Vor 40 Jahren: Das PC/XT Keyboard „Model F“

Im August 1981 erschien zusammen mit dem IBM PC 5150 die PC/XT Tastatur Model F. Genau genommen wurde die Tastatur auch schon beim IBM System/23 eingesetzt, sie wurde aber erst durch den IBM PC 5150 richtig bekannt.

Von der Tastatur gab es mehrere Varianten: Das Model F (XT) mit 83 Tasten und einem XT-Anschluss wurde an dem IBM PC 5150, das Model F (AT) mit 84 Tasten und einem AT-Anschluss wurde an dem IBM PC 5170 verwendet. Des Weiteren gab es Varianten mit 50 (IBM 4704), 62 (IBM 4704), 104 (IBM 5085), 107 (IBM 4704) und 122 (IBM PC 3270) Tasten.

Die Tastatur war haltbarer als IBMs vorherige Tastaturen, die einen Federmechanismus einsetzten, der sehr anf├Ąllig gegen Ablagerungen war. Allerdings war auch das Model F anf├Ąllig gegen Korrosion und der verwendete Schaumstoff konnte mit dem Alter faulen.

Im April 1986 erschien mit dem Model M ein kostenreduzierter Nachfolger.

 

Vor 45 Jahren: Apple beginnt den Apple I zu verkaufen

Schon 1975 wollte Steve Wozniak einen eigenen Heimcomputer am Homebrew Computer Club in Palo Alto entwickeln. Zuerst schaute er sich den Intel 8080 (das Herz des MITS Altair) an. Aber der Preis von $179 war viel zu hoch. Auch eine andere Alternative, der Motorola 6800, war zu teuer. Er und sein Freund Allen Baum entdeckten aber noch einen anderen Chip, der fast gleichwertig mit dem 6800 war, aber anstelle der $175 nur $25 kostete: Der 6502 von MOS Technology.

Wozniak entschied sich für den 6502 und schrieb einen BASIC Interpreter für diesen Chip. Als er den Interpreter endlich fertig stellt, begann er damit den Rechner zu entwerfen, auf dem der Interpreter laufen sollte. Bis auf ein paar Änderungen im Timing, konnte er die Hardware verwenden, die er zuvor schon auf Papier für den 6800 entworfen hatte.

Der gesamte Rechner befand sich auf einer Platine. Wozniak verwendete zwei 256×4 PROM um ein 256 Byte gro├čes Programm, den „Monitor“, zu speichern, das die Tastatur ├╝berwachte, wenn der Rechner angeschaltet wurde. Es erlaubte gerade einmal Hex-Codes einzulesen, einen Speicherbereich zu untersuchen und ein Programm zu starten.

Der Rechner stellte keine Grafik und keine Farben dar und gab auch keinen Ton aus. Es gab nur einen einzigen Erweiterungsslot, f├╝r den noch keine Hardware existierte. Das Board war ca. 6″ x 8″ gro├č und verf├╝gte ├╝ber 40 Chips. Da der Rechner auch BASIC Programme laufen lassen konnte, erregte er bei seiner Vorstellung einiges an Aufmerksamkeit.

Jobs kn├╝pfte Kontakte mit Paul Terrell dem Besitzer eines neuen Computerladens The Byte Shop. Dieser bekundete Interesse an dem neuen Computer, der sp├Ąter als Apple I bekannt wurde, wollte ihn aber nur als vollst├Ąndiges System verkaufen aber dann gleich 50 St├╝ck bestellen. Nach einigen schlaflosen N├Ąchten, lieferten Jobs und Wozniak die Rechner aus und obwohl diesen ein Netzteil, Tastatur und Monitor fehlen, kaufte Terrell sie wie versprochen. Der Apple I wurde im July 1976 f├╝r $666.66 angeboten und bis auf 25 St├╝ck werden 200 Einheiten in einem Zeitraum von 10 Monaten verkauft.

Mehr ├╝ber Apple und den Apple I gibt es in diesem Beitrag.

40 Jahre TI 99/4A

Der TI-99/4A wurde am 31.5.1981 auf der Sommer CES in Chicago vorgestellt. Im Prinzip war der Rechner von der Leistung sehr fortschrittlich, er hatte jedoch einige Designschw├Ąchen: Der Rechner verwendete zwar den TMS9900, einen echten 16-Bit-Prozessor, der mit 3,3 MHz getaktet wurde, womit der Prozessor, verglichen mit anderen Rechnern, zwar sehr schnell war, das Basic war aber trotzdem langsamer als das des C64. Da das BASIC auch nicht besonders gut war, wird sp├Ąter ein Extended Basic-Modul von Texas Instruments angeboten.

