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Die Vorgeschichte
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Im Oktober 1979 gründen Dr.Paul Johnson und Barry Muncaster Tangerine Computer Systems
Ltd in der Nähe von Cambridge und produzieren den Microtan 65 Computer.
Im Sommer 1981 stößt Paul Kaufman zu Tangerine und wird wird der Herausgeber der Tansoft
Gazette im Oktober. Im Frühjar 1982 zieht Tangerine in den Cambridge Science Park um und gründen
Tansoft als Software-Abteilung.
Aufgrund des immer größer werdenden Heimcomputermarktes, bildet sich im April 1982 Oric
Products International Ltd und beginnen mit der Arbeit an dem Oric-1, wobei Tangerine als
Forschungs- und Entwicklungshaus für die neue Firma Oric fungiert. Das Ziel ist es eine Desktop Maschine zu
entwerfen. Paul Kaufmann scheibt eine Notiz, in der er die Features eines Microtan 2 festlegt, wie z.B. Sound,
Graphik, TV-Modulator usw.
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Das Ergebnis ist Ende 1981 ein Entwurf für den Tangerine Tiger, ein Desktop-Computer mit drei
Prozessoren: Z80 für CP/M, 6809 für I/O und ein Graphikchip. Letztendlich wird dieser Rechner an eine Firma mit
Namen H.H. Electronics verkauft und nie produziert. Er bildet aber u.a. die Grundlage für den
Oric-1.
Zu diesem Zeitpunkt, ist Sinclair mit seinem ZX81 schon ein
fester Begriff. Der Oric-1 wird in der August (1982) Ausgabe der Tansoft Gazette angekündigt, zusammen mit
einem Vorzugsgutschein, der bis zum ersten November gültig ist.
Schließlich wird Oric International mit einem Startkapital von £1250 gegründet (vermutlich ist das auch das
einzige mal, daß Oric in den schwarzen Zahlen ist). Oric selbst ist ein Anagram aus den letzten vier Buchstaben
des Wortes 'micro'. Die Anteile an Oric teilen sich: John Tullis (Manager), Peter Harding
(Verkaufsdirektor), Ted Plumridge (BCA Finanzdirektor), Paul Johnson und Barry Muncaster
(Direktoren von Tangerine). Das Geld kommt von British Car Auctions, dessen BCA Finanzdirektor und
Vorsitzende David Wickens mit John Tullis befreundet ist.
Tangerine stellt seine Tätigkeit ein und Tansoft wird weiter ausgebaut mit Paul Kaufman als Manager.
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Der Oric-1
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Im Januar
1983 ist der Oric-1 16K für £129, der 48K für £169,95 zu haben. Der Oric-1 besitzt einen 6502 Prozessor, der zu
dieser Zeit der am meist verkaufte Chip ist und auch in vielen anderen Rechnern noch eingesetzt wird. Das ROM
wurde fast komplett von zwei professionellen Programmierern, Andy Brown und Chris Shaw,
geschrieben. Peter Halford, Angestellter eines Fersehgeschäfts in Northampton, schrieb die
Cassettenroutinen, die wochenlang von Geoff Phillips entwanzt werden mußten. Paul Kaufman schrieb die
Soundfunktionen auf einem Microtan in der Programmiersprache Forth und kodierte diese per Hand in
Maschinencode; abschließend reichte er sie an Andy Brown weiter, der sie ins ROM packte. Das Anzeigendesign
wird von Paul Sample gestaltet, der auch die Illustrationen für die Bücher von Tom Sharpe erstellt.
Allerdings tauchen die ersten Probleme schon kurz nach der Einführung auf.
Zum ersten mal wird die neue Maschine in Popular Computing Weekly (P.C.W.) am 13. January 1983 unter
der Überschrift "Oric-1 - not just a Tangerine dream" getestet und ist der erste Heimcomputer mit Farbgraphik,
der unter £130 zu haben ist. Jedem Oric-1 liegt eine Ausgabe des Oric Owner Ausgabe 1 (Jan/Feb 1983),
verlegt von Tansoft (als Nachfolger der Tansoft Gazette), bei.
