Review: Omni 128HQ Laptop

Ich habe in den letzten Jahren viele Emulatoren ausprobiert. Sicherlich sind diese gut, wenn man ein altes Spiel einmal wieder schnell spielen möchten, aber das echte Retro-Feeling kommt dabei nicht auf. Einen echten ZX Spectrum aufzubauen ist heute schon etwas aufwendiger: Der Fernseher muss das alte TV-Signal noch verstehen (oder der ZX Spectrum auf FBAS umgebaut werden, was aber heute auch nicht mehr jeder Fernseher versteht) und die Spiele mit einem Kassettenrekorder zu laden ist auch nicht trivial, müssen die Tapes noch i.O. sein und ebenso der mindestens 35 Jahre alte Rekorder.

RetroRadionics bietet seit einiger Zeit den Omni 128HQ an. Es ist im Grunde eine Weiterentwicklung des ZX Harlequin 128K (über die 48K Version des Harlequin habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, welches von SuperFo entwickelt wurde) mit folgenden Features:

  • 128 KByte RAM
  • divMMC mir zwei integrierten SD Card Interfaces
  • zwei Joystick Ports (einmal Kempston kompatibel, einmal Sinclair kompatibel)
  • RGB Ausgang
  • Composite-Video Ausgang
  • HDMI Ausgang (derzeit nicht aktiv, soll später über eine Zusatzplatine aktivierbar sein)
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Stromversorgung über Akkus möglich

Fehlender Piezo-Lautsprecher

Einen Piezo-Lautsprecher hat der Omni übrigens nicht eingebaut. Möchte man den typischen ZX Spectrum Sound genießen, muss man hier selbst einen geeigneten Piezo-Laufsprecher einbauen. Platz hierfür ist auf der Platine vorhanden. Diesen hätte man mit einem DIP Schalter schaltbar machen können, welches wesentlich flexibler gewesen wäre.

Der Omni verfügt aber nicht nur über die 128 KByte Arbeitsspeicher der „großen“ ZX Spectrums, sondern verfügt auch über mehr ROM-, genauer über EEPROM-, Speicher, die es erlauben, mehr als ein Betriebssystem unterzubringen. So ist es möglich per DIP-Schalter folgende ROMs zu aktivieren:

  • Diagnose ROM (funktioniert nicht mit divMMC)
  • Jupiter ACE Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • ZX81+ Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • 128 BASIC (1985) (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • SE Basic 3.2
  • +2e BASIC (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • 48 BASIC
  • 128 BASIC (1986) (divMMC in USR0 Mode)

Bis auf den fehlenden Piezo-Lautsprecher, hört sich das alles erst einmal gut an, aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, aber dazu später mehr.

Bestellung und Lieferung

Bestellt hatte ich den Omni am 1. Februar 2019. Die Lieferung zog sich eine ganze Weile hin, denn der Omni wird per Hand in China gefertigt. Letztendlich konnte ich ihn am 25.7.2019, also nach knapp einem halben Jahr, in Händen halten. Geliefert wurde der Omni in einem gut ausgepolsterten Karton mit US-Netzteil (110-240V) mit EU-Adapter, RGB auf SCART Kabel und dem Omni. Der Monitor wurde separat verschickt und war eine Woche zuvor bereits am Ziel.

Der Omni 128HQ Laptop

Rechner und Monitor werden getrennt verschickt, um die Kosten gering zu halten. Der Zusammenbau ist einfach. Vier Schrauben müssen gelöst, dann kann das Display mit zwei Halterungen unten den Rechner geschraubt werden. Hierzu liegen vier geeignete, etwas längere Schrauben bei.

Auf der linken Seite des Omni befindet sich eine Reset-Taste, die man beim Original noch schmerzlich vermisste. Auf der rechten Seite sind die DIP-Schalter für Betriebssystemwahl, esxDOS (0.86beta4 oder 0.85) bzw. UnoDOS 3, Aktivierung des Kempston-Joysticks und des divMMC Interfaces. Weiterhin befindet sich dort der Doppelschacht für SD Cards und der NMI-Schalter zum Aufrufen von esxDOS.