F├╝r den TI-99/4A gab es einige interessante Erweiterungen, u.a. einen Sprachsynthesizer und ein Expansion System. Das Expansions System besa├č ein eingebautes 5,25″ Diskettenlaufwerk mit 80 KByte Speicherkapazit├Ąt und acht Slots f├╝r Erweiterungskarten (einer war f├╝r das Diskettenlaufwerk und ein zweiter f├╝r das TI-Interface bereits belegt).

Mehr ├╝ber Texas Instruments und den TI/994A gibt es in diesem Beitrag.

Bild: TI/994A, Wikimedia, CC-BY-SA, Rama

40 Jahre Osborne 1

Der Osborne 1 wurde im April 1981 zum Preis von $1795 Dollar vorgestellt und hatte sofort gro├čen Erfolg. Bereits im September 1981 machte die junge Firma ├╝ber eine Million US-Dollar Umsatz und im zweiten Jahr nach Markteinf├╝hrung wurden bereits 70 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Der Osborne 1 wurde nach Adam Osbornes Spezifikationen von Lee Felsenstein als portabler Rechner entworfen. Dieser wog 10,7kg und besa├č einen eingebauten 5″ gro├čen, 52├Ś24 Zeichen umfassenden Bildschirm. Als Arbeitsspeicher verf├╝gte er ├╝ber 4 KByte ROM und 64 KByte RAM und als Massenspeicher standen ihm zwei eingebaute 91 KByte 5 1/4″ Diskettenlaufwerke zur Verf├╝gung. Da der Osborne-1 au├čer dem 6502 Prozessor noch ├╝ber einen Z80 Prozessor verf├╝gte, lief auf ihm auch CP/M 2.2. Osborne sorgte auch daf├╝r, dass der neue Laptop ├╝ber entsprechende Software verf├╝gte, darunter zwei BASIC Versionen (CBASIC und MBASIC), WordStar, SuperCalc und dBase II.

Osborne begann aber, wie andere Unternehmen auch, den Fehler unfertige Produkte zu fr├╝h anzuk├╝ndigen. Als Osborne 1983 ank├╝ndigte, dass zwei weitere Computer in der Entwicklung sind, der Vixen, eine kleinere Version des Osborne 1, und der Executive, gingen die Verkaufszahlen des aktuellen Ger├Ąts stark zur├╝ck. Am 13. September 1983 musste Osborne Konkurs anmelden.

Mehr ├╝ber Osborne und den Osborne-1 gibt es in diesem Eintrag.

Bild: Osborne 1, Wikimedia, CC-BY-SA, Bilby

Vor 35 Jahren: Das PC/XT Keyboard „Model M“

Im April 1986 erschien das PC/XT Keyboard „Model M“. Die Tastatur wurde von IBM millionenfach hergestellt und d├╝rfte einer der bekanntesten Tastaturen ├╝berhaupt sein. Das Tastaturlayout „Enhanced Personal Computer Keyboard“ ist eine Weiterentwicklung des 84-Tasten Designs des „Model F (AT)“ und dem IBM 122-Tasten Terminal Design.

Die meisten Tastaturen des „Model M“ verwenden Knickfedern, die der Tastatur einen pr├Ązisen Druckpunkt verpassen und f├╝r das typische Schreibger├Ąusch verantwortlich sind. Das „Model M“ ist so robust, dass sie auch nach 30 Jahren noch h├Ąufig im Einsatz ist.

 

40 Jahre Sinclair ZX81

Der ZX81 wird am 5. M├Ąrz 1981 vorgestellt. Die Hardware wird von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf ┬ú69,95 bzw ┬ú49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verf├╝gt wieder ├╝ber nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird f├╝r viele Anwender zum ├ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu St├Ârungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abst├╝rzen l├Ąsst.

Der ZX81 bekommt eine sehr positive Vorstellung von David Tebbutt in der Personal Computer World und entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones f├╝r den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, B├╝cher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards f├╝r den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Gro├čbritanniens f├╝hrende B├╝cher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt: WHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft h├Ątten.

