40 Jahre Osborne 1

Der Osborne 1 wurde im April 1981 zum Preis von $1795 Dollar vorgestellt und hatte sofort gro├čen Erfolg. Bereits im September 1981 machte die junge Firma ├╝ber eine Million US-Dollar Umsatz und im zweiten Jahr nach Markteinf├╝hrung wurden bereits 70 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Der Osborne 1 wurde nach Adam Osbornes Spezifikationen von Lee Felsenstein als portabler Rechner entworfen. Dieser wog 10,7kg und besa├č einen eingebauten 5″ gro├čen, 52├Ś24 Zeichen umfassenden Bildschirm. Als Arbeitsspeicher verf├╝gte er ├╝ber 4 KByte ROM und 64 KByte RAM und als Massenspeicher standen ihm zwei eingebaute 91 KByte 5 1/4″ Diskettenlaufwerke zur Verf├╝gung. Da der Osborne-1 au├čer dem 6502 Prozessor noch ├╝ber einen Z80 Prozessor verf├╝gte, lief auf ihm auch CP/M 2.2. Osborne sorgte auch daf├╝r, dass der neue Laptop ├╝ber entsprechende Software verf├╝gte, darunter zwei BASIC Versionen (CBASIC und MBASIC), WordStar, SuperCalc und dBase II.

Osborne begann aber, wie andere Unternehmen auch, den Fehler unfertige Produkte zu fr├╝h anzuk├╝ndigen. Als Osborne 1983 ank├╝ndigte, dass zwei weitere Computer in der Entwicklung sind, der Vixen, eine kleinere Version des Osborne 1, und der Executive, gingen die Verkaufszahlen des aktuellen Ger├Ąts stark zur├╝ck. Am 13. September 1983 musste Osborne Konkurs anmelden.

Mehr ├╝ber Osborne und den Osborne-1 gibt es in diesem Eintrag.

Bild: Osborne 1, Wikimedia, CC-BY-SA, Bilby

Vor 35 Jahren: Das PC/XT Keyboard „Model M“

Im April 1986 erschien das PC/XT Keyboard „Model M“. Die Tastatur wurde von IBM millionenfach hergestellt und d├╝rfte einer der bekanntesten Tastaturen ├╝berhaupt sein. Das Tastaturlayout „Enhanced Personal Computer Keyboard“ ist eine Weiterentwicklung des 84-Tasten Designs des „Model F (AT)“ und dem IBM 122-Tasten Terminal Design.

Die meisten Tastaturen des „Model M“ verwenden Knickfedern, die der Tastatur einen pr├Ązisen Druckpunkt verpassen und f├╝r das typische Schreibger├Ąusch verantwortlich sind. Das „Model M“ ist so robust, dass sie auch nach 30 Jahren noch h├Ąufig im Einsatz ist.

 

40 Jahre Sinclair ZX81

Der ZX81 wird am 5. M├Ąrz 1981 vorgestellt. Die Hardware wird von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf ┬ú69,95 bzw ┬ú49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verf├╝gt wieder ├╝ber nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird f├╝r viele Anwender zum ├ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu St├Ârungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abst├╝rzen l├Ąsst.

Der ZX81 bekommt eine sehr positive Vorstellung von David Tebbutt in der Personal Computer World und entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones f├╝r den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, B├╝cher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards f├╝r den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Gro├čbritanniens f├╝hrende B├╝cher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt: WHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft h├Ątten.

Mehr ├╝ber Sinclair und den ZX81 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: ZX81, Wikimedia, CC-BY-SA, Evan-Amos

Vor 75 Jahren: Der ENIAC wird der ├ľffentlichkeit vorgestellt

Der ENIAC (Electrical Numerical Integrator And Calculator) wurde im Auftrag der US-Armee von J. Presper Eckert und John W. Mauchly an der University of Pennsylvania ab 1942 entwickelt. In der New York Times berichtete dann am 14. Februar 1946 der Reporter T.R. Kennedy jr. ├╝ber den bis dato geheim gehaltenen Computer.

1946 gr├╝ndeten Eckert und Mauchly die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die sp├Ąter von Remington Rand ├╝bernommen wurde. Sie meldeten 1947 ein Patent an, dessen G├╝ltigkeit nach langj├Ąhrigen Gerichtsverfahren f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt wurde. Mauchly hatte 1941 den Atanasoff-Berry-Computer (ABC) studieren k├Ânnen und sich von diesem f├╝r den ENIAC zumindest inspirieren lassen. Dadurch sah das Gericht den ENIAC als abgeleitetes Werk an und der Ruhm f├╝r┬á die Erfindung des ersten elektronischen Rechners ging an Atanasoff ├╝ber.

Nach einem Umzug von Philadelphia nach Aberdeen im Jahre 1947, verrichtete der ENIAC im  Ballistic Research Lab seinen Dienst und wurde erst am 2. Oktober 1955 abgeschaltet. Seit November 2014 kann im Field Artillery Museum der US-Army der ENIAC wieder besichtigt werden.

