35 Jahre Sinclair ZX Spectrum+

Am 2. Oktober 1984 erscheint der ZX Spectrum+, der über eine verbesserte Tastatur verfügt. Zwar sind jetzt die Tasten aus Plastik und es gibt zusätzliche Funktionstasten, aber unter dieser Tastatur findet man immer noch die gewohnte Tastaturfolie des Spectrum. Bis auf eine überarbeitete Platine ist er mit seinem Vorgänger technisch identisch. Erst im Februar 1985 erscheint mit dem ZX Spectrum 128 ein überarbeiteter ZX Spectrum.

Mehr zum ZX Spectrum gibt es in diesem Beitrag.

35 Jahre Commodore C16

Vor genau 35 Jahren, am 13. September 1984, war der Verkaufsstart des Commodore 16. Der C16 und C116 gehörten zur selben Computerfamilie wie der Plus/4, wobei der Plus/4 über zusätzliche bereits eingebaute Anwenderprogramme verfügte. Software konnte prinzipiell zwischen den Rechnern ausgetauscht werden, jedoch hatte der C16 weniger Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der C16 war ein Flop auf dem amerikanischen Markt und auch in Europa verkaufte er sich nur in einigen wenigen Ländern einigermaßen.

Über diesen und weitere Commodore Computer gibt es natürlich einen Eintrag im 8Bit-Museum.de.

Vor 40 Jahren: Die ersten Atari 400/800 werden ausgeliefert

Als Reaktion auf den Apple II begann der Atari, bis dahin Marktführer bei Videospielen und Arcade-Automaten, mit der Entwicklung eines Heimcomputers. Es wurden im Januar 1979 zwei Geräte vorgestellt, der Atari 400 mit Folientastatur und anfangs nur 8 KByte Arbeitsspeicher und der Atari 800 mit Schreibmaschinentastatur und 48 KByte Arbeitsspeicher. Beide Geräte waren ansonsten technisch identisch und verwendeten einen 6502 Mikroprozessor. Im Gegensatz zum Apple II, in dem hauptsächlich Standardelemente eingesetzt wurden, setzte Atari auf Spezialbausteine, wie dem ANTIC, CTIA bzw. GTIA und POKEY.

Am 29. August 1979 wurden die ersten Atari 400 und Atari 800 ausgeliefert. Ab Dezember 1979 gingen die Geräte in Serienproduktion.

Mehr zu Atari und den Heimcomputern Atari 400 bzw. Atari 800 gibt es in diesem Beitrag.

Review: Omni 128HQ Laptop

Ich habe in den letzten Jahren viele Emulatoren ausprobiert. Sicherlich sind diese gut, wenn man ein altes Spiel einmal wieder schnell spielen möchten, aber das echte Retro-Feeling kommt dabei nicht auf. Einen echten ZX Spectrum aufzubauen ist heute schon etwas aufwendiger: Der Fernseher muss das alte TV-Signal noch verstehen (oder der ZX Spectrum auf FBAS umgebaut werden, was aber heute auch nicht mehr jeder Fernseher versteht) und die Spiele mit einem Kassettenrekorder zu laden ist auch nicht trivial, müssen die Tapes noch i.O. sein und ebenso der mindestens 35 Jahre alte Rekorder.

RetroRadionics bietet seit einiger Zeit den Omni 128HQ an. Es ist im Grunde eine Weiterentwicklung des ZX Harlequin 128K (über die 48K Version des Harlequin habe ich vor ein paar Wochen geschrieben, welches von SuperFo entwickelt wurde) mit folgenden Features:

  • 128 KByte RAM
  • divMMC mir zwei integrierten SD Card Interfaces
  • zwei Joystick Ports (einmal Kempston kompatibel, einmal Sinclair kompatibel)
  • RGB Ausgang
  • Composite-Video Ausgang
  • HDMI Ausgang (derzeit nicht aktiv, soll später über eine Zusatzplatine aktivierbar sein)
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Stromversorgung über Akkus möglich

Fehlender Piezo-Lautsprecher

Einen Piezo-Lautsprecher hat der Omni übrigens nicht eingebaut. Möchte man den typischen ZX Spectrum Sound genießen, muss man hier selbst einen geeigneten Piezo-Laufsprecher einbauen. Platz hierfür ist auf der Platine vorhanden. Diesen hätte man mit einem DIP Schalter schaltbar machen können, welches wesentlich flexibler gewesen wäre.

