MEGA65 als Nachfolger des C64

Heute kündigte das Museum of Electronic Games & Art (MEGA) an, dass mit dem MEGA65 ein neu entworfener C65-ähnlicher Computer erscheinen soll. Das gesamte Hardwaredesign und die zugehörige Software sollen unter der LGPL als Open-Source bzw. Open-Hardware veröffentlicht werden. Es soll möglich sein, den Rechner zu Hause selbst aufzubauen, alternativ soll später auch ein Bausatz verfügbar sein.

Der Rechner basiert auf einem FPGA Design, dessen Core vom MEGA-Mitglied Paul Gardner-Stephen programmiert wird und auf dem C65GS basiert. Aktuell ist der Core noch als „experimentell“ eingestuft, ein Kennwort zum Download kann aber schon jetzt über die Projektseite gegen eine kleine Spende angefordert werden.

Der Rechner ist ein vollwertiger 8-Bit Computer, der ungefähr 50mal schneller wie ein klassischer C64 und trotzdem weiterhin voll kompatibel sein soll. Weitere Features umfassen die HD-Ausgabe per VGA, die Unterstützung von SD-Karten, ein eingebautes Diskettenlaufwerk und einen erweiterten Arbeitsspeicher. Auch soll der Rechner über USB-Buchsen verfügen und per Ethernet die Verbindung zur Außenwelt suchen. Die Vorabversionen des Gehäuses deuten auch auf zwei DB9-Joystickports hin.

Bild: mega65.org

30 Jahre Commodore C16

Vor genau 30 Jahren, am 13. September 1984, war der Verkaufsstart des Commodore 16. Der C16 und C116 gehörten zur selben Computerfamilie wie der Plus/4, wobei der Plus/4 über zusätzliche bereits eingebaute Anwenderprogramme verfügte. Software konnte prinzipiell zwischen den Rechnern ausgetauscht werden, jedoch hatte der C16 weniger Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der C16 war ein Flop auf dem amerikanischen Markt und auch in Europa verkaufte er sich nur in einigen wenigen Ländern einigermaßen.

Über diesen und weitere Commodore Computer gibt es natürlich einen Eintrag im 8Bit-Museum.de.

Webtipp: Games that weren’t

Games that weren'tGames that weren’t ist eine Website für echte Spieler und Hobby-Archäologen. Diese Website widmet sich ganz den unveröffentlichten Spielen und den Prototypen, die es nie in den Handel geschafft haben und liefert umfangreiche Informationen dazu.

Von Zeit zu Zeit findet sich auch der eine oder andere Quellcode wieder. So wurde z.B. das Ultimate Spiel The Bubbler aus dem Jahr 1987 für den ZX Spectrum von Lynsoft für den C64 konvertiert. Kurz vor Fertigstellung entschloss sich Ultimate aber dazu das Spiel nicht zu veröffentlichen, da es auf dem C64 viel zu langsam lief. Der Programmierer Matt Young hatte den Code aber nach über 20 Jahren noch auf Disketten vorliegen und zusammen mit ihm schaffte es GTW eine voll lauffähige Version für den C64 zu kompilieren und bietet diese zum Download an.

Die Website beschäftigt sich zwar hauptsächlich mit verschollenen C64 und Amiga Spielen, aber auch andere Systeme sind, wenn auch mit nur wenigen Titeln, vertreten.

Link: Games that weren’t

Bild des Tages: Captain Kirk und sein VC 20

Als Commodore in den USA damit begann den VC 20 über K-Mart zu verkaufen, wählten sie William Shatner als Werbesprecher, der in seinen Auftritten die Frage stellte : „Why buy just a video game?“

Video: Commodore VIC 20, morrisonAV, YouTube

Der kanadische Schauspieler William Shatner wurde hauptsächlich durch seine Rollen als Captain Kirk in Raumschiff Enterprise, als T.J. Hooker in der gleichnamigen Serie und als Denny Crane in der Anwaltsserie Boston Legal bekannt.

Mehr über Commodore gibt es in diesem Beitrag.

Vor 30 Jahren: Jack Tramiel kauft Atari von Warner Communications

Nachdem Raymond Kassar am 7. Juli 1983 die Geschäftsführung Ataris aufgibt, wird unter der Leitung seines Nachfolgers James Morgan die Zusammenarbeit mit Jay Miner und dessen Unternehmen Amiga vertieft. Während dieser Zusammenarbeit entsteht das gemeinsame Lorraine-Projekt, ein Heimcomputer basierend auf einer Motorola M68000 CPU.

