Ein echter Schnapper: Erneut wurde ein Apple I versteigert

Vor nicht einmal einem dreiviertel Jahr wurde der letzte Apple I für sage und schreibe 815.000 US-Dollar (ca. 730.000 EUR) versteigert. Jetzt kam der nächste Apple I der vermutlich letzten acht bekannten funktionsfähigen Geräte unter dem Hammer und es wurde ein echter Schnapper: Für nur 110.000 EUR kam dieser in dem Kölner Auktionshaus Auction Team Breker unter den Hammer.

Der Apple I wurde mit einigen Dokumenten, darunter eine Rechnung vom November 1976, einem provisorischen Handbuch und Korrespondenz mit Apple Inc. (u.a. auch Telefonnotizen mit Steve Wozniak aus dem Jahr 1977) versteigert.

Ursprünglich wurde ein Preis zwischen 180.000 bis 300.000 EUR erwartet. Dass es diesmal, nach dem Rekord vom letzten Jahr, nur 110.000 EUR geworden sind, mag vielleicht an der in Deutschland stattgefundenen Auktion gelegen haben.

Mehr zum Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Auction Team Breker, Köln

Retro-Computer ZX Spectrum Next: Eine weitere Neuauflage des ZX Spectrums

Es gibt einen weiteren sehr stark modernisierten Nachfolger eines der erfolgreichsten Rechner der 1980er, den ZX Spectrum Next.

Das Gehäuse des ZX Spectrum Next wurde von Rick Dickinson entworfen, der schon für das Gehäuse des Originals verantwortlich war. Die Hardware soll voll kompatibel zum ZX Spectrum sein, aber wurde vollständig modernisiert. Es wird einige neue Funktionen geben: Der Rechner unterstützt SD-Karten und verfügt über VGA und HDMI Ausgänge für Monitore bzw. Fernseher. Ausgeliefert wird der ZX Spectrum Next mit 512 Kilobyte Arbeitsspeicher, der noch intern auf 1,5 Megabyte und extern auf 2,5 Megabyte aufgerüstet werden kann.

Optional verfügt der ZX Spectrum Next auch über WLAN und eine RTC (Echtzeituhr). Ein Raspberry-Pi Zero kann als Beschleunigungsmodul eingebaut werden. Schnittstellen für Joysticks, Kassettenlaufwerke und PS/2-Peripheriegeräte sind ebenfalls vorhanden.

Finanziert wird die Entwicklung über Kickstarter. Bis zum 23. Mai 2017 kann man sich noch beteiligen. Ganz billig ist der Spaß nicht: Mindestens 175 GBP (ca. 210 EUR zzgl. Porto) muss man investieren. Mit WLAN, RPi Zero und Versandkosten sind es Schlappe 300 EUR.

Ab Januar 2018 soll der ZX Spectrum Next ausgeliefert werden. Da es sich hierbei um eine Crowdfunding-Kampagne handelt gibt es allerdings keine Garantie dafür, dass das Gerät nachher wirklich verfügbar sein wird.

Link zur Kampagne auf Kickstarter.

Bilder: ZX Spectrum Next, Henrique Olifiers, Kickstarter

Bild des Tages: Atari Video Music

Nachdem Atari mit der Heimvideospielkonsole Pong einen riesigen Erfolg hatte, wollte Atari das dort gesammelte Know-How auch in neue Produkte übertragen. Auf diesem Weg wurde der welterste kommerzielle Lichtsynthesizer entwickelt: Atari Video Music.

Atari Video Music wurde an einem normalen Fernseher angeschlossen und bekam über Cinch-Buchsen Audio-Signale zugespielt. Durch 13 Tasten und 5 Regler konnten die angezeigten Symbole auf dem Bildschirm beeinflusst werden, die zu der zugespielten Musik in durchlaufenden Farbpaletten pulsierten.

Vorgestellt wurde das Gerät 1976 zum Preis von ca. 200 US-Dollar und obwohl der Preis schon kurz drauf auf 169,95 US-Dollar gesenkt wurde, blieb das Gerät ein Ladenhüter und ist heute vermutlich eines des größten Flops in Ataris Firmengeschichte.

