Retro-Konsole Vega Plus erscheint am 20. Oktober 2016

Die im Februar auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo vorgestelle Retro-Konsole Vega Plus wird ab dem 20. Oktober 2016 ausgeliefert.

Die Spezifikationen der Vega Plus Konsole (Quelle: Retro Computers Ltd.)

Controls

Classic gaming D-Pad, offering up, down, left right and diagonals.
Four primary action buttons and three secondary buttons.
System menu and control-set toggle button.
Volume up/down / Brightness up/down.

Screen

Sharp LCD 4:3 aspect ratio with approximately 0.2565 mm dot pitch. Accurately reproduces the ZX Spectrum 256×192 resolution with minimal screen border.
LCD Screen brightness adjustable. Suitable for all light levels, and to extend battery life.
Extended “ULAplus” colour palette support, in addition to the classic ZX Spectrum colour palette.

Battery

Specification yet to be finalised, due to the variations of physical size and capacity available, however battery life is expected to be in excess of 6 hrs of continuous use.
Charging is achieved through a micro-USB socket.

Storage

SDSC and SDHC micro SD cards are supported.
Additional games may be loaded from micro SD card – popular snapshot and tape file formats supported.
SD card also allows preferences and game-saves to be stored for later resumption.
Firmware upgradable through SD card.

Operational features

Unobtrusive pop-up control panel during game play through which to access all Vega features.
Novel and easy-to-use virtual keyboard.
Save and resume game (stored on SD card).
Games may be tagged as favourites and recalled through a favourites menu.
Player controls completely reconfigurable.
Game pokes can be stored on SD card.
Switchable Kempston and Cursor joystick emulation.
Default Machine selection (48K and 128K models).
Access to programming mode (BASIC).

Peripherals

3.5mm stereo headphone socket for private listening.
Supports connection of external keyboard (specification to follow).
Headphone socket doubles as an A/V connection, allowing stereo audio and composite video connection to a TV. Supports PAL and NTSC formats.

Kommentar:

Wie schon im Beitrag im Februar kommentiert: Mir gefällt die Retro-Konsole Vega Plus. Sie ist zwar wieder ein Mock-up des Speccy, aber als tragbare Retro-Konsole mit einem stylischen von Rick Dickinson entworfenen Gehäuse wird sie ihre Liebhaber finden.

Sie ist definitiv kein ZX Spectrum und versucht es auch gar nicht erst: Zu einem echten ZX Spectrum Feeling gehört halt auch die Radiergummi-Tastatur des Originals, aber eine bessere Lösung wieder die Klassiker aus den 1980er zu spielen, kann ich mir nicht vorstellen. Wer nur mal eben in BASIC programmieren möchte, kann auf eine Emulation zurückgreifen (z.B. einen der vielen Emulatoren unter Windows oder auch per FPGA-Emulation). Wer das echte Retro-Feeling möchte, muss derzeit das Original wieder in Betrieb nehmen.

Aber vielleicht erhört Sir Clive seine Fans noch und bringt einen „echten“ – vielleicht auch etwas aufgemotzten – ZX Spectrum heraus oder, wie schon in meinem Kommentar zum Vega vorgeschlagen, ein passendes Speccy Gehäuse für einen Raspberry Pi.

Vectrex Entwicklungsumgebung VIDE 1.0

Die Vectrex feierte ihr Debüt 1982 auf der Sommer CES in Chicago. Sie war sicherlich einzigartig zwischen den großen Kalibern wie dem VCS, Intellivision und ColecoVision und bekam auch in den Videospiel- und Elektronikzeitschriften durchweg positive Kritiken. Das Besondere an dem System: Anstelle von Bitmaps (Pixelgrafiken) wurden Linien (Vektoren) gezeichnet.

Nun ist es möglich die Vectrex auch selbst zu programmieren: Mit dem VIDE 1.0 gibt es eine umfangreiche Entwicklungsumgebung mit vielen Tools zum Erstellen eines Vektorspiels. VIDE steht für Vectrex Integrated Development Environment und stammte aus der Feder des Entwicklers „Malban“.

Mit in dem Paket befinden sich ein Editor, M6809 Compiler, Debugger, Programme zum Zeichnen von Vektor-Grafiken und komponieren von Sound-Effekten. Mit Hilfe des integrierten Emulators können eigene Entwicklungen auch gleich getestet werden. Auf der Projekt-Website kann das 192 MByte große Paket heruntergeladen werden.

Mehr über den Vectrex gibt es in diesem Beitrag.