Der Omni verfügt aber nicht nur über die 128 KByte Arbeitsspeicher der „großen“ ZX Spectrums, sondern verfügt auch über mehr ROM-, genauer über EEPROM-, Speicher, die es erlauben, mehr als ein Betriebssystem unterzubringen. So ist es möglich per DIP-Schalter folgende ROMs zu aktivieren:

  • Diagnose ROM (funktioniert nicht mit divMMC)
  • Jupiter ACE Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • ZX81+ Emulator (funktioniert nicht mit divMMC)
  • 128 BASIC (1985) (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • SE Basic 3.2
  • +2e BASIC (divMMC in USR0 Mode) und AY-3-8912 Soundchip
  • 48 BASIC
  • 128 BASIC (1986) (divMMC in USR0 Mode)

Bis auf den fehlenden Piezo-Lautsprecher, hört sich das alles erst einmal gut an, aber wo viel Licht ist, da ist auch Schatten, aber dazu später mehr.

Bestellung und Lieferung

Bestellt hatte ich den Omni am 1. Februar 2019. Die Lieferung zog sich eine ganze Weile hin, denn der Omni wird per Hand in China gefertigt. Letztendlich konnte ich ihn am 25.7.2019, also nach knapp einem halben Jahr, in Händen halten. Geliefert wurde der Omni in einem gut ausgepolsterten Karton mit US-Netzteil (110-240V) mit EU-Adapter, RGB auf SCART Kabel und dem Omni. Der Monitor wurde separat verschickt und war eine Woche zuvor bereits am Ziel.

Der Omni 128HQ Laptop

Rechner und Monitor werden getrennt verschickt, um die Kosten gering zu halten. Der Zusammenbau ist einfach. Vier Schrauben müssen gelöst, dann kann das Display mit zwei Halterungen unten den Rechner geschraubt werden. Hierzu liegen vier geeignete, etwas längere Schrauben bei.

Auf der linken Seite des Omni befindet sich eine Reset-Taste, die man beim Original noch schmerzlich vermisste. Auf der rechten Seite sind die DIP-Schalter für Betriebssystemwahl, esxDOS (0.86beta4 oder 0.85) bzw. UnoDOS 3, Aktivierung des Kempston-Joysticks und des divMMC Interfaces. Weiterhin befindet sich dort der Doppelschacht für SD Cards und der NMI-Schalter zum Aufrufen von esxDOS.

0-Ohm Widerstände für R19, R20 und R21

Auf der Rückseite befindet sich der Stromanschluss, der typische ZX Spectrum Expansionsslot und die EAR/MIC-Anschlüsse. Abweichend dazu gibt es anstelle des TV-Anschlusses einen RGB Anschluss, einen derzeit nicht funktionierenden HDMI Anschluss und einen Netzschalter. Die EAR/MIC Anschlüsse sind etwas anders belegt als beim Original. Der linke Anschluss (direkt neben der HDMI Buchse) wird als EAR/MIC verwendet. Der rechte trägt ein Stereo-Audio Signal vom AY-3-8912 Soundchip.

Verwendet man das SCART-Kabel zum Anschluss des Omni, stellt man schnell fest, dass die normalen Farben und die hellen Farben im BRIGHT 1 Modus identisch sind. Das Signal ist übersteuert. Korrigieren kann man dieses, indem man alle Farbsignale im SCART-Kabel über je einen 68 Ohm Widerstand führt. Auf der Platine sind R19, R20 und R21 mit einem NULL-Ohm Widerstand bestückt. Wer sich zutraut diese zu wechseln, kann auch hier die 68 Ohm SMD Widerstände einsetzen (das SCART-Kabel dürfte dabei die einfachere Wahl sein).

