Bild des Tages: Was zum Teufel ist elektronische Post?

1977 erklärte Honeywell in seiner Werbung noch, was elektronische Post ist:

Eletronic Mail is a term that’s been bandied about data processing circles for years. Simply put, it means high speed information transportation. One of the most advanced methods is terminals talking to one another. Your mailbox is the terminal on your desk. Punch a key and today’s correspondence and messages are displayed instantly.

Übertragung mit High-Speed bedeutete damals aber noch 300 bps (ungefähr 30 Bytes pro Sekunde).

Bild: Honeywell

Retro-Konsole Vega Plus: Kampagnenziel schon zu über 300% erreicht

Am 16. Februar startete die Kampagne auf Indiegogo um die Sinclair ZX Spectrum Vega Plus getaufte Retro-Konsole. Knapp einen Monat später und mit noch über zwei Wochen Restzeit, hat die Kampagne ihr Ziel nicht nur erreicht, sondern mit 300% weit übertroffen. Bereits 3000 Personen möchten sich vorab ein Exemplar der Konsole sichern.

Wer mehr über die Retro-Konsole wissen will, sei auf meinem Beitrag im Februar verwiesen oder auf die Kampagnenseite der Crowdfunding-Plattform Indiegogo.

Bild: Retro Computers

Das Internet Archiv stellt Apple II Spiele ins Netz

Das Internet-Archiv stellt schon seit einiger Zeit klassische Spiele und Anwendungsprogramme ins Netz. Im Januar 2014 berichtete das 8Bit-Museum.de über die Veröffentlichung von Spielen aus den 1970er und 1980er Jahren.

Jetzt erweitert das Archiv seine Sammlung um über 600 Apple II Spiele. Dabei handelt es sich teilweise um sehr seltene Exemplare, von denen man bisher annahm, dass nicht viel mehr als eine Werbeanzeige existiere. Die Software wurde von ihrem Kopierschutz befreit und von Nutzern unter dem Pseudonym 4am auf archive.org hochgeladen.

Die Spiele, darunter auch Klassiker wie Frogger, Pac-Man und Maniac Mansion, sind über den Emulator JSMESS direkt im Web-Browser spielbar.

Mehr über Apple und den Apple II gibt es in diesem Beitrag.

Link: Internet Archive (Apple II Library)

35 Jahre Sinclair ZX81

Der ZX81 wird am 5. März 1981 vorgestellt. Die Hardware wird von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf £69,95 bzw £49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verfügt wieder über nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird für viele Anwender zum Ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu Störungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abstürzen lässt.

Der ZX81 bekommt eine sehr positive Vorstellung von David Tebbutt in der Personal Computer World und entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones für den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, Bücher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards für den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Großbritanniens führende Bücher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt: WHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft hätten.

Mehr über Sinclair und den ZX81 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: ZX81, Wikimedia, CC-BY-SA, Evan-Amos

Retro-Konsole Vega Plus: Die verbesserte Neuauflage des ZX Spectrums

Im Dezember 2014 kündigte Sir Clive mit dem Sinclair Spectrum Vega einen Nachfolger zu seinem erfolgreichen Heimcomputer ZX Spectrum als Retro-Konsole an. Mein Kommentar dazu fiel ziemlich negativ aus. Jetzt sammelt Sir Clive erneut über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo, um einen (verbesserten) Nachfolger zum Vega zu finanzieren. Das Sinclair ZX Spectrum Vega Plus getaufte Gerät ist wieder eine Konsole, aber diesmal zumindest kein Versuch einen ZX Spectrum in einem abgespeckten Zustand wiederzubeleben. Am 16. Februar startete die Kampagne mit dem Ziel £100,000 zu sammeln. Heute haben über 2000 Unterstützer bereits mehr als das doppelte dieses Betrags zusammengetragen.

Das Gerät verfügt über ein LC-Display und kann zusätzlich an einen Fernseher angeschlossen werden. Über 1000 Spiele werden bereits fest installiert mitgeliefert. Mit Hilfe einer microSD können weitere Spiele installiert werden, wobei sowohl 48K- als auch 128K-Spiele – u.a. in den Formaten .TAP, .Z80 und .SZX. – unterstützt werden.