Bild: VIDE Projekt

SIDFX: SID-Umschalter für C64 und C128

Mit dem Adaptersockel SIDFX können zwei unterschiedliche SID Sound-Chips in einem C64, C128, SX64 und auch anderen Geräten, wie der SIDStation, betrieben werden. Damit ist SIDFX nicht nur für Retro-Gamer interessant, sondern insbesondere auch für Chiptunes-Musiker, die einen „alten“ 6581 und dessen Nachfolger 8580 (bzw. 6582) einsetzen möchten.

Schon zu Zeiten des C64 war der SID bei Musikern aufgrund seiner Vielseitigkeit sehr beliebt. Für jeden seiner drei digitalen Oszillatoren kann jeweils eine von vier Wellenformen ausgewählt werden. Die Lautstärke der Oszillatoren kann dabei durch je einen Hüllkurvengenerator beeinflusst werden. Die drei Kanäle werden schließlich durch einen gemeinsamen analogen Multimodefilter gefiltert.

Allerdings klingen nicht nur die beiden Versionen des SID unterschiedlich, sondern auch die älteren SID können aufgrund der Tatsache, dass seine Filter nicht der Spezifikation entsprechen, unterschiedlich klingen. Grund genug für einen Chiptunes-Musiker mehrere SID-Chips einzusetzen. Der 6581 hatte auch eine Eigenart, die es erlaubte eine vierte Stimme auf die am Ausgang vorhandene Pegelabweichung des Chips durch schnelle Lautstärkeänderungen aufzumodulieren. Da dieses Verhalten am 8580 nicht auftritt, fehlt ohne Hardwaremodifikation u.U. diese Stimme.

Entweder kann per Schalter die Nutzung eines bestimmten SID erzwungen werden oder der Adapter wählt im Auto-Mode automatisch den geeigneten Chip aus. Der Adapter soll zwar erst im Oktober zum Preis von knapp 80 EUR verfügbar sein, Vorbestellungen werden aber schon jetzt entgegengenommen.

Bild: Project SIDFX

Das MIST Board: Klassische Computer per FPGA neu implementiert (Teil 5)

Seit meinem letzten Beitrag über das MIST Projekt sind nun sechs Monate vergangen und in dieser Zeit gab es sehr viele Updates.

Zunächst gibt es vier weitere Repositories mit folgenden Cores:

  • Apogee_MIST – Eine Implementierung des Apogee BK-01 (Апогей БК-01), ein russischer 8-Bit Computer von 1988 auf Basis des Radio 86RK.
  • BK0011M – Ein russischer PDP-11-Nachbau.
  • ZX_Spectrum-128K_MIST – Ein Sinclair ZX Spectrum 128K Core, der die Modelle 48K, 128K und Pentagon 128 mit korrekten CPU und Video-Timings emuliert, sowie DivMMC mit ESXDOS (TAP, TRD, SNA) und Kassetten (CSW files).
  • Dummy FPGA Core – Zeigt nur das Startmenü an.

Insbesondere der „Dummy FPGA Core“ ist praktisch, denn hiermit kann schnell ein beliebiger anderer Core mit ausgewählt werden. Die Firmware (firmware_160123) sollte auch aktualisiert werden, denn diese ist dringend notwendig für die Emulation der BK0011M Harddisk.

Bei den Cores gibt es ebenfalls viele Updates: Amstrad CPC, Apple II, Atari 800, Atari 5200, BBC Micro, Commodore C64 mit 1541, Nintendo Gameboy, Amiga AGA, Atari ST, NES, Apple Macintosh Plus, Sinclair QL und Sinclair ZX Spectrum.

Sinclair QL

MiST - QL AbacusGut hat mir die Sinclair QL Implementierung gefallen. Leider ist diese noch nicht so perfekt (und flexibel) wie bei den Software-Emulatoren, aber sie kommt immerhin mit dem original ROM (Sinclair QDOS) und dem Minerva ROM (eine QDOS Reimplementierung von Laurence Reeves unter der GNU Lizenz) klar. Die bekannten QL Programme, wie ABACUS (siehe Bild), EASEL, QUILL und ARCHIVE, laufen problemlos. Die Implementierung erlaubt es zudem zwischen PAL und NTSC sowie 128 KByte und 640 KByte Arbeitsspeicher zu wählen. Ganz ohne Handbuch wird man den QL aber nicht bedienen können, denn insbesondere der SuperBASIC Interpreter verfügt über unzählige spezielle Befehle und auch die Verwendung der Microdrives ist etwas speziell. Wer Handbücher zum QL sucht, dem sei Dilwyn Jones Sinclair QL Website empfohlen. Dilwyn hat Unmengen an Informationen und PD-Software gesammelt und stellt sie auf seiner Homepage zum Download bereit.

