Sinclair

Computergeschichte aus England

Der Schritt zum Heimcomputer

Rick Dickinson1979 beendet Rick Dickinson sein Studium an der Newcastle Polytechnic (jetzt University of Northumbria at Newcastle) mit dem Abschluss „First Class Bachelor of Arts Honours degree in Design for Industry“. Da er schon als Student bei Sinclair Research Ltd. gearbeitet hat, f├Ąngt er ab Dezember 1979 fest bei Sinclair an. Er ersetzt John Pemberton, der Sinclair verl├Ąsst, um ein neues Design-Center f├╝r ITT in Harlow zu leiten. Dickinson arbeitet als In-House Industriedesigner und wird daran gesetzt das Geh├Ąuse des n├Ąchsten Sinclair Computers zu entwerfen. Er wird bei Sinclair bis 1986 ma├čgeblich das Aussehen der Computer bestimmen, bis er sich mit einem eigenen Design-Unternehmen Dickinson Associates schlie├člich selbst├Ąndig macht.

Der ZX80

ZX 80Der ZX80, der weltkleinste und billigste Computer, wird erstmals auf einer Ausstellung in Wembley Ende Januar 1980 der ├ľffentlichkeit vorgestellt: Die Ma├če 22,8cm x 17,8cm (9″ x 7″); sein Preis ┬ú99,95 bzw. ┬ú79 als Bausatz. Um den Preis niedrig zu halten, benutzten die Entwickler einige radikale Ideen, um die Bauteilanzahl gering zu halten. Die gr├Â├čte Sparma├čnahme ist, dass der heimische Fernseher als Monitor benutzt wird und zur Speicherung von Daten und Programmen ein normaler Kassettenrekorder Verwendung findet. Der Rechner verf├╝gt ├╝ber eine Z80A CPU, ein 4 KByte ROM, das einen speziellen BASIC-Interpreter beinhaltet, 1 KByte RAM und eine Interface-Einheit.

ZX 80 BoardKurios ist das Bildschirminterface. Da der ZX80 (und auch ZX81) keinen Videocontroller besitzt, muss diese Aufgabe von der CPU erledigt werden. Da dieses aber schon 3/4 der CPU Zeit ben├Âtigt, besitzt der ZX81 zwei Betriebsarten: Slow und Fast. Im Fast-Modus ist der Bildschirm abgeschaltet und die CPU hat mehr Zeit f├╝r andere Aufgaben. Ein weiteres Problem dieses Designs ist, dass bei jedem Tastendruck der Bildschirm kurz leer wird, weil die CPU sich nun um den Tastendruck k├╝mmern muss.

Der Bildschirmspeicher wird dynamisch verwaltet, d.h. er belegt nur soviel RAM wie n├Âtig. Dabei belegt er pro Zeile mindestens 1 Byte, werden mehrere Zeichen pro Zeile angezeigt, so wird nur der Speicher bis zur zuletzt belegten Spalte ben├Âtigt. Das ist der Grund warum viele Programme auch nur den linken Teil des Bildschirms benutzen, einfach um RAM-Speicher zu sparen. In den 1024 Byte RAM sind au├čer dem Videospeicher (bis zu 768 Byte bei vollem Bildschirm), auch noch der Druckerpuffer (32 Byte), einige Systemvariablen und nicht zuletzt das BASIC-Programm untergebracht.

ZX 80 Der ZX80 zielt auf Personen, die wissen wollen, wie ein Computer programmiert wird. Die potentiellen K├Ąufer aber davon zu ├╝berzeugen, den ZX80 auch zu kaufen ist ein Problem, da die Allgemeinheit zur damaligen Zeit sich Computer wie folgt vorstellt: Riesengro├če Ger├Ąte, die in klimatisierten Umgebungen aufgestellt werden, mit gro├čen Schr├Ąnken mit Magnetb├Ąndern, die laufend hin- und herspulen. Wie soll man die Leute davon ├╝berzeugen, dass dieses auf den ZX80 nicht zutrifft? Es besteht aber kein Grund zur Sorge.

ZX 80 Der ZX80 wird sofort ein Erfolg. In den ersten 5 Minuten der Ausstellung werden gleich 10 Bestellungen aufgegeben. Clives wirkliches Problem ist, dass nach der Ausstellung so viele Schecks eingehen, dass nun auch Verwaltung und Produktion die Nachfrage befriedigen k├Ânnen. Sinclair will den ZX80 auch in den USA verkaufen, obgleich er dort keinen so gro├čen Markt vermutet. Er nimmt den ZX80 mit zur Las Vegas Consumer Electronics Show und trifft dort Nigel Searle in Boston. Ein paar Tage sp├Ąter hat Searle einen neuen Job. Er verkauft den ZX80 (und sp├Ąter den ZX81) in den USA bis 1982.

Sinclair Research expandiert schnell. Bis September 1980 werden ├╝ber 20.000 ZX80 verkauft. W├Ąhrend dieser Zeit arbeiten 12 Angestellte in Cambridge, sechs weitere in St Ives und Searle in Boston. Die Maschine verkauft sich sehr gut, da keine direkten Konkurrenten existieren, hat aber auch einige gravierende Nachteile, wie eine fehlende Flie├čkommaeinheit und die Unf├Ąhigkeit separate Dateien auf Kassette zu verwalten. Die Folientastatur ist ebenfalls nicht gerade beliebt bei den Anwendern. Im September 1980 wird dann noch eine 16 KByte Erweiterung vorgestellt.

Knapp ein Jahr nach der Vorstellung des ZX80, im Januar 1981, der ZX81 ist noch in der Entwicklung. fragt die BBC bei Sinclair an, ob sie einen g├╝nstigen Computer h├Ątten, den die BBC f├╝r eine Reihe von TV-Sendungen als Lehr-Computer verwenden k├Ânnten. Durch den gro├čen Erfolg des Apple II und Commodore Pet auf dem amerikanischen Markt, m├Âchte die BBC ihren Zuschauer die rasant entwickelnde Computertechnik mit Hilfe des BBC Computer Literacy Project n├Ąher bringen. Das Projekt soll Zuschauern das Potential von Computern aufzeigen und ihre Einsatzm├Âglichkeiten im t├Ąglichen Leben und im Beruf erl├Ąutern. Die BBC fragt auch bei Newbury Labs mit ihrem NewBrain an, aber Newbury erf├╝llt nicht die Anforderungen und die BBC muss sich nach einem anderen Rechner umsehen. Sinclair schl├Ągt den Nachfolger zum ZX80 vor, Chris Curry, jetzt bei Acorn besch├Ąftigt, schl├Ągt den Nachfolger zum 1980 vorgestellten Acorn Atom vor. Die Rivalit├Ąt der ehemaligen Kollegen zwingt Sinclair dazu, die Entwicklung des Nachfolgers zum ZX80 zu beschleunigen.

Sinclair k├╝ndigt den ZX80 Nachfolger f├╝r das Fr├╝hjahr 1981 an und setzt das Entwicklungsteam entsprechend unter Druck diesen Termin zu halten, so dass der neue Rechner schlie├člich im M├Ąrz fertiggestellt wird. Ungef├Ąhr zu dieser Zeit benennt sich Science of Cambridge zu Sinclair Research um.

Der ZX81

ZX 81 ZX Printer Der ZX81 wird am 5. M├Ąrz 1981 vorgestellt. Die Hardware wird von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf ┬ú69,95 bzw ┬ú49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verf├╝gt wieder ├╝ber nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird f├╝r viele Anwender zum ├ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu St├Ârungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abst├╝rzen l├Ąsst.

Die Firmware mit dem Basic-Interpreter wird von John Grant und Steve Vickers bei Nine Tiles entwickelt, eine Firma, die Sinclair schon f├╝r die Erstellung von ZX80 Software unter Vertrag hatte. Es gibt sogar eine ROM-Erweiterung f├╝r den ZX80, um ihn zum ZX81 aufzur├╝sten (der ZX81 verf├╝gt nun ├╝ber 8 KByte ROM). Der ZX81 besitzt endlich eine Gleitkommazahleinheit und wissenschaftliche Funktionen. Die Gleitkommazahleinheit ist jedoch per Software realisiert in einer Art FPU-Emulator bzw. Macro-Prozessor, der Byte-Sequenzen im Code als Macros f├╝r den FPU-Emulator interpretiert, bis eine Endmarkierung auftritt. Dieser FPU-Emulator wird vom BASIC genutzt, ist aber auch aus Assembler heraus nutzbar.

Wird der ZX81 er an an einen Farbfernseher angeschlossen, zeigt er schwarze Zeichen auf einem ruhigen wei├čen Hintergrund an. Das ist eine enorme Verbesserung gegen├╝ber dem ZX80. Sinclair k├╝ndigt auch einen Drucker f├╝r den ZX81 f├╝r das Jahresende an.

ZX 81 Werbung ZX 81 Board ISS1=0Der ZX81 bekommt eine sehr positive Vorstellung von David Tebbutt in der Personal Computer World. Der Drucker wird dann im November 1981 f├╝r ┬ú49,95 vorgestellt. Obwohl er f├╝r den ZX81 entwickelt wurde, kann er auch an den ZX80 mit ROM-Erweiterung verwendet werden. Es ist ein sehr kompaktes Ger├Ąt, dass 32 Zeichen pro Zeile auf aluminiumbeschichtetes Thermopapier druckt. Heute w├╝rde man ihn als 1-Nadel-Drucker bezeichnen (tats├Ąchlich sind es zwei Nadeln, die immer im Kreis rotieren); einen Druckkopf, der mehrere Punkte auf einmal drucken kann, gibt es nicht. Die Ausdrucke sind teilweise so schlecht, dass man die aus 8×8 Pixeln bestehenden Zeichen kaum lesen kann.

Timex 1000 TapeDer Markt expandiert weiter. M├Ąrz 1981 bekommt Mitsui die Rechte f├╝r die Vermarktung in Japan und verkauft dort im ersten Jahr 20.000 St├╝ck. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones f├╝r den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, B├╝cher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards f├╝r den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Gro├čbritanniens f├╝hrende B├╝cher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt:┬áWHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft h├Ątten. Zus├Ątzlich hat die Kette die exklusiven Rechte f├╝r sechs Monate, danach beginnen weitere H├Ąndler den ZX81 in ihr Programm zu nehmen.

Der ZX-Spectrum

ZX82W├Ąhrend der Markt weiter expandiert, arbeiten die Ingenieure an einem Ger├Ąt mit Codenamen ZX82. Die Hardware wird von Richard Altwasser entwickelt. Er ist seit September 1980 bei Sinclair und entwickelt unter der Leitung von Sinclairs Chefentwickler Jim Westwood das Mainboard f├╝r den Spectrum. Altwasser wird 1982 Sinclair verlassen und seine eigene Firma Jupiter Cantab gr├╝nden, die den Jupiter Ace entwickeln wird. Da Westwood mit Sinclairs Flachbildschirm-Projekt besch├Ąftigt ist, hat Westwood im Rahmen der Vorgaben freie Hand.

Die Hardware des ZX Spectrum ist in vielerlei Hinsicht besser als die des ZX81: Er kann acht Farben in zwei Helligkeitsstufen darstellen, er besitzt einen 1-Kanal-Tongenerator ├╝ber acht Oktaven, der die T├Âne ├╝ber einen eingebauten Piezo-Lautsprecher ausgibt, eine hochaufl├Âsende Grafik von 256×192 Punkten und andere Features. Eine weitere Besonderheit ist, dass Zeichen blinken k├Ânnen (die Vorder- und Hintergrundfarbe wird dabei periodisch getauscht). F├╝r die Umsetzung der Farbgrafik erh├Ąlt Altwasser sogar ein Patent: Die Farbinformation wird in einem separaten Speicherbereich, ein 32×24 gro├čes Feld f├╝r jeweils 8×8 Pixel, abgelegt. Das Ergebnis ist zwar ein sehr kompakter Grafikspeicher, der gerade einmal 7 KByte RAM ben├Âtigt, damit erkauft man sich aber auch den Nachteil, dass jeweils ein 8×8 gro├čer Bereich nur ├╝ber je eine Vorder- und Hintergrundfarbe verf├╝gen kann.

Steve Vickers & Jim WestwoodDie Firmware mit Sinclair Basic wird von Steve Vickers bei Nine Tiles Software ├╝berarbeitet. Nine Tiles wurden 1980 damit beauftragt das Sinclair Basic f├╝r den ZX80 und danach auch f├╝r den ZX81 zu entwickeln. Die Aufgabe wurde Vickers, damals noch ein Neuling bei Nine Tiles, ├╝bertragen. Er schrieb auch das Handbuch zum ZX81. Im Laufe des Jahres 1981, f├╝gt er dann, wie von Sinclair verlangt, Farb- und Sound-Kommandos hinzu und der Zeichensatz wird um Kleinbuchstaben erweitert. Vickers f├╝gt auch die M├Âglichkeit hinzu, mehrere Kommandos in eine Zeile zu schreiben und andere Features, die den ZX Spectrum schlie├člich deutlich vom ZX81 unterscheidet. Auch die Ladegeschwindigkeit wird erh├Âht und Arrays und Speicherbereiche k├Ânnen unabh├Ąngig vom Programm auf Kassette gespeichert werden, welches primitive Datenbanken erm├Âglicht.Eine weitere Besonderheit ist, damit Dateien beim Laden leichter aufgefunden werden k├Ânnen, zeigt der Spectrum blau-rote bzw. blau-gelbe Kontrollstreifen mit Hilfe des Bildschirmrandes. Bei Konkurrenzprodukten (z.B. C64, TI94/4A usw.) sucht man nach einer derartigen Hilfe vergeblich. Leider kann Vickers mit seinen Kollegen bei Nine Tiles aufgrund des knappen Zeitplans den Basic Interpreter nicht neu entwickeln, um ihn deutlich zu verbessern, so dass er schlie├člich trotz gutem Basic ziemlich langsam ist.

Vickers Basic passt in ein 16 KByte ROM.┬á Ca. 1,3 KByte ROM sind noch frei und sollen f├╝r die Ansteuerung von geplanter Peripherie, wie z.B. dem Microdrive, Verwendung finden. Da die Peripherieger├Ąte aber bis April noch nicht verf├╝gbar sind, werden die ROMs unvollst├Ąndig ausgeliefert. Early Adopters sollen die Option erhalten, die ROMs sp├Ąter zu ersetzen, wenn der Code vollst├Ąndig ist. Letztendlich verkauft Sinclair bis Juni ├╝ber 75.000 Ger├Ąte, so dass ein Wechsel des ROMs aus Kostengr├╝nden nicht mehr in Frage kommt. Anstelle wird die gesamte Firmware mit dem Peripherieadapter ausgeliefert, die bei Bedarf dann ausgef├╝hrt wird.

ZX81 ColourMit dabei ist auch wieder Rick Dickinson, der f├╝r das Design des Geh├Ąuses verantwortlich ist. Da der ZX81 so erfolgreich ist, sucht Sinclair auch nach alternativen Namen. F├╝r eine Zeitlang ist ZX81 Colour bzw. ZX81 C im Gespr├Ąch und im September 1981 entwirft Dickinson einige Logo Entw├╝rfe f├╝r diesen Namen, der auch auf einigen Geh├Ąuseentw├╝rfen im Oktober 1981 auftaucht. In seinen Entw├╝rfen taucht eine Tastatur mit runden Tasten auf; diese wird man sp├Ąter beim Spectrum+ wiederfinden. An der Tastatur liegt es schlie├člich, ob ein Interessent sich f├╝r den Spectrum entscheidet oder dagegen. Als Clive Sinclair versprach, dass der Spectrum eine vollwertige Tastatur haben wird, hofften viele auf eine Schreibmaschinen ├Ąhnliche Tastatur. Es wird schlie├člich ein Kompromiss: Ein (Radiergummi-)Tastatur (darunter die vom ZX81 gewohnte Tastaturfolie).

Der ZX Spectrum erscheint am 23.4.1982 in zwei Varianten: 16KByte RAM f├╝r ┬ú125 und 48KByte RAM f├╝r ┬ú175. F├╝r ┬ú60 kann man den kleineren Speccy auch aufr├╝sten. Das ist zwar erheblich mehr, als man f├╝r einen ZX81 bezahlte, aber immer noch um einiges g├╝nstiger als der direkte Konkurrent BBC Micro Model B f├╝r ┬ú399. In den darauf folgenden Jahren wird die Hardware mehrfach ├╝berarbeitet. Die Issue 1 Platine hat sogar noch einen Fehler in der ULA, der mit einem zus├Ątzlichen Chip behoben werden muss. Die Issue 3 Platine, welche gegen Ende 1983 produziert wird, reduziert die Stromaufnahme gegen├╝ber der beiden ├Ąlteren Platinenversionen Issue 1 und Issue 2, die noch mit Hitzeproblemen zu k├Ąmpfen hatten.

ZX Spectrum Werbespot

Spectrum Platine Die Sinclair Rechner k├Ânnen mit allen anderen Computern konkurrieren: Der ZX81 mit dem Acorn Atom, der Spectrum mit dem BBC Model A. Er ist der billigste Heimcomputer, der Farbgrafiken darstellen kann; Kritiker aber bem├Ąngeln den eingebauten Tongenerator, der zwar Piepst├Âne von sich geben kann, die f├╝r Spiele ausreichen, aber auch nicht mehr. Zu Sinclairs Entt├Ąuschung wird auch gerade dazu der Spectrum haupts├Ąchlich benutzt. Der Spectrum ist in der Lage sehr komplexe Spiele laufen zu lassen und viele Firmen produzieren hunderte von Programmen f├╝r ihn. Bis Februar 1983 werden 200.000 Spectrums verkauft und nach Ostern sind es 12-15.000 pro Woche alleine in England. Der Speccy wird in 30 L├Ąndern verkauft. In Gro├čbritannien setzt die Regierung den 48K Spectrum sogar auf die Liste der Computer, die f├╝r die Verwendung auf weiterf├╝hrenden Schulen empfohlen sind, unter diesen ist auch der BBC Model B und der BBC-esque 480Z, so dass dieser nun auch von Schulen gekauft werden kann.

Ab Juli 1983 beginnt Timex in Lizenz einen Spectrum-Klon unter eigenem Label in den USA zu verkaufen, den TS-1500. Im November erscheint der TS-2068 in einem vollst├Ąndig ├╝berarbeiteten Geh├Ąuse, der sich aber, trotz besserer Tastatur und Modulschacht, nur schlecht verkauft.

Spectrum+, Spectrum 128

Spectrum +Am 2. Oktober 1984 erscheint der Spectrum+, der ├╝ber eine verbesserte Tastatur verf├╝gt. Zwar sind jetzt die Tasten aus Plastik und es gibt zus├Ątzliche Funktionstasten, aber unter dieser Tastatur findet man immer noch die gewohnte Tastaturfolie des Spectrum. September 1985 erscheint zuerst in Spanien, dann im Januar 1986 auch in Gro├čbritannien, der Spectrum 128. Der 128 sieht wie der Spectrum+ aus, verf├╝gt aber ├╝ber 128 KByte Speicher und besitzt einen neuen Dreikanal-Soundchip (├Ąhnlich dem, der sp├Ąter im Atari-ST benutzt wird). Weiterhin wurde das Basic ├╝berarbeitet (128K Basic) und der neue Speccy besitzt nun weitere Anschlussm├Âglichkeiten, wie MIDI Ausgabe, ein RS-232 Anschluss und ein Monitoranschluss. An der Seite befindet sich ein gro├čer K├╝hlk├Ârper.

Das Interface II

Interface-II ZX Spectrum CartridgeDa der Spectrum keine Anschl├╝sse f├╝r Joysticks besitzt, entwickeln verschiedene Firmen Adapter. Kempston setzt mit seinem Interface, welches praktisch von Anfang an erh├Ąltlich ist, einen Quasistandard. Trotzdem bringt Sinclair das Interface II auf den Markt, eine Kombination aus Joystick-Adapter und ROM-Cartridge Port. Das IF-II hat aber keinen gro├čen Erfolg, da die Cartridges mit ┬ú19,95 viel zu teuer sind, und die Produktion wird schon bald wieder eingestellt. Obwohl Kempston mit seinem Adapter den Standard h├Ąlt (das Interface II ist dazu nicht kompatibel), wird der Interface II kompatible Port sp├Ąter in den Spectrum Plus 2 und 3 von Amstard integriert.

Das ZX Microdrive

ZX MicrodriveSinclair ist schon immer f├╝r seine unpopul├Ąren L├Âsungen bekannt gewesen und das spiegelt sich auch in den Microdrives wieder. Bereits am 23 April 1982 stellt Clive Sinclair einen Prototyp des Bandlaufwerks vor. Das Magazin Popular Computing Weekly schreibt dar├╝ber: ÔÇťPerhaps the biggest rabbit that Clive pulled out of his magicianÔÇÖs hat was the ZX MicrodriveÔÇŁ. Neu ist die Idee eines Endlos-Bandlaufwerks allerdings nicht. Bereits 1979 ver├Âffentlicht das kalifornische Unternehmen Exatron eine „Stringy Floppy“ f├╝r den Tandy TRS-80 f├╝r ca. US$ 100, die „Wafers“ mit ca. 70 Kbyte Speicherkapazit├Ąt als Medien benutzt.

