Tausende von C64-Spiele im Internet frei spielbar

Anfang 2016 stellte das Internet Archive etliche Apple II Spiele ins Netz, nun wird die Sammlung um tausende von C64 Spielen erweitert. Die genaue Anzahl ist noch nicht ganz klar, denn insegsamt sollen es 31.781 Programme f├╝r den C64 sein, aber unter „Games“ werden nur knapp 9.000 Spiele aufgef├╝hrt. In einer weiteren Unterrubrik sind dann aber auch noch ├╝ber 20.000 Demos und andere Programme aufgef├╝hrt.

Technisch laufen die Spiele auf einer angepassten Version des Vice-Emulators, der als Referenz untern den C64-Emulatoren gilt. Wer die Spiele ausprobieren m├Âchte: Mit F12 gelangt man in die Einstellungen des Vice-Emulators, in denen man u.a. ein deutsches Keyboard-Layout ausw├Ąhlen kann. RUN/STOP liegt auf der ESC-Taste, RESTORE auf „Page down“.

Eine kleine Warnung am Ende: Es ist weiterhin nicht legal ROMs (bzw. die Orginaldateien von klassischen Spielen) auf der eigenen Homepage anzubieten. Das Internet Archiv ist in San Francisco ans├Ąssig und nutzt eine Klausel im Digital Millennium Copyright Act, um diese Dateien anbieten zu k├Ânnen. Trotzdem gibt es immer wieder Rechtsstreitigkeiten mit den Urhebern.

Bild: Archon, Internet Archive

TheC64 mini: Gelungene Neuauflage des C64

In den 1980er Jahren war er der Renner: Der Commodore 64. Er wurde auf der CES 1982 vorgestellt und Commodore knackt mit ihm den Jackpot. In nur zwei Jahren nach Markteinf├╝hrung, bricht Commodore alle Rekorde mit 4 Mio. verkauften Rechner weltweit und sogar bis heute ist der C64 der bestverkaufte Heimcomputer mit ├╝ber 17 Millionen Ger├Ąten. Selbst heute noch gibt es zahlreiche Entwicklungen rund um den C64 und im voll im Retro sind derzeit Neuauflagen im Mini-Format, wie das NES Mini, SNES Mini und VCS Mini.

Ab dem 29. M├Ąrz 2018 wird eine weitere (Mini-)Neuauflage unter dem Namen TheC64 mini offiziell erh├Ąltlich sein. Entstanden ist der Mini aus einer fehlgeschlagenen indiegogo Kampagne. Trotz verfehltem Finanzierungsziel ver├Âffentlicht nun der Entwickler Retro Games – wenn auch etwas versp├Ątet – zusammen mit dem Distributor Koch Media die kleine Konsole.

Der kleine C64 misst nur 50% eines Original-C64 und verf├╝gt auch nur ├╝ber sehr wenige Schnittstellen. Mit dabei sind ein moderner HDMI-Anschluss f├╝r den Anschluss an heutige Bildschirme und zwei USB-Schnittstellen f├╝r Tastatur und Joysticks. Au├čer dem noch obligatorischen Micro-USB Anschluss zur Stromversorgung war es dann auch schon. Wer hoffte direkt mit dem TheC64 mini in BASIC programmieren zu k├Ânnen wird entt├Ąuscht: Die Tastatur ist nur eine Attrappe. Hier ist man auf eine – wenig Retro-like – USB-Tastatur angewiesen.

Warum die Neuauflage trotzdem gelungen ist: Der Mini kommt mit 64 vorinstallierten Spielen. Eine ├ťbericht aller Spiele zusammen mit einer Beschreibung ist hier zu finden. Zusammen mit dem mitgelieferten Joystick schafft es der Mini echtes Retro-Feeling aufkommen zu lassen. Die Spieleauswahl stellt einen guten Kompromiss aus allen m├Âglichen Genre dar. Eigene Spiele lassen sich per USB-Stick per D64-Image laden. Hier will der Entwickler durch Firmware-Updates noch kr├Ąftig nachbessern.