Apple Macintosh Plus

MiST - Apple MacGespannt war ich auch auf die Implementierung des Apple Macintosh. Auch diese funktioniert, aber auch hier wurde wieder deutlich, dass die Software-Emulatoren sehr viel flexibler sind und auch mehr Peripherie nachbilden. Zum Austesten eines Macintosh Plus reicht es aber allemal. Zumal ich persönlich den Retro-Faktor bei einer FPGA-Implementierung etwas höher einschätze, als wenn man weiß, dass der Rechner auf einem schnöden Windows-Rechner nachgebildet wird.

Die weiteren Teile mit Tests sind hier zu finden: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Retro-Konsole Vega Plus: Die verbesserte Neuauflage des ZX Spectrums

Im Dezember 2014 kündigte Sir Clive mit dem Sinclair Spectrum Vega einen Nachfolger zu seinem erfolgreichen Heimcomputer ZX Spectrum als Retro-Konsole an. Mein Kommentar dazu fiel ziemlich negativ aus. Jetzt sammelt Sir Clive erneut über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo, um einen (verbesserten) Nachfolger zum Vega zu finanzieren. Das Sinclair ZX Spectrum Vega Plus getaufte Gerät ist wieder eine Konsole, aber diesmal zumindest kein Versuch einen ZX Spectrum in einem abgespeckten Zustand wiederzubeleben. Am 16. Februar startete die Kampagne mit dem Ziel £100,000 zu sammeln. Heute haben über 2000 Unterstützer bereits mehr als das doppelte dieses Betrags zusammengetragen.

Das Gerät verfügt über ein LC-Display und kann zusätzlich an einen Fernseher angeschlossen werden. Über 1000 Spiele werden bereits fest installiert mitgeliefert. Mit Hilfe einer microSD können weitere Spiele installiert werden, wobei sowohl 48K- als auch 128K-Spiele – u.a. in den Formaten .TAP, .Z80 und .SZX. – unterstützt werden.

Das Gehäuse wurde von Rick Dickinson entworfen, der auch für das Design der Gehäuse des ZX 80, ZX 81 und ZX Spectrum in den 1980ern verantwortlich war.

Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt der Vega Plus über ein D-Pad, zusätzliche Aktionstasten und ein paar Knöpfe zum Ein- und Ausschalten und zum Aufruf eines Menüs. Ebenso gibt es einen Lautstärkeregler, einen Kopfhöreranschluss, ein Netzteilanschluss zum Laden des internen Akkus und einen TV-Anschluss (Composite Video).

Das Gerät kostet £100 (ca. 130 EUR) und wird voraussichtlich im September 2016 ausgeliefert.

Bild: Retro Computers

Kommentar:

Auch diese Neuauflage ist wieder ein Mock-up des Speccy. Aber diesmal wurde die Konsole als tragbare Retro-Konsole entworfen; sie besitzt kein lieblos abgespecktes Gehäuse mit ein paar Radiergummi-Tasten, das an einen Speccy erinnern soll.

Diese Konsole versucht gar nicht erst wie ein Speccy auszusehen, sondern geht dank des Designs von Rick Dickinson eigene Wege. Einzig die Regenbogen-Ecke und der Schriftzug „sinclair“ deuten an, was sich in dem Gerät versteckt.

Sicher, es ist kein ZX Spectrum: Zu einem echten ZX Spectrum Feeling gehört halt auch die Radiergummi-Tastatur des Originals, aber eine bessere Lösung wieder die Klassiker aus den 1980er zu spielen, kann ich mir nicht vorstellen. Wer nur mal eben in BASIC programmieren möchte, kann auf eine Emulation zurückgreifen (z.B. einen der vielen Emulatoren unter Windows oder auch per FPGA-Emulation). Wer das echte Retro-Feeling möchte, muss derzeit das Original wieder in Betrieb nehmen.

Aber vielleicht erhört Sir Clive seine Fans noch und bringt einen „echten“ – vielleicht auch etwas aufgemotzten – ZX Spectrum heraus oder, wie schon in meinem Kommentar zum Vega vorgeschlagen, ein passendes Speccy Gehäuse für einen Raspberry Pi.

Windows 3.11 Software im Browser ausprobieren

Das Internet Archiv stellte vor knapp zwei Jahren bereits zahlreiche klassische Spiele aus den 1970er und 1980er Jahren online. Jetzt folgt eine Software-Sammlung für Microsoft Windows 3.11, das vor nun über 22 Jahren, am 8. November 1993, erschien.

