Plagiate

In den letzten Jahren wurden sehr häufig Ausschnitte oder ganze Seiten des 8Bit-Museums ungefragt kopiert. Hier habe ich eine kleine Sammlung (ab 2001) zusammengetragen. Meistens reichte ein Schreiben an den User aus, damit diese Seiten entfernt wurden, zweimal musste leider der Provider bemüht werden. Im Regelfall ist der Speicherplatz dann weg…

Besonders interessant sind die Ausreden. Von “Das habe ich nicht gewusst!”, über “Ich dachte, alles im Internet darf man frei benutzen.” und “Das wurde mir von jemanden zugeschickt.”, bis hin zu einem einfachen “Na und?” reicht die Palette. Und es waren nicht nur Kids, die einfach nur schnell “‘ne Homepage” haben wollen, sondern überwiegend Erwachsene. Jeder, der heute einen C64 im Keller findet, meint, er müsse dieses der Welt mitteilen und garniert das ganze dann noch mit der Firmengeschichte und weiteren Bildern. Da man aber nicht fähig ist, selbst einen zusammenhängenden Satz zu schreiben, wird das einfach kopiert. Internet sei Dank!

Es gibt sogar Spezies, die schlagen “Ihre” Site für den History-Award vor, und ich finde dann nur eine Kopie meiner, oder einer befreundeten Site, vor. Den wenigsten scheint in den Sinn zu kommen, dass Sammler sich untereinander kennen und solche URLs weitergeben…

In den Bildern habe ich Namen, URLs und Logos absichtlich unkenntlich gemacht, obwohl dieses zur Dokumentation nicht notwendig gewesen wäre. Ich gehe aber davon aus, dass die entsprechenden Webmaster ihren Teil gelernt haben.

Juni 2006
Hier war ich sprachlos… Nicht weil der Webmaster aus zig Quellen Material “zusammengestellt” hat, sondern im Impressum (nach ein paar umfangreichen Rechtsbelehrungen) fand ich zwei Kontaktadressen. Die Erste war nicht erreichbar, so dass ich letztere probierte (der Herr hatte denselben Nachnamen wie der Domain-Besitzer). Zu meiner (und seiner Überraschung) hatte er nichts mit der Site zu tun. Der Webmaster hatte auch das Impressum kopiert und schlicht diesen Namen mit den Kontaktdaten übersehen).

Ein harmloses Beispiel: Der Eintrag von MSX wurde kopiert und mit ein paar Bildern versehen…

November 2005
Wieder ein typisches Beispiel (es handelt sich um den kompletten Eintrag über Commodore): “Der folgende Text über den Commodore 64 stammte nicht von mir, ich selbst habe den Text im Web gefunden und so gut gefunden, dass ich jetzt den Text einfach hier übernehme. Beachten Sie dabei, dass das Copyright nicht bei mir liegt.”

Ein harmloses Beispiel und kaum der Rede wert: Eine halbfertige Schulseite. Um diese mit Inhalte zu füllen wurde ein wenig kopiert.

Das war ein richtiger Knaller – nicht in Bezug darauf, was kopiert wurde, sondern wie der verantwortliche Webmaster auf den Vorwurf reagiert hat. Es wurden hier gleich mehrere Einträge, teils zerstückelt, kopiert. Auf meine Aufforderung hin, das Material zu entfernen, wurden die Seiten zwar sofort entfernt, aber mit dem Hinweis den “Vorwurf der Urheberrechtsverletzung noch anwaltlich prüfen lassen”. Nach einem kurzen weiteren E-Mail Austausch war der Streit dann letztendlich beigelegt.

November 2004
Und wieder einmal, wie oben bereits beschrieben. Fast der gesamte Eintrag über Commodore wurde kopiert. Natürlich auch wieder mit allen HTML-Tags, wäre ja sonst zu viel Arbeit. Trotzdem ist dieser Diebstahl mal wieder etwas besonderes: Der Webmaster ist Student an der FH Kaiserslautern und sollte es deshalb eigentlich besser wissen. Weiterhin benötigte es noch zwei Anrufe, die Kopie zu entfernen, wobei der Webmaster es wohl auch noch komisch fand.

Harmlos… Es wurden mehrere Passagen zu einer Timeline zusammengestellt. Hätte man mich vorher gefragt, wäre das (mit einigen Einschränkungen) sogar i.O. gewesen. Aber der Moderator fühlte sich ja noch nicht einmal dazu verpflichtet eine Quellenangabe unter die Texte zu setzen.

Ein Paradebeispiel! Es wurde jedoch nach einem Anruf schnell wieder entfernt. Der “Webmaster” sagte mir am Telephon, er hätte nicht gedacht, dass das auffällt, wenn er die Seiten (die gesamten Seiten aus “Arcade-Spiele”) klaut und ob er jetzt wirklich alles entfernen soll…Zu einer eigenen Leistung war er jedoch fähig: Die Linkleiste am Seitenende wurde um ein Gästebuch ergänzt.

Oktober 2004
Harmlos. Ein Paragraph wurde kopiert und ganz leicht verändert, aber leider ohne nachzufragen und ohne Quellenangabe.

Diese Seite ist schon besser geklaut. Es wurde der Text nach Jahreszahlen geordnet, der HTML-Code bereinigt und einige Substantive und Verben durch Synonyme ersetzt. Diese Kopie ist aber dennoch aufgefallen.

September 2004
Und wieder schnell zusammenkopiert und das noch schlecht. Texte (HTML Code einfach kopiert und dann noch fehlerhaft zusammengesetzt) und Bilder stammten vom 8Bit-Museum.de und anderen Web-Museen und Sammlerseiten.

