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Atari: Die 16-Bitter kommen…

Die XE-Serie und der Atari-ST & Mega-ST

Jack TramielGary, Sam, Jack, Leonard TramielDer Markt f├╝r Videospielkonsolen ist zusammengebrochen und Ataris Heimcomputer k├Ânnen nicht mit Apple und Commodore konkurrieren. Warner will Atari absto├čen und bietet das Unternehmen Jack Tramiel an, dem Mann, der einen der st├Ąrksten Konkurrenten gegr├╝ndet hat: Commodore. Im Fr├╝hjahr 1984 hat er Commodore verlassen und TTL gegr├╝ndet (Tramiel Technology Limited), um einen neuen 16bit Personalcomputer zu entwickeln. Der Kauf von Atari am 2. Juli 1984 bietet ihm die M├Âglichkeit, seinen Computer unter einem weltbekannten Markennamen zu verkaufen. Tramiel bekommt die Consumer-Abteilung von Atari, Warner beh├Ąlt die Videospielabteilung, die jetzt Atari Games hei├čt.

Das erste was Jack in seiner neuen Firma macht, ist einige Ingenieure, die ihm von Commodore gefolgt sind, an die richtigen Stellen zu setzen. Er bekommt weitere Hilfe von seinen drei S├Âhnen Sam, Leonard und Gary. Sie verkleinern Atari auf das absolute Minimum und beschr├Ąnken sich auf den Heimcomputermarkt. Sie senken weiterhin die Preise f├╝r die XL Computer.

Atari Hauptquartier

Atari Hauptquartier von 1984 bis 1996 in Sunnyvale, Californien

Atari XEAuf der Winter CES im Januar 1985 in Las Vegas, stellt Tramiels Team ein v├Âllig neugeborenes Atari der ├ľffentlichkeit vor. Mit dabei sind zwei neue 8bit Computer, der 65XE Atari XE Game System (eine g├╝nstigere Version des 800XL, sp├Ąter auch als 800XE bezeichnet) und der 130XE (mit 128KByte RAM) als Konkurrenzprodukt zum C128 von Commodore; beide voll kompatibel zu der XL-Serie. Und noch einen neuen Rechner gibt es: Das XE Game System. Der Atari GS ist ein 800XE in einem neuen Geh├Ąuse und wird ohne Tastatur geliefert, die aber nachtr├Ąglich angeschlossen werden kann. Allerdings ist diese Konsole schon technisch veraltet und so greifen viele K├Ąufer gleich zu neueren, moderneren Systemen, wie dem Sega Master System oder dem NES von Nintendo.

Atari 520STDie wirklichen Stars sind aber der 130ST und 520ST. Diese Ger├Ąte basieren auf dem Motorola 68000 Mikroprozessor und besitzen eine graphische Benutzeroberfl├Ąche wie der Apple Macintosh sie besitzt. Das unglaubliche ist aber der Preis: $599 f├╝r den 520ST mit 512KByte RAM. Das ist nur ein Drittel dessen, was ein Mac kostet und er bietet zus├Ątzlich Farbgraphik, der Mac hingegen nicht. Kein Wunder, dass die Leute verbl├╝fft sind. Aber es liegen noch einige Monate harter Arbeit vor dem Team um Shiraz Shivji (dem Entwickler des C64), um diese Maschine in die Massenproduktion zu bringen. Trotz aller Ger├╝chte, wird sie im Sommer ausgeliefert. Der Rechner ist lang erwartet, besonders in Europa. Der 130ST, der nur ├╝ber 128KByte RAM verf├╝gt, erscheint nie auf dem Markt, da Atari von sich aus schon feststellte, dass der Speicher zu gering bemessen ist.

Atari 260ST Atari ist wieder zur├╝ck und liefert sich ein „Kopf an Kopf“ Rennen mit Commodore, die ebenfalls einen 16bit Rechner, den Amiga, vorgef├╝hrt haben. Im Amiga Entwicklerteam sind auch viele Ingenieure, die fr├╝her schon beim Atari 400 und 800 mitgearbeitet haben. In den Tagen von Warner, investierte Atari in den Amiga und bestimmte teile des Designs mit. Als das Commodore-Management von Tramiels Kaufabsicht h├Ârte, beschlossen sie schnell, die Rechte am Amiga zu kaufen. Wie man sich leicht vorstellen kann, artete das in einen regelrechten Kampf zwischen den beiden Firmen aus.