Mehr ├╝ber Sinclair und den ZX81 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: ZX81, Wikimedia, CC-BY-SA, Evan-Amos

Vor 75 Jahren: Der ENIAC wird der ├ľffentlichkeit vorgestellt

Der ENIAC (Electrical Numerical Integrator And Calculator) wurde im Auftrag der US-Armee von J. Presper Eckert und John W. Mauchly an der University of Pennsylvania ab 1942 entwickelt. In der New York Times berichtete dann am 14. Februar 1946 der Reporter T.R. Kennedy jr. ├╝ber den bis dato geheim gehaltenen Computer.

1946 gr├╝ndeten Eckert und Mauchly die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die sp├Ąter von Remington Rand ├╝bernommen wurde. Sie meldeten 1947 ein Patent an, dessen G├╝ltigkeit nach langj├Ąhrigen Gerichtsverfahren f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt wurde. Mauchly hatte 1941 den Atanasoff-Berry-Computer (ABC) studieren k├Ânnen und sich von diesem f├╝r den ENIAC zumindest inspirieren lassen. Dadurch sah das Gericht den ENIAC als abgeleitetes Werk an und der Ruhm f├╝r┬á die Erfindung des ersten elektronischen Rechners ging an Atanasoff ├╝ber.

Nach einem Umzug von Philadelphia nach Aberdeen im Jahre 1947, verrichtete der ENIAC im  Ballistic Research Lab seinen Dienst und wurde erst am 2. Oktober 1955 abgeschaltet. Seit November 2014 kann im Field Artillery Museum der US-Army der ENIAC wieder besichtigt werden.

Bild: ENIAC (US Army)

Vor 35 Jahren: Der erste Computervirus f├╝r MS-DOS verbreitet sich

Der erste Computervirus f├╝r das Betriebssystem MS-DOS wurde im Januar 1986 geschrieben und tr├Ągt den Namen „(c)Brain“ (auch bekannt unter den Namen Lahore, Pakistani, Pakistani Brain, Brain-A und UIUC). Damit gilt er als erster Computervirus f├╝r PCs.

Technisch handelt sich um einen Boot-Sektor Virus, der mit dem Dateisystem FAT formatierte Disketten bef├Ąllt. Er verschiebt den urspr├╝nglichen Boot-Sektor in einen anderen Sektor und setzt sich selbst Boot-Sektor ein. Infizierte Disketten enthalten im Boot-Sektor folgenden Text:

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Brain & Amjads (pvt) Ltd VIRUS_SHOE RECORD V9.0 Dedicated to the dynamic memories of millions of viruses who are no longer with us today – Thanks GOODNESS!! BEWARE OF THE er..VIRUS┬á: this program is catching program follows after these messages….$#@%$@!!

Verglichen mit heutigen Viren, waren die Auswirkungen einer Infektion gering: Der Virus belegte knapp sieben KByte Hauptspeicher und das Diskettenlaufwerk wurde verlangsamt. Der Virus war auch so geschrieben, dass Festplatten korrekt erkannt und nicht infiziert wurden, was andere Viren sp├Ąter nicht taten und auch Daten auf Festplatten zerst├Ârten. So wurde der Virus oft erst gar nicht bemerkt.

Entwickelt wurde der Virus von den beiden Br├╝dern Basit Farooq Alvi und Amjad Farooq Alvi aus Chahmiran, Lahore, Pakistan. Angeblich um ihre medizinische Software so vor Urheberrechtsverletzungen zu sch├╝tzen. Der Virus gab au├čer einer Nachricht, auch die Adresse der Br├╝der mit drei Telefonnummern aus, an die man sich Zwecks Entfernung des Virus wenden sollte.

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Basit * Amjad (pvt) Ltd. BRAIN COMPUTER SERVICES 730 NIZAM BLOCK ALLAMA IQBAL TOWN LAHORE-PAKISTAN PHONE: 430791,443248,280530. Beware of this VIRUS…. Contact us for vaccination…

Da die Br├╝der sehr viele Anrufe erhielten, k├╝ndigten sie schlie├člich ihren Telefonanschluss und erkl├Ąrten ohne b├Âse Absicht gehandelt zu haben. Ger├╝chten zufolge wollten sie mit dieser Aktion f├╝r ihre Firma werben.

Bild: Brain Virus, Wikimedia, CC-BY-SA, Avinash Meetoo