0-Ohm Widerstände für R19, R20 und R21

Auf der Rückseite befindet sich der Stromanschluss, der typische ZX Spectrum Expansionsslot und die EAR/MIC-Anschlüsse. Abweichend dazu gibt es anstelle des TV-Anschlusses einen RGB Anschluss, einen derzeit nicht funktionierenden HDMI Anschluss und einen Netzschalter. Die EAR/MIC Anschlüsse sind etwas anders belegt als beim Original. Der linke Anschluss (direkt neben der HDMI Buchse) wird als EAR/MIC verwendet. Der rechte trägt ein Stereo-Audio Signal vom AY-3-8912 Soundchip.

Verwendet man das SCART-Kabel zum Anschluss des Omni, stellt man schnell fest, dass die normalen Farben und die hellen Farben im BRIGHT 1 Modus identisch sind. Das Signal ist übersteuert. Korrigieren kann man dieses, indem man alle Farbsignale im SCART-Kabel über je einen 68 Ohm Widerstand führt. Auf der Platine sind R19, R20 und R21 mit einem NULL-Ohm Widerstand bestückt. Wer sich zutraut diese zu wechseln, kann auch hier die 68 Ohm SMD Widerstände einsetzen (das SCART-Kabel dürfte dabei die einfachere Wahl sein).

Inbetriebnahme und Funktion

Defekter DIP Schalter Nr.1

Die Inbetriebnahme war nicht so einfach. Habe ich oben schon von ein paar Schattenseiten berichtet, ging es jetzt los. Nach dem Anschließen, begrüßte mich der Omni mit „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“. Das sah gut aus… auf dem ersten Blick. Denn der Omni sollte nach der DIP-Schalter Einstellung als ZX Spectrum 128K starten, also mit Auswahlmenü.

Ich sah mir daraufhin die DIP Schalter noch einmal genauer an. Der erste DIP-Schalter hatte eine fehlende Nase und war damit offensichtlich nicht mehr verstellbar. Der Stellung nach war er ausgeschaltet, also sollte das divMMC nicht aktiv sein. Allerdings reagierte der Omni mit einem Reset, wenn man die NMI-Taste drückte.

zufälliges Pixelchaos

Ich probierte daraufhin die weiteren Betriebssysteme aus, auf die der Omni wie folgt reagierte:

  • 111 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1986, 128K Spectrum ROM)
  • 110 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“
  • 101 = +2e BASIC – „1982 Amstrad“
  • 100 = SE BASIC 3.2 – „Nine Tiles Networks Ltd.“
  • 011 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1985, 128 K BASIC ROM)
  • 010 = zufälliges Pixelchaos (ZX81+ Emulator)
  • 001 = zufälliges Pixelchaos (Jupiter ACE Emulator)
  • 000 = zufälliges Pixelchaos (Retroleum Test-ROM)

Der Omni hatte also ein Hardwareproblem. Als ein weiteres Hardwareproblem stellte sich der Micro-SD Schacht heraus, der nicht funktionierte: Eine Micro-SD Card im SD-Adapter funktionierte im großen Schacht, dieselbe Karte wurde aber im Micro-SD Schacht nicht erkannt (auch andere Karten verschiedener Größen und von verschiedenen Herstellern nicht, die ich noch zur Hand hatte).

Nach der Konfiguration einer normalen SD Karte mit esxDOS Version 0.96 beta 4 (die finale Version 0.86 läuft nicht, aktuell auch keine neuere Version), startete divMMC zumindest wie es soll. Möchte man Spiele von „Ultimate Play the game“ starten, muss man zuvor RANDOMIZE USR 32765,48 eingeben. Mit diesem Befehl wird wird das Bank-Switching deaktiviert, ansonsten stürzen die Spiele recht schnell ab (Jetpac z.B. direkt nach Start des Spiels, wenn der erste Ton ausgegeben wird). Leider ließen sich aufgrund des Hardwareproblems noch nicht alle Features vollumfänglich testen, lediglich den Kempston-Interface kann ich noch attestieren, dass es funktioniert.