Der Atari 520ST ist so erfolgreich, dass er einen gro├čen Bruder 1986 in Form des 1040ST bekommt. Es ist der erste Personal-Computer, der ├╝ber 1MByte RAM verf├╝gt. Magazine berichten, dass man niemals zuvor soviel Speicher f├╝r so wenig Geld bekommen habe. Atari hat die meisten seiner ├ťbersee-Tochtergesellschaften inzwischen wieder aufgebaut mit vielen der europ├Ąischen Manager von Commodore. Nach dem 1040ST folgen noch weitere verschiedene Modelle, wie z.B. der ST/F, ST/FM, STE usw.

Atari beschr├Ąnkt sich in diesen Tagen auf die 16bit Computer. Aber es gibt immer noch die 8bit Videospiele. Der 2600 wird in ein kosteng├╝nstigeres Ger├Ąt redesigned und Atari beginnt den 7800 zu verkaufen.

Viele Ger├╝chte kursieren um neue Atari Computer. Auf jeder gr├Â├čeren Messe sind die Augen auf Atari mit den Neuvorstellungen gerichtet. 1987 ist das Jahr des Desktop-Publishing und Atari stellt den Mega-ST zusammen mit dem Atari Laser-Drucker vor. Zum ersten Mal ist ein komplettes DTP-System f├╝r unter $3000 erh├Ąltlich. Atari k├╝ndigt ebenfalls seinen Einstieg in den PC-Markt mit dem PC1 an.

Die Nachfrage an STs ist gr├Â├čer als Atari produzieren kann. Die Firma konzentriert sich mit den Lieferungen auf Europa, wo sie weniger Probleme mit dem Markennamen Atari als Spielkonsole hat.

ATW, Stacy und PC

Atari StacyAtari ATW800 1988 werden zwei neue Maschinen angek├╝ndigt: TT und ATW. ├ťber den TT wird schon seit Fr├╝hjahr 1986 gesprochen. Ger├╝chten zufolge soll es ein Unix-Ger├Ąt auf 68020 Basis sein. Nun stellt sich heraus, das anstelle von Unix doch „nur“ TOS (The Operating System; Ataris Betriebssystem basierend auf GEM von Digital Research) l├Ąuft und kompatibel zu den alten STs ist.

Die ATW (Atari Transputer Workstation) wird in England entwickelt und basiert auf der Transputertechnologie mit dem T800 Chip. Sie verspricht eine gro├če Leistung. Eine weitere Maschine wird schon etwas fr├╝her gezeigt, der Stacy. Hierbei handelt es sich um einen portablen ST. Wegen seines eingebauten Midi-Interfaces ist der ST die erste Wahl bei Musikern und der Stacy verspricht hier eine noch gr├Â├čere Flexibilit├Ąt.

1988 erscheinen auch die ersten PCs von Atari. Atari baut nicht einfach Standardkomponenten zusammen, sondern baut Geh├Ąuse, Motherboards, Grafikkarten usw. selbst. Vorteil dieser L├Âsung: Viele ST-Komponenten wie Drucker, Festplatte, Floppys usw. k├Ânnen am Atari PC weiter benutzt werden. Die PCs waren aber etwas teurer als die der Konkurrenz und als der Absatz zu w├╝nschen ├╝brig lie├č, stellte Atari die Produktion nach wenigen Jahren wieder ein.