Bild: ENIAC (US Army)

Vor 35 Jahren: Der erste Computervirus f├╝r MS-DOS verbreitet sich

Der erste Computervirus f├╝r das Betriebssystem MS-DOS wurde im Januar 1986 geschrieben und tr├Ągt den Namen „(c)Brain“ (auch bekannt unter den Namen Lahore, Pakistani, Pakistani Brain, Brain-A und UIUC). Damit gilt er als erster Computervirus f├╝r PCs.

Technisch handelt sich um einen Boot-Sektor Virus, der mit dem Dateisystem FAT formatierte Disketten bef├Ąllt. Er verschiebt den urspr├╝nglichen Boot-Sektor in einen anderen Sektor und setzt sich selbst Boot-Sektor ein. Infizierte Disketten enthalten im Boot-Sektor folgenden Text:

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Brain & Amjads (pvt) Ltd VIRUS_SHOE RECORD V9.0 Dedicated to the dynamic memories of millions of viruses who are no longer with us today – Thanks GOODNESS!! BEWARE OF THE er..VIRUS┬á: this program is catching program follows after these messages….$#@%$@!!

Verglichen mit heutigen Viren, waren die Auswirkungen einer Infektion gering: Der Virus belegte knapp sieben KByte Hauptspeicher und das Diskettenlaufwerk wurde verlangsamt. Der Virus war auch so geschrieben, dass Festplatten korrekt erkannt und nicht infiziert wurden, was andere Viren sp├Ąter nicht taten und auch Daten auf Festplatten zerst├Ârten. So wurde der Virus oft erst gar nicht bemerkt.

Entwickelt wurde der Virus von den beiden Br├╝dern Basit Farooq Alvi und Amjad Farooq Alvi aus Chahmiran, Lahore, Pakistan. Angeblich um ihre medizinische Software so vor Urheberrechtsverletzungen zu sch├╝tzen. Der Virus gab au├čer einer Nachricht, auch die Adresse der Br├╝der mit drei Telefonnummern aus, an die man sich Zwecks Entfernung des Virus wenden sollte.

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Basit * Amjad (pvt) Ltd. BRAIN COMPUTER SERVICES 730 NIZAM BLOCK ALLAMA IQBAL TOWN LAHORE-PAKISTAN PHONE: 430791,443248,280530. Beware of this VIRUS…. Contact us for vaccination…

Da die Br├╝der sehr viele Anrufe erhielten, k├╝ndigten sie schlie├člich ihren Telefonanschluss und erkl├Ąrten ohne b├Âse Absicht gehandelt zu haben. Ger├╝chten zufolge wollten sie mit dieser Aktion f├╝r ihre Firma werben.

Bild: Brain Virus, Wikimedia, CC-BY-SA, Avinash Meetoo

Vor 45 Jahren: Bill Gates offener Brief an Hobbyisten

Im Januar 1976 schrieb Bill Gates, der Gr├╝nder von Microsoft, einen offenen Brief an alle Hobby-Computeranwender, der in mehreren Magazinen abgedruckt wurde. In diesem Brief wirft Gates den Hobbyisten vor, dass die meisten von ihnen Softwarediebe seien. Sie gingen davon aus, dass Software einfach weitergegeben werden d├╝rfe und nur f├╝r Hardware bezahlt werden m├╝sse. Es m├╝sse f├╝r professionelle Software zur Deckung der Kosten f├╝r die Entwicklung grunds├Ątzlich gezahlt werden.

Entstanden ist der Brief aus Frust ├╝ber die schlechten Verkaufszahlen von Altair BASIC. Gates schreibt, dass die Entwicklung bisher 40.000 US-Dollar betragen habe, sie sehr viel Lob f├╝r ihre Entwicklung bek├Ąmen, aber nur 10% der Altair Benutzer BASIC auch gekauft haben. Dieses erg├Ąbe einen Stundenlohn von weniger als 2 US-Dollar f├╝r dessen Entwicklung. Er f├╝hrt weiter aus, dass Entwickler entmutigt werden w├╝rden, Zeit und Geld in die Entwicklung professioneller Software zu stecken, da man sie um ihr Honorar betr├╝ge.

February 3, 1976
An Open Letter To Hobbyists

To me, the most critical thing in the hobby market right now is the lack of good software courses, books and software itself. Without good software and an owner who understands programming, a hobby computer is wasted. Will quality software be written for the hobby market?

Almost a year ago, Paul Allen and myself, expecting the hobby market to expand, hired Monte Davidoff and developed Altair BASIC. Though the initial work took only two months, the three of us have spent most of the last year documenting, improving and adding features to BASIC. Now we have 4K, 8K, EXTENDED, ROM and DISK BASIC. The value of the computer time we have used exceeds $40,000.

The feedback we have gotten from the hundreds of people who say they are using BASIC has all been positive. Two surprising things are apparent, however, 1) Most of these „users“ never bought BASIC (less than 10% of all Altair owners have bought BASIC), and 2) The amount of royalties we have received from sales to hobbyists makes the time spent on Altair BASIC worth less than $2 an hour.

Why is this? As the majority of hobbyists must be aware, most of you steal your software. Hardware must be paid for, but software is something to share. Who cares if the people who worked on it get paid?