Inbetriebnahme und Funktion

Defekter DIP Schalter Nr.1

Die Inbetriebnahme war nicht so einfach. Habe ich oben schon von ein paar Schattenseiten berichtet, ging es jetzt los. Nach dem Anschließen, begrüßte mich der Omni mit „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“. Das sah gut aus… auf dem ersten Blick. Denn der Omni sollte nach der DIP-Schalter Einstellung als ZX Spectrum 128K starten, also mit Auswahlmenü.

Ich sah mir daraufhin die DIP Schalter noch einmal genauer an. Der erste DIP-Schalter hatte eine fehlende Nase und war damit offensichtlich nicht mehr verstellbar. Der Stellung nach war er ausgeschaltet, also sollte das divMMC nicht aktiv sein. Allerdings reagierte der Omni mit einem Reset, wenn man die NMI-Taste drückte.

zufälliges Pixelchaos

Ich probierte daraufhin die weiteren Betriebssysteme aus, auf die der Omni wie folgt reagierte:

  • 111 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1986, 128K Spectrum ROM)
  • 110 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“
  • 101 = +2e BASIC – „1982 Amstrad“
  • 100 = SE BASIC 3.2 – „Nine Tiles Networks Ltd.“
  • 011 = 48k Mode – „(c) 1982 Sinclair Research Ltd“ (1985, 128 K BASIC ROM)
  • 010 = zufälliges Pixelchaos (ZX81+ Emulator)
  • 001 = zufälliges Pixelchaos (Jupiter ACE Emulator)
  • 000 = zufälliges Pixelchaos (Retroleum Test-ROM)

Der Omni hatte also ein Hardwareproblem. Als ein weiteres Hardwareproblem stellte sich der Micro-SD Schacht heraus, der nicht funktionierte: Eine Micro-SD Card im SD-Adapter funktionierte im großen Schacht, dieselbe Karte wurde aber im Micro-SD Schacht nicht erkannt (auch andere Karten verschiedener Größen und von verschiedenen Herstellern nicht, die ich noch zur Hand hatte).

Nach der Konfiguration einer normalen SD Karte mit esxDOS Version 0.96 beta 4 (die finale Version 0.86 läuft nicht, aktuell auch keine neuere Version), startete divMMC zumindest wie es soll. Möchte man Spiele von „Ultimate Play the game“ starten, muss man zuvor RANDOMIZE USR 32765,48 eingeben. Mit diesem Befehl wird wird das Bank-Switching deaktiviert, ansonsten stürzen die Spiele recht schnell ab (Jetpac z.B. direkt nach Start des Spiels, wenn der erste Ton ausgegeben wird). Leider ließen sich aufgrund des Hardwareproblems noch nicht alle Features vollumfänglich testen, lediglich den Kempston-Interface kann ich noch attestieren, dass es funktioniert.

Bugfixes auf der Platine

Ein weiterer Minus-Punkt – und der wäre nun definitiv vermeidbar – ist die veraltete Platine. Der im Juli 2019 erhaltene Omni enthält eine Platine „Issue 2 Sep 2017“. Auf dieser sind sogar noch zwei Korrekturen in Form von Drähtchen vorhanden, die von der CPU (A11) zum Speicherchip (A12) und von diesem (OE/) zum divMMC Chip gehen. Das erscheint etwas wirr, insbesondere passt die Pinbelegung der Z80 CPU PLCC im Schaltplan nicht zu der realen Belegung der Z80 in PLCC Bauweise. Wie ich später noch erfahren habe, sind diese Korrekturen nicht auf jeder Platine vorhanden. Also sind die Leiterbahnunterbrechungen entweder bei der Fertigung oder beim Bestücken der Platine aufgetreten.

Leider sind alle Chips fest verlötet. Zumindest die EEPROMs mit den Betriebssystemen sollten gesockelt sein, damit diese in einem Programmer bei einem Fehler leicht neu programmiert werden können. Für einen reinen Anwender wäre das sicherlich verschmerzbar, aber da die Zielgruppe wohl doch eher Bastler sind, die auch einmal ein anderes Betriebssystem (auch für das divMMC) brennen möchten, wären gesockelte Chips sicherlich zweckmäßiger. Es gibt einige (ältere(?)) Platinen mit derselben Versionsnummer bei der die EEPROMs und die Z80 CPU gesockelt sind, die Angabe der Issue ist damit nicht sehr aussagekräftig.

