatz kostete anfangs 439 US-Dollar. SpÀter erhöhte IMSAI den Preis aufgrund der hohen Nachfrage auf 499 US-Dollar. Ca. 17.000 bis 20.000 GerÀte wurden bis 1979 produziert.

 

Vor 35 Jahren in der DDR: Der Z1013 geht in Produktion

Der Z 1013 war ein in der DDR vom VEB Robotron-Elektronik in Riesa hergestellter Einplatinencomputer. Er war fĂŒr den privaten Gebrauch und fĂŒr Bildungseinrichtungen gedacht und basierte auf dem U880-Mikroprozessor, ein Nachbau des damals populĂ€ren Z80 von Zilog.

Der Z 1013 bestand aus einer bestĂŒckten und getesteten Hauptplatine, einer Folientastatur und ausfĂŒhrlichen technischen Dokumentationen. Ein BASIC-Interpreter musste von Kassette nachgeladen werden oder konnte nach Anstecken eines Moduls verwendet werden.

Eine erste Serie von 150 BausĂ€tzen wurde Dezember 1985 produziert. Diese konnte nach Vorbestellung im FachgeschĂ€ft fĂŒr Heimelektronik des VEB Robotron-Vertrieb Erfurt und in einem LadengeschĂ€ft der volkseigenen Handelsorganisation (HO) in Riesa fĂŒr 650 Mark erworben werden. Einem breiteren Publikum wurde der Einplatinencomputer offiziell erst auf der Leipziger FrĂŒhjahrsmesse 1986 vorgestellt.

Mehr ĂŒber den Z 1013 und Robotron gibt es in diesem Beitrag.

35 Jahre Microsoft Windows 1.0

Am 20. November 1985 begann die Auslieferung von Microsoft Windows 1.0. An der graphischen BenutzeroberflĂ€che, die  von Bill Gates bereits am 10. November 1983 offiziell angekĂŒndigt wurde, hatten 24 Softwareentwickler drei Jahre lang gearbeitet.

Microsoft Windows 1.0 war kein eigenstĂ€ndiges Betriebssystem, sondern stellte eine graphische OberflĂ€che fĂŒr das Betriebssystem MS-DOS dar, dessen Bedienung dadurch erleichtert werden sollte. Es fand aber bei den Anwendern kaum Anklang, da die notwendige Hardware, wie Maus, Farbgrafikkarte und Arbeitsspeicher, zur damaligen Zeit noch sehr teuer war. Auch fehlte Software, welche die neuen Features, wie Fenster und die Bedienung per Maus, auch nutzte.

Der Durchbruch der graphischen OberflÀche kam im MÀrz 1992 mit Microsoft Windows 3.1, aber erst mit Windows NT, das im Juli 1993 erschien, verabschiedete Microsoft sich von MS-DOS als zugrundeliegendem Betriebssystem.

Bild: Microsoft Corp.

35 Jahre Intel 80386

Der Intel 80386 wurde im Oktober 1985 unter dem Markennamen i386 vorgestellt, war aber erst im Juni 1986 in nennenswerten StĂŒckzahlen auf dem Markt erhĂ€ltlich.

Der 80386 ist eine wesentliche Weiterentwicklung der x86 Architektur. Mit diesem Mikroprozessor wechselte Intel zur 32-Bit Architektur, so wie sie auch heute noch in allen Nachfolgemodellen bis hin zum aktuellen Core i7 zu finden ist. Der 80386 kann direkt bis zu 4 GByte Hauptspeicher adressieren und logisch im Betriebsmodus „Protected Mode“ ĂŒber Segmente sogar bis zu theoretisch 64 TByte.

Chefarchitekt bei der Entwicklung des 80386 war John H. Crawford. Er war verantwortlich fĂŒr die Erweiterung der 80286 Architektur und leitete die Entwicklung des Mikroprogramms fĂŒr diesen Chip.

Bild: Wikimedia Commons, CC BY-SA, User Konstantin Lanzet

35 Jahre Sinclair ZX Spectrum 128

Im September 1985 erscheint zuerst in Spanien, dann im Januar 1986 auch in Großbritannien, der Sinclair ZX Spectrum 128. Der Spectrum 128 sieht aus wie der Spectrum+, verfĂŒgt aber ĂŒber 128 KByte Arbeitsspeicher und besitzt einen neuen Dreikanal-Soundchip (Ă€hnlich dem, der spĂ€ter im Atari-ST verwendet wird). Weiterhin wurde das BASIC ĂŒberarbeitet (128K Basic) und der neue Speccy verfĂŒgt ĂŒber weitere Anschlussmöglichkeiten, wie MIDI Ausgabe, eine RS-232 Schnittstelle und ein Monitoranschluss. An der rechten Seite befindet sich zudem nun ein großer KĂŒhlkörper.

Mehr ĂŒber Sinclair und den ZX Spectrum gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Sinclair ZX Spectrum 128, Wikimedia, CC-BY-SA, Bill Bertram

Vor 35 Jahren: Steve Jobs verlÀsst Apple

Steve Jobs wirbt im FrĂŒhjahr 1983 John Sculley, der damals PrĂ€sident von Pepsi Cola ist, fĂŒr Apple ab. Sculley wird PrĂ€sident und CEO von Apple und soll dem dabei helfen weiter zu expandieren. Aber schon Anfang 1985 geraten Jobs und Sculley immer mehr aneinander. Jobs wirft Sculley vor, dass er zu wenig ĂŒber die Computerindustrie wisse, wĂ€hrend dieser Jobs vorwirft gefĂ€hrlich und außer Kontrolle zu sein.

Schließlich konfrontiert Sculley Jobs mit seinem Verhalten und der daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Mac Entwicklung. Aber Jobs ist alles andere als offen fĂŒr Kritik und wirft Sculley ineffizientes Marketing und den unfĂ€higen Umgang mit den Nicht-Mac Abteilungen vor. Im April 1985 trĂ€gt Sculley den Fall dem Vorstand vor und verlangt, dass dieser Steve Jobs die Position als Apples VizeprĂ€sident und General Manager der Mac-Abteilung aberkennt. Sculley will Jobs nicht vollstĂ€ndig loswerden, sondern hofft, dass Jobs eine reprĂ€sentative Rolle innerhalb des Unternehmens ĂŒbernehmen wird. Am 31. Mai 1985 wird Jobs vom Vorstand offiziell seiner Positionen enthoben und ist von da an nur noch einfaches Vorstandsmitglied.

Jobs ist unzufrieden mit seiner neuen Position, da er keinen echten Einfluss mehr im Unternehmen hat. Am 16. September 1985 entschließt er sich dazu Apple zu verlassen und NeXT Computer zu grĂŒnden.

Als Apple NeXT Computer Ende 1996 aufkauft, ist Jobs wieder bei Apple beschĂ€ftigt. Nur wenige Monate spĂ€ter, am 16. September 1997, ĂŒbernimmt Jobs „vorĂŒbergehend“ die Leitung als, wie Apple es nennt, iCEO („interim CEO“). Bis zu seinem Tod am 5. Oktober 2011 wird er die Leitung von Apple innehaben.

Mehr Informationen ĂŒber Steve Jobs und Apple gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Steve Jobs und John Sculley, Apple Computer