Is this fair? One thing you don’t do by stealing software is get back at MITS for some problem you may have had. MITS doesn’t make money selling software. The royalty paid to us, the manual, the tape and the overhead make it a break-even operation. One thing you do do is prevent good software from being written. Who can afford to do professional work for nothing? What hobbyist can put 3-man years into programming, finding all bugs, documenting his product and distribute for free? The fact is, no one besides us has invested a lot of money in hobby software. We have written 6800 BASIC, and are writing 8080 APL and 6800 APL, but there is very little incentive to make this software available to hobbyists. Most directly, the thing you do is theft.

What about the guys who re-sell Altair BASIC, aren’t they making money on hobby software? Yes, but those who have been reported to us may lose in the end. They are the ones who give hobbyists a bad name, and should be kicked out of any club meeting they show up at.

I would appreciate letters from any one who wants to pay up, or has a suggestion or comment. Just write to me at 1180 Alvarado SE, #114, Albuquerque, New Mexico, 87108. Nothing would please me more than being able to hire ten programmers and deluge the hobby market with good software.

Bill Gates

General Partner, Micro-Soft

Bild: Homebrew Computer Club Newsletter Volume 2, Issue 1, January 31, 1976.

Zum 25. Todestag von Konrad Zuse

Konrad Zuse (1992)Konrad Zuse, der am 22.6.1910 in Berlin geboren wurde, begann 1927 mit seinem Studium an der Universit├Ąt Berlin-Charlottenburg. Nach seinem Abschluss als Bauingenieur arbeitete er f├╝r die Firma Henschel, ein Flugzeugbauer, im Bereich der Belastungsanalyse. Bei seiner Arbeit hatte er mit einer Menge von Berechnungen zu tun, so dass er 1934 damit begann an einem Computer, den Z1, zu arbeiten, der diese vereinfachen sollte. Dieser Rechner arbeitete noch voll mechanisch.

1938 fasste er den Plan, einen besseren und schnelleren Rechner zu entwickeln. Der 2.Weltkrieg unterbrach seine Arbeit, aber er konnte die Armee davon ├╝berzeugen, ihn an seinem Rechner weiterarbeiten zu lassen. Es wurde ein weiterer Rechner, der Z2, entwickelt, der schon elektromechanisch arbeitete, aber noch den mechanischen Speicher der Z1 benutzte.

1941 stellte Konrad Zuse den ersten frei programmierbaren Computer der Welt vor, den Z3, der wie sein Vorg├Ąnger ebenfalls elektromechanisch arbeitete. Der Speicher bestand aus 1400 Relais, die Steuerung der Arithmetik aus 600 Relais und 600 weitere Relais wurden f├╝r andere Zwecke eingesetzt. Die Wortl├Ąnge betrug 22 Bits und f├╝r eine Multiplikation ben├Âtigte die Z3 ganze drei Sekunden.

1942 begann er damit seinen letzten Rechner zu entwickeln, den Z4. Kurz vor der Vollendung des Z4, musste dieser zun├Ąchst nach G├Âttingen und kurze Zeit sp├Ąter nach Hinterstein gebracht werden. Schlie├člich wurde der Z4 in die Schweiz an die ETH Z├╝rich gebracht, wo er bis 1955 im Einsatz blieb.

1945 entwickelte Zuse die erste algorithmische Programmiersprache, bekannt als Plankalk├╝l und verwendete diese dazu ein Schachprogramm zu schreiben. 1950 gr├╝ndete Zuse seine eigene Computerfirma, die 1967 von Siemens ├╝bernommen wurde. Zuse forschte bei Siemens weiter im Gebiet der Computertechnik. Am 18.12.1995 verstarb Konrad Zuse in H├╝nfeld nahe Fulda.

Bilder: Konrad Zuse, Wikipedia, CC-BY-SA, Wolfgang Hunscher; Zuse Z1, Wikipedia, CC-BY-SA, ComputerGeek

45 Jahre IMSAI 8080

Heute vor 40 Jahren, am 16. Dezember 1975, begann die Auslieferung des IMSAI 8080, der von dem Unternehmen Information Management Science Associates, Inc entwickelt und hergestellt wurde. Das Unternehmen wurde sp├Ąter in IMSAI Manufacturing Corp. umbenannt.

Der IMSAI 8080 kam als direkter Konkurrent zu dem im Januar 1975 erschienenen MITS Altair 8800 auf den Markt und war zu diesem voll kompatibel. Er unterschied sich vom Altair 8800 mit seinen roten und blauen Schaltern nur ein wenig im Design, verf├╝gte aber zumindest ├╝ber ein st├Ąrkeres Netzteil. Als Betriebssystem wurde IMDOS eingesetzt, eine stark modifizierte Version von CP/M.

Der Bausatz kostete anfangs 439 US-Dollar. Sp├Ąter erh├Âhte IMSAI den Preis aufgrund der hohen Nachfrage auf 499 US-Dollar. Ca. 17.000 bis 20.000 Ger├Ąte wurden bis 1979 produziert.