Die Ladeelektronik für die Akkus ist ein weiterer Schwachpunkt. Der Omni kann mit Akkus betrieben werden. Hierzu muss aber nachträglich auf einem Spannungsregler eine Lötbrücke gesetzt werden. Fehlt diese läuft der Omni zwar auf Akkus, diese werden aber nicht geladen. Hier stellte sich ein weiter Defekt heraus. Der Omni sollte eigentlich immer mit Netzteil arbeiten, unabhängig davon, ob diese Lötbrücke gesetzt ist. Das vorliegende Gerät startete aber nicht bis die Brücke wieder entfernt wurde. Die Ladeelektronik war also ebenfalls fehlerhaft.

Insgesamt lässt die Verarbeitungsqualität sehr zu wünschen übrig (auch für ein in China gefertigtes Produkt). Das Gehäuse ist teilweise schief und nicht besonders ansehnlich ausgesägt worden, um die zusätzlichen Elemente unterzubringen. Die Montage der DIP-Schalter (die sehr billig wirken und vermutlich nicht viele Schaltvorgänge verkraften werden) ist sehr abenteuerlich damit diese 90 Grad gekippt bedient werden können. Anstelle von stabilen DSUB 9 Buchsen aus Metall mit 90 Grad Anschlüssen wurden billige Kunstoffbuchsen mit geraden Anschlüssen verwendet, die oben und unten auf der Platine verlötet wurden. Das Display lässt sich nicht vollständig zuklappen und steht zudem ein paar Millimeter über, wobei sich letzteres aufgrund des verwendeten (günstigen) Standarddisplay verschmerzen lässt. Alles in allem ist da aber noch deutlich Luft nach oben.

Die Ladeelektronik konnte ich zwei Tage später selbst leicht reparieren. Als Regler wird ein TP5100 Modul verwendet, welches in chinesischen Internetshops für 50 Cents zu finden ist, und mit vier Steckleisten auf der Platine verlötet ist. Diese habe ich nur nachgelötet und jetzt reagiert der Lader (hoffentlich auch auf Dauer) so, wie er soll.

Service

defekter DIP Schalter

Der Service ist für ein so kleines Projekt recht gut. Schon kurze Zeit nach dem ersten Fehlerreport meldete sich Relja Mirkovic und nannte mir ein „EU RMA & Service Centre“ in Kroatien (es gibt noch ein weiteres Center in Großbritannien, welches aber nur für Deutschland nicht zuständig ist). Die Fehlerbeschreibung mit Bildern und einem Video schickte ich dem Betreiber Zoran Bosković. Nach etwas über eine Woche meldete sich Zoran mit dem Vorschlag den Omni zur Reparatur einzusenden.

Inzwischen hatte ich mir das Board aber noch einmal genauer angesehen und bemerkt, dass hier versucht wurde den defekten DIP-Schalter derart zu reparieren, indem der erste DIP-Schalter dauerhaft gebrückt wurde (siehe Bild). Ich ersetzte den gesamten Schalter durch einen qualitativ besseren Schalter. Da ich keinen Schalter in „Piano“-Form vorrätig hatte, verwendete ich dieselbe abenteuerliche Konstruktion. Hier wäre es definitiv besser gewesen DIP-Schalter in Piano-Bauweise zu verwenden. Diese gibt es auch in einem sehr flachen Gehäuse, so dass sie in das Gehäuse des ZX Spectrums gut passen.

ZX Omni, neuer DIP SchalterNach dem Austausch lässt sich das divMMC ausschalten und somit können jetzt auch die anderen Betriebssysteme ohne Absturz ausgewählt werden.