Wer bei der urspr├╝nglichen Kampagne dabei war oder den C64 vor dem 28.9.2017 vorbestellt hat, darf sich ├╝ber gleich zwei C64 freuen, einmal den TheC64 mini, der derzeit ausgeliefert wird, und einen C64 in einem „gro├čen“ Geh├Ąuse mit funktionaler Tastatur, der sp├Ąter im Jahr ausgeliefert werden soll.

SIDFX: SID-Umschalter f├╝r C64 und C128

Mit dem Adaptersockel SIDFX k├Ânnen zwei unterschiedliche SID Sound-Chips in einem C64, C128, SX64 und auch anderen Ger├Ąten, wie der SIDStation, betrieben werden. Damit ist SIDFX nicht nur f├╝r Retro-Gamer interessant, sondern insbesondere auch f├╝r Chiptunes-Musiker, die einen „alten“ 6581 und dessen Nachfolger 8580 (bzw. 6582) einsetzen m├Âchten.

Schon zu Zeiten des C64 war der SID bei Musikern aufgrund seiner Vielseitigkeit sehr beliebt. F├╝r jeden seiner drei digitalen Oszillatoren kann jeweils eine von vier Wellenformen ausgew├Ąhlt werden. Die Lautst├Ąrke der Oszillatoren kann dabei durch je einen H├╝llkurvengenerator beeinflusst werden. Die drei Kan├Ąle werden schlie├člich durch einen gemeinsamen analogen Multimodefilter gefiltert.

Allerdings klingen nicht nur die beiden Versionen des SID unterschiedlich, sondern auch die ├Ąlteren SID k├Ânnen aufgrund der Tatsache, dass seine Filter nicht der Spezifikation entsprechen, unterschiedlich klingen. Grund genug f├╝r einen Chiptunes-Musiker mehrere SID-Chips einzusetzen. Der 6581 hatte auch eine Eigenart, die es erlaubte eine vierte Stimme auf die am Ausgang vorhandene Pegelabweichung des Chips durch schnelle Lautst├Ąrke├Ąnderungen aufzumodulieren. Da dieses Verhalten am 8580 nicht auftritt, fehlt ohne Hardwaremodifikation u.U. diese Stimme.

Entweder kann per Schalter die Nutzung eines bestimmten SID erzwungen werden oder der Adapter w├Ąhlt im Auto-Mode automatisch den geeigneten Chip aus. Der Adapter soll zwar erst im Oktober zum Preis von knapp 80 EUR verf├╝gbar sein, Vorbestellungen werden aber schon jetzt entgegengenommen.

Bild: Project SIDFX

32C3: The Ultimate Amiga 500 Talk

Vom 27. bis 30.12.2015 l├Ądt der Chaos Computer Club zum 32. Chaos Communication Congress im Congress Center Hamburg ein. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige Vortr├Ąge, die sich mit Retro-Computing besch├Ąftigen.

In dem Vortrag „The Ultimate Amiga 500 Talk“ gibt Bernhard R. Fischer eine Einf├╝hrung ├╝ber die Hardware eines der bekanntesten Rechnern der 1980er Jahre.

Video: The Ultimate Amiga 500 Talk, Chaos Computer Club

Bild: Chaos Computer Club 32c3

Kickstarter: Neues Retro-Buchprojekt ├╝ber Commodore

Es gibt wieder ein erw├Ąhnenswertes Retro-Buchprojekt auf Kickstarter: „Commodore: The Amiga years“ von Brian Bagnall. Wie der Titel schon verr├Ąt, geht es diesmal schwerpunktm├Ą├čig um die Geschichte der Firma Commodore w├Ąhrend der Zeit des Amiga. Genau genommen wird der Zeitraum von 1982 bis 1994 beleuchtet und somit ist das Buch die direkt Fortsetzung des bereits 2010 erschienen Buchs „Commodore: A Company on the Edge“ vom selben Autor, welches mit seiner Erz├Ąhlung im Jahr 1984 endete. Das Hardcover-Buch soll in ungef├Ąhr einem halben Jahr erscheinen und 500-600 Seiten erscheinen.

Wer Interesse an dem Buch hat, der kann sich auf Kickstarter in den n├Ąchsten 29 Tagen noch daf├╝r registrieren. Eine digitale Ausgabe ist f├╝r 22 US$ erh├Ąltlich, eine gedruckte zusammen mit der digitalen Ausgabe f├╝r 40 US$. Das Startkapital von 15.000 US$ wurde ├╝brigens bereits am ersten Tag erreicht.

