Das MIST Board: Klassische Computer per FPGA neu implementiert (Teil 2)

In diesem Beitrag hatte ich ├╝ber das MIST Board und dessen Implementierung des C64 berichtet. Das MIST Board kann aber auch noch zahlreiche weitere Systeme implementieren, wie z.B. den Atari ST, Atari 2600, Atari 5200 oder Atari 800 (XL/XE).

Atari ST

MIST Atari ST DesktopDie Konfiguration des Atari ST ist einfach: Den gew├╝nschten Core von der Projektseite herunterladen und ihn zusammen mit einem Image des TOS Betriebssystems auf einer SD-Karte ablegen. F├╝r meinen Test verwendete ich den Core core_150413_r1017.rbf und ein amerikanisches TOS 2.06. Damit das System direkt startet wurde der Core in core.rbf umbenannt, das TOS muss als tos.img auf der SD-Karte gespeichert werden. Damit der Systemstart nicht ewig dauert, sollte zudem auch das Diskettenimage disk_a.st und (optional) das Harddiskimage harddisk.hd vorhanden sein. Vorbereitete Images bekommt man ebenfalls von der Projektseite. Sinnvoll ist auch noch die Datei system.fnt, damit der originale Atari ST Zeichensatz angezeigt wird.

MIST Atari ST LemmingeDer Atari Core kann Programme nicht direkt von der SD-Karte laden, sondern nur aus Disketten- oder Harddiskimages. Man muss also vorher seine Software entsprechend in einem solchen Image speichern. Mit dem Atari Emulator „Hatari“ ist das recht leicht m├Âglich. Mit diesem legt man zun├Ąchst ein leeres Image an, mountet dann ein Windows-Verzeichnis als zweites Laufwerk und kopiert die gew├╝nschten Dateien auf das Image. Das ist unn├Âtig umst├Ąndlich, aber derzeit leider nicht anders m├Âglich.

Der Core bildet den ST sehr gut nach. Sowohl die Monochrom-Aufl├Âsung als auch die beiden Farbaufl├Âsungen funktionieren wie erwartet. Anwenderprogramme, wie 1st Wordplus oder Calamus, liefen problemlos. Auch Spiele (inklusive Sound) funktionieren fehlerfrei und verwenden die angeschlossene USB-Tastatur bzw. USB-Maus als Eingabeger├Ąte. Eine Atari-Maus kann am MIST nicht verwendet werden. Hat man das MIST Board um MIDI-Anschl├╝sse erweitert, sollen diese ebenfalls unterst├╝tzt werden, austesten konnte ich dieses Feature nicht.

Atari 2600

MIST Atari 2600

Sehr viel einfacher als ein Atari ST ist der Atari 2600 zu implementieren. So waren mit dem verwendeten Core a2600_141212_r719.rbf auch keine Probleme zu erwarten. Erfreulich ist, dass der Core *.a26 Dateien direkt von der SD-Karte lesen kann. Es reicht also aus die Spiele auf die SD-Karte zu kopieren.

Die Implementierung ist fehlerfrei. Alle getesteten Spiele liefen problemlos. Die Steuerung erfolgt ├╝ber die Tastatur oder ├╝ber einen Joystick bzw. Gamepad.

Atari 5200 / Atari 800 (XL/XE)

MIST Atari 5200Die Atari 5200 / Atari 800 (XL/XE) Implementierung ist etwas komplizierter einzurichten. Es m├╝ssen mehrere Verzeichnisse angelegt werden: \atari800, \atari800\rom, \atari800\user, \atar5200, \atar5200\rom, \atar5200\user (man beachte das fehlende „i“ bei „atar5200“). In den rom-Ordner geh├Âren beim Atari 800 die Dateien ataribas.rom, atariosb.rom und atarixl.rom und beim Atari 5200 nur die Datei 5200.rom.

Die Spiele werden in den jeweiligen user-Ordner kopiert. Dabei sind mehrere Formate m├Âglich: *.a52, *.atr, *.xfd, *.xex sowie *.car und *.bin. Die Core Datei liegt wieder im Hauptverzeichnis. Ich benutzte den atari5200core.rbf Core vom 22.4.2015.

Die Implementierung ist tadellos. Auch hier funktionierten alle getesteten Programme problemlos. Gew├Âhnungsbed├╝rftig ist die Simulation eines Atari 5200 Gamepad ├╝ber die Tastatur. Es kann aber auch ein normaler Atari Joystick angeschlossen werden.

Fazit

Als Fazit ist festzuhalten, dass die Implementierung der Atari-Systeme sehr gut gelungen ist. Bei der Implementierung des Atari STs w├╝rde ich mir noch w├╝nschen, dass der Core direkt Dateien aus dem Dateisystem der SD-Karte lesen k├Ânnte bzw. die SD-Karte als Harddisk zur Verf├╝gung stellen k├Ânnte. Die MIST Men├╝s der 8-Bitter sollten zur Bequemlichkeit den Wechsel zur├╝ck zu einem anderen Core erm├Âglichen ohne extra einen Reset ausf├╝hren zu m├╝ssen.

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