Das erste Programm von Tansoft ist Zodiac (eine Konvertierung der Microtan-Version), Oric
Chess und OricBase. Paul Kaufmann kündigt an, daß eine Basic-Version, die dem BBC Basic ähnlich ist,
fast fertig gestellt sei. Auf der Eröffnungsparty von Oric Products International Ltd am 27. Januar 1983 für
den Oric-1 in ihrem Hauptquartier am Coworth Park Mansion (Sunninghill, nahe Ascot in England) gibt Peter
Harding den Abschluß von sechs großen Verträgen bekannt über den Verkauf von 200000 Einheiten. Auf dieser Party
wird auch Pascal, ein Modem und ein 5,25" Laufwerk für den Oric angekündigt.
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Peter Halford, Andy Brown, Chris Shaw, Barry Muncaster und Paul Kaufman
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Im April gibt Barry Muncaster, der John Tullis ersetzt hat (Tullis ist nun Vorsitzender) und nun
Manager von Oric ist, bekannt, daß die Probleme mit dem Basic ausgeräumt seien und ein neues ROM unterwegs sei.
Er kündigt für den Mai ein Modem, für Juni ein Diskettenlaufwerk und einen AD/DA-Wandler mit
Relaissteuereinheit für Ende des Jahres an. Oric will weiterhin einen 10" Farbmonitor für unter £240 anbieten.
Ein weiteres Problem mit dem UHF-Modulator ist in den neueren Maschinen schon behoben. Im Mai kommt weitere
Kritik wegen der Laderoutinen im Oric auf. Oric kündigt daraufhin den Vertrag mit Cosma Sales in Witney,
der die Cassettenduplikatoren für Tansoft liefert. Diese beteuern aber, daß die Laderoutinen im Rechner schuld
seien.
In der Juni Ausgabe 1983 des Oric Owner werden weitere Versprechen gemacht. Es werden Joysticks,
Lichtgriffel, I/O Karten, Speichererweiterungen und ein Sprachmodul angekündigt. Software gibt es immer noch
sehr wenig, da Programmierer kaum Informationen über das ROM haben, wie z.B. Einsprungpunkte; vermutlich weil
Tangerine zwar eine Lizenz für das Microsoft-Basic im ROM besaß, Oric sich aber keine eigene angeschafft hatte,
um Geld zu sparen und deshalb Stillschweigen über das ROM bewarte (offiziell wird bekanntgegeben, daß der Code
sich noch ändern und sich so Einsprungpunkte noch verschieben könnten).
Am 1.Juli 1983 wird Allan Castle der neue Finanzdirektor. Das versprochene Modem wird jetzt
vermutlich aber erst im September erscheinen, dafür gibt es aber von I.J.K. ein Joystick-Interface. Im
September tritt Philip Denyer als Verkaufsdirektor der Frima bei und Mike Prymaka wird
Produktionsmanager. Rosalind Zawadska steigt von der Ausbildungsmanagerin zur Handelsmanagerin auf und
Greg Wood von Tandata wird Exportmanager (viele Manager für eine kleine Firma).
Oric ist Mitte 1983 schon in Schwierigkeiten. Aber Barry Muncaster will 2,25 Millionen Pfund in Oric
investieren. Im Oktober ist der Oric-1 sogar der am best verkaufte Heimcomputer in Frankreich, allerdings
kaufen die Franzosen nicht soviele Orics wie in England verkauft werden. Am 13.Oktober 1983 brennt die
Fabrikationshalle von Kenure Plastics in Berkshire ab (dort wird der Oric-1 produziert). Am 18.November
1983 erwirbt Edenspring Investments Oric zu einem Gegenwert von 4 Millionen Pfund. Peter Jones
und Nicholas de Savary von Edenspring werden neue Direktoren bei Oric.
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Der Atmos
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Diejenigen, die ihren Oric-1 direkt bei Oric erstanden haben, bekommen
Weihnachten 1983 ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Sie sollen ihren Oric-1 für £49.95 gegen einen Atmos
eintauschen können. Im Februar 1984 wird der neue Oric Atmos für £170 vorgestellt. Zugleich erscheint von
M.C.P. ein Sprachsynthesizer, ein programmierbares Joystickinterface, eine Echtzeituhr und ein
RS232-Interface. Bis zu diesem Zeitpunkt sind aber gerade mal 50% der erhofften Oric-1 verkauft worden. Der
neue Oric ist etwas schneller als der alte Rechner und die Tastatur verfügt nun über spezielle Funktionstasten.
