Apple I Prototyp wird versteigert

So langsam wurde es schon etwas langweilig: In den letzten Jahren wurden mit sch├Âner Regelm├Ą├čigkeit Apple I Ger├Ąte versteigert, die dann f├╝r eine mehr oder weniger hohe sechsstellige Summe den Besitzer wechselten.

Diesmal ist das etwas anders. Es ist zwar ein Apple I, der unter den Hammer kommt, aber es ist kein gew├Âhnlicher Apple I, es ist ein Prototyp, der von Steve Wozniak auf einem „Apple Computer A“ Mainboard zusammengel├Âtet wurde.

Der Rechner soll im Sommer 1976 gebaut worden sein und jahrelang in der legend├Ąren Apple-Garage im Silicon Valley gelegen haben. Vor 30 Jahren soll Jobs dann diesen Prototypen seinem aktuellen Besitzer gegeben haben. Glaubt man der Beschriftung auf dem Mainboard, handelt es sich um die Nummer „#2“, die seinerzeit Paul Terrell, dem Besitzer den „Byte Shop“ im kalifornischen Mountain View pr├Ąsentiert wurde, der daraufhin 50 Apple I Computer bestellte und erstmals f├╝r 666,66 US-Dollar anbot.

Jobs ging mit dem Prototypen nicht sonderlich gut um. Eine Ecke ist abgebrochen, der Mikroprozessor und einige Bauteile fehlen, es wurden zudem auch einige ICs aus den Fassungen entfernt und von ihm in andere Ger├Ąte verbaut. Kurzum, es ist Elektronikschrott… vermutlich wird es der teuerste Elektronikschrott, der ja verkauft wurde.

Die Auktion l├Ąuft vom 20.7. bis zum 18.8.2022 und schon bereits nach drei Tagen stand die Auktion bei US$ 278,005 (272.000 EUR).

Man darf gespannt sein, welchen Betrag der Prototyp erzielen wird. Tipps d├╝rfen gerne bei den Kommentaren abgegeben werden.

Update: Nach 10 Tagen, am 30.7., steht die Auktion bei US$ 407,029 (398.000 EUR).

Update #2: Der Prototyp wurde f├╝r US$ 677,196 (680.280 EUR) verkauft (dazu kommen 25% Auktionsgeb├╝hren und die Versandkosten).

Eine ├ťbersicht ├╝ber alle bekannten Apple I gibt die Apple I Registry.

Bild: RR Auction

Vor 40 Jahren: Der Epson HX-20 kommt auf den Markt

Der Epson HX-20 (auch unter der Bezeichnung HC-20 bekannt) war der erste Laptop und wurde von Yukio Yokozawa 1980 entwickelt, wof├╝r er ein Patent erhielt. Yokozawa arbeitete zu dieser Zeit f├╝r Suwa Seikosha, einem Ableger des japanischen Unternehmens Seiko (heute Seiko Epson). Bereits 1981 wurde der Laptop als HC-20 in Japan und von Epson als HX-20 in den USA auf der COMDEX Computer Show in Las Vegas angek├╝ndigt. Er kam aber erst im Juli 1982 auf den Markt.

Der Rechner hatte ungef├Ąhr die Gr├Â├če einer A4-Seite und wog knapp 1,6 kg. Damit war er nicht nur das erste Notebook, sondern auch der erste wirklich tragbare Computer. Die BusinessWeek bezeichnete den HX-20 als „fourth revolution in personal computing“.

Der Rechner verf├╝gte ├╝ber eine vollwertige Tastatur, aufladbare NiCd-Akkus, die einen Betrieb von knapp 50 Stunden erm├Âglichten, ein 120 x 32 Pixel LCD Display (4 Zeilen mit je 20 Zeichen), einen eingebauten Matrixdrucker und einen eingebauten Mikrokassettenrekorder.