Das Gehäuse wurde von Rick Dickinson entworfen, der auch für das Design der Gehäuse des ZX 80, ZX 81 und ZX Spectrum in den 1980ern verantwortlich war.

Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt der Vega Plus über ein D-Pad, zusätzliche Aktionstasten und ein paar Knöpfe zum Ein- und Ausschalten und zum Aufruf eines Menüs. Ebenso gibt es einen Lautstärkeregler, einen Kopfhöreranschluss, ein Netzteilanschluss zum Laden des internen Akkus und einen TV-Anschluss (Composite Video).

Das Gerät kostet £100 (ca. 130 EUR) und wird voraussichtlich im September 2016 ausgeliefert.

Bild: Retro Computers

Kommentar:

Auch diese Neuauflage ist wieder ein Mock-up des Speccy. Aber diesmal wurde die Konsole als tragbare Retro-Konsole entworfen; sie besitzt kein lieblos abgespecktes Gehäuse mit ein paar Radiergummi-Tasten, das an einen Speccy erinnern soll.

Diese Konsole versucht gar nicht erst wie ein Speccy auszusehen, sondern geht dank des Designs von Rick Dickinson eigene Wege. Einzig die Regenbogen-Ecke und der Schriftzug „sinclair“ deuten an, was sich in dem Gerät versteckt.

Sicher, es ist kein ZX Spectrum: Zu einem echten ZX Spectrum Feeling gehört halt auch die Radiergummi-Tastatur des Originals, aber eine bessere Lösung wieder die Klassiker aus den 1980er zu spielen, kann ich mir nicht vorstellen. Wer nur mal eben in BASIC programmieren möchte, kann auf eine Emulation zurückgreifen (z.B. einen der vielen Emulatoren unter Windows oder auch per FPGA-Emulation). Wer das echte Retro-Feeling möchte, muss derzeit das Original wieder in Betrieb nehmen.

Aber vielleicht erhört Sir Clive seine Fans noch und bringt einen „echten“ – vielleicht auch etwas aufgemotzten – ZX Spectrum heraus oder, wie schon in meinem Kommentar zum Vega vorgeschlagen, ein passendes Speccy Gehäuse für einen Raspberry Pi.

Webtipp: Kung Fury, eine Hommage an die 1980er Jahre Trash-Movies

Kung FuryKung Fury ist ein schwedischer Kurzfilm von David Sandberg aus dem Jahr 2015, der als Kickstarter-Projekt finanziert wurde und kostenlos im Web, z.B. auf YouTube, verfügbar ist. Der Film ist eine Parodie, oder besser gesagt, eine Hommage auf die Trash-Actionfilme aus den 1980ern. Zur Realisierung des Projekts waren 200.000 US-Dollar notwendig, letztendlich sammelte Sandberg aber mit 630.019 US-Dollar über den dreifachen Betrag ein.

Der Film beinhaltet alles, was Actionfilme aus den 1980ern ausmachte: Spielautomaten, die sich in Roboter transformieren können, Dinosaurier, Nazis, Vikinger und deren Gottheiten, Mutanten und einen Kung-Fu Kämpfer, genannt Kung Fury, als Polizist. Und was in einen Hommage nicht fehlen darf, ein DeLorean kommt auch vor. Der Titelsong „True Survivor“ wurde von David Hasselhoff beigesteuert, dessen Video ebenfalls auf YouTube angesehen werden kann.

Wikipedia schreibt zum Inhalt:

Als zwei Jugendliche in einem Spielcasino nach dem Ende des Spiels den Automaten traktieren, mutiert dieser zur Kampfmaschine und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Kung Fury wird zu Hilfe gerufen und setzt dem Automaten ein Ende.