Bugfixes auf der Platine

Ein weiterer Minus-Punkt – und der wäre nun definitiv vermeidbar – ist die veraltete Platine. Der im Juli 2019 erhaltene Omni enthält eine Platine „Issue 2 Sep 2017“. Auf dieser sind sogar noch zwei Korrekturen in Form von Drähtchen vorhanden, die von der CPU (A11) zum Speicherchip (A12) und von diesem (OE/) zum divMMC Chip gehen. Das erscheint etwas wirr, insbesondere passt die Pinbelegung der Z80 CPU PLCC im Schaltplan nicht zu der realen Belegung der Z80 in PLCC Bauweise. Wie ich später noch erfahren habe, sind diese Korrekturen nicht auf jeder Platine vorhanden. Also sind die Leiterbahnunterbrechungen entweder bei der Fertigung oder beim Bestücken der Platine aufgetreten.

Leider sind alle Chips fest verlötet. Zumindest die EEPROMs mit den Betriebssystemen sollten gesockelt sein, damit diese in einem Programmer bei einem Fehler leicht neu programmiert werden können. Für einen reinen Anwender wäre das sicherlich verschmerzbar, aber da die Zielgruppe wohl doch eher Bastler sind, die auch einmal ein anderes Betriebssystem (auch für das divMMC) brennen möchten, wären gesockelte Chips sicherlich zweckmäßiger. Es gibt einige (ältere(?)) Platinen mit derselben Versionsnummer bei der die EEPROMs und die Z80 CPU gesockelt sind, die Angabe der Issue ist damit nicht sehr aussagekräftig.

Die Ladeelektronik für die Akkus ist ein weiterer Schwachpunkt. Der Omni kann mit Akkus betrieben werden. Hierzu muss aber nachträglich auf einem Spannungsregler eine Lötbrücke gesetzt werden. Fehlt diese läuft der Omni zwar auf Akkus, diese werden aber nicht geladen. Hier stellte sich ein weiter Defekt heraus. Der Omni sollte eigentlich immer mit Netzteil arbeiten, unabhängig davon, ob diese Lötbrücke gesetzt ist. Das vorliegende Gerät startete aber nicht bis die Brücke wieder entfernt wurde. Die Ladeelektronik war also ebenfalls fehlerhaft.

Insgesamt lässt die Verarbeitungsqualität sehr zu wünschen übrig (auch für ein in China gefertigtes Produkt). Das Gehäuse ist teilweise schief und nicht besonders ansehnlich ausgesägt worden, um die zusätzlichen Elemente unterzubringen. Die Montage der DIP-Schalter (die sehr billig wirken und vermutlich nicht viele Schaltvorgänge verkraften werden) ist sehr abenteuerlich damit diese 90 Grad gekippt bedient werden können. Anstelle von stabilen DSUB 9 Buchsen aus Metall mit 90 Grad Anschlüssen wurden billige Kunstoffbuchsen mit geraden Anschlüssen verwendet, die oben und unten auf der Platine verlötet wurden. Das Display lässt sich nicht vollständig zuklappen und steht zudem ein paar Millimeter über, wobei sich letzteres aufgrund des verwendeten (günstigen) Standarddisplay verschmerzen lässt. Alles in allem ist da aber noch deutlich Luft nach oben.

Die Ladeelektronik konnte ich zwei Tage später selbst leicht reparieren. Als Regler wird ein TP5100 Modul verwendet, welches in chinesischen Internetshops für 50 Cents zu finden ist, und mit vier Steckleisten auf der Platine verlötet ist. Diese habe ich nur nachgelötet und jetzt reagiert der Lader (hoffentlich auch auf Dauer) so, wie er soll.

Service

defekter DIP Schalter

Der Service ist für ein so kleines Projekt recht gut. Schon kurze Zeit nach dem ersten Fehlerreport meldete sich Relja Mirkovic und nannte mir ein „EU RMA & Service Centre“ in Kroatien (es gibt noch ein weiteres Center in Großbritannien, welches aber nur für Deutschland nicht zuständig ist). Die Fehlerbeschreibung mit Bildern und einem Video schickte ich dem Betreiber Zoran Bosković. Nach etwas über eine Woche meldete sich Zoran mit dem Vorschlag den Omni zur Reparatur einzusenden.

Inzwischen hatte ich mir das Board aber noch einmal genauer angesehen und bemerkt, dass hier versucht wurde den defekten DIP-Schalter derart zu reparieren, indem der erste DIP-Schalter dauerhaft gebrückt wurde (siehe Bild). Ich ersetzte den gesamten Schalter durch einen qualitativ besseren Schalter. Da ich keinen Schalter in „Piano“-Form vorrätig hatte, verwendete ich dieselbe abenteuerliche Konstruktion. Hier wäre es definitiv besser gewesen DIP-Schalter in Piano-Bauweise zu verwenden. Diese gibt es auch in einem sehr flachen Gehäuse, so dass sie in das Gehäuse des ZX Spectrums gut passen.