Die Modelle: Atari STE, TT, Lynx und Portfolio

Atari TTAuf der Atari-Messe 1989 in D├╝sseldorf, stellt Atari den TT der ├ľffentlichkeit vor. Besonders die DTP-Anwender warten schon lange auf diese leistungsf├Ąhige Maschine, die einen Motorola 68030 als Prozessor und den 68882 als mathematischen Coprozessor besitzt. Es vergeht aber ein weiteres Jahr, bis der TT endlich ausgeliefert wird. Mit dem 1040 STE stellt Atari nochmals einen ST vor, der besseren Sound (8-bit Stereo PCM) bietet und mehr Farben (4096 Farben in drei zus├Ątzlichen Grafikmodi). Bis zu diesem Zeitpunkt verf├╝gt Atari auch ├╝ber eine Reihe von PC kompatiblen Rechnern und einen sehr erfolgreichen Palmtop, den Portfolio.

Atari PortfolioDer Portfolio ist ein (fast) vollwertiger PC (10x20x3cm, ca. 1/2kg), der ein DOS kompatibles Betriebssystem (DIP-OS 2.11) besitzt. Als eingebaute Anwendungen stehen ihm ein Adressbuch (mit DTMF-Wahlfunktion), Zeitplaner, Rechner, Textverarbeitung und ein Kalkulationsprogramm (zum gr├Â├čten Teil Lotus 1-2-3 kompatibel) zur Verf├╝gung. Das LCD Display stellt physikalisch 40×8 Zeichen dar, man kann den Portfolio aber auch in einem virtuellen 80×25 Zeichen Modus betreiben. Gespeichert werden die Anwenderdaten auf der eingebauten RAM-Disk oder auf Speicherkarten (ziemlich teuer). Leider geht der Portfolio mit seinen Batterien nicht gerade sparsam um (ganze 0,35W im Betrieb), so dass man praktisch alle paar Tage neue Batterien einsetzen muss.

1989 ist auch das Jahr des Lynx, eines portablen Videospiel-Systems. Mit dem Lynx kehrt Atari in den Videospielemarkt zur├╝ck, nachdem man annahm, dass die Tramiels nur noch professionelle Computer bauen wollen. Der Lynx ist nicht selbst entwickelt worden, sondern von Epyx ├╝bernommen, die fr├╝her nur Spielesoftware entwickelt haben und nun auch ein Bein im Hardwaremarkt haben wollen.

Atari Lynx I und II Leider war Epyx unklar, wie teuer eine Konsolenentwicklung sein kann und so war Epyx bald zahlungsunf├Ąhig. Atari kaufte die Rechte, und stellt die Entwickler der ersten Prototypen ein. R.J. Mical und David Needle, die 1982 bis 1986 den Amiga mitentwickelt haben, stellen den Lynx fertig. Schnelle Hardware, niedriger Stromverbrauch und geringer Preis sind die Pluspunkte des Lynx. Als CPU werkelt allerdings ein betagter 6502, der als Mickey-Chip mit anderen Chips auf einem IC untergebracht ist. Der Grafikchip ist aber ein 16-Bit Prozessor. Als erste portable Spielekonsole kann man mehrere Lynx mit einem Kabel koppeln. Der Lynx hatte leider nicht den ihm zustehenden Erfolg, da Nintendos Gameboy (nur 4 Graustufen auf einem kleineren Display) erheblich preiswerter war.

Wie man leicht sieht, ist Atari auf vielen Gebieten sehr aktiv und wird zu dieser Zeit von Sam Tramiel geleitet. Die Leitung der Hardware-Entwicklung hat Richard Miller, der auch einer der Ingenieure bei dem Transputer-Projekt ist. Leonard Tramiel ist verantwortlich f├╝r die TOS-Entwicklung und Henry Plummer leitet die Unix-Abteilung. Die Spieleabteilung wird von John Skruch gef├╝hrt.