Von Relja erfuhr ich, dass durch die hohe Nachfrage der Monteur (alle Boards sind handgefertigt), wohl selbst versucht hatte eine schnelle Lösung zu finden, welches hier zu Lasten der Qualität ging. Dieses soll in Zukunft nicht mehr vorkommen. Relja stellte mir zudem ein neues Board in der Revision 3 in Aussicht. Hier sieht man, dass die Personen hinter dem Omni wirklich versuchen aus den Fehlern zu lernen und Vorschläge von Anwendern versuchen umzusetzen.

Fazit

Der Omni könnte ein schöner Rechner für ZX Spectrum Fans sein, besitzt aber noch einige Schwachstellen und Fehler, über die man sich im Klaren sein sollte. Hauptkritikpunkt sind die Qualität einiger Bauteile, die fehlende bzw. fehlerhaft umgesetzte Funktion (HDMI bzw. fehlende Widerstände bei der SCART-Ausgabe) und Probleme bei der Fertigung.

Nachdem die gravierendsten Fehler in Eigenregie gelöst werden konnten (kalte Lötstelle an der Ladeelektronik, „SET“ Brücke nicht gesetzt und der defekte DIP-Schalter), funktioniert der Omni. Es bleibt ein defekter Mikro SD Schacht, der aber aufgrund der doppelten Auslegung zu verschmerzen ist.

In der Übersicht sehen die Vor- und Nachteile wie folgt aus:

Vorteile Nachteile
  • eingebautes divMMC mit zwei SD Kartenslots
  • zwei Joystick Ports (Kempston und Sinclair kompatibel)
  • RGB-Ausgang
  • Ein-/Ausschalter und Reset-Taster
  • Akkubetrieb möglich
  • 9″ Display anschraubbar
  • mitgeliefertes SCART-Kabel
  • HDMI-Ausgang vorhanden aber nicht funktionsfähig
  • Akkubetrieb nur mit nachträgliche Lötarbeiten möglich
  • Bildqualität mangelhaft (nachträgliche Lötarbeiten erforderlich)
  • kein Piezo-Lautsprecher vorhanden
  • Passform des Displays nicht optimal
  • alle ICs verlötet, auch die EEPROMs
  • schlechte Qualität der DIP Schalter
  • schlechte Verarbeitung der Joystick Ports (Kunststoffgehäuse und Lötverbindung)
  • sehr lange Lieferzeit

In dem vorliegenden Testgerät

  • defekter DIP-Schalter wurde fehlerhaft repariert (Austausch erforderlich)
  • kalte Lötstelle am Laderegler
  • Micro SD Slot defekt

Für den Preis von US$ 150 ist der Omni 128HQ kein Schnapper, insbesondere verspricht er aktuell mehr, als er tatsächlich halten kann. Derzeit ist er für einen Bastler mit Löterfahrung auf jeden Fall ein nettes Spielzeug. Wer aber sowieso mit einem Lötkolben umzugehen weiß, der sollte überlegen ggf. einen Harlequin 128k Bausatz zu erwerben (oder etwas teurer auch fertig aufgebaut). Zusammen mit einem divMMC Interface und einem LCD-Monitor (ca. 30-40 EUR) liegt man dann noch unter den 176 USD, die ein Omni kostet.

Sollte RetroRadionics die oben beschriebenen Probleme mit einem neuen Board in den Griff bekommen, dann ist er aber auf jeden Fall eine Überlegung wert und wäre auch einem reinen Anwender zu empfehlen., denn ein eingebautes divMMC und die Möglichkeit den Omni mit Akkus zu betreiben sind schon nette Features.

Vor 35 Jahren: Jack Tramiel kauft Atari von Warner Communications

Nachdem Raymond Kassar am 7. Juli 1983 die Geschäftsführung Ataris aufgibt, wird unter der Leitung seines Nachfolgers James Morgan die Zusammenarbeit mit Jay Miner und dessen Unternehmen Amiga vertieft. Während dieser Zusammenarbeit entsteht das gemeinsame Lorraine-Projekt, ein Heimcomputer basierend auf einer Motorola M68000 CPU.

