Vor 40 Jahren: Apple beginnt den Apple I zu verkaufen

Schon 1975 wollte Steve Wozniak einen eigenen Heimcomputer am Homebrew Computer Club in Palo Alto entwickeln. Zuerst schaute er sich den Intel 8080 (das Herz des MITS Altair) an. Aber der Preis von $179 war viel zu hoch. Auch eine andere Alternative, der Motorola 6800, war zu teuer. Er und sein Freund Allen Baum entdeckten aber noch einen anderen Chip, der fast gleichwertig mit dem 6800 war, aber anstelle der $175 nur $25 kostete: Der 6502 von MOS Technology.

Wozniak entschied sich für den 6502 und schrieb einen BASIC Interpreter für diesen Chip. Als er den Interpreter endlich fertig stellt, begann er damit den Rechner zu entwerfen, auf dem der Interpreter laufen sollte. Bis auf ein paar Änderungen im Timing, konnte er die Hardware verwenden, die er zuvor schon auf Papier für den 6800 entworfen hatte.

Der gesamte Rechner befand sich auf einer Platine. Wozniak verwendete zwei 256×4 PROM um ein 256 Byte großes Programm, den “Monitor”, zu speichern, das die Tastatur überwachte, wenn der Rechner angeschaltet wurde. Es erlaubte gerade einmal Hex-Codes einzulesen, einen Speicherbereich zu untersuchen und ein Programm zu starten.

Der Rechner stellte keine Grafik und keine Farben dar und gab auch keinen Ton aus. Es gab nur einen einzigen Erweiterungsslot, für den noch keine Hardware existierte. Das Board war ca. 6″ x 8″ groß und verfügte über 40 Chips. Da der Rechner auch BASIC Programme laufen lassen konnte, erregte er bei seiner Vorstellung einiges an Aufmerksamkeit.

Jobs knüpfte Kontakte mit Paul Terrell dem Besitzer eines neuen Computerladens The Byte Shop. Dieser bekundete Interesse an dem neuen Computer, der später als Apple I bekannt wurde, wollte ihn aber nur als vollständiges System verkaufen aber dann gleich 50 Stück bestellen. Nach einigen schlaflosen Nächten, lieferten Jobs und Wozniak die Rechner aus und obwohl diesen ein Netzteil, Tastatur und Monitor fehlen, kaufte Terrell sie wie versprochen. Der Apple I wurde im July 1976 für $666.66 angeboten und bis auf 25 Stück werden 200 Einheiten in einem Zeitraum von 10 Monaten verkauft.

Mehr über Apple und den Apple I gibt es in diesem Beitrag.

35 Jahre TI 99/4A

Der TI-99/4A wurde am 31.5.1981 auf der Sommer CES in Chicago vorgestellt. Im Prinzip war der Rechner von der Leistung sehr fortschrittlich, er hatte jedoch einige Designschwächen: Der Rechner verwendete zwar den TMS9900, einen echten 16-Bit-Prozessor, der mit 3,3 MHz getaktet wurde, womit der Prozessor, verglichen mit anderen Rechnern, zwar sehr schnell war, das Basic war aber trotzdem langsamer als das des C64. Da das BASIC auch nicht besonders gut war, wird später ein Extended Basic-Modul von Texas Instruments angeboten.

Für den TI-99/4A gab es einige interessante Erweiterungen, u.a. einen Sprachsynthesizer und ein Expansion System. Das Expansions System besaß ein eingebautes 5,25″ Diskettenlaufwerk mit 80 KByte Speicherkapazität und acht Slots für Erweiterungskarten (einer war für das Diskettenlaufwerk und ein zweiter für das TI-Interface bereits belegt).

Mehr über Texas Instruments und den TI/994A gibt es in diesem Beitrag.