ManualsDas Microdrive ist eine Alternative zu den teuren Floppy-Laufwerken und eine kleine Ingenieur-Meisterleistung. Die ersten Microdrives werden f├╝r den Spectrum hergestellt und kosten ┬ú50 (plus ┬ú50 f├╝r das Interface I). Diskettenlaufwerke kosten zu dieser Zeit ein vielfaches, z.B. das Laufwerk f├╝r den VC20 knapp ┬ú400 (174 KByte Speicherplatz) und ein 3,5″ Sony-Laufwerk ┬ú235 (218 KByte Speicherplatz).

Obwohl der QL sp├Ąter auch die Microdrives benutzt, ist ein Datenaustausch zwischen Spectrum und QL wegen unterschiedlicher Aufzeichnungsformate nicht m├Âglich. In jedem Cartridge (auch als „stringy floppy“ bekannt) sind 6 Meter eines 1,9mm breiten Magnetbandes, das mit 76cm/s transportiert wird (entspricht einer Zugriffszeit von nur 3,5s bei einer ├ťbertragungsrate von 16 KByte) und Speicherplatz f├╝r 85KByte bietet. Leider sind die Cartridges sehr teuer, sehr selten und haben nur eine sehr geringe Lebensdauer.

Sinclair wird noch ├╝ber 18 Monate bis zur Marktreife der Microdrives brauchen und vertr├Âstet Interessenten und Journalisten immer wieder. Am 18 November 1982 zitiert die Popular Computing Weekly den Sinclair Ingenieur Martin Brennan: „Our Microdrive, when it comes out, will revolutionise mass storage thinking,ÔÇŁ, nachdem man ihn ├╝ber seine Meinung zum neuen Sony Laufwerk fragte. Im September 1983 ist das Interface I zusammen mit dem Microdrive schlie├člich erh├Ąltlich.

Das Interface I, welches f├╝r den Anschluss der Microdrives an den Spectrum ben├Âtigt wird, wird von Martin Brennan entwickelt (dieser wird sp├Ąter auch mit an Ataris Jaguar Console entwickeln). Das Interface I dient nicht nur zum Anschluss eines Microdrives, mit ihm kann auch ein lokalen Netzwerk aufgebaut werden und es besitzt eine Standard RS232 Schnittstelle.

Brennan ist auch f├╝r die Firmware verantwortlich, die das Interface 1 im ROM mitliefert. Als er von Sinclair eingestellt wird, liegt die Ank├╝ndigung des Microdrives schon ca. acht Monate zur├╝ck. Brennan erinnert sich sp├Ąter, dass die Mechanik zwar schon von John Williams entwickelt war und auch das Design von Rick Dickinson schon existierte, Elektronik und Firmware fehlten aber noch. Die notwendigen Basic-Kommandos zur Ansteuerung der Microdrives werden von Ian Logan, einem freien Software-Entwickler und Autor, geschrieben. Diese werden in den zus├Ątzlichen 8 KByte ROM des Interface 1 untergebracht und in das Spectrum ROM eingeblendet, wenn das Interface 1 angeschlossen wird. In diesem sind auch ein paar Bugfixes f├╝r das Spectrum ROM vorhanden. Logan ist (zusammen mit┬áFrank O’Hara) auch Autor des Buchs┬áThe Complete Spectrum Rom Disassembly, ein absolutes Muss f├╝r jeden Spectrum Programmierer zur damaligen Zeit. Selbst Sinclair bietet keine so detaillierte Beschreibung der Spectrum Firmware an. Insbesondere nachdem Vickers Sinclair im Mai verlie├č, gibt es bei Sinclair niemanden, der das Spectrum ROM so detailliert kennt. Logan identifiziert mit seinem Wissen ├╝ber das Spectrum ROM drei Speicheradressen, die Brennan dazu verwenden kann die Spectrum Firmware zu unterbrechen und die Programmausf├╝hrung in das Interface 1 ROM zu verzweigen, wo die neuen Kommandos dann ausgef├╝hrt werden.

ZX Spectrum Expansion SystemDie gesamte Elektronik im ZX Microdrive besteht praktisch nur aus einer speziellen ULA, die von┬áBen Cheese entwickelt wird, und dem Schreib-/Lesekopf des Bandlaufwerks. Eines der Hauptprobleme des Microdrives ist, dass es nicht gerade vorsichtig mit den zierlichen B├Ąndern umgeht. Die ersten Laufwerke beschleunigen die B├Ąnder praktisch von 0 auf 76cm/s, welches sp├Ąter durch einen 22┬ÁF Kondensator etwas langsamer vonstatten geht und so die B├Ąnder etwas schont. Selbst Sinclair warnt in seinem Microdrive Handbuch: „Microdrive cartridges will not last forever, and will eventually need to be replaced. The symptom of an ageing cartridge is that the computer will take longer and longer to find a program or file before loading it. So it is a good idea to keep back-up copies of important programs and files on another cartridge, or on a cassette.“. Auch l├Ąsst die Geschwindigkeit zu w├╝nschen ├╝brig. M├Âchte man einzelne Daten ├Ąndern, m├╝ssen diese zuerst in den Arbeitsspeicher gelesen werden, gel├Âscht und schlie├člich wieder zur├╝ckgeschrieben werden. Es gibt noch weitere mechanische Probleme: Es k├Ânnen zwar mehrere Laufwerke in Reihe an der Interface 1 angeschlossen werden, aber diese m├╝ssen miteinander verschraubt werden. Sinclair bef├╝rchtet, dass eine fehlerhafte Verbindung die ├ťbertragung st├Ârt und so zu Datenverlust f├╝hren kann. Auch der Microswitch, der erkennen soll, dass ein Band schreibgesch├╝tzt ist, arbeitet u.U. fehlerhaft, wenn ein Band zu kr├Ąftig eingesteckt wird.