ZX Omni, neuer DIP SchalterNach dem Austausch lässt sich das divMMC ausschalten und somit können jetzt auch die anderen Betriebssysteme ohne Absturz ausgewählt werden.

Von Relja erfuhr ich, dass durch die hohe Nachfrage der Monteur (alle Boards sind handgefertigt), wohl selbst versucht hatte eine schnelle Lösung zu finden, welches hier zu Lasten der Qualität ging. Dieses soll in Zukunft nicht mehr vorkommen. Relja stellte mir zudem ein neues Board in der Revision 3 in Aussicht. Hier sieht man, dass die Personen hinter dem Omni wirklich versuchen aus den Fehlern zu lernen und Vorschläge von Anwendern versuchen umzusetzen.

Fazit

Der Omni könnte ein schöner Rechner für ZX Spectrum Fans sein, besitzt aber noch einige Schwachstellen und Fehler, über die man sich im Klaren sein sollte. Hauptkritikpunkt sind die Qualität einiger Bauteile, die fehlende bzw. fehlerhaft umgesetzte Funktion (HDMI bzw. fehlende Widerstände bei der SCART-Ausgabe) und Probleme bei der Fertigung.

Nachdem die gravierendsten Fehler in Eigenregie gelöst werden konnten (kalte Lötstelle an der Ladeelektronik, „SET“ Brücke nicht gesetzt und der defekte DIP-Schalter), funktioniert der Omni. Es bleibt ein defekter Mikro SD Schacht, der aber aufgrund der doppelten Auslegung zu verschmerzen ist.

In der Übersicht sehen die Vor- und Nachteile wie folgt aus:

Vorteile Nachteile
  • eingebautes divMMC mit zwei SD Kartenslots
  • zwei Joystick Ports (Kempston und Sinclair kompatibel)
  • RGB-Ausgang
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Akkubetrieb möglich
  • 9″ Display anschraubbar
  • mitgeliefertes SCART-Kabel
  • HDMI-Ausgang vorhanden aber nicht funktionsfähig
  • Akkubetrieb nur mit nachträgliche Lötarbeiten möglich
  • Bildqualität mangelhaft (nachträgliche Lötarbeiten erforderlich)
  • kein Piezo-Lautsprecher vorhanden
  • Passform des Displays nicht optimal
  • alle ICs verlötet, auch die EEPROMs
  • schlechte Qualität der DIP Schalter
  • schlechte Verarbeitung der Joystick Ports (Kunststoffgehäuse und Lötverbindung)
  • sehr lange Lieferzeit

In dem vorliegenden Testgerät

  • defekter DIP-Schalter wurde fehlerhaft repariert (Austausch erforderlich)
  • kalte Lötstelle am Laderegler
  • Micro SD Slot defekt

Für den Preis von US$ 150 ist der Omni 128HQ kein Schnapper, insbesondere verspricht er aktuell mehr, als er tatsächlich halten kann. Derzeit ist er für einen Bastler mit Löterfahrung auf jeden Fall ein nettes Spielzeug. Wer aber sowieso mit einem Lötkolben umzugehen weiß, der sollte überlegen ggf. einen Harlequin 128k Bausatz zu erwerben (oder etwas teurer auch fertig aufgebaut). Zusammen mit einem divMMC Interface und einem LCD-Monitor (ca. 30-40 EUR) liegt man dann noch unter den 176 USD, die ein Omni kostet.

Sollte RetroRadionics die oben beschriebenen Probleme mit einem neuen Board in den Griff bekommen, dann ist er aber auf jeden Fall eine Überlegung wert und wäre auch einem reinen Anwender zu empfehlen., denn ein eingebautes divMMC und die Möglichkeit den Omni mit Akkus zu betreiben sind schon nette Features.