Bild: TI/994A, Wikimedia, CC-BY-SA, Rama

35 Jahre Osborne 1

Der Osborne 1 wurde im April 1981 zum Preis von $1795 Dollar vorgestellt und hatte sofort großen Erfolg. Bereits im September 1981 machte die junge Firma über eine Million US-Dollar Umsatz und im zweiten Jahr nach Markteinführung wurden bereits 70 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Der Osborne 1 wurde nach Adam Osbornes Spezifikationen von Lee Felsenstein als portabler Rechner entworfen. Dieser wog 10,7kg und besaß einen eingebauten 5″ großen, 52×24 Zeichen umfassenden Bildschirm. Als Arbeitsspeicher verfügte er über 4 KByte ROM und 64 KByte RAM und als Massenspeicher standen ihm zwei eingebaute 91 KByte 5 1/4″ Diskettenlaufwerke zur Verfügung. Da der Osborne-1 außer dem 6502 Prozessor noch über einen Z80 Prozessor verfügte, lief auf ihm auch CP/M 2.2. Osborne sorgte auch dafür, dass der neue Laptop über entsprechende Software verfügte, darunter zwei BASIC Versionen (CBASIC und MBASIC), WordStar, SuperCalc und dBase II.

Osborne begann aber, wie andere Unternehmen auch, den Fehler unfertige Produkte zu früh anzukündigen. Als Osborne 1983 ankündigte, dass zwei weitere Computer in der Entwicklung sind, der Vixen, eine kleinere Version des Osborne 1, und der Executive, gingen die Verkaufszahlen des aktuellen Geräts stark zurück. Am 13. September 1983 musste Osborne Konkurs anmelden.

Mehr über Osborne und den Osborne-1 gibt es in diesem Eintrag.

Bild: Osborne 1, Wikimedia, CC-BY-SA, Bilby

Vor 30 Jahren: Das PC/XT Keyboard “Model M”

Im April 1986 erschien das PC/XT Keyboard “Model M”. Die Tastatur wurde von IBM millionenfach hergestellt und dürfte einer der bekanntesten Tastaturen überhaupt sein. Das Tastaturlayout “Enhanced Personal Computer Keyboard” ist eine Weiterentwicklung des 84-Tasten Designs des “Model F (AT)” und dem IBM 122-Tasten Terminal Design.

Die meisten Tastaturen des “Model M” verwenden Knickfedern, die der Tastatur einen präzisen Druckpunkt verpassen und für das typische Schreibgeräusch verantwortlich sind. Das “Model M” ist so robust, dass sie auch nach 30 Jahren noch häufig im Einsatz ist.

 

35 Jahre Sinclair ZX81

Der ZX81 wird am 5. März 1981 vorgestellt. Die Hardware wird von Sinclairs Chefingenieur Jim Westwood entwickelt. Bestand der ZX80 noch aus vielen Logikchips, beinhaltet der ZX81 nun einen neuen Chip, der von Sinclair Research entworfen und von Ferranti produziert wird: Die ULA (Universal Logical Unit). Der neue Chip ersetzt 18 Chips im ZX80 und der Preis sinkt so auf £69,95 bzw £49,95 als Bausatz. Auch der ZX81 verfügt wieder über nur 1 KByte Arbeitsspeicher. Zwar gibt es ein 16 KByte Erweiterungsmodul, aber dieses wird für viele Anwender zum Ärgernis: Wird der Computer nur leicht bewegt, kann es zu Störungen an der Kontaktierung kommen, was den Computer abstürzen lässt.

Der ZX81 bekommt eine sehr positive Vorstellung von David Tebbutt in der Personal Computer World und entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Bis Januar 1982 werden 300.000 ZX81 weltweit verkauft; im Februar sind bereits 500.000 hergestellt. Mitte 1982 bekommt Timex die Lizenz Clones für den amerikanischen Markt zu bauen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Hunderte von Firmen produzieren Programme, Bücher, Speichererweiterungen, Drucker, Soundgeneratoren und Keyboards für den kleinen Sinclair. Der Rechner ist so erfolgreich, dass Sinclair regelrecht Lastwagen voll davon verkauft. WHSmith, Großbritanniens führende Bücher- und Zeitschriftenkette, ist an dem Erfolg nicht unbeteiligt: WHSmith verkauft den ZX81 in seinen Shops und erreicht so viel mehr potentielle Kunden, als es Anzeigen in Zeitschriften geschafft hätten.