Das Microdrive bekommt sogar Konkurrenz: Das amerikanische Unternehmen Astec stellt im Sommer 1984 ein „Wafadrive“ vor, welches in Gro├čbritannien von Rotronics verkauft wird. Es handelt sich um ein Dual-Laufwerk mit B├Ąndern f├╝r 16, 64 oder 128 KBbyte. Das Laufwerk ist zwar mit ┬ú130 weit mehr als doppelt so teurer wie das von Sinclair (f├╝r den Commodore 64 wird es sogar f├╝r ┬ú160 angeboten), daf├╝r die B├Ąnder aber mit ┬ú3,95 g├╝nstiger.

Die Microdrives werden von der aktuellen Technik schon bald ├╝berholt und Amstrad baut in den Spectrum +3 ihr eigenes 3″ Diskettenformat ein. Aber auch die 3″ Disketten verschwinden aufgrund der wesentlich popul├Ąreren Formate 3,5″ und 5 1/4″, die von den neuen 16 Bit-Computern Atari ST, Commodore Amiga, Apple Mac sowie dem PC verwendet werden, schnell wieder. Zuvor werden die Microdrives aber noch einmal in Sinclairs n├Ąchsten Computer eingesetzt.

Der QL

QLEs gibt schon l├Ąnger Pl├Ąne f├╝r einen ZX83, der f├╝r Unternehmen interessant ist. Dieser Markt ist etwa zehnmal gr├Â├čer als der Heimcomputermarkt in dieser Zeit. 1984 kostet ein einfacher B├╝rorechner mindestens ┬ú2000. Sinclair will diesen Preis weit unterbieten. Der Name f├╝r den neuen Rechner lautet QL, die Kurzform f├╝r Quantum Leap (Quantensprung). Er erscheint am 12. Januar 1984.

F├╝r den QL spricht haupts├Ąchlich sein geringer Preis, w├Ąhrend er mit anderen, wie den IBM-PC, Apple Macintosh, Commodore 264 und Acorn konkurrieren muss. Bei der Vorstellung des QL wird klar, wieso er als Quantensprung bezeichnet wird: Er bietet Features, wie ein Multitasking-Betriebssystem und eine graphische Oberfl├Ąche mit Fenstern, die normalerweise nur bei sehr viel teureren Rechnern zu finden sind.

QL Werbespot

Technisch hat der QL im direkten Vergleich mit seinen Vorg├Ąngern tats├Ąchlich eine Menge zu bieten.┬áDavid Karlin, der die Hardware entwickelt, setzt als CPU die Motorola M68008 CPU ein. Diese ist quasi identisch mit der M68000 CPU, verf├╝gt aber nur ├╝ber 8 Datenleitungen anstelle der 16 des M68000 und kann weniger Speicher (maximal 1 MByte) adressieren. Der RAM ist mit 128 KByte nicht gerade ├╝ppig bemessen, aber immerhin eine Verdoppelung zu dem des ZX Spectrum, und kann immerhin auf 896 KByte erweitert werden. An den QL k├Ânnen (F)BAS- und RGB-Monitore angeschlossen werden und beherrscht eine Grafikaufl├Âsung von 512 x 256 Pixeln in 4 Farben. Schlie├čt man ihn an einen Fernseher an, werden 256 x 256 Pixel in 8 Farben angezeigt. Das vom ZX Spectrum her bekannten Microdrive ist gleich zweimal mit in das Geh├Ąuse integriert und arbeitet dort ca. 25% schneller. Ein Novum ist der Netzwerkanschluss QLAN, das mit 100 kBit/s Daten ├╝bertr├Ągt und 63 QLs miteinander vernetzen kann.

Die Benutzeroberfl├Ąche QDOS stellt eine Shell mit integriertem BASIC-Interpreter „SuperBASIC“ zur Verf├╝gung. Es ist in einem 48 KByte gro├čem ROM untergebracht und bietet serienm├Ą├čig als einziges Betriebssystem echtes preemptives Multitasking. Das SuperBASIC macht seinen Namen alle Ehre: Es besitzt viele Funktionen, die bisher in keinem anderen BASIC-Dialekt zu finden sind, u.a. gibt es Stringmanipulationsfunktionen, geschachtelte Anweisungen, lokale Variablen, Fensterkommandos u.v.m.

Als Software liefert Sinclair leistungsf├Ąhige Programme mit: Quill (Textverarbeitung), Abacus (Tabellenkalkulation), Archive (Datenbank mit Programmiersprache) und Easel (Gesch├Ąftsgrafik). Dieses Programmpaket erscheint leicht ver├Ąndert ein paar Jahre sp├Ąter f├╝r den IBM PC als XChange.