Bild: The Amiga years, Brian Bagnall, Kickstarter

C64 Emulatoren f├╝r PC und Android

In diesem Beitrag hatte ich vor einiger Zeit eine ├ťbersicht ├╝ber Emulatoren f├╝r verschiedene Systeme unter Android gegeben.

Hier nun eine ├ťbersicht ├╝ber Emulatoren, die speziell den C64 emulieren und unter Microsoft Windows oder Android laufen. Zus├Ątzlich sind noch zwei Au├čenseiter f├╝r den Apple Macintosh und die Sony Playstation aufgef├╝hrt.

Microsoft Windows

Android

Sony Playstation

Apple Macintosh

Wenn kein Preis genannt wird, so ist der Emulator kostenlos verf├╝gbar. Sollte ein C64-Emulator fehlen, bitte dieses kommentieren. Ich nehme ihn dann in die Liste auf.

MEGA65 als Nachfolger des C64

Heute k├╝ndigte das Museum of Electronic Games & Art (MEGA) an, dass mit dem MEGA65 ein neu entworfener C65-├Ąhnlicher Computer erscheinen soll. Das gesamte Hardwaredesign und die zugeh├Ârige Software sollen unter der LGPL als Open-Source bzw. Open-Hardware ver├Âffentlicht werden. Es soll m├Âglich sein, den Rechner zu Hause selbst aufzubauen, alternativ soll sp├Ąter auch ein Bausatz verf├╝gbar sein.

Der Rechner basiert auf einem FPGA Design, dessen Core vom MEGA-Mitglied Paul Gardner-Stephen programmiert wird und auf dem C65GS basiert. Aktuell ist der Core noch als „experimentell“ eingestuft, ein Kennwort zum Download kann aber schon jetzt ├╝ber die Projektseite gegen eine kleine Spende angefordert werden.

Der Rechner ist ein vollwertiger 8-Bit Computer, der ungef├Ąhr 50mal schneller wie ein klassischer C64 und trotzdem weiterhin voll kompatibel sein soll. Weitere Features umfassen die HD-Ausgabe per VGA, die Unterst├╝tzung von SD-Karten, ein eingebautes Diskettenlaufwerk und einen erweiterten Arbeitsspeicher. Auch soll der Rechner ├╝ber USB-Buchsen verf├╝gen und per Ethernet die Verbindung zur Au├čenwelt suchen. Die Vorabversionen des Geh├Ąuses deuten auch auf zwei DB9-Joystickports hin.

Bild: mega65.org

Zum 20. Todestag von Jay Miner

Jay Miner wurde am 31. Mai 1932 in Prescott, Arizona, geboren. Nach seinem Abschluss 1958 als Elektroingenieur an der University of California, Berkeley, arbeitete er f├╝r mehrere Unternehmen bis er Mitte 1970 bei Atari anf├Ąngt. Dort war er an der Entwicklung des VCS beteiligt und entwickelte sp├Ąter die Custom-Chips ANTIC und GTIA f├╝r den Atari 400 und Atari 800.

Schlie├člich verlie├č er Atari und gr├╝ndete 1982 die Firma HiToro, die sp├Ąter in Amiga umbenannt wird. Dort begann Miner mit der Entwicklung einer neuen Computerplattform. Als Amiga schlie├člich von Commodore International aufgekauft wurde, setzte Miner die Arbeit an seinem Computer f├╝r Commodore fort. Unter seiner Leitung entstanden die Spezialbausteine, die dem Commodore Amiga seine damals erstaunlichen Grafik- und Soundf├Ąhigkeiten verliehen.

1989 musste er aufgrund von gesundheitlichen Problemen Commodore verlassen und sich 1990 einer Nierentransplantation unterziehen. Am 20. Juni 1994 verstarb Jay Miner an Nierenversagen.

Mehr ├╝ber Jay Miner und Commodore gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Jay Miner, Copyright 1990 Michael C. Battilana and Cloanto Italia srl (CC BY 2.0)