Mehr über Sinclair und den ZX81 gibt es in diesem Beitrag.

Bild: ZX81, Wikimedia, CC-BY-SA, Evan-Amos

Vor 70 Jahren: Der ENIAC wird der Öffentlichkeit vorgestellt

Der ENIAC (Electrical Numerical Integrator And Calculator) wurde im Auftrag der US-Armee von J. Presper Eckert und John W. Mauchly an der University of Pennsylvania ab 1942 entwickelt. In der New York Times berichtete dann am 14. Februar 1946 der Reporter T.R. Kennedy jr. über den bis dato geheim gehaltenen Computer.

1946 gründeten Eckert und Mauchly die Eckert-Mauchly Computer Corporation, die später von Remington Rand übernommen wurde. Sie meldeten 1947 ein Patent an, dessen Gültigkeit nach langjährigen Gerichtsverfahren für ungültig erklärt wurde. Mauchly hatte 1941 den Atanasoff-Berry-Computer (ABC) studieren können und sich von diesem für den ENIAC zumindest inspirieren lassen. Dadurch sah das Gericht den ENIAC als abgeleitetes Werk an und der Ruhm für  die Erfindung des ersten elektronischen Rechners ging an Atanasoff über.

Nach einem Umzug von Philadelphia nach Aberdeen im Jahre 1947, verrichtete der ENIAC im  Ballistic Research Lab seinen Dienst und wurde erst am 2. Oktober 1955 abgeschaltet. Seit November 2014 kann im Field Artillery Museum der US-Army der ENIAC wieder besichtigt werden.

Bild: ENIAC (US Army)

Vor 30 Jahren: Der erste Computervirus für MS-DOS verbreitet sich

Der erste Computervirus für das Betriebssystem MS-DOS wurde im Januar 1986 geschrieben und trägt den Namen “(c)Brain” (auch bekannt unter den Namen Lahore, Pakistani, Pakistani Brain, Brain-A und UIUC). Damit gilt er als erster Computervirus für PCs.

Technisch handelt sich um einen Boot-Sektor Virus, der mit dem Dateisystem FAT formatierte Disketten befällt. Er verschiebt den ursprünglichen Boot-Sektor in einen anderen Sektor und setzt sich selbst Boot-Sektor ein. Infizierte Disketten enthalten im Boot-Sektor folgenden Text:

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Brain & Amjads (pvt) Ltd VIRUS_SHOE RECORD V9.0 Dedicated to the dynamic memories of millions of viruses who are no longer with us today – Thanks GOODNESS!! BEWARE OF THE er..VIRUS : this program is catching program follows after these messages….$#@%$@!!

Verglichen mit heutigen Viren, waren die Auswirkungen einer Infektion gering: Der Virus belegte knapp sieben KByte Hauptspeicher und das Diskettenlaufwerk wurde verlangsamt. Der Virus war auch so geschrieben, dass Festplatten korrekt erkannt und nicht infiziert wurden, was andere Viren später nicht taten und auch Daten auf Festplatten zerstörten. So wurde der Virus oft erst gar nicht bemerkt.

Entwickelt wurde der Virus von den beiden Brüdern Basit Farooq Alvi und Amjad Farooq Alvi aus Chahmiran, Lahore, Pakistan. Angeblich um ihre medizinische Software so vor Urheberrechtsverletzungen zu schützen. Der Virus gab außer einer Nachricht, auch die Adresse der Brüder mit drei Telefonnummern aus, an die man sich Zwecks Entfernung des Virus wenden sollte.