Im Büro der Polizei wird er jedoch von seinem Chef für den Schaden, den er angerichtet hat, zusammengestaucht. Als Adolf Hitler, Meister des Kung Fu und bekannt unter dem Alias Kung Führer, über das Telefon die Polizeiwache unter Beschuss nimmt, beschließt Kung Fury Hitler zu stoppen. Mit Hilfe von Hackerman, einem Hacker, reist Kung Fury in die Vergangenheit. Aufgrund eines Fehlers landet Fury jedoch im Wikinger-Zeitalter, wo er von einem Laser-Raptor angegriffen wird. Barbarianna, eine Wikingerin, rettet ihn jedoch und vermittelt ihn an ihre Freundin Katana, die Thor beschwört, um Fury zu helfen. Thor öffnet mithilfe von Mjölnir ein Zeitportal und schickt Fury in die richtige Zeit zurück.

Im Dritten Reich angekommen, attackiert Fury die Zuhörer einer Rede von Hitler. Als er von Hitler tödlich getroffen wird, kommen ihm seine Freunde zu Hilfe. Fury wird gerettet und gemeinsam besiegen sie den Kung Führer. Zurück in der Gegenwart stellt sich jedoch heraus, dass Hitler überlebt hat und sich wieder in den 80er-Jahren befindet.

Ohne das Internet wäre niemand auf diesen Film aufmerksam geworden und vermutlich hätte sich kaum jemand diesen Film überhaupt angesehen. Anders auf YouTube, hier wurde er bereits 22 Millionen Mal angeklickt.

Das alles wäre keine Erwähnung auf 8Bit-Museum.de wert, wenn da nicht die Spielautomaten und Heimcomputer (Apple Mac (8:36), mehrere MicroBees und ein ZX Spectrum (10:17)) wären, die im Film auftauchen.

Bild: Kung Fury, A Laser Unicorns Production

Vor 70 Jahren: Der ENIAC wird der Öffentlichkeit vorgestellt

Der ENIAC (Electrical Numerical Integrator And Calculator) wurde im Auftrag der US-Armee von J. Presper Eckert und John W. Mauchly an der University of Pennsylvania ab 1942 entwickelt. In der New York Times berichtete dann am 14. Februar 1946 der Reporter T.R. Kennedy jr. über den bis dato geheim gehaltenen Computer.

1946 gründeten Eckert und Mauchly die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die später von Remington Rand übernommen wurde. Sie meldeten 1947 ein Patent an, dessen Gültigkeit nach langjährigen Gerichtsverfahren für ungültig erklärt wurde. Mauchly hatte 1941 den Atanasoff-Berry-Computer (ABC) studieren können und sich von diesem für den ENIAC zumindest inspirieren lassen. Dadurch sah das Gericht den ENIAC als abgeleitetes Werk an und der Ruhm für  die Erfindung des ersten elektronischen Rechners ging an Atanasoff über.

Nach einem Umzug von Philadelphia nach Aberdeen im Jahre 1947, verrichtete der ENIAC im  Ballistic Research Lab seinen Dienst und wurde erst am 2. Oktober 1955 abgeschaltet. Seit November 2014 kann im Field Artillery Museum der US-Army der ENIAC wieder besichtigt werden.

Bild: ENIAC (US Army)

Windows 3.11 Software im Browser ausprobieren

Das Internet Archiv stellte vor knapp zwei Jahren bereits zahlreiche klassische Spiele aus den 1970er und 1980er Jahren online. Jetzt folgt eine Software-Sammlung für Microsoft Windows 3.11, das vor nun über 22 Jahren, am 8. November 1993, erschien.

Wer neugierig ist, kann die Programme in einem im Browser laufenden Emulator ausprobieren. Außer dem Desktop mit seinen zahlreichen Werkzeugen, werden etliche Spiele und einige Anwendungen angeboten. Auch wenn die meisten Programme recht unbekannt sind, macht es Spaß auszutesten, wie PC-Software Mitte der 1990er aussah, zu einer Zeit, in der Atari ST und Commodore Amiga in Sachen Grafik und Sound dem PC weit voraus waren.

Link: Software-Sammlung auf Archive.org