ZX-Spectrum ROM Adapter für EPROM 27128

Leider kann das ROM des ZX Spectrum nicht direkt durch ein 27128 EPROM ersetzt werden. Zwar sind 613128 (Mask-ROM) und 27128 (EPROM) (fast) Pin-kompatibel, aber aufgrund der etwas unglücklichen Schaltung im ZX Spectrum können diese nicht einfach ausgetauscht werden. Das Mask-ROM verfügt über ein zusätzliches /OE1 (Pin 27) Signal, das EPROM dafür über Vpp (Pin 1) und /PGM (Pin 27). /OE0, /OE1 und /CS sind jeweils mit /RD, /ROMCS und /MEMRQ verbunden. Um nun ein EPROM zu verwenden, müssen zwei Signale UND-verknüpft werden, in diesem Fall /MEMREQ (Pin 20) und /ROMCS (Pin 27) und als /CE dem EPROM zugeführt werden. Das Bild zweigt den Prototypen, der mit Hilfe von zwei IC-Sockeln aufgebaut wurde.

Theoretisch könnte ein 7432 Gatter dafür verwendet werden, es reichen aber zwei schnelle Dioden aus (idealerweise Schottky-Dioden, zwei 1N4148 tun es aber auch). Die von mir auf Basis des Prototypen erstellte Platine verwendet zwei Dioden und zwei Widerstände. Da der Platz in einem ZX Spectrum sehr knapp ist, wird das EPROM kopfüber eingebaut. Sobald ich die Platinen vom Fertiger erhalten habe und diese passen, werde ich die Gerber-Daten hier zum Download anbieten. Wer dann Interesse an einer Platine hat, kann sich dann auch gerne an mich wenden.

Die Platine erlaubt auch den Einsatz eines 27256. In diesem Fall kann mit einem Jumper zwischen zwei Banks umgeschaltet werden.

Update vom 21.05.2019:

Nach knapp 10 Tagen sind die fertigen Platinen jetzt da. Der Adapter funktioniert perfekt. Leider geht es in einem ZX Spectrum mit Gummi-Tastatur sehr eng zu, so dass der Adapter nur dann passt, wenn die CPU nicht gesockelt ist und die Anschlussleisten kurz gehalten werden (ggf. muss das EPROM auch auf dem Adapter eingelötet werden). In einem 128er-Gehäuse passt die Platine so gerade eben auch bei einer gesockelten CPU. Zur Fehlersuche mit einem Test-ROM in einem 27128 oder 27256 EPROM ist sie aber auf jeden Fall bestens geeignet.

ZX Spectrum Nachbau: Superfo Harlequin (Rev.G)

Vor kurzem hatte ich einen ZX Spectrum Nachbau „Superfo Harlequin“ fertiggestellt. Die Platine in der Revision F wies allerdings noch ein paar kleinere Fehler auf, die leicht mit etwas Fädeldraht beseitigt werden konnten.

Auch wenn der Rechner problemlos läuft, habe ich mir die aktuelle Rev. G besorgt und den Harlequin noch einmal aufgebaut. Inzwischen sind die notwendigen Bauteile sogar relativ leicht – sogar als Kit – zu bekommen; entschließt man sich aber dazu ein Kit-Bausatz zu kaufen, sollte man einplanen ggf. noch ein paar Bauteile auszutauschen: Billige IC-Sockel mit Federkontakten sollten durch Präzisionssockel ersetzt werden und bei den Elkos sollte man auf möglichst kleine Baugrößen setzen, damit der zusammengebaute Rechner auch in ein ZX Spectrum Gehäuse passt.

Damit der ZX Harlequin auch richtig zur Geltung kommt, sollte man noch ein Replika-Gehäuse mit Tastaturmatte und Tastaturabdeckung dazukaufen. Diese gibt es von einigen Händlern in verschiedenen Farben, aber auch in den Originalfarben. Ich habe mir für den ZX Harlequin ein transparentes Gehäuse mit schwarzer Tastaturabdeckung besorgt.

35 Jahre Sinclair QL

Am 12. Januar 1984 erschien der Sinclair QL („quantum leap“, Quantensprung) von der britischen Firma Sinclair Research Ltd.