Welcome to the Dungeon (c) 1986 Basit * Amjad (pvt) Ltd. BRAIN COMPUTER SERVICES 730 NIZAM BLOCK ALLAMA IQBAL TOWN LAHORE-PAKISTAN PHONE: 430791,443248,280530. Beware of this VIRUS…. Contact us for vaccination…

Da die Brüder sehr viele Anrufe erhielten, kündigten sie schließlich ihren Telefonanschluss und erklärten ohne böse Absicht gehandelt zu haben. Gerüchten zufolge wollten sie mit dieser Aktion für ihre Firma werben.

Bild: Brain Virus, Wikimedia, CC-BY-SA, Avinash Meetoo

Vor 40 Jahren: Bill Gates offener Brief an Hobbyisten

Im Januar 1976 schrieb Bill Gates, der Gründer von Microsoft, einen offenen Brief an alle Hobby-Computeranwender, der in mehreren Magazinen abgedruckt wurde. In diesem Brief wirft Gates den Hobbyisten vor, dass die meisten von ihnen Softwarediebe seien. Sie gingen davon aus, dass Software einfach weitergegeben werden dürfe und nur für Hardware bezahlt werden müsse. Es müsse für professionelle Software zur Deckung der Kosten für die Entwicklung grundsätzlich gezahlt werden.

Entstanden ist der Brief aus Frust über die schlechten Verkaufszahlen von Altair BASIC. Gates schreibt, dass die Entwicklung bisher 40.000 US-Dollar betragen habe, sie sehr viel Lob für ihre Entwicklung bekämen, aber nur 10% der Altair Benutzer BASIC auch gekauft haben. Dieses ergäbe einen Stundenlohn von weniger als 2 US-Dollar für dessen Entwicklung. Er führt weiter aus, dass Entwickler entmutigt werden würden, Zeit und Geld in die Entwicklung professioneller Software zu stecken, da man sie um ihr Honorar betrüge.

February 3, 1976
An Open Letter To Hobbyists

To me, the most critical thing in the hobby market right now is the lack of good software courses, books and software itself. Without good software and an owner who understands programming, a hobby computer is wasted. Will quality software be written for the hobby market?

Almost a year ago, Paul Allen and myself, expecting the hobby market to expand, hired Monte Davidoff and developed Altair BASIC. Though the initial work took only two months, the three of us have spent most of the last year documenting, improving and adding features to BASIC. Now we have 4K, 8K, EXTENDED, ROM and DISK BASIC. The value of the computer time we have used exceeds $40,000.

The feedback we have gotten from the hundreds of people who say they are using BASIC has all been positive. Two surprising things are apparent, however, 1) Most of these “users” never bought BASIC (less than 10% of all Altair owners have bought BASIC), and 2) The amount of royalties we have received from sales to hobbyists makes the time spent on Altair BASIC worth less than $2 an hour.

Why is this? As the majority of hobbyists must be aware, most of you steal your software. Hardware must be paid for, but software is something to share. Who cares if the people who worked on it get paid?

Is this fair? One thing you don’t do by stealing software is get back at MITS for some problem you may have had. MITS doesn’t make money selling software. The royalty paid to us, the manual, the tape and the overhead make it a break-even operation. One thing you do do is prevent good software from being written. Who can afford to do professional work for nothing? What hobbyist can put 3-man years into programming, finding all bugs, documenting his product and distribute for free? The fact is, no one besides us has invested a lot of money in hobby software. We have written 6800 BASIC, and are writing 8080 APL and 6800 APL, but there is very little incentive to make this software available to hobbyists. Most directly, the thing you do is theft.

What about the guys who re-sell Altair BASIC, aren’t they making money on hobby software? Yes, but those who have been reported to us may lose in the end. They are the ones who give hobbyists a bad name, and should be kicked out of any club meeting they show up at.

I would appreciate letters from any one who wants to pay up, or has a suggestion or comment. Just write to me at 1180 Alvarado SE, #114, Albuquerque, New Mexico, 87108. Nothing would please me more than being able to hire ten programmers and deluge the hobby market with good software.

Bill Gates

General Partner, Micro-Soft

Bild: Homebrew Computer Club Newsletter Volume 2, Issue 1, January 31, 1976.