Atari Mega STE

Atari Mega STEAuf der CeBit 1990 wird zum ersten Mal Unix auf dem TT gezeigt. Sechs Monate sp├Ąter wird der TT ausgeliefert. Allerdings jetzt mit 32MHz und nicht wie geplant mit nur 16MHz. Das Transputersystem wandert von Ausstellung zu Ausstellung, wird aber nie erfolgreich kommerziell vermarktet; hingegen ist der TT in der DTP-Welt umso erfolgreicher. Einer der Gr├╝nde daf├╝r ist das leistungsf├Ąhige DTP-Programm CALAMUS von DMC. Anstelle jetzt Unix auszuliefern, k├╝ndigt Atari an, direkt vom System V.3 auf System V.4 zu wechseln und Unix Anfang 1991 auszuliefern. 1991 wird die popul├Ąre Mega-ST Serie durch den Mega-STE ersetzt. Diese Serie verf├╝gt ├╝ber einen 68000 mit 16MHz, eine eingebaute Harddisk und einem VME-Bus.

Die Portablen: STBook und STPad

ST-BookST-Pad Auf der CeBit 1991 werden noch zwei weitere Maschinen vorgestellt: Das STBook und STPad. Das STBook ist ein Notebook kompatibel zum ST mit einem 16MHz 68000 und 1-4Mbyte RAM. Das STPad ist im Prinzip ein STBook, aber anstelle eines Keyboards gibt es eine Handschrifterkennung. Vom STPad gibt es nur wenige Prototypen und wird niemals in Serie produziert, da die Schrifterkennung einfach zu schlecht aufgrund des nicht genug leistungsf├Ąhigen M68000 war. Das STBook wird nur in geringer St├╝ckzahl Anfang 1992 ausgeliefert.

Falcon 030 und 040

Der Falcon 030, ein Multimedia-Computer, wird ebenfalls 1992 auf den Markt gebracht. Dieser Rechner bietet einen True-Color Videomode, einen 68030 Prozessor und einen DSP. Atari bringt ebenfalls ein Update des TOS Betriebssystems heraus, das Atari Falcon 030 Multitasking bietet (MultiTOS). In diesem Sommer wird Unix endlich an den Endverbraucher ausgeliefert. Die Entwicklerversion ist schon seit November 1991 verf├╝gbar.

Weltweit warten Atari-Fans auf den angek├╝ndigten Falcon 040 mit 68040 Prozessor. Aber nun stehen Apple, Atari und Commodore den billigen PC-Clones aus Taiwan Atari Micro Falcon 040 gegen├╝ber und mit Windows 3.0 bekommt der PC nun doch noch eine graphische Benutzeroberfl├Ąche (7 Jahre nachdem Atari den ersten ST vorstellte). Seinen Erfolg verdankt es der R├╝ckendeckung vieler gro├čer Softwarehersteller weltweit, die nicht Commodore und Atari unterst├╝tzen wollen. Atari richtet sich auf eine gr├Â├čere Durststrecke ein und b├╝ndelt seine Aktivit├Ąten.

Die Tramiels sehen, dass mit Computern nicht mehr viel Geld zu machen ist und bemerken, dass der Videospielemarkt noch recht Ausgewogen ist. Atari hat ein revolution├Ąres 64bit Videospiel in der Entwicklung. Das Originaldesign ist von der englischen Firma Flair. Atari bringt sp├Ąter einige der Ingenieure in die USA und John Mathison bekommt die Leitung ├╝ber die Entwicklung des Jaguars. Atari bewegt sich nun ganz in der Videospielewelt.

Die Spielekonsolen: Panther & Jaguar

Atari Panther Platine1988 beginnt Atari damit, eine neue Spielekonsole zu entwickeln, den 32bittigen Panther. Der Panther besitzt einen Motorola 68000, der mit 16MHz getaktet wird, einen Objektprozessor, den Panther, und einen Ensoniq Soundprozessor, den Otis. Der Panther kann 8192 Farben (von 262144) darstellen und kann sogar bis zu 65535 Sprites gleichzeitig verwalten. Atari kann allerdings die n├Âtigen Entwicklungssysteme, aufgrund von Hardwareproblemen, nicht schnell genug liefern, so dass nur sehr wenige Spiele (angeblich sind es nur drei) programmiert werden. Da die Entwicklung des Jaguars, der 64-Bit Konsole, allerdings schneller als erwartet voranschreiten, wird das Panther-Projekt schlie├člich eingestellt.