Technisch hat der QL im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern ZX80/81 und ZX Spectrum eine Menge zu bieten: Als CPU setzt Sinclair die Motorola M68008 CPU ein. Diese ist quasi identisch mit der M68000 CPU, verfügt aber nur über 8 Datenleitungen anstelle der 16 des M68000 und kann weniger Speicher (maximal 1 MByte) adressieren. Der RAM ist mit 128 KByte nicht gerade üppig bemessen, aber immerhin eine Verdoppelung zu dem des ZX Spectrum, und kann immerhin auf 896 Kbyte erweitert werden. An den QL können (F)BAS- und RGB-Monitore angeschlossen werden und beherrscht eine Grafikauflösung von 512 x 256 Pixeln in 4 Farben. Schließt man ihn an einen Fernseher an, werden 256 x 256 Pixel in 8 Farben angezeigt. Das vom ZX Spectrum her bekannten Microdrive ist gleich zweimal mit in das Gehäuse integriert. Ein Novum ist der Netzwerkanschluss QLAN, das mit 100 kBit/s Daten überträgt und 63 QLs miteinander vernetzen kann.

Die Benutzeroberfläche QDOS stellt eine Shell mit integriertem BASIC-Interpreter “SuperBASIC” zur Verfügung. Es ist in einem 48 KByte großem ROM untergebracht und bietet serienmäßig als einziges Betriebssystem echtes präemptives Multitasking. Das SuperBASIC macht seinen Namen alle Ehre: Es besitzt viele Funktionen, die bisher in keinem anderen BASIC-Dialekt zu finden sind, u.a. gibt es Stringmanipulationsfunktionen, geschachtelte Anweisungen, lokale Variablen, Fensterkommandos u.v.m.

Für den QL spricht, wie schon beim seinen Vorgängern, hauptsächlich sein geringer Preis, während er mit anderen, wie den IBM-PC, Apple Macintosh, Commodore 264 und Acorn konkurrieren muss. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten kann Sinclair erst nach fast einem Jahr in größeren Stückzahlen liefern. Weitere, technisch überlegenere Konkurrenten. wie der Atari ST und Commodore Amiga, drängen da aber schon auf den Markt.

Das 8Bit-Museum widmet sich in der Rubrik Sinclair diesem exotischen Computer.

ZX Spectrum Nachbau: Superfo Harlequin (Rev.F)

Es ist jetzt knapp fünf Jahre her als sich Ingo Truppel daran machte einen ZX Spectrum Nachbau, den Superfo Harlequin, aufzubauen. Als er mit dem Aufbau gerade fertig war gab es eine neue Revision der Platine (Rev.F), die einige Fehler ausmerzte. Kurzerhand startete er in seinem Sinclair Forum einen Aufruf für eine Sammelbestellung. Das Gesamtpaket umfasste nicht nur die Platine, sondern Ingo besorgte auch alle notwendigen Bauteile und verpackte diese in unzählige, sorgfältig beschriftete, Tütchen. Gut 22.000 Bauelemente kamen so zusammen, die an die ca. 100 Interessenten verschickt wurden. Zum Aufbau benötigte man nur ein Gehäuse – am besten gleich mit einer neuen Tastaturmatte.

Ich war einer der Interessenten und bekam Anfang 2014 alle notwendigen Bauteile zugeschickt. Leider hatte ich lange keine Zeit den Rechner aufzubauen und so schlummerte die Platine bis Weihnachten dieses Jahres in der Schublade. In den letzten drei Tagen habe ich den Rechner jetzt zusammengelötet.

Der Aufwand für den Aufbau war überschaubar: In nur knapp sechs Stunden war die Platine komplett bestückt. Mit eingerechnet ist auch der Aufwand einiger Korrekturen, die oben links an der Chich-Buchse und an den ICs in der zweituntersten Reihe zu sehen sind. In einer neuen Platinenrevision (Rev.G) sind diese Probleme inzwischen korrigiert worden.

Insgesamt ist der Harlequin ein genialer ZX Spectrum Nachbau, denn die fehleranfällige ULA wird nicht benötigt, da sie komplett durch TTL substituiert wurde. Dadurch sind zwar ein paar ICs mehr auf der Platine als beim Original, aber Platz ist ja genug vorhanden ;)

Update:

Ich habe den Fehler auf der Platine nachträglich noch etwas eleganter gelöst, indem einige Leiterbahnen aufgetrennt und dann die neuen Verbindungen per Fädeltechnik hergestellt wurden. Das ist zwar nicht ganz so trivial wir die Verdrahtung auf dem ersten Bild, dafür aber optisch durchaus ansprechender.