RetroTech hat einen sehr schönen Bericht in seinem YouTube-Kanal über diese exotische Maschine.

Video: RetroTech: Atari Video Music – The Migraine Machine, YouTube

Bild: Sears

In eigener Sache: Die neue Werkstatt

So langsam komme ich dazu das 8Bit-Museum.de neu einzurichten. Als erstes wurde in dieser Woche die neue Werkstatt einsatzbereit, zumindest zu 95%, denn viele Bauelemente – gerade die für die Reparatur von 8-Bit-Computern notwendige – sind noch verpackt.

Auf jeden Fall konnte ich in den letzten zwei Tagen schon eine kleine Bastelei fertigstellen: Seit einiger Zeit war ich schon auf der Suche nach einem kleinen (Zweit-)Oszilloskop. Nach kurzer Suche war ich auf den Oszilloskop-Bausatz DSO138 gestoßen, den man teilweise schon für unter 20 EUR bekommt. Die technischen Daten hören sich ganz gut an:

Sampling Rate : 1 Msps
Accuracy : 12 Bit
Sampling buffer depth : 1024 bytes
Analog bandwidth : 0 – 200 KHz
Vertical Sensitivity : 10 mV/Div – 1, 2, 5 V/Div
Adjustable vertical displacement
Input impedance : 1 MΩ
Maximum input voltage : 50 Vpp (1: 1 probe ), 400 Vpp (10: 1 probe )
Coupling modes include DC / AC / GND
The horizontal time base range: 10 μs/Div – 50 s/Div
With automatic, regular and one-shot mode, easy to capture the moment waveform
Available rising or falling edge trigger
Adjustable trigger level position
Observable trigger waveform before (negative delay)
Can freeze at any time waveform display (HOLD function)
Comes 1 Hz /3.3V square wave test signal source
2.4″ TFT Display

Der Aufbau war recht schnell erledigt. Ein Funktionstest mit dem eingebautem 1 kHz Generator verlief auf Anhieb positiv. In den nächsten Tagen muss das Gerät zeigen, ob es für einfachere Aufgaben bei Reparaturarbeiten eingesetzt werden kann.

Vor 40 Jahren: Der Apple II kommt auf den Markt

Im April 1977 begann die Vermarktung des Apple II. Der Apple II ist der direkte Nachfolger des Apple I und wurde wie dieser von Steve Wozniak entwickelt. Der Rechner verfügte über eine 8-Bit 6502 CPU @1,020 MHz Taktfrequenz. In der Grundausstattung wurde er mit 4 KByte Arbeitsspeicher ausgeliefert, die bis auf 64 KByte erweitert werden konnten.

In der Zeit von 1977 bis 1993, in der die Apple II Reihe verkauft wurde, wurde dieser mehrfach überarbeitet. 1979 erschien der Apple II+ und Apple II europlus. Der Apple II+ wurde mit 48 KByte Arbeitsspeicher verkauft und besaß, anders als das Original mit dem von Steve Wozniak entwickelten Apple Integer Basic, als Firmware Applesoft BASIC, das von Microsoft stammte. Das BASIC war weitestgehend identisch mit dem vom Commodore 64, das ebenfalls vom Microsoft stammte, war habe um einige Befehle, z.B. Grafik-Befehle, erweitert worden.

Schon kurz nach der Einführung des Apple II erschienen verschiedene illegale Apple-Clones, da der Apple II recht einfach mit seinen Standardchips nachzubauen war. Legale Clones gab es nur sehr wenige, z.B. der Laser 128 von VTech.