Atari Jaguar Atari Jaguar mit CD-ROM Im November 1993 stellt Atari die 64bit Spielekonsole Jaguar in New York vor und schon im Dezember beginnt der Verkauf. Es ist das leistungsf├Ąhigste System auf dem Markt. Leider entstehen 1994 nicht sehr viele Spiele daf├╝r, aber rechtzeitig zu Weihnachten ver├Âffentlicht Atari eine Reihe von langerwarteter Spiele, u.a. Alien vs Predator. Im Sommer 1995 beginnt Atari mit der Auslieferung des CD-ROM f├╝r den Jaguar. Sp├Ątestens jetzt ist klar, dass Atari den Heimcomputermarkt verlassen hat. Aber der Jaguar verkauft sich nicht so gut, wie Atari es erwartet hat und beginnt nun PC Spiele herauszubringen. Allerdings ist es auch, zumindest in Deutschland, fast unm├Âglich den Jaguar zu kaufen. Alle gro├čen Kaufh├Ąuser, auch die, die den Jaguar zun├Ąchst mit ins Programm nehmen wollen, vertreiben ihn letztendlich, aufgrund der langen Lieferzeiten, nicht.

Das Ende von Atari

Atari Logo 1995 beginnt sich Atari aus dem europ├Ąischen Markt zur├╝ckzuziehen. In diesem Jahr wird die deutsche Niederlassung, nach einem Umzug von Raunheim in ein kleines B├╝ro in Schwalbach/Ts., geschlossen. Ebenso ergeht es allen anderen Niederlassungen in Europa. Die letzte offizielle Niederlassung in Europa ist das Zentrallager in den Niederlanden. Zum Schluss gibt es nur noch einen einzigen Mitarbeiter, der lediglich die Aufgabe hat, die noch im Lager befindlichen Produkte in Form von Auktionen an Meistbietende palettenweise zu verkaufen. Auf den Atari-Messen in dieser Zeit kann Atari Hardware, angefangen von 2600er Konsolen, ├╝ber den Portfolio, bis hin zu Komplettsystemen, bestehend aus TT, Monitor und Atari-Laser, g├╝nstig erstanden werden. Ende 95 ist auch dieses letzte Lager ger├Ąumt.

Anfang 1996 kommt es zum Wendepunkt. Die Tramiels haben immer durchblicken lassen, dass Atari ├╝ber genug finanzielle Reserven verf├╝gt. Zwei gr├Â├čere Ereignisse helfen Atari dabei ein dickes Bankkonto zu haben: Zum einen der Verkauf 1992 der Fertigungsfabrik in Taiwan, zum anderen der gerichtliche Beschluss ├╝ber Videospielpatente gegen Sega 1994. Sie bemerken den Crash im Videospielemarkt und es ist kl├╝ger das Geld woanders zu investieren. Eine g├╝nstige Gelegenheit bietet sich, als sie Tom Mitchel von JTS, einer Festplattenfirma, n├Ąher kommen. Mitchel hat schon Festplatten f├╝r Jack Tramiel w├Ąhrend seiner Tage bei Commodore gebaut und half Seagate und Conner aufzubauen. JTS hei├čestes Eisen ist eine 3″ Harddisk f├╝r Notebooks und da JTS schnell w├Ąchst, bringen die Finanzreserven von Atari definitiv einige Vorteile.

JTS Am 30. Juli 1996 fusioniert Atari in eine Unterabteilung von JTS. Atari, zusammen mit JTS, h├Ąlt aber immer noch viele Videospiel-Patente und Markennamen und will den Verkauf der Lynx- und Jaguar-Spiele fortsetzen. Aber die glorreichen Tage von Atari sind vorbei. S├Ąmtliche Weiterentwicklungen und Produktionen werden eingestellt und was JTS mit den vielen Atari-Produkten machen soll, die noch auf Lager liegen, ist unklar.

Nach der Fusion mit JTS zieht sich Jack Tramiel aus der F├╝hrung des Atari-Zweigs zur├╝ck und gibt diese an das Management der JTS Corp. Er zieht sich aus dem Berufsleben zur├╝ck und lebt bis zu seinem Tode in Monte Sereno, Kalifornien. Dort verstirbt er im Alter von 83 Jahren am Ostersonntag 2012 im Kreis seiner Familie.