Allerdings sind die Laderoutinen für Cassetten immer noch katastrophal und man benötigt mehrere Versuche um ein
Oric-Tape zu laden. Erst als Oric alle alten (fehlerhaften) ROMs verkauft hatte, setzte man korrigierte ROMs
ein.
Im April 1984 erscheint das Byte Drive 500, das einen erweiterten Befehlssatz gegenüber der Microdisc
(wird im selben Monat im Oric Owner beworben) besitzt. Das BD 500 DOS wurde von Peter Halford geschrieben. Im
Sommer 1984 sieht es für Oric recht gut aus...
Im Juni 1984 ist endlich das versprochene Microdisc für £299
lieferbar. Ein 80 Zeichen/Zeile Drucker wird angekündigt. Am 4.August 1984 wird in P.C.N. berichtet, daß Oric
über 2 Millionen Pfund Schulden bei 12 großen Zulieferern hat. Allerdings wäre dieses, so Oric, völlig normal.
In den nächsten zwei Monaten wird klar, daß Oric ernste finanzielle Probleme hat. Im Oktober 1984 ist nun auch
das Modem, 18 Monaten nach Ankündigung, für £100 lieferbar. In diesem Monat erscheint auch ein programmierbares
Joystickinterface von Protek.
Anfang November 1984 kaufen Muncaster und Johnson die Mehrheit der Aktien an Tansoft. Paul Kaufman
und Cathie Burrell verlassen Oric, um die Firma Orpheus zusammen mit Geoffrey Guy und
Geoff Phillips zu gründen. Nun wird Tansoft von Adrian Rushmore geleitet, der den Atmos weiter
supporten möchte.
Am 15. November werden in der P.C.W. Pläne von Oric vorgestellt, drei neue Microcomputer zu veröffentlichen:
Den Stratos für £250 (auch bekannt als IQ164), einen 8086 PC für £400 (mit Cassetteninterface) und einen
portablen 8086 für £3000.
Im Januar schließt das Oric Hauptquartier in Ascot, da nach vielen Entlassungen nicht mehr viele Angestellte
übrig sind. Die Zukunft der Oric Produktion in England hängt nun von den Verkäufen im ersten Quartal ab. In
Frankreich geht es Oric ein wenig besser, dort soll ab Februar der Stratos verkauft werden.
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Der Stratos
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Im Januar 1985 sind die Magazine in Frankreich voll mit Artikeln über den neuen Stratos, auch
wenn der tatsächliche Erscheinungstermin noch nicht feststeht. Ab Februar ist es dann soweit, der Startos ist
erhältlich und ausgestattet mit Cartridge-Ports, Extended BASIC und anderen Features. In diesem Monat stellt
Edenspring Oric unter Konkursverwaltung. Oric schuldet nun über 5,5 Millionen Pfund, besitzt aber nur
Immobilien im Wert von 3 Millionen Pfund.
ITL geht ebenfalls in den Konkurs. Gerade als ITL untergeht, hat Peter Halford für den Oric eine Z80
Prozessorkarte fertiggestellt, die es erlaubt CP/M 2.2 auf dem Oric laufen zu lassen. Inzwischen bieten sechs
Firmen für Oric: A.S.N., Denis Taieb, Eurohard SA (die Besitzer des Dragon),
S.P.I.D. (eine französische Firma), eine indische Firma und Barry Muncaster mit Paul
Harding. Über drei Monate verhandeln sie alle mit dem Konkursverwalter Dennis Cross von Chater
& Myhill.
Zwar ist Oric sehr gewachsen (120.000 Orics wurden alleine in Frankreich verkauft), trotzdem wird am 5. März
Oric zum Verkauf von Dennis Cross in der Financial Times ausgeschrieben. Im Juni ist es mit Tansoft aus - sie
gehen in Liquidation und Opelco, die lange die Distributoren für Oric in Europa außerhalb von Frankreich
gewesen sind, kaufen die gesamten Tansoft Aktien und U.K. Copyrights auf Software auf. Weiterhin übernehmen sie
ITLs Z80 Board und produzieren weiter für den Export nach Ost-Europa.