Am 2. Juli 1984 verkauft Warner Communications die Konsolen- und Computerabteilung Ataris an Jack Tramiel, der zuvor Commodore verlassen hatte und davor schon versucht hatte mit seiner Firma Tramiel Technologies Ltd Amiga zu kaufen. Da Commodore aber doppelt so viel bot, bekam Commodore schließlich den Zuschlag. Aus dem Lorraine-Projekt wurde schließlich der Amiga Computer.

Tramiel besaß jetzt zwar Atari, aber keinen geeigneten Computer mehr, der auf dem entstehenden Markt für 16-Bit Computer bestehen konnte. Sein Mitarbeiter Shiraz Shivji, der ihm von Commodore nach Atari folgte, entwickelte den Atari ST in nur fünf Monaten zur Prototypenreife, so dass er im Januar 1985 auf der CES in Las Vegas als Atari 130ST und 520ST der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte.

Mehr über Jack Tramiel gibt es in den Beiträgen über Atari und Commodore.

 

Zum 20. Todestag von Jay Miner

Jay Miner wurde am 31. Mai 1932 in Prescott, Arizona, geboren. Nach seinem Abschluss 1958 als Elektroingenieur an der University of California, Berkeley, arbeitete er für mehrere Unternehmen bis er Mitte 1970 bei Atari anfängt. Dort war er an der Entwicklung des VCS beteiligt und entwickelte später die Custom-Chips ANTIC und GTIA für den Atari 400 und Atari 800.

Schließlich verließ er Atari und gründete 1982 die Firma HiToro, die später in Amiga umbenannt wird. Dort begann Miner mit der Entwicklung einer neuen Computerplattform. Als Amiga schließlich von Commodore International aufgekauft wurde, setzte Miner die Arbeit an seinem Computer für Commodore fort. Unter seiner Leitung entstanden die Spezialbausteine, die dem Commodore Amiga seine damals erstaunlichen Grafik- und Soundfähigkeiten verliehen.

1989 musste er aufgrund von gesundheitlichen Problemen Commodore verlassen und sich 1990 einer Nierentransplantation unterziehen. Am 20. Juni 1994 verstarb Jay Miner an Nierenversagen.

Mehr über Jay Miner und Commodore gibt es in diesem Beitrag.

Bild: Jay Miner, Copyright 1990 Michael C. Battilana and Cloanto Italia srl (CC BY 2.0)

Floppy Emulator für den Commodore Amiga

Für den Fall, dass das Floppy-Laufwerk eines Heimcomputers, wie Atari ST oder Commodore Amiga, nicht mehr funktioniert, hatte ich im September den HxC 2001 vorgestellt, eine auf einem PIC18F4620 @40Mhz basierende Lösung.

Jetzt hat Maurizo Ramondo eine Bastellösung mit dem Raspberry Pi entwickelt. Hierzu stellt er einen Schaltplan für eine kleine Zusatzplatine und eine Firmware auf seiner Homepage bereit. So erweitert emuliert der RPi ein Floppy-Laufwerk für den Commodore Amiga, eine Änderung an der Hardware ist nicht notwendig. Auf der SD-Karte können dann Images von Disketten abgelegt werden und bequem über ein Menü ausgewählt werden.

Bild: Maurizo Ramondo

30 Jahre Commodore SX-64

Im Dezember 1983 erschien der SX-64 auf dem deutschen Markt. Es war eine portable Ausgabe (17kg(!)) des C64 mit einem eingebautem Monitor und Diskettenlaufwerk. Der Rechner wurde in den USA im Dezember 1983 zum Preis von US$ 995 veröffentlicht und war in Deutschland ab dem Frühjahr 1984 für knapp 3.000 DM erhältlich. Er wurde aber nur in geringen Stückzahlen verkauft, insgesamt etwas über 49.000 Geräte sollen es gewesen sein. Der SX-64 bot aber ansonsten die gleichen Features wie der C64, bis auf die fehlenden Datasette- und HF-Anschlüsse.

Ursprünglich sollte ein Doppel-Diskettenlaufwerk in das Gerät eingebaut werden und auf der Summer CES (Consumer Electronics Show) 1983 in Las Vegas stellte man auch einen entsprechend ausgestatteten Prototypen unter der Bezeichnung DX-64 vor. Der DX-64 wurde aber nie veröffentlicht, es blieb beim Prototypen. Anstatt dessen, wurde auf der Winter CES das Gerät aus Kostengründen mit nur einem Diskettenlaufwerk unter dem Namen SX-64 (Single Drive Executive 64) vorgestellt.

Mehr zum SX-64 und den anderen Rechnern von Commodore gibt es in diesem Artikel.

Bild: SX-64, Wikipedia, CC BY-SA, User Hedning