Hasbro InteractiveFrogger - Hasbro 1999 Am 23. Februar 1998 verkauft JTS/Atari s├Ąmtliche Atari-Rechte, -Produkte und -Lizenzen an die Firma Hasbro Interactive XI Corp. (Hiacxi), einer 100%igen Tochtergesellschaft von Hasbro. Der Kaufpreis betr├Ągt gerade mal 5 Millionen USD, geradezu l├Ącherlich… Allerdings scheint Hasbro mit der Atari Hardware keine gro├čen Pl├Ąne zu haben. Bisher will Hasbro nur einige alte Atari-Titel neu auflegen und f├╝r PCs und einige Konsolen auf den Markt bringen.

Atari 2003Infogrames EntertainmentIn den n├Ąchsten drei Jahren bringt Hasbro einige 3D-Umsetzungen von beliebten Klassikern wie Frogger, Pong und Centipede heraus. Diese sind zwar technisch (fast) auf dem Stand der Zeit, aber von dem alten Charme ist nichts mehr ├╝brig, auch werden die Spiele schnell langweilig, da das Spielprinzip sehr monoton ist. 2001 ├╝bernimmt der franz├Âsisch-amerikanische Spieleentwickler Infogrames Entertainment, der als gr├Â├čter europ├Ąischer Videospielehersteller mit einem Jahresumsatz von knapp 145 Mio. EUR gilt, die Computerspiel-Abteilung von Hasbro Interactive; aber erst im Mai 2003 benennt sich Infogrames in Atari um und vertreibt seine Spiele unter dem bekannten Namen.

Am 21.1.2013 stellt Atari Inc. bei einem Handelsgericht unter der Fallnummer 13-10176 Gl├Ąubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts f├╝r sein Gesch├Ąft in den USA. Hiermit will sich Atari von der franz├Âsischen Firmenmutter l├Âsen und sich neu aufstellen, um in den kommenden Monaten einen K├Ąufer f├╝r Atari Inc. zu finden. Grund f├╝r den Insolvenzantrags ist u.a. die Trennung vom bisherigen Geldgeber BlueBay Asset Management. Aufgrund der ausgelaufenen Kreditlinie von ├╝ber 28 Millionen US$ ist Atari damit ohne Geld f├╝r die Weiterentwicklung laufender Projekte. Aufgrund der franz├Âsisch-amerikanischen Unternehmensstruktur ist es zudem schwierig neue Mittel aufzutreiben. Im Mai 2013 wird bekannt, dass der Spielehersteller zerschlagen und verkauft wird. Ca. 22 Millionen US$ sollen so f├╝r die Gl├Ąubiger zusammen kommen. Schon Mitte Juli soll u.a. die Marke ÔÇťAtariÔÇŁ zusammen mit einem Spielepaket, darunter die Spielereihen ÔÇťRollerCoaster TycoonÔÇŁ und ÔÇťTest DriveÔÇŁ, verkauft werden.

Die Liaison zwischen der Marke Atari und dem franz├Âsischen Spielehersteller Infogrames, der die Marke von Hasbro Interactive erworben hatte, dauerte immerhin zehn Jahre. Doch der Name Atari bescherte kein Gl├╝ck: An die gro├čen Erfolge aus den 70ern konnte man nicht ankn├╝pfen. Anstelle von hochwertigen Innovationen, gab es Spielereihen ohne nennenswerten Neuerungen.

Jack Tramiel erlebt die Insolvenz von Atari nicht mehr. Er verstirbt am 8.4.2012 im Alter von 83 Jahren im Kreis seiner Familie, 16 Jahre nachdem Atari mit der JTS Corp. fusionieren musste.

Diese Firma ist es wert, dass man sich an sie erinnert. Atari kam mit vielen innovativen Produkten auf den Markt. Man sprach von: „Innovative Leisure“, „Have you played Atari today“, „We brought the computer age home“ und „Power without the price“.