QL Platine F├╝r den QL treffen zwar viele Bestellungen ein, aber Sinclair kann nicht in den versprochenen 28 Tagen liefern. Im M├Ąrz gibt Sinclair bekannt, dass der QL nun im April lieferbar sein wird. Ende Mai hat die Firma schon ├╝ber ┬ú5.000.000 f├╝r 13.000 Maschinen erhalten, kann aber nur wenige Hundert liefern. Im Juli wird bekanntgegeben, dass er im September erscheinen wird. Die Maschinen, die ausgeliefert werden, sind immer noch in der Entwicklung und bekommen allm├Ąhlich verbesserte Versionen von QDOS, dem Betriebssystem, verpasst. QDOS ist zweimal so gro├č und mindestens viermal so komplex wie das Betriebssystem des Spectrum und die Absicht es in nur 12 Monaten zu entwickeln ist wohl nur ein frommer Wunsch. Das EPROM, das anfangs aus der R├╝ckseite herausschaut und die geplanten 32 KByte ROM auf 48 KByte erweitert, spricht auch nicht gerade f├╝r ein fertiges Produkt. Auch die Microdrives machen erhebliche Probleme. Alle Probleme, die zuvor schon beim Spectrum existierten, treten auch wieder beim QL auf. Aufgrund der h├Âheren Geschwindigkeit werden die B├Ąnder noch st├Ąrker beansprucht. Ein weitere Grund f├╝r die verz├Âgerte Auslieferung ist, dass bevor ein Rechner ausgeliefert werden kann, die Laufwerke einzeln in diesem getestet werden m├╝ssen, damit sichergestellt ist, dass sie korrekt funktionieren.

Im Januar 1984 spricht Clive von einer Produktion von 100.000 Ger├Ąten pro Monat. Tats├Ąchlich werden weniger als 60.000 Ger├Ąte im ersten Jahr verkauft. Sinclairs unnachgiebige Haltung keine Spiele f├╝r den QL zu produzieren, um ihn nicht als Spielemaschine zu vermarkten, bringt ebenfalls potentielle K├Ąufer ab. Die britische Computerpresse interpretierte das QL aufgrund der Lieferschwierigkeiten schon bald als „quite late“ (ziemlich sp├Ąt). Schlie├člich kommen mit dem Atari ST und Commodore Amiga starke – und in vielen Punkten ├╝berlegende – Mitbewerber auf den Markt. W├Ąhrend der QL propriet├Ąrer Hardware bot und teuer erweitert werden musste, gab es f├╝r den ST und Amiga g├╝nstige Standardhardware, wie z.B. Diskettenlaufwerke. So konnte sich der QL bei seinen Zielgruppen nicht behaupten.

Das C5

C5Sinclairs n├Ąchster Streich ist zwar kein Computer, aber er sei hier dennoch kurz erw├Ąhnt. Anfang 1985 bringt Sinclair das C5, ein elektrisches Fahrzeug, auf den Markt. Angetrieben wird das C5 von einem kleinen Motor, der es auf ganze 25km/h bringt (viel zu langsam, um damit auf der Stra├če auch wirklich zu fahren). Es werden nur 17.000 St├╝ck verkauft und nach nur ein paar Monaten wird die Produktion nach einem Verlust von 7 Millionen Pfund wieder eingestellt. Sinclair wird aber ein paar Jahre sp├Ąter noch weitere Fahrzeuge herausbringen.

Loki, Janus und Pandora

Als Sinclair 1986 von Amstrad aufgekauft wird, sind einige Projekte noch nicht verwirklicht worden. Sehr interessant ist der „Super Spectrum“, Codename Loki, der gegen den Amiga und ST antreten soll. Er verf├╝gt ├╝ber eine h├Âhere Grafikaufl├Âsung (mit bis zu 512×256 Pixel in 256 Farben) und bessere Soundf├Ąhigkeiten. Eine Reihe von Schnittstellen, wie MIDI, Joystick, Lightpen usw. sind ebenfalls vorhanden und das ganze soll weniger als ┬ú200 kosten. F├╝r diesen Preis ist dieses aber kaum zu verwirklichen (im Vergleich dazu kostet ein Amiga fast das achtfache).

So kommt der Loki gar nicht erst aus der Design-Phase heraus (angeblich sollen einige Prototypen hergestellt worden sein, was ich aber bezweifle). Allerdings greifen zwei ehemalige Sinclair-Entwickler, John Mathieson und Martin Brennan, das Konzept wieder auf und gr├╝nden die Firma Flare, die eine Multiprozessor Spielkonsole basierend auf dem Loki entwickelt. Diese Konsole wird sp├Ąter von Atari aufgekauft, um – weiterentwickelt – als Jaguar gegen Sega und Nintendo antreten zu k├Ânnen.

Teile des Loki Designs finden sich auch im Spectrum-Clone SAM Coup├ę wieder, der von MGT Technologies in England entwickelt wird. Die Entwickler sind ebenfalls ehemalige Sinclair Mitarbeiter: Bruce Gordon und Alan Miles.

JanusDas wohl unbekannteste Projekt d├╝rfte der Janus sein. Bis auf eine Designstudie ist auch nicht viel ├╝ber das Ger├Ąt bekannt. (Anmerkung: Planet Sinclair ├Ąu├čert zwar einige Vermutungen, aber konkretes konnte bisher niemand in Erfahrung bringen. Auch das Bild (rechts) stammte von Planet Sinclair. Ich gehe zwar davon aus, dass es ein Fake ist, aber bei Sinclair wei├č man nie.)