Intern arbeiteten zwei Hitachi 6301 CPUs mit 614 kHz (im wesentlichen aufgebohrte Motorola 6801 CPUs). Zur Verf├╝gung standen 16 kByte RAM, die auf 32 kByte erweitert werden konnten. Als Schnittstellen standen zwei RS-232 Ports, einmal mit 4800 bit/s f├╝r Modem oder Drucker und einmal mit 38400 bit/s f├╝r ein externes Diskettenlaufwerk oder ein weiteres Display, zur Verf├╝gung. Weiterhin gab es noch den Akustikkoppler CX-20 mit 300 bps, das externe Diskettenlaufwerk TF-20, das Sprachsyntheseger├Ąt „RealVoice“ und ein Videodisplay mit 40 x 24 Zeichen.

Als Firmware wurde ein propriet├Ąres Betriebssystem eingesetzt, welches aus dem Epson BASIC und einem Monitor-Programm bestand.

 

Tipp: Der gro├če Videospiele-Crash

Stage 3 Level 5Kommerzielle Videospiele gibt es nun seit ├╝ber 12 Jahren und w├Ąhrend dieses wie eine wunderbar lange Zeit aussieht, ist es eine unglaublich kurze Zeit f├╝r eine Industrie, die erst entstanden ist und schlie├člich den Markt auf dem Unterhaltungssektor komplett dominiert. Aber wenn man jetzt denkt, der Aufstieg verlief schnell, bis zum kompletten Untergang brauchte es nur 6 Monate.

Zum Artikel: Heimvideospiele – Der gro├če Videospiele-Crash!

40 Jahre Timex Sinclair 1000

Der Timex Sinclair 1000 wurde in den USA im Juli 1982 vorgestellt und war dort der erste Heimcomputer, der f├╝r unter 100 US-Dollar zu kaufen war. Es handelte sich um einen Klon des in Gro├čbritannien sehr erfolgreichen ZX 81. Zwar wurden alleine in den ersten sechs Monaten ├╝ber eine halbe Million Ger├Ąte von dem TS 1000 verkauft, verglichen mit den Verkaufszahlen des ZX 81 hatte der TS 1000 aber nur einen sehr m├Ą├čigen Erfolg.

Mehr ├╝ber Sinclair und den TS 1000 gibt es in diesem Beitrag.

Happy Birthday: Der Retro Chip Tester feiert seinen zweiten Geburtstag

Zwei Jahre ist es nun her, dass der Retro Chip Tester (RCT) das Licht der Welt entdeckte

Mit ihm ist es m├Âglich zahlreiche Speicher und Logik-ICs zu testen, die von heutigen IC Testern nicht mehr unterst├╝tzt werden. Selbst ICs mit „exotischen“ Spannungsversorgungen k├Ânnen getestet oder ausgelesen werden (ggf. durch Einsatz eines kleinen Adapters).

Video: Fast Intro Clip: Retro Chip Tester Pro, 8Bit-Museum.de, YouTube

Die Firmware in der Version v.23 enth├Ąlt aktuell Tests f├╝r ├╝ber 120 SRAM- und ├╝ber 50 DRAM-Typen, ├╝ber 18 FIFO RAMs und ├╝ber 110 (E)(P)ROMs, womit derzeit ca. 3000 verschiedene Speicher-ICs getestet oder ausgelesen werden k├Ânnen. Dazu kommen ├╝ber 1200 unterschiedliche Logik-ICs (TTL, CMOS), die getestet werden k├Ânnen. Zur Identifizierung von ROMs enth├Ąlt der Tester einer Datenbank von knapp 400.000 ICs, die ├╝ber eine SD-Karte erweitert werden kann.

Happy Birthday RCT!

Mehr Informationen zum RCT gibt es auf der entsprechenden Projektseite.

Bild des Tages: 007 ├╝bernehmen sie

Schon in den 1980ern wurden Stars vor den Werbekarren geschnallt. Hier wirbt Roger Moore f├╝r die Spectravideo SVI-318 und SVI-328 Heimcomputer, allerdings ohne dass irgendein Bezug zum beworbenen Ger├Ąt hergestellt wird. Tandy/Radio Shack setzten Isaac Asimov zumindest an einem TRS-80, auf dem eine Textverarbeitung lief.

Bild: Spectravideo