August 2004
Seit 2001 ist dieses Plagiat online, aber letztendlich doch aufgefallen. Dieses fällt in die Kategorie Schülerdummheit. Unter der Copy&Paste Arbeit steht “Copyright by F.&E.”, das 8Bit-Museum.de wird nicht erwähnt. Also darf der Schulleiter sich nun damit beschäftigen…

Diesmal wieder ein Schweizer Webmaster. Die Webseite sollte wohl nur ein Test sein, leider waren die Seiten öffentlich zugänglich.

Dezember 2003
Diesmal kein Plagiat, aber dennoch äußerst dreist, was sich dieser Webmaster erlaubt hat. Bekomme ich doch als E-Mail (sinngemäß gekürzt): “Sehr geehrter Webmaster. Ich habe Material ihrer Homepage verwendet. […] Am Ende des Artikels habe ich bekanntgegeben, woher das Material stammt. Ich hoffe, das ist in ihrem Sinne.”Nein, ist es nicht. Interessiert mich nicht die Bohne, ob da ein Link ist. Der Webmaster hat als Information in seinem Impressum: “Alle Rechte vorbehalten. Insbesondere dürfen […] Aufnahme in Online-Dienste und Internet und Vervielfältigung […] nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung […] erfolgen.”Er sollte sich besser selbst einmal daran halten.
April 2003
Eine komplette Site, die nur aus geklau… zusammengetragenen Inhalten aus verschiedenen Bereichen besteht. Logisch, dass dort auch das 8Bit-Museum.de vertreten ist.
Dieser Webmaster betreibt eine Techno-Party-Homepage, die mit einem Eintrag zu Commodore aufgewertet wurde. So wie es aussieht, schädigt der ständige Bass doch mehr als nur die Ohren (die Koordinierungsfähigkeiten für Copy&Paste-Aktionen sind aber noch vorhanden)…
Und diesmal ist es ein Gymnasium… Ich frage mich, ob ein Schüler so schlau war das Material zu kopieren, oder war es ein Lehrer?
März 2003
Auf dieser Website findet man eine ganze Sammlung von geklauten Inhalten. Sogar eine Kontaktadresse wurde nicht angepasst. Zwar sind auch Quellenangaben vorhanden, merkwürdigerweise aber nicht das 8Bit-Museum.de. Ich vermute, dass diese ebenfalls nur deshalb vorhanden sind, da diese ebenfalls kopiert wurden.
Februar 2003
Auch dieser Webmaster ist nicht in der Lage einen eigenen Inhalt zu erstellen und bezeichnet seine Website auch noch als “DIE Seite für Webdesign, Computerberatung und Spass, direkt in Gmunden”. Nachdem der Inhalt entfernt wurde, ist dort jetzt zu lesen: “Da es jemanden gibt der NICHT der Meinung ist, dass die Geschichte der Entwicklung unserer Computer so im Internet verbreitet werden darf, überarbeiten wir diese Seiten neu! In Kürze wird der überarbeitete Text wieder für sie im Internet stehen.” Was soll ich dazu noch sagen? Es ist mir doch total egal, was er verbreitet, aber doch nicht Copy&Paste. Wo er wohl seine Webdesigns her bekommt?
August 2002
Hier war ein 15jähriger Schüler aus Lichtenstein am Werk. Der komplette Eintrag “Geschichte der Videospiele -> Arcade-Spiele” wurde kopiert. Er hat sich sogar die Arbeit gemacht, alle Pfadangaben der Bilder zu ändern (mehr aber auch nicht; ist für einen 15jährigen auch so schon eine großartige Leistung).
Wow, eine Gemeinschaftsarbeit. Diesmal ist es nicht nur ein Webmaster, der nicht in der Lage ist einen eigenen Text zu schreiben, es sind zwei! Vielleicht sollten sich die beiden etwas weniger aufs Design beschränken und auch etwas selbst erstellten Inhalt bieten.
Juli 2002
So kann es gehen: Eine Kopie wurde von zwei weiteren Webseiten übernommen, die beide erstere als Quelle angegeben haben.
Kopie der Kopie: Nr.1
Kopie der Kopie: Nr.2
März 2002
Hier ein ganz harmloses Beispiel. Als Quelle wurde allerdings “Zock” angegeben…
Februar 2002
Lange Zeit war Ruhe, aber nun schon wieder. Den Text hat er von irgendeiner anderen Website und dessen Webmaster hat ihm die Erlaubnis gegeben…
Mai 2001
Der “Knaller” im Monat Mai. Ich finde meine Texte nun sogar auf einer offiziellen Hochschulseite: Die Computergeschichte aus der Abteilung “Gestern – Heute – Morgen” wurde komplett mit Bildern (anders angeordnet) kopiert. Als Copyright steht ein gewisser Herr Ralf W. unter dem Text. Der Text scheint sogar schon einige Zeit dort zu liegen, da an einer Stelle auf den alten “Localhost” meines Providers verwiesen wird. Tolle Leistung.
Hier ein “harmloses” Beispiel. Es wurde nicht alles kopiert, sondern nur einzelne Textpassagen aus “Gestern – Heute – Morgen”. Aber wir sind ja nicht dumm und lassen die Quelle weg, merkt ja keiner…
Februar 2001
…wie oben beschrieben: Schnell ‘ne Homepage basteln!Der Eintrag “Commodore” wurde einfach kopiert und selbst hervorgehobenen Wörter sind nicht entfernt worden. Das keine Quellenangabe vorhanden ist, brauche ich wohl nicht extra erwähnen.