Am 2. Juli 1984 verkauft Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung Ataris an Jack Tramiel, der zuvor Commodore verlassen hatte und davor schon versucht hatte mit seiner Firma Tramiel Technologies Ltd Amiga zu kaufen. Da Commodore aber doppelt so viel bot, bekam Commodore schließlich den Zuschlag. Aus dem Lorraine-Projekt wurde schließlich der Amiga Computer.

Tramiel besaß jetzt zwar Atari, aber keinen geeigneten Computer mehr, der auf dem entstehenden Markt für 16-Bit Computer bestehen konnte. Sein Mitarbeiter Shiraz Shivji, der ihm von Commodore nach Atari folgte, entwickelte den Atari ST in nur fünf Monaten zur Prototypenreife, so dass er im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas als Atari 130ST und 520ST der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Mehr über Jack Tramiel gibt es in den Beiträgen über Atari und Commodore.

 

6502 RAM/ROM Adapter für Commodore PET/CBM

Mit einem RAM/ROM Adapter kann ein Commodore PET oder CBM recht einfach mit 32 KByte RAM und Commodore BASIC 4.0 ausgestattet werden. Die alten ROMs und RAMs dürfen dabei noch auf dem Board bleiben, nur die CPU bekommt einen Zwischensockel.

Der hier vorgestellte 6502 RAM/ROM Adapter wurde inspiriert durch den Universal 6502 RAM/ROM Adapter von Nicolas Welte. Diese Variante ist mehr auf meine Bedürfnisse zugeschnitten und nicht mehr ganz so „universell“ wie die Ur-Version, hat aber auch einige Vorteile.

Die Änderungen zur Ur-Version sind recht zahlreich: Die Option-ROMs werden zusammen mit den ROMs umgeschaltet, DIL28-3 und SOIC sind für den RAM nicht mehr vorgesehen, die DIP-Schalter wurden entfernt und durch einfache Jumper ersetzt (der GAL enthält bereits Pull-ups, die in der Ur-Version mit einem Widerstandsnetzwerk auf Masse gezogen und bei Bedarf mit den Schaltern wieder hochgezogen wurden), der Bus-Transceiver 74HCT245 kann jetzt gesockelt werden und der Multiplexer 74157 wurde vollständig entfernt.

Weiterhin können anstelle eines 29C010 EEPROMS nun auch die Typen 29C020 und 29C040 eingesetzt werden (letzterer erlaubt 16(!) verschiedene ROM-Banks). Insgesamt werden mehrere Bausteine eingespart und die GAL-Logik ist einfacher.

Vor 35 Jahren: Der Atari 7800 wird angekündigt

1984 sind Heimvideospiele plötzlich nicht mehr sonderlich interessant. Es gibt kaum neue originelle Spiele und die Konsolen müssen sich mit den ersten Heimcomputern messen. So ist es überraschend, dass Atari am 21. Mai 1984 die neue Konsole, Atari 7800, als Nachfolger des Atari 5200 angekündigt. Da Warner Communications einen Monat später Atari an Jack Tramiel verkauft, der nicht mehr an den Erfolg einer Konsole glaubt, wird die Produktion aber zugunsten eines 16-Bit Computers gestoppt. Der 7800 wird dann erst 1986 auf den Markt gebracht, nachdem Nintendo mit dem NES bewiesen hatte, dass der Markt für Konsolen noch nicht gestorben war.

Mehr über das Atari 7800 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Atari 7800, Wikimedia, CC-BY-SA, User Evan-Amos

Alle Jahre wieder: Apple I wird bei Christie’s versteigert

Es vergeht kein Jahr und schon wieder wird ein Apple I (Seriennummer 01-0053) den Besitzer wechseln: Diesmal wird das begehrte Sammlerstück bei Christie’s versteigert. Die Auktion läuft vom 16. bis zum 23. Mai 2019.

Der Rechner soll sich noch in einem recht guten Zustand befinden und sei zuletzt 2014 eingeschaltet worden. Anders als die bisherigen Apple I, die meistens in einem selbst gebauten Holzgehäuse untergebracht sind, ist dieser in einem Aktenkoffer integriert. Christie’s erwartet einen Zuschlag bei ca. 350.000 bis 570.000 EUR.

Mehr zum Apple I gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Christie’s, London