 

Vor 35 Jahren: Jetpac

Vor 35 Jahren erscheint Jetpac für den Sinclair ZX Spectrum. Es ist Ultimates erstes Spiel und wird zu einem riesigen Erfolg: Alleine die Spectrum Version wird 300.000 Mal verkauft bei insgesamt 1 Mio. verkauften Spectrums.

Auch die nachfolgenden Titel Pssst, Tranz Am und Cookie sind sehr erfolgreich und gehören bei fast jedem Spectrum Benutzer zur Standard-Softwareausstattung. Insgesamt bringt Ultimate zehn Spiele für den Spectrum 16K mit seinen knapp 9 KByte freien Arbeitsspeicher heraus, bis sie ausschließlich Spiele für den Spectrum 48K entwickeln.

Das 8Bit-Museum.de widmet Ultimate Play the Game einen eigenen Eintrag.

35 Jahre Manic Miner für den ZX Spectrum

35 Jahre ist es her, da kennt Matthew Smiths Führerscheinnummer, die Nummer 6031769, fast jeder ZX Spectrum Benutzer. Es ist aber auch der Cheat Code für sein Spiel Manic Miner, das im August 1983 für den ZX Spectrum erscheint, und schaltet u.a. die Möglichkeit frei einen der 20 Level direkt anzuspringen, um so nicht ständig wieder von vorne beginnen zu müssen.

Das Spielprinzip ist einfach: In jeder der 20 Kammern muss der Spieler mehrere blinkende Gegenstände aufsammeln, bevor ihm die Luft ausgeht. Der noch vorhandene Luftvorrat wird durch einen Balken am unteren Bildschirmrand dargestellt. Hat Willy, so der Name des „Manic Miners“, alle Gegenstände eingesammelt, beginnt der Ausgang zu blinken und er kann durch diesen die nächste Kammer erreichen. Damit es nicht zu leicht wird, gibt es in jeder Kammer allerlei giftige Pflanzen und Gegenstände, die man tunlichst nicht berühren sollte, Aliens und Roboter die sich durch die Kammer bewegen und deren Berührung ebenfalls tödlich ist. Einige Wege schmelzen zu allen Überfluss auch noch unter Willy, so dass man zum einen auf diesen nicht stehen bleiben sollte und zum anderen man manchmal nur eine Chance hat einen Gegenstand überhaupt zu erreichen.

Video: RZX Archive, YouTube

So einfach sich das Spiel anhört, so schwer ist es selbst nach heutigen Maßstäben zu spielen. Es gibt kaum Spieler, die Manic Miner alle 20 Level durchgespielt haben.

Manic Miner ist das erste Spiel auf dem ZX Spectrum, das während des Spiels dauerhaft Musik und Soundeffekte spielt. Da der ZX Spectrum über keinen dedizierten Soundchip verfügte, ist die CPU ständig mit der Tonerzeugung beschäftigt, weshalb viele glauben, dass dieses unmöglich ist. Die geschickte Aufteilung von CPU Zeit zwischen Ton-Erzeugung und Spielsteuerung ermöglicht das zuvor nicht für möglich gehaltene dann aber doch. Als Hintergrundmusik läuft In der Halle des Bergkönigs, das Edvard Grieg als Stück seiner Schauspielmusik Peer Gynt in Henrik Ibsens dramatischem Gedicht Peer Gynt gegen Ende des 19. Jahrhunderts komponierte. Während des Titelbildschirms läuft An der schönen blauen Donau.

Auch die begrenzten Grafikfähigkeiten des ZX Spectrum werden geschickt umschifft. Während des Spiels fallen die Spectrum üblichen Farbklötzchen von 8×8 Pixeln kaum auf.

Manic Miner ist der Auftakt einer Serie von vier Spielen mit dem Bergmann Willy:

  • Manic Miner, (1983), Bug-Byte / Software Projects
  • Jet Set Willy, (1984), Software Projects
  • The Perils of Willy, (1984), Software Projects
  • Jet Set Willy II, (1985), Software Projects

Es wurde für zahlreiche Computerplattformen und Videospielsysteme portiert, sogar für die Xbox.

Das 8Bit-Museum.de widmet dem Manic Miner Willy einen eigenen Eintrag.