Schon seit Anfang der 80er Jahre will Clive Sinclair einen tragbaren PC mit eingebautem Bildschirm herausbringen und k├╝ndigt schon 1980 einen tragbaren ZX80 an. Allerdings schafft es Sinclair nicht die Flachbildschirmtechnologie, die das Unternehmen ├╝ber 20 Jahre hinweg entwickelt hat, mit einem Computer zu verbinden. Es folgen Ank├╝ndigungen f├╝r einen tragbaren ZX81, Spectrum und sogar QL. Die ganze Zeit ├╝ber l├Ąuft das Projekt unter dem Namen Pandora. Der Name beruht auf der Arbeitsweise des Flachbildschirms, der im Prinzip ein Projektionsbildschirm ist. Mit einem g├╝nstigen LCD-Bildschirm w├Ąre das Projekt ggf. zu verwirklichen gewesen, aber Sinclair macht mehrfach deutlich, wie wenig er von dieser Technologie h├Ąlt. Ironischerweise bringt er Jahre sp├Ąter mit dem Z88 ein tragbares Ger├Ąt heraus, das gerade diese LCDs benutzt.

Nach der ├ťbernahme von Amstrad…

Spectrum Plus 2 Spectrum Plus 3 1986 kehrt Altwasser auch nach Sinclair zur├╝ck und wird, nach der ├ťbernahme von Sinclair Research Ltd durch Amstrad im selben Jahr, Entwicklungsleiter. Er verl├Ąsst Amstrad endg├╝ltig 1992. Amstrad stellt die Produktion des Spectrum 128 ein, entwickelt aber den Spectrum+ weiter, da dieser ├╝ber eine gro├če Software-Bibliothek verf├╝gt und g├╝nstig verkauft wird.

Basierend auf dem Spectrum+ entwickelt Amstrad den Spectrum +2 (mit eingebautem Kassettenrekorder), der im Fr├╝hjahr 1987 ver├Âffentlicht wird. Er sieht dem Amstrad CPC vom Design her sehr ├Ąhnlich. Auch innerlich hat sich einiges getan: Die Basic Kommandos m├╝ssen jetzt Zeichen f├╝r Zeichen eingegeben werden und nicht mehr mit einem einzelnen Tastendruck, ein Sinclair Feature, das es seit dem ZX80 gab. Verkauft wird der +2 im Bundle mit Joysticks als Spielmaschine.

Mitte 1987 erscheint der Spectrum +3 (mit integriertem 3″ Diskettenlaufwerk f├╝r 350 KByte) und den 2A (eine Mischung aus beiden). Beide basieren auf dem Spectrum 128, wobei der +3 u.a. wegen seines 3″ Diskettenlaufwerks nicht mehr 100% kompatibel zu dem alten ZX Spectrum ist. Das Diskettenlaufwerk stammte von dem zwei Jahre zuvor ver├Âffentlichen Textverarbeitungscomputer Amstrad PCW-8256 und ist aufgrund des Formats ein Exot auf dem Markt. Aufgrund einiger Tweaks, kann der +3 sogar CP/M ausf├╝hren, aber auch er wird als reine Spielmaschine verkauft. 1990 stellt Amstrad die Spectrum Produktion schlie├člich ein.

Der PC 200

PC 200 Mit dem PC 200 bricht Amstrad mit der bisherigen Sinclair-Linie. Tats├Ąchlich ist er auch kein Sinclair, sondern ein Amstrad PC 1512 in einem Sinclair Geh├Ąuse, das wie ein Atari 520 aussieht. Der Rechner wird mit einem eingebautem 3,5″ Laufwerk geliefert, mit Maus- und Joystick-Ports unter dem Keyboard. Die Copyright-Meldung auf dem Bildschirm gibt „Copyright Amstrad 1985“ aus und der PC 200 wird zur selben Zeit unter dem Amstrad Label als Amstrad PC 20 vorgestellt (der Sinclair hat ein schwarzes Geh├Ąuse, das vom Amstrad ist wei├č).

Der Z88

Z88Nachdem Sinclair Research Ltd 1986 von Amstrad ├╝bernommen wird, gr├╝ndet Sinclair eine neue Firma unter dem Namen Cambridge Computers (er hat die Rechte an dem Markennamen Sinclair mit verkauft). Das Hauptprodukt ist der Z88, ein Laptop basierend auf einem Z80 mit LCD Bildschirm, der allerdings nicht PC kompatibel ist. Er ist ├╝berraschend erfolgreich auf dem Markt, verglichen mit den fr├╝heren Modellen ist der Erfolg aber trotzdem sehr bescheiden. Das Design stammt wieder von Rick Dickinson, der inzwischen sein eigenes Unternehmen Dickinson Associates f├╝hrt.

Zike & Zeta und das X1

X1 Microradio Sir Clive Sinclair 1999 1992 bringt Sinclair ein elektrisches Ultra-Leicht-Fahrrad, das Zike, auf den Markt, das nur ganze 11kg wiegt. Das Zike ist aber wie das C5 ein Flop und verkauft sich nur ganze 2000-mal. 1994 erscheint das Zeta (Zero-Emission Transport Accessory), ein Zusatzmotor f├╝rs Fahrrad, der eine Geschwindigkeit von 20km/h bietet. 1996 folgt der Zeta II. 1997 bringt Sinclair das X1, ein Miniradio, auf den Markt.

Danksagungen & Links
Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen:

Teile der Informationen stammten von:
Planet Sinclair
World of Spectrum
Wikipedia: Rick Dickinson

Bildnachweise:
Janus: Planet Sinclair
„Rick Dickinson“, ZX81 C, ZX82: Rick Dickinson
Vickers & Altwasser: zxnext.narod.ru