Mehr Informationen über den Apple II gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Wikipedia, CC-BY, User Rama

In eigener Sache: Gute Händler sind selten

Heute muss ich einmal einen Bericht außerhalb der Reihe veröffentlichen:

Inhaber

Rücksendungsempfänger

Für die Werkstatt habe ich noch eine günstige LED-Leuchte auf Amazon gesucht und dachte mit der Rolux LED Leuchte fündig geworden zu sein. Was ich in den letzten drei Wochen dann erleben musste, hatte ich bisher noch nicht erlebt. Man soll ja nicht alle Verkäufer bei Amazon über einen Kamm scheren, aber ich werde nach dem erlebten nur noch direkt bei Amazon kaufen, auch wenn es dann etwas teurer sein sollte:

Bestellt habe ich die Leuchte am 19.2.2017 beim Händer SUCCSALE. Laut Impressum ist der Inhaber der SUCCSALE-Handelsvertretung ein David Schweig in Mönchengladbach. Als Kontakt wird eine Mobilnummer angegeben. Der Artikel traf am 26.2.2017 bei mir ein. Leider musste ich feststellen, dass dieser mehrere starke Gebrauchsspuren aufwies. Am selben Tag füllte ich bei Amazon das Rücksendeformular aus:

B-Ware. Mehrere Kratzer am Gehäuse. Halb abgeknibbelter Aufkleber. -> Ware schon gebraucht.

auf das mir der Verkäufer folgendes antwortete:

Senden Sie uns Beweise! Wir versenden keine B Ware! MFG

und worauf ich die gewünschten Bilder zusendete. Die Rücksendung gestaltete sich nicht besonders leicht, denn unter Rücksendung findet sich eine Firma Armaturen Discound 24, Mario Letzig in Dresden dafür verantwortlich. Der Verkäufer sendete aber auf weitere Anfrage einen Link zu dem DHL-Rücksendeportal, allerdings mit demselben Empfänger als Adressaten. Positiv viel auf, dass daraufhin SUCCSALE eine neue Lieferung veranlasste, die ich am 1.3.2017 erhielt.

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In eigener Sache: Das 8Bit-Museum.de zieht in neue Räumlichkeiten

In den letzten Monaten war es etwas ruhig geworden um das 8Bit-Museum.de. Der Grund: Das Museum sieht derzeit in neue Räumlichkeiten, die sehr viel mehr Platz für die inzwischen auf über 1000(!) Geräte angewachsene Sammlung bieten.

Leider ist der Umzug noch immer nicht vollständig abgeschlossen. Zwar sind inzwischen alle Geräte gut erhalten angekommen und auch die Elektronikwerkstatt ist zu 90% eingerichtet, aber die Ausstellungsräume können noch nicht alle bezogen werden, da an einer Wand noch Feuchtigkeit beseitigt werden muss und sich die Arbeiten dadurch noch einmal um ein bis zwei Monate verzögern.

Sobald die Räumlichkeiten eingerichtet sind, werden hier natürlich Bilder veröffentlicht werden.

Gründer von Namco im Alter von 91 Jahren verstorben

Am 22. Januar verstarb Namcos Gründer Masaya Nakamura im Alter von 91 Jahren, wie erst jetzt durch Bandai Namco bestätigt wurde. Bis zu seinem Tod hatte Nakamura ein Ehrenamt als Berater in dem Unternehmen inne.

Masaya Nakamura gründete das Unternehmen 1955 als Nakamura Manufacturing Ltd. Anfangs wurden noch mechanische Rodeo-Pferde und Reit- und Fahrautomaten produziert und in Einkaufszentren aufgestellt. 1972 wurde dann der Firmenname in Namco geändert. Durch den Erwerb der japanischen Division von Atari, stieg Namco zwei Jahre später in das Geschäft mit münzbasierenden Videospielautomaten ein. Namco Enterprises Asia Ltd. wurde kurz später in Hongkong gegründet, gefolgt von Namco America, Inc. in Kalifornien.

Einen echten Videospiel-Knaller brachte Namco 1980 mit dem Automatenspiel Pac Man auf den Markt. Weitere Videospielehits, wie z.B. Galaxian (1979) und Galaga (1981), folgten.

2005 legten Namco und Bandai ihre operativen Geschäftes zusammen und gründeten die Namco Bandai Holdings. Ein Jahr später gingen die Spielesparte von Bandai in Namco auf und führte zur Gründung der Namco Bandai Games.

Mehr über Namco und Pac Man gibt es in diesen Beiträgen: „Technische Erweiterungen“ und „Zwei Superstars“.