Im Juni ist Oric in England nicht weiter existent. Die Fabrikationshalle ist geschlossen und zu
Oric France besteht keine Verbindung mehr. Es scheint, daß die Pläne die Produktion wieder anlaufen zu lassen,
gestoppt wurden. Am 1.Juni hat S.P.I.D. Oric für einige hunderttausend Pfund aufgekauft und die Produktion soll
nun in die Normandie bis zum Ende des Monats verlegt werden; bis Ende September will Eureka entscheiden,
wie es mit dem Stratos weitergeht.
Von nun an geht es mit Oric hauptsächlich in Frankreich weiter. Im August 1985 stellt Oric International
(Eureka hat den Namen beibehalten) Fabrice Broche, der schon zu Oric-1 Zeiten das Oric-ROM
disassembliert hatte, und Dennis Sebbag ein, um das neue DOS für den Oric mit Namen Sedoric
fertig zu stellen. Die neu aufgelegte Maschine, der Atmos, erscheint pünklich und hat zwei wesentliche
Verbesserungen, zum einen ist das Cassetteninterface verbessert, zum anderen wurde das Taktsignal
verstärkt.
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Der Telestrat
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In der Zwischenzeit will Oric International mit dem Stratos weitermachen,
außer das A.S.N. den Namen sich schon haben schützen lassen. Dieser soll als Terminal für das französische
Minitel dienen. Im November 1985 beginnt Fabrice Broche an den Telestrat zu arbeiten. Sedoric ist
fertiggestellt und wird im Herbst ausgeliefert. Im Winter 1985 verabschiedet sich A.S.N. vom Oric Markt. In
Anzeigen werden noch alle Teile für den Atmos angeboten, aber kein Wort mehr über den Stratos. Anfang 1986 wird
der Telestrat in Frankreich in Anzeigen beworben, allerdings verfrüht. Trotzdem sind die Zeitschriften wieder
voll mit Previews. Der Telestrat verfügt über ein zweiseitiges 3" Diskettenlaufwerk, 11 I/O Ports, BASIC und
die nötige Software, um ein Minitel Board zu steuern.
Bis April ist der Telestrat immer noch nicht erhältlich, da nun ATV in der Normandie bankrott ist. Eureka
baut nun eine Produktionsstraße in Livarot auf, um die Produktion bis Ende Mai zu beginnen.
Im April erscheint das wohl beste Buch über den Oric von Fabrice Broche: L'Oric a Nu (der
nackte Oric), ein komplettes Disassembly der 1.0 und 1.1 ROMs. Endlich, im September, erscheint der Telestrat
zum Preis von £399. Der Atmos wird weiterhin für £99 verkauft. Der Telestrat ist aber zu speziell auf einen
Markt fixiert und zu teuer. Wenn nur der Stratos im Juni 1985 für £200 verkauft worden wäre... Wenn Eureka den
Atmos nur weiter supportet hätte... Aber im März 1987 wird die Produktion des Atmos eingestellt.
Im April 1987 eröffnet Oric einen Shop in Paris und bring ein doppelseitiges Diskettenlaufwerk auf den Markt
(18 Monate zu spät). Weiterhin werden einige Cartridges und Peripherie für den Telestrat produziert, darunter
Tele-Ass (ein Assembler), Tele-Forth und eine 64KByte RAM Erweiterung.
Im September 1987 kündigt Oric International den Telestrat 2 für November an. Er soll ein
Metallgehäuse besitzen, zwei 800KByte Diskettenlaufwerke, ein separates Keyboard und eine 80 Zeichen/Zeile
Karte... Der Atmos kostet zu diesem Zeitpunkt £49 bei Opelco. Im Dezember kommt es dann zum zweiten Crash. Oric
International meldet Konkurs an und schuldet dem Finanzamt hohe Summen. Ken Smalldon kündigt einen
Ausverkauf an und im März 1988 schließt Oric die Pforten zusammen mit Phildata. Im Dezember 1988 schließt auch
der Shop in Paris. Die Firma I.R.I. sichert sich den verbleibenden Lagerbestand und den Namen. Bis jetzt hat
Oric gerade mal 6000 Telestrats verkauft.
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Einige Bilder und Informationen stammten aus folgenden Quellen, ohne bestimmte Reihenfolge:
Oric World,
Oric FAQ
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