Wer neugierig ist, kann die Programme in einem im Browser laufenden Emulator ausprobieren. Außer dem Desktop mit seinen zahlreichen Werkzeugen, werden etliche Spiele und einige Anwendungen angeboten. Auch wenn die meisten Programme recht unbekannt sind, macht es Spaß auszutesten, wie PC-Software Mitte der 1990er aussah, zu einer Zeit, in der Atari ST und Commodore Amiga in Sachen Grafik und Sound dem PC weit voraus waren.

Link: Software-Sammlung auf Archive.org

32C3: Vector retrogaming

Vom 27. bis 30.12.2015 lädt der Chaos Computer Club zum 32. Chaos Communication Congress im Congress Center Hamburg ein. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige Vorträge, die sich mit Retro-Computing beschäftigen.

In dem Vortrag „Vector retrogaming“ zeigen Trammell Hudson und Adelle Lin wie ein Open-Source Vektor-Spielesystem mit MAME, einem Mikrocontroller und einem XY-Monitor oder Oszilloskop gebaut werden kann. Wer früher eine Vectrex sein eigen nennen konnte, wird diese Spiele lieben.

Video: Vector retrogaming, Chaos Computer Club

Weiterführende Links: Vector games 32c3, Vectrex, Tektronix 1720, v.st Boards

Bild: Chaos Computer Club 32c3

Amiga Emulator WinUAE 3.2.0 veröffentlicht

Der Amiga Emulator WinUAE ist jetzt in der Version 3.2.0 verfügbar. Es gibt wieder einige neue Features, wie eine 64-Bit JIT-Emulierung (Just-in-Time) der 680×0-Prozessoren und der PPC-Architektur. Weiterhin werden PCI- und Commodores PC/AT-Bridgeboards, sowie die RTG Zorro II unterstützt. Für Videoanwendungen wird nun auch Genlock unterstützt mit einigen zusätzlichen Features, wie Transparenzen und spezieller ECS-Features. Das Changelog listet noch weitere Hardware, die WinUAE nun emulieren kann.

WinUAE ist frei verfügbar (GPLv2) und kann auf der Website des Entwicklers heruntergeladen werden.

Ausschnitt aus dem Changelog

WinUAE 3.2.0 (11.11.2015)
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Major updates:

- 64-bit compatible 680x0 JIT.
- 64-bit compatible PPC emulation.
- PCI bridgeboards.
- Commodore PC/AT bridgeboards.
- A2410 RTG Zorro II board
- DCTV video port graphics adapter (Partially)
- Genlock "emulation", including transparency and ECS genlock features.
- Directory harddrive and hardfile KS 1.2 and older full autoboot support.

New emulated expansion hardware:

Accelerator boards:
- DKB Wildfire

HD controllers:
- 3-State Apollo 500/2000
- A2090 previously missing ST-506 support
- Elaborate Bytes A.L.F.
- Kupke Golem Fast SCSI/IDE
- Mainhattan Data Paradox SCSI
- Multi Evolution 500/2000
- OMTI-Adapter
- Spirit Technology HDA-506
- Tecmar T-Card/T-Disk
- Vortex System 2000
- Xebec 9720H

Commodore x86 bridgeboards:
- A1060 (A1000 Sidecar)
- A2088
- A2088T
- A2286
- A2386SX

x86 bridgeboard expansion devices:
- AT IDE HD controller (A2286 and A2386SX)
- XTIDE Universal BIOS compatible IDE HD controller.
- ISA VGA display card (Cirrus Logic GD542x based)

PCI bridgeboards:
- G-REX
- Mediator 1200/4000
- Prometheus

PCI bridgeboard compatible PCI cards:
- FM801 sound card
- ES1370 (SB128) sound card
- RTL8029 network card

Notes:

- SSE2 capable CPU is now required.

Other Updates:

- CD and sound card emulation audio output quality improved.
- 68020/030 prefetch emulation improved.
- High DPI display support improved.
- AGA subpixel scrolling emulated.
- Support shortcut paths (.lnk) in command line.
- More undocumented chipset features supported.
- Right control = right Windows key option.
- Memory accesses only -cycle-exact mode.
- UAE devices (uaeserial etc) are compatible with KS 1.2 and older.
- Improved compatibility with very old A500 config files.

Bug fixes:

- WinPCap network mode didn't detect any devices.
- 68030 data cache emulation fixes.
- Custom to/from RTG mode switch didn't check for filter changes.
- JIT on/off on the fly change (outside of GUI) was unreliable.
- Keyboard layout changed (B/C only) during device re-enumeration.
- D3D9 non-shader mode forgot scanline texture when switching modes.
- Audio wave recording created huge broken wave files.
- It was not possible to select HDF PCMCIA SRAM and IDE options.
- Flash ROM and RTC file dialogs